Autor Thema: Stutfohlen vor Einschläferung retten - Ich brauche euren Rat ??? Dringend !!  (Gelesen 4595 mal)

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Julia94

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Hallo,
Ich habe letzte Woche ein Prakikum in einer Hengststation absolviert.Dabei habe ich eine kleine Stute kennen gelernt (30Tage) deren Mutter ihr am 3 Lebenstag das Fesselgelenk stark zertrümmert hat. Die besitzer sind leute die sich nur auf den sport konzentrieren Pferd= geld kaputtes Pferd=kein geld. ihr einschläferungstermin ist der 15 august aber ich will es retten. Die kleine strahlt eine Lebensfreunde aus wie kein anderes Fohlen und fühlt sich auch auf keine weise eingeschränkt. Der Geschäftleiter meint mit einer Schiene könnte sie ohne probleme leben jedoch ncie geritten werden. Jetzt nur mein Problem ich bekomme das fohlen nur ohne mutter das heißt ich muss es selbst groß ziehen nur habe ich sowas noch nie getan deswegen würde ich gerne mal um eure meinung bitten ob ich es überhaupt versuchen soll, oder ob ihr mir sagen könnt wie ?

LG Julia

Offline Terrier

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Julia - WAS willst Du denn mit dem Fohlen machen??
Da Du keine Erfahrung hast, hast Du sicher auch keinen Stall an der Hand, wo die kleine Stute bleiben kann.
Zwar ist sie mit 30 Tagen über die erste Intensivbetreuung weg, aber kannst Du es so oft füttern?
Soll es nun alleine stehen? Hast Du eine "Ersatz"-Mama/Papa/Kumpel?
Was willst Du mit der Kleinen machen? Kann sein, dass sie über 30 Jahre alt wird?
Da Du ein Praktikum machst, hast Du sicher noch keinen Beruf oder Arbeit, wie willst Du das werdende Pferd versorgen?

Es ist sicher im Moment hart, aber lieber ein kurzer schneller Schrecken als ein lebenlang ein Leiden ertragen zu müssen
der bissige Terrier schickt Grüsse
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Ich bin zu alt um nur zu spielen und zu jung um ohne Wunsch zu sein

Julia94

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Nein nein ich habe einen Stall für die kleine meine Eltern sind bereit die auch noch zu bezahlen ich habe bereits einen 6 Jährigen Wallach und einen 20 jährigen als Ersatzpapas.
& ich bete darum das die kleine alt wird. Die hat ned nur 3 tage unbeschwerte Kindheit verdient und nur durch ihre verletzung muss sie nicht sterben sie kann leben aber halt
nur wenn sie niemals geritten wird aber die besitzer sind italiener mit viel geld die brauchen sportpferde die sind froh wenn die kleien bald weg ist damit se wieder weiter machen
können und ich seh ned ein nur weil sie in anführungsstrichen "behindert" sein wird den tod zu spüren bekommen soll.

Offline zaino

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Julia, ich kenne auch so ein Pferd - es wurde aufgezogen und es wurde damit weitergezüchtet. Nette hübsche Stute. Die ihr Lebtag gehumpelt hat! und nie reitbar war. Tja - wenn einen das Humpeln nicht stört... aber warum hinkt so ein Pferd? Weil das eine Bein nicht tut. Weil es wo weh tut. Möchtest Du Dein Lebtag chronische SChmerzen haben? Das ist kein Schönheitsfehler sondern man lässt bewusst zu, dass so ein Tier eben ständig Schmerzen hat. Für ein Fluchttier ist das eine üble Sache. Draussen in der Natur würden die Wölfe das Thema erledigen, brutal gesagt.
Tiere "denken" nicht wie wir, sie leben im hier und jetzt. Tod ist nicht schlimm, aber immer Schmerzen haben sehr wohl. Das Ausmass bei einem zerbröselten Fesselgelenk kann man keinesfalls abschätzen! Lass das Pferd mal größer und schwerer werden ... ein Pferd, das nur mit einer Beinschiene laufen können soll? Was ist das für ein Leben für ein PFERD, bitte, ein LAUFTIER!

