Autor Thema: Im Namen des Pferdes...  (Gelesen 8419 mal)

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Offline terra

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #15 am: 17.04.12, 10:40 »
Ohne Gefahr auf der Weide bewegen, ja, das sollte jedes Pferd können - aber bei Ausbrecherkönigen gehts ja nicht um die Weidegefahr an sich, sondern um die Ausbruchsverletzungen und -unfälle.

Bei meinem Copperfield-Houdini-Verschnitt habe ich auch schon Blut geschwitzt (und die Haftpflichtversicherung auf Maximum gesetzt), glücklicherweise geht Frau Neugierde nur flanieren  ::) - aber was da schon hätte passieren können  :o Die war schon als Saugfohlen alleine "auf Achse"...

Offline Fasani

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #16 am: 17.04.12, 10:55 »
Edward Gal hat in einem Interview gesagt, dass sie Totilas in jüngeren Jahren auf die Koppel gestellt und regelmäßig mit Verletzungen runter geholt haben, weil er so abgegangen ist. Ist es tierschutzgerecht wenn sich ein Pferd verletzt, weil es artgerecht gehalten wird? Ich denke mehr als eine halbe Stunde Bewegung pro Tag wird gewährleistet sein. Z.B. Morgens Führmaschine, Mittags Longe, nachmittags reiten.

ich find es immer beeindruckend ahnungslos, wenn die menschen sich wundern, dass die pferde sich verletzen. ü 20 std eingeknastet, dann kommen sie mal auf die wiese, toben sich aus und aaaaaach jetzt ist die sehne hinne? koooomisch.  ;)

ausbrecherkönige sind da was anderes, aber auch die kriegt man eingezäunt, da bin ich sicher
  ;D
muss man halt hoch genug bauen, wie bei deiner bestie, terra  ;D oder beeindruckend genug  ;D
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Offline zaino

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #17 am: 17.04.12, 11:11 »
*beisabinounterschreib* Wenn Rausgehen an sich schon sooo aufregend ist, dass man sich dabei jedesmal ohne Rücksicht auf Verluste alles schrottet, ist das Pferd entweder irgendwo "blöd im Kopf" oder von klein auf komisch gehalten.

..wobei mir mal von einem wundervollen Hannoveraner erzählt wurde, der irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn war. Ein Traumpferd bezüglich Bewegung und Schönheit, aber mehrere Halbtote u. Verletzte am Hof weil der Krampen noch nichtmal das Krabbeln einer Fliege am Fell ertrug und völlig durchdrehte, mehrere Zäune plättete und am End auf 3 Beinen stehend, zitternd u. schweissbedeckt in einer Ecke vom Stall festsass, wo man ihn dann einsammeln und dem Tierarzt übergeben konnte... natürlich liess man ihn dann nimmer auf die Koppel, nachdem mehrere solcher Experimente ähnlich abgelaufen waren. Die Besitzerin meinte, das Pferd sei schwierig, und nicht ganz "normal", und ihr Freund hätte schon gemeint, ER oder ICH (nachdem er selber schon im KH gelandet war weil Gaul über ihn drüber gefegt) und der Zeitaufwand, dieses Tier mental auf dem Teppich zu halten, immens war.
Verhökert war er worden, nachdem er nach einer Eliteauktion angefangen hatte, reihenweise Bereiter an Wände zu kleben. Als ich ihn in Aktion sah, ging er brav, ausgebunden (keine Bange, nicht bös verschnürt) ab und an im Schulbetrieb mit, die spätere Besitzerin hatte ihn also schon beachtlich hingebogen.

Der damals war allerdings zum Glück Wallach... muss man in der Breite und auf Dauer wirklich mit wahnsinnigen Genies züchten????

wobei keine Ahnung, ob Totilas das Opfer falscher Haltung ist und im Grunde ein herzensgutes normales Pony oder auch in die Kategorie der Spinner fiele? Letzteres glaub ich eigentlich nicht, so rein vom Gefühl her.. .

Offline terra

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #18 am: 17.04.12, 11:44 »
@Fasani: das mit dem "höher/massiver bauen" kann ein gewaltiger Schuss in den Ofen werden! Wir hatten am Stall vor einigen Jahren so einen Fall: ein älteres VS-Kaderpferd hat sich beim Ausbruchssprung über den erhöhten Zaun vertan und das Genick gebrochen.

