Autor Thema: Sporen im Reiteralltag  (Gelesen 71555 mal)

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Offline ricki

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #30 am: 27.11.06, 12:35 »
Hey prima, wo war denn das Seminar? Frau Stückelberger live erleben würde ich auch sehr gerne mal!!

Veranstalter des Seminars war der RSV Witzhelden; stattgefunden hat es in der Halle des RV Leichlingen, in der Nähe von Leverkusen. (Bekenne mich schuldig: habe diese Veranstaltung im Vorfeld nur in der Jagdreiter-Box kundgetan.) Ob es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben wird weiß ich noch nicht, muß zu gegebener Zeit mal den Doc fragen.
Ein ähnliches Seminar mit C.S. war aber im Oktober als PM-Fachtagung in der Landesreitschule Langenfeld; einfach mal auf der FN-Seite gucken ob es das in 2007 noch einmal gibt.
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Offline zarah

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #31 am: 27.11.06, 12:48 »
 ;D Das erinnert mich daran, wie ich gemerkt habe, dass ich mir die Sporen noch nicht verdient hatte - war zwar einigermassen überzeugt "okay, Beine kann ich schon gut ruhig halten, dann klappt es auch mit den Sporen"
Bis mich dann jemand auf ein echtes Pferd gesetzt hat. Nach zwanzig Runden im gestreckten Galopp ohne die Bremse zu finden und mit den Sporen als Sitzenbleib-Hilfe war ich dann von meinem Wahn geheilt. Seitdem habe ich keine Sporen mehr getragen und gedenke es auch in nächster Zukunft nicht zu tun.
Wäre keine schlechte Anschaffung für jede Reitschule: Ein Pferd, das auf Sporeneinsatz tatsächlich reagiert. Und jedes Gör, das meint, es müsse Sporen tragen soll die erstmal auf dem Gaul ausprobieren...
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Offline Katla

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #32 am: 27.11.06, 13:06 »
Die Gören sind nicht das Problem.
Sondern die Reitlehrer, die ihnen die Sporen erlauben.

Offline Sugar-for-Rick

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #33 am: 27.11.06, 13:28 »
Bei meiner Diskussion mit der "Western-nie-ohne-Sporenreiterin" stellte sich raus, daß :  "Die Pferde alle grundsätzlich mit Sporen
geritten werden MÜSSEN, weil s.o. sie sonst NIEMALS  richtig in die Versammlung, sprich Hankenbeugung kommen."

Ich selbst bin ja der Meinung, daß das durch vernünftige Gymnastizierungsabfolgen auch zu erreichen ist, oder täusch
ich mich da ?

Da bin ich ganz Deiner Meinung, Kari.
Mir hat mal eine Western-Trainerin gesagt, dass etwas falsch laufe, wenn ich mich mehr anstrengen müsse als das Pferd. Es ist nicht das Bein allein, das treibt, sondern es ist eine Kombination aus Sitz, Kreuz und Schenkel.

Diese Kombination ist für mich etwas vom Kompliziertesten beim Reiten, und genau davon hatte ich in all den Jahren meiner Reitschulzeit (an verschiedenen Schulen) nie etwas gehört.  ::) Man sass aufs Pferd und kurvte irgendwie durch die Gegend.

Um mein Pferd auf die Hinterhand zu setzen, reite ich Zirkel in Innen- und Aussenstellung, Aussengalopp oder Seitengänge. Mein Pferd ist eher quadratisch, die Hinterhand ist jedoch für die Tragkraft nicht perfekt gewinkelt.
Damit er seinen Rücken maximal wölbt, ist es auch sehr wichtig, dass ich mich nirgends blockiere. Dass eine Versammlung erreicht wird, ist mein Sitz also mindestens so wichtig wie richtiges Treiben.

Damit ich nicht missverstanden werde: Ich bin keine Gegnerin von Sporen. Richtig eingesetzt, also als zeitweise Unterstützung des Schenkels, sind sie durchaus sinnvoll.

PS: Als Schweizerin freut es mich natürlich besonders, dass Ihr Christine Stückelbeger auch so kompetent findet.  :D
Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.
(Charlie Chaplin)

Liebe Grüsse von Simone

Offline Orion

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #34 am: 27.11.06, 13:42 »
Hallo,

einige waren beim CS - stückelberger Kurs. Toll, ich habe es leider erst zu spät erfahren. Ich kenne den veranstaltenden Verein. Ich komme aus Leverkusen und habe mein Pferd in Leichlingen stehen. Besagte Reiter des Vereins sehe ich im Sommer auf den üblichen Turnieren. Das sind oft so Möchtegern - Halbprofis, die fast jedes Jahr mit einem neuen Pferd auftauchen und dieses dann binnen 6 Monaten verreiten. Papa kauft dann ja schon ein neues Pferd. Wir Freizeitreiter (habe 2 Haflinger) werden von denen nicht ernst genommen.

Ich reite normalerweise ohne Sporen, nur beim Turnier (dann habe ich die Beine ruhiger  :)) und wenn im Training was neues ansteht, schnalle ich kurze Sporen an. Und man kann triebige Pferde wieder schenkelgehorsam machen. Mit kurzen und abwechslungsreichen Lektionen. Also z.B. Schritt Trab Übergänge, kurz hintereinander, und nicht 10 Runden auf der ganzen Bahn hetzen äh traben.

Sonst heißt das hier für mich: Beim nächsten Lehrgang mit CS werde ich dabeisein !!!

Offline Katla

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #35 am: 27.11.06, 14:03 »
Naja, man sollte die Reiter allein nicht verurteilen. Immerhin haben sie sich den kritischen Augen unter PUBLIKUM (!) gestellt. Das deute ich grundsätzlich als Bereitschaft zum Lernