Fohlenkoppel - Pro und Contra
<< < (8/8)
Daksi:
Zitat von: Rowi am 16.09.04, 10:03

Hallo,
man hört hier immer von riesigen Koppeln , Auslauf u.s.w.  ist ja alles gut und schön. Aber wo ist der Schwachpunkt- und der liegt nun ma im Winter. Wieviele junge Pferde kommen da garnicht oder nur begrenzt raus . Und das ist es was mir Sorgen macht. Werden sie regelmäßig rausgebracht ( man beachte es gibt Glatteis), oder müssen sie sich den ganzen Tag die Beine in den Bauch stehen, wie ich das schon oft gesehen habe. Wie wird denn das in Norddeutschland gehalten, bei den großen Züchtern ? Ich befürchte , ich kenne die Antwort schon........


Rowi


Bei uns in Norddeutschland haben wir recht große, hügelige  Koppeln. Unsere Pferde stehen daher Tag und Nacht, Sommer und Winter NUR draussen. Dabei handelt es sich um 6 Vollblüter und ein Kaltblut im Alter von 2 1/2 bis 30 Jahren.  Selbst die Jüngste war von anfang an nur draussen.   

Vielleicht sollten wir Jungpferdeaufzucht anbieten.....
Frenzy:
Mein Fohlen (8 Mon.) steht auch beim Züchter. Dieser achtet darauf, dass die Fohlen bei Regen nachts im Laufstall sind. Ist es trocken, bleiben sie auch bei Eiseskälte draußen. Mir fällt dann allerdings auf, dass die Fohlen dann alle total müde sind und der Züchter hat mir auch erzählt, dass sie total viel schlafen, wenn sie wegen des Wetters dann wieder nachts reinkommen. Regnet es wie aus Eimern und das auch noch ohne Pause, lässt er sie auch schon mal einen Tag gar nicht raus oder nur 1-2 Stunden.

Bis jetzt bekommt das allen gut, alle sind gesund und munter.

Auf der Weide stehen die fünf Fohlen zusammen mit zwei 3-jährigen Stuten und zwei älteren Shetty-Wallachen.

LG
Frenzy
EumoKnoto:
Hallo zusammen,
nachdem ich nun vor einem halben Jahr den thread ins Leben gerufen habe, will ich ein kurzes Resumee ziehen, wie es bei mir lief.
Erstmal hat sich das Thema Fohlenkoppel zerschlagen, weil mein kleiner Hengst einen starken Bockhuf entwickelt hatte, der erstmal mit halben Hufeisen (nur der vordere Kranz) vom Hufschnied behandelt wurde und von mir nach Abnehmen der Eisen anschliessend permanentes Feilen (bis heute noch) erforderte.

Vorteile, dass er nicht auf der Fohlenkoppel war, sind aus meiner Sicht ein uneingeschränktes, absolutes Vertrauen in meine Führung (bzw. generell zu Menschen), das sich z.T. auch aus der Fürsorge entwickelt hat. Er ist fixiert auf mich, wie wir es normalerweise von Hunden kennen. Wenn er liegt, kann ich mich dazu legen, folgt (zu 95%) aufs Wort und hat das volle Vertrauen zu mir.

Nachteil ist, dass er noch nicht die große, weite Welt kennengelernt hat.. Wie agieren z.B. andere Pferde? (seine 2 anderen Herdenmitglieder gehen mit ihm halt anders um, etwas schonender). Ausloten der Rangordnung in neuem Umfeld?

Das sind Dinge, die ich ihm als Mensch nicht beibringen kann!!!

Kurzum, bei mir waren die Umstände so, dass er hier bleiben musste. Für mich ist es nun sehr viel leichter ihn weiter zu fördern. Trotzdem hätte ich es ihm gegönnt für vielleicht nur ein halbes Jahr seine Pferdewelt auszuleben und hätte auch die "Wildheit" hinterher in Kauf genommen.

Darum würde ich demjenigen empfehlen, der weniger Stress haben will, das Fohlen in der Herde zu lassen, und dem, der sich um artgerechte Haltung seiner Tiere kümmert, es für eine begrenzte Zeit auf eine Fohlenkoppel (am Besten auch mit älteren Pferden) zu geben.

Viele Grüße
Michael
Navigation
Themen-Index
Vorherige Sete