Die Bestie ist nicht doof, seit hinten Slider drauf sind, springt sie seeehr vorsichtig - dafür kann sie zwischenzeitlich die E-Zäune am Griff aufmachen  ::) Erst seitdem sie regelmässigen Freigang auf der Anlage bekommt -wenn keiner mehr draussen reitet, darf sie alleine ihren Kontrollgang machen  ;D während ich z.B. meine Blumenkästen giesse oder noch etwas Büro mache- sind die Ausbrüche deutlich zurückgegangen.
Verletzungskünstler war die Mutter der Bestie, da ´ne Schramme, dort ´ne Beule, Eisen ausgezogen, Kronrand aufgeratscht, blöd gelegene Stiche, wenn was reiben konnte, Pferd wund, Rain scald ...  trotz von Geburt an meistens draussen und nie  eingepackt

@Zaino - ach, ich weiss nicht, in meiner alten Box steht jetzt ein artgerecht aufgezogener (kenne den Betrieb) junger Wallach - der hat schätzungsweise ne halbe Stunde Regenerationszeit, dann ist er erneut abspackbereit, absolut Marke Klassenkaspar. Beim Reiten ist das ein ganz Netter ohne Unarten.
« Letzte Änderung: 17.04.12, 12:06 von terra »

Offline Kimble03

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #19 am: 17.04.12, 12:27 »
Edward Gal hat in einem Interview gesagt, dass sie Totilas in jüngeren Jahren auf die Koppel gestellt und regelmäßig mit Verletzungen runter geholt haben, weil er so abgegangen ist.
Klar, was soll er denn auch sonst sagen? ;D
Alles andere wäre ja auch medien-untauglich.
Demnach kommen also alle anderen Pferde bei ihm 12h täglich mindestens auf die Koppel, nur halt die Tortilla nicht, weil grad genau der sich verletzt...


Das Urteil ist großartig, wenn es denn tatsächlich so weiter geht, können wir ja dann alle gemeinsam alle möglichen Blödreiter verklagen. ;D
Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es wirklich überraschend, dass so ein Junggemüse-Keks das allgemeine Gedöns, das mit dem Werden und Sein eines Reitpferdes zusammen hängt, so unglaublich einfach, willig und großartig umsetzt und dabei auch noch wahnsinnig gut aussieht.

Offline Fasani

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #20 am: 17.04.12, 12:55 »


Das Urteil ist großartig, wenn es denn tatsächlich so weiter geht, können wir ja dann alle gemeinsam alle möglichen Blödreiter verklagen. ;D
machen wir doch eh immer schon. zumindest theoretisch.

@Fasani: das mit dem "höher/massiver bauen" kann ein gewaltiger Schuss in den Ofen werden! Wir hatten am Stall vor einigen Jahren so einen Fall: ein älteres VS-Kaderpferd hat sich beim Ausbruchssprung über den erhöhten Zaun vertan und das Genick gebrochen.

tragisch.  :-\ wie hat der denn den VS-kader überlebt??  :o
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Offline terra

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #21 am: 17.04.12, 13:30 »
gesund  :), und den Zaun ist der vor der Erhöhung auf über 1,60m problemlos gehüpft - war also wohl "Macht der Gewohnheit" :-[

Offline Fasani

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #22 am: 17.04.12, 13:32 »
Zaun ist der vor der Erhöhung auf über 1,60m problemlos gehüpft - war also wohl "Macht der Gewohnheit" :-[
oh. wirklich nicht schön  :-[
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Offline Sabino1Topic starter

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #23 am: 17.04.12, 14:46 »

Demnach kommen also alle anderen Pferde bei ihm 12h täglich mindestens auf die Koppel, nur halt die Tortilla nicht, weil grad genau der sich verletzt...


Pruuuuuuust ;D

Offline Anja

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #24 am: 17.04.12, 15:32 »
Wichtig ist es, die Pferde Pferde sein zu lassen: Bei uns kommen die auf kleinere Paddocks oder zum Grasen raus. Es ist wichtig, dass die Pferde nach anstrengenden Wettkämpfen auch wieder klar im Kopf werden können. Sonst wollen die auch nicht mehr mitmachen. Man muss sie immer wieder positiv bestärken. Und sie jeden Tag loben. Dann machen sie gerne mit.

