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Autor Thema: Reiten mit künstlicher Hüfte?  (Gelesen 4184 mal)
Traki
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« am: 16.01.09, 22:04 »

Ich bin auf der Suche nach Erfahrungen, Tipps und Hinweisen zum Reiten mit künstlicher Hüfte.

Meine Mutter (70, reitet regelmäßig im Gelände - ich hoffe, ich kann das mit 70 auch noch so  Smiley) hat in einem Hüftgelenk
starke Arthrose und wird über kurz oder lang eine künstliche Hüfte benötigen.
Noch behilft sie sich mit Schmerzmitteln, aber das wird nicht dauerhaft möglich sein.

Zur Frage Reiten mit künschlicher Hüfte sagen die einen Ärzte "ja, geht", die anderen "nein, geht nicht".
Beispiele gibt es für beide Varianten.
Das Risiko ist wohl, daß das künstliche Gelenk beim Reiten/Aufsteigen herausspringt.

Gibt es hier Erfahrungen, welche Punkte ausschlaggebend sein können dafür, daß es anschließend doch geht?
Kann es schon bei der Operation vom Operateur beachtet werden?
Ist die Art der künstlichen Hüfte wichtig, es gibt ja verschiedene Modelle.
Worauf kommt es in der Rehaphase an?
Wie lange sollte man nach der OP warten, bis man wieder an Reiten denken kann?

Auch über Hinweise auf andere Quellen im Internet würde ich mich sehr freuen.
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Leben heißt, mehr Träume in der Seele zu haben als die Realität zerstören kann :-)
Nattrun
reiten kann man die auch?
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« Antwort #1 am: 16.01.09, 22:35 »

Hi Traki,

ich kan nur mit einem entfernt ähnlichen Fall dienen - meine Freundin hat eine starke Hüftdysplasie mit zwei unterschiedlichen Beinen und das schlimmere Bein kann sie aufgrund degerativer Prozesse nicht mehr abspreizen. Irgendwann wird eine Versteifung der letzte Weg sein.
Sie reitet ein Islandpferd und wurde dazu vom Arzt auch ermutigt, weil es die Rest-Beweglichkeit ihrer Hüfte fördert.
Das Pferd musste schmal sein und einen sehr weichen Tölt haben - hat sie gefunden, und es läuft trotz ihres Handicaps gut und froh (wird regelmäßig vom Osteopathen angeschaut)

Deine Mutter wird in der Reha lernen, ihre künstliche Hüfte korrekt zu bewegen - welche Bewegungen gut sind und welche gefährlich. Ich bin sicher daß man auch das auf- und absteigen anders lernen kann, falls das nötig ist. Die Aufsteighilfe sollte halt dann hoch genug sein, und das Pferd nicht zu breit, weil die Abduktion ab Leiste vielleicht Probleme machen kann.
Ich denke aber nicht daß sie mit der künstlichen Hüfte aufs Reiten verzichten muss.
Welche Variante des Implantats gewählt wird, hängt von ihrer Verfassung, von ihrem Alter und vom Hüftbefund ab.
Ich wünsch ihr alles Gute!
Liebe Grüße, Nattrun Zwinkernd

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Wen kein Bangen mehr beschwert,
frei von hinnen reitet.
Heil führt ihn auf seinem Pferd,
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(Bischof Jón Arason, 1550)
 
Terrier
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« Antwort #2 am: 16.01.09, 22:52 »

Ich kenne 5 oder 6 Reiter, die mit einer bzw. 2 künstlichen Hüften reiten.
Deine Mutter sollte auf der Seite aufsteigen, wo die neue Hüfte ist und beim Aufsteigen es wie die Westernreiter machen Grinsend
Blickrichtung nach vorn. 
Achso, beim Absteigen auch Grinsend
Aber nur ein jüngerer Reiter (35J.) spring auch noch damit. Augen rollen
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der bissige Terrier schickt Grüsse
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Ich bin zu alt um nur zu spielen und zu jung um ohne Wunsch zu sein
Kimble03
And don't forget- the light at the end of the tunnel is a train...
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« Antwort #3 am: 16.01.09, 22:56 »

Meiner Mutter wurde in der Reha erklärt, dass sie nach 3 Monaten wieder reiten dürfe. (Meine Mutter reitet zwar nicht, aber sie hat im Auftrag einer Freundin von mir gefragt, die das wissen wollte). Sie solle halt am Anfang von einem Cavaletti aufsteigen und ein braves Pferd haben.

Und die Physio hat tatsächlich "Cavaletti" gesagt (ich hab 3x nachgefragt), muss sich also mit Reiten auskennen. Grinsend

Da man hinterher problemlos Ski fahren kann und darf und auch in allen möglichen Prospekten gesagt wird, dass man jede Sportart wieder ausüben darf: Warum nicht?
Wenn man am Anfang drauf fällt, so lange das Implantat noch nicht ganz eingewachsen ist, dann kann es blöd sein. Aber wenn es dann eingewachsen ist, ist es ja auch fest und gut. Runter fallen ist ab einem gewissen Alter eh immer doof. Grinsend

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Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es für mich völlig überraschend, dass nun ein Keks in mein Leben getreten ist und ich mit dem alle Fehler dieser Welt machen kann, die ein ahnungsloser Mensch so macht, wenn er einen rohen Keks in die Hände kriegt und gute Absichten hat
Traki
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« Antwort #4 am: 17.01.09, 14:18 »

Das hört sich ja ganz positiv an  Lächelnd

Die betroffene Hüfte ist links, das ist dann schonmal gut, sie muß nicht noch das Aufsteigen von rechts lernen.
Eine Aufsteigehilfe benutzt sie auch jetzt schon. Und das Pferd ist eine Araberstute, die ist nicht besonders breit.