Lass die Kleine gehen, lass sie los. Die Leute da sind nicht hart, gemein, berechnend und grausam, sondern die haben Erfahrung... und vielleicht sogar mehr Mitleid + Vernunft als Du denkst?

geolina

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hallo,

bitte nicht retten - wie zaino es schon schrieb - ein lauftier kann mit einer beinschiene wohl überleben - aber möchte man einem tier so ein leben zumuten?

ich würde mich wohl auch dafür entscheiden das tierchen gehen zu lassen. ich glaube nicht unbedingt, dass das etwas mit geldgier zu tun hat und wenn, dann hat hier geldgier mal ihre gute seite.

in amerika bin ich ne zeitlang mal mit einem ta mitgefahren. was ich da an "geretteten" pferden sehen musste, hat mir regelmäßig die wuttränen in die augen getrieben. wie sagte der ta: was meinst du, warum amerika führend bei trümmerbrüchen, hufkrebs und beinkorrekturen ist. weil wir genug idioten haben, die versuchen sowas zu kitten.

meine stute hat sich auch das fesselgelenk zertrümmert - in diesem jahr - ich habe sie sofort einschläfern lassen und die tierärztin hat mir dafür gedankt, dass sie nicht versuchen muss das pferd zu retten. das war sehr schwer und wenn mir heute noch jemand sagen würde, ich habe das nur gemacht, weil ich ja nur an reit-/ sporttieren interessiert wäre, dann würde ich wohl austicken. so ein vorwurf ist richtiggehend verletzend und bescheuert. (sorry, aber das ist gerade mal 12 wochen her und wenn ich dann höre: oh, die bösen wollen ein pferd töten, obwohl es ja nur das fesselgelenk zertrümmert hat, dann kommt mir sowas von die galle hoch, das kannst du dir gar nicht vorstellen)

alex

Offline Terrier

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Früher kannte ich auch eine sehr gute Zuchtstute, die als sie geboren wurde, gleich in einen Graben fiel.
SIe hatte einDeformierung oberhalb der Fessel. Durch viel Schienen, Eisen und etliches mehr konnte sie hinterher auf der FESSEL laufen. Sie hatte vielleicht in den ersten Jahren danach keine Schmerzen, war auch eine ganz tolle Fohlenmutter, die auch dem Besitzer gutes Geld gebracht hatte. Aber ich musste dem armen Tier immer mit Tränen beim Laufen zusehen (damals ging das noch :D ) Sie war immer bemüht mit dem Fohlen mitzuhalten, aber mit den Jahren ging es immer schlechter.
Sicher hatte sie einige schöne Jahre gehabt, aber dafür musste sie in den ersten Jahren und in vielen letzten Jahren sehr leiden, bis sie dann endlich überhaupt nicht mehr, nach der Geburt eines Stutfohlens, aufstehen wollte.
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Offline Pum

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Dieses Tier vor dem Einschläfern zu retten ist falsch verstandene Tierliebe. Julia, ich nehme mal an, dass die 94 für ein Geburtsjahr steht. Du bist demnach noch minderjährig. In Deinem Alter war ich auch noch der Auffassung, dass ein so junges Tier unbedingt vor dem Tod gerettet werden müsste, und jemand der die Sache rationaler als ich angegangen wäre, der hätte mich in helle Empörung versetzt.

Trotzdem - mit der Erfahrung aus mehr als 35 Jahren Pferdehaltung und viel Leid das ich gesehen und erlebt habe -  lass das Tier in Frieden. Das Pferdchen kann mit dem Schaden uralt werden. Allerdings kann es das nicht schmerzfrei. Selbst WENN es mit der Schiene tatsächlich schmerzfrei gehen könnte wird die Lahmerei ( und Lahmen wird es allein schon weil die Mechanik im Gelenk nicht funktioniert ) dazu führen, dass es über kurz oder lang ( eher kurz als lang ) Folgeschäden an den anderen Gelenken, den Bändern, dem Rücken etctectec. davonträgt, die ihm dann massive Schmerzen verursachen. Sich dann von dem Tier zu trennen wird noch viel schwerer als es das jetzt schon ist, weil dann musst DU diese Entscheidung treffen. DU allein wirst die Verantwortung dafür haben das Tier irgendwann von seinen Leiden zu erlösen. DU ganz alleine musst dann den Tierarzt anrufen, und den Abdecker. Und DU musst es dann auf diesem Weg begleiten. Bis zum bitteren Ende. Oder Du lässt es leben, weil Du es nicht über das Herz bringst das Stütchen für das du so sehr gekämpft hast mit 2 / 4 / 7 / 8 tbc. Jahren dann von seinem langen Leiden zu erlösen......