Quelle:

http://www.pferdplus.com/news/edward-gal-im-interview-%E2%80%9Ees-geht-einfach-immer-weiter

Von 12 Stunden Weide steht da allerdings nicht.... Wäre vielleicht auch ein bisschen viel verlangt, das sind Hochleistungssportler.....
Herr, wirf Hirn vom Himmel oder Steine, was ist egal Hauptsache Du triffst.

Offline zaino

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #25 am: 17.04.12, 15:37 »
Klar Anja,
aber einfach mal dumm rumstehen, "abhängen", in die Gegend gucken und sich wenigstens ein paar Meter nach eigenem Gusto bewegen dürfen, das sollte auch beim Hochleistungssportler mal drin sein, wenn irgendwie machbar (und das Tier sich nicht s. Beispiel, selber derrennt.
12 Stunden lang Gras in sich reinstopfen ist in solchen Fällen ja wirklich eher kontraproduktiv.


Offline Fasani

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #26 am: 17.04.12, 15:51 »
Wichtig ist es, die Pferde Pferde sein zu lassen: Bei uns kommen die auf kleinere Paddocks oder zum Grasen raus. Es ist wichtig, dass die Pferde nach anstrengenden Wettkämpfen auch wieder klar im Kopf werden können. Sonst wollen die auch nicht mehr mitmachen. Man muss sie immer wieder positiv bestärken. Und sie jeden Tag loben. Dann machen sie gerne mit.

Quelle:

http://www.pferdplus.com/news/edward-gal-im-interview-%E2%80%9Ees-geht-einfach-immer-weiter
ich find ja nach wie vor, die tortilla wäre bei der frikandel besser aufgehoben.  ;D
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Offline Kimble03

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #27 am: 18.04.12, 09:28 »
12 Stunden lang Gras in sich reinstopfen ist in solchen Fällen ja wirklich eher kontraproduktiv.
Echt? Also ich bin schon der Ansicht, dass auch ein in OS-Haltung lebendes Pferd Hochleistung bringen kann, selbst wenn es oh Wunder längere Zeit Gras fressen kann.

Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es wirklich überraschend, dass so ein Junggemüse-Keks das allgemeine Gedöns, das mit dem Werden und Sein eines Reitpferdes zusammen hängt, so unglaublich einfach, willig und großartig umsetzt und dabei auch noch wahnsinnig gut aussieht.

Offline zaino

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #28 am: 18.04.12, 10:11 »
... naja, Kimble, wenn ich an dieses komische Kuhgras denke, das sie in einem Stall auf allen weiden hatten, die Pferde waren NIE wirklich satt & immer aufgebläht.... andererseits geb ich Dir schon recht, man denke an manche Wanderreiter, 8 h mit Gepäck unterwegs, nachts Weide, und die Rösser laufen und laufen. Wenn das keine Hochleistung ist, weiss ich nimmer.  ;)
Wenn man natürlich auf angespannte "Präsenz" angewiesen ist, hält man das Tier am besten im Dunkeln, dann flutscht es jeweils aus der box wie ein Korken aus der Flasche und ist dankbar, wenns an die Sonne darf... gleiches Prinzip wie beim Rollkuren übrigens. Tricks der Unterwerfung und Formung sind das. 

Offline ReserlM

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Re: Im Namen des Pferdes...
« Antwort #29 am: 18.04.12, 10:21 »
Einen kleinen Hauch mehr Komplexität würde ich dem Sport schon zutrauen.   :P

Und um Totilas muss man sich sicherlich keine Sorgen machen, der hat einen ganzen Schwarm von Pflegern um sich rum, der wird sicherlich ausreichend Ausgleich bekommen.
Denn ein Pferd was nur zum reiten rauskommt ist eben nicht zu Hochleistungen fähig, der Ausgleich sieht eben nur anders aus. Wenn so ein Pferd mental dicht macht, sind auch die Verletzungen nicht mehr weit und Kooperation kann man eben nicht ins Pferd reinzwingen, spätestens in der Prüfung bekommt dann der Reiter die Quittung.
Das Reh springt hoch das Reh springt weit, warum auch nicht es hat ja Zeit