3 Monate ist eine überschaubare Zeit, da hätte ich länger erwartet Smiley Hängt bestimmt noch vom Einzelfall ab, aber ist ein ermunternder Anhaltspunkt!

So wie ich es aus euren Beiträgen rauslese ist das A und O der richtige Umgang mit der Hüfte, den muß man lernen und dann ist er auch beim Reiten möglich.
Danke für eure Antworten  Lächelnd

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Terrier
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« Antwort #5 am: 17.01.09, 14:26 »

Ich kenne auch jemanden, der nur 10Kg belasten durfte, aber schon geritten ist Grinsend

Deine Mutter wird sicher gleich voll belasten dürfen, da sie es sicher zementiert bekommt. Also besteht auch die Chance, dass sie schon eher wieder zu Pferd sitzt Grinsend
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terra
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« Antwort #6 am: 18.01.09, 21:15 »

0-Belastung, Wuffi Grinsend, mit Schiene Grinsend. Das Rauf- und Runterklettern war allerdings problematisch.

Traki, unser erster Vorsitzender hat 2 neue Hüften und reitet damit einige Schleppjagden als Master, Jagd- und Springlehrgänge, Springprüfungen im Jahr. Hat sich zu seinem 65. Geburtstag sogar ein neues Pferd geleistet.  Mein übernächster Boxennachbar hat ebenfalls eine Hüfte richten lassen, auch der ist reitmässig wieder flott unterwegs...

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Bini
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« Antwort #7 am: 22.01.09, 12:34 »

Da gabs es doch in einer der letzten beiden Cavallos ein Bericht über Reiten mit künstlichem Hüftgelenk*grübel*
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First I rode a horse, now I fly a Traber!
Traki
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« Antwort #8 am: 27.01.09, 17:22 »

Genau der Bericht in der Cavallo hat das Thema überhaupt ins Bereich des Möglichen gerückt  Zwinkernd
Und von Terra noch zwei ermutigende Beispiele, sehr gut  Lächelnd

Weiß evtl. auch jemand in welcher Klinik die OPs bei diesen guten Beispielen durchgeführt wurden?
Wenn das nicht öffentlich genannt werden soll, dann gerne auch per PN.
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terra
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« Antwort #9 am: 28.01.09, 23:39 »

Müsste ich mal nachfragen....
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apollonia
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« Antwort #10 am: 29.01.09, 11:45 »

Eine Bekannte von mir mit künstlicher Hüfte (oder sogar zwei? *grübel*) hat mir die Problematik mit dem Reiten anders geschildert: Das Reiten ist nicht das Problem, sondern das Fallen.
Klar kann die Hüfte beim Auf- und Absteigen herausspringen, aber das soll wohl nicht soooo sehr das Problem sein (schon schlimm, aber läßt sich wieder richten).
Gefährlich sind Stürze bei denen es zu Brüchen der betroffenen Knochen kommt. Je nach Prothesenart kann eine erneute OP dann wohr schon recht schwierig werden. Je mehr Knochen entfernt wurde, desto problematischer.

Wir haben bei uns im Stall einen Einstaller, der Vertreter für künstliche Gelenke ist. Und der hat mir das in dieser Form bestätigt. Grundsätzlich ist natürlich auch eine gescheite Bemuskelung um das betroffene Gelenk gut und wichtig.

Bei meiner Bekannten hat die Angst vor einem Sturz dazu geführt, dass sie nicht mehr reitet. Die Angst hat sie so verkrampfen lassen, dass sie tatsächlich gestürzt ist (ist aber nichts passiert, zum Glück).
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terra
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« Antwort #11 am: 29.01.09, 13:20 »

Unseren Dottore hats schon ein paar Mal derbröselt, auch ohne Probleme....

Dann dürfte auch keiner, der irgendwo Material drin hat mehr aufs Pferd. Gut, das kommt irgendwann wieder raus, aber trotzdem.
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Terrier
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« Antwort #12 am: 29.01.09, 19:29 »

Die düften auch nicht im Haus arbeiten Grinsend Da passieren mehr Unfälle Augen rollen
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terra
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« Antwort #13 am: 30.01.09, 00:01 »

so ein Mist, Anne, DAS wäre die Ausrede gewesen Grinsend. Aber leider sind meine Schrauben nicht mehr im Knie sondern in der Schublade Grinsend
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Terrier
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« Antwort #14 am: 30.01.09, 16:02 »

Terra - Ist keine Ausrede, sondern die Wahrheit. Meine ehemalige Knieschraube hab ich auch in der Lade. Damals muste ich auch erst immer ohne Steigbügel reiten, weil" keine Belastung " nur erlaubt war Grinsend
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