Außerdem hast Du keine Möglichkeit das Fohlen artgerecht aufzuziehen. Ein 6 jähriger und ein 20 jähriger Wallach sind kein Mutterersatz, und sie sind auch kein Ersatz für Spielkameraden. Wenn Du das Tier zu dir holst, dann wirst Du einen Sozialkrüppel großziehen. Auch hierfür trägst Du die Verantwortung.

Das Fohlen hat Pech gehabt. Seine Chance auf ein artgerechtes und schmerzfreies Leben war nach drei Tage zu Ende. Dafür ist niemand verantwortlich, das war ein Unfall. Es jetzt aber zum Weiterleben zu zwingen, dafür ist jemand verantwortlich.


Lass die Finger davon. Es gibt definitiv schlimmere Dinge als den Tod und falsch verstandene Tierliebe gehört viel zu oft dazu.
« Letzte Änderung: 31.07.10, 19:49 von Pum »
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(Konfuzius)

Offline terra

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Noch eine Stimme FÜR s Einschläfern, möglichst schnell, am Besten sofort, gleich. Alleine das Ansinnen, das Fohlen "retten" zu wollen, macht mich unendlich traurig.

Ich habe vor einigen Jahren ein xx-Hengstfohlen mit gebrochenen Unterarm grossgezogen - da standen die Heilungschance laut unseres genialen SeniorTA GUT. Der Knochen ist auch wirklich 1A geheilt, leider bestand gleichzeitig eine Trennung des Radialisnerves, die sich nicht wieder gegeben hat. Der kleine Kerl konnte trotzdem rennen, hatte die richtige Mind und wäre wahrscheinlich sogar mit seiner Behinderung ein Sieger geworden. Mit fast drei fing er an zu lahmen - wegen Überlastung des gesunden Beines ! Da habe ich ihn dann erlöst. Ganz ehrlich, die ganze Quälerei mit dem Gips und dem Spezialbeschlag hätte ich ihm im Nachhinein gerne erspart, trotz der bestimmt schönen Zeit in der Aufzuchtherde. Wenn ich lese, dass bereits jetzt feststeht, dass das Fohlen nie wird richtig laufen können - ersetze ihm das Raubtier!

Offline Binesdiva

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Julia, meine Vorredner (bzw. -schreiber) haben es schon gesagt:
Einschläfern und zwar so schnell wie möglich.

Und die Züchter sind keine bösen, geldorientierten Leute, sondern in meinen Augen verantwortungsvoll.

Es war ein Unfall, der immer mal wieder passieren kann und man kann einfach nicht jedes Tier retten, manchmal ist es einfach nur Tierliebe, wenn man das Tier gehen lässt, um ihm ein schlechtes Leben zu ersparen.

Und das kleine Pferd erwartet derzeit und mit diesen Aussichten kein schönes Leben.

Die ganze Geschichte ist tragisch, keine Frage und das, was Du jetzt durch machst ist traurig, aber als Mensch hat man die Möglichkeit und auch die Verantwortung, Tiere von ihrem Leid zu erlösen und das sollte man auch machen.
Reitet ein Cowboy zum Friseur.
Kommt wieder raus:
Pony weg...

Offline Mutzel

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Denke eher, dass das ein Troll. Ist. hab einmal n Fohlen mit gebrochener fessel gesehen. war wohl ein relativ einfacher bruch. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein TRÜMMERbruch in einem der meist belasteten gelenke so heilt. und ein Leben lang mit Schine laufen glaub ich genauso wenig, wie dass man bei so ner Verletzung noch 2 Wochen wartet, ehe man das Tier erlöst.
ups, sorry, hab jetzt erst gesehen, dass der beitrag schon 2 Wochen alt ist  ::)

Offline terra

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Mutzel, ich rechne gerade nach: mein "geheilter" Bruchpatient wäre mittlerweile 20 :o.
Gerade in der Bruchversorgung bei Pferden hat sich einiges entwickelt - siehe Rembrandt, der  sogar ein Come-Back hatte, und Renaissance Fleur, die in die Zucht ging. Da wird genauso geschraubt und genagelt wie bei uns Menschen, durch die Kunstfaser"gipse" ist zusätzlich eine Stabilisierung von aussen möglich (die hatte mein TA damals gaaanz neu, im KH vor Ort gabs die noch nicht mal für Privatpatienten) und Fohlenknochen heilen recht problemlos.
Versuch mach klug, aber man muss ihn auch beenden können.

Offline ridingsusi

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Ist natürlich so, Julia, dass du es traurig findest, und das ist es vielleicht auch, aber dem Tier selbst tut man mit der "Rettung" wie du es nennt leider nichts gutes. Ich wünsch dir viel Kraft für die Entscheidung!

Offline zaino

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terra, mag sein, dass man da heut viel machen kann, trotzdem bleibt viel Risiko bei so einem großen und schweren Tier wie einem Pferd. Einem Lauftier! Ein Trümmerbruch an einer so prekären Stelle wie einem Gelenk ist kaum spurlos zu heilen. Mal abgesehen davon, dass das eine extrem schwierige und teure Operation ist, die ich einem Pferd nur zumuten würde, wenns echte Aussichten auf eine 100%ige Besserung bzw. Heilung hätte, mal hart gesagt - hast Du, Julia, schon mal durchs Fenster einer Aufwachboxe zugeschaut? Ich ja, und mir ist fast das Herz stehengeblieben! :'(
Man weiss auch beim Fohlen nie, wie sich das verwächst, wie stabil der Knochen nachher ist, ein Gelenk muss funktionieren! sonst verursacht es Schmerzen und/oder versteift. Einen glatten Bruch kann man in der Tat verschrauben und gut heilen lassen. Bei Splittern weiss man nie...
Ach ja, ich kenne noch mehr Schauriges - von der großen starken WB-Stute, die wegen einer Arthrose im hinteren Fesselgelenk nicht mehr geritten werden sollte. Leider liess die unbedarfte RB sie im Roundpen laufen und bekam den Schädel eingeschlagen von der Stute. Nicht tödlich, aber fast tödlicher Ausgang des Unfalls. Nicht, dass das Pferd bös' gewesen wäre, nur aufgeladen vor Energie und Bewegungsmangel, das + unvorsichtiger Mensch = verdammte Mischung!
"Nicht reitbar sein" heisst, dass man das Tier möglicherweise nicht entsprechend auslasten und erziehen und beschäftigen kann - hast Du also keine 5 ha Weide + andere Pferde dazu, wäre so ein Tier bei uns dazu verdammt, auf einer unserer typischen Handtuchkoppeln rumzustehen bis es buchstäblich verblödet, oder verwildert. Oder krank wird aus Bewegungsmangel und Überfütterung. Hast Du wirklich viel viel Platz, kannst Du das Pferd in Ruhe lassen und evt. zusehen, wie es sich arrangiert und das Bein gebrauchstüchtig verheilt. Oder eben nicht - und dann musst Du es erlösen. Sonst quält es sich. Aber ich glaube, solche Möglichkeiten haben die meisten von uns nicht = nichts als verlängertes Leid für das Tier!

holzwurm

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 ;D

Ich glaube, dieses Thema zu vertiefen hat keinen Sinn... die Ferien sind fast vorbei (anderswo vermutlich schon ganz) und Julia ist nur noch "Gast"...  ;)

Offline terra

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@ Zaino - deshalb hatte ich auch geschrieben, dass man einen Versuch beenden muss, wenn er aus dem Ruder läuft  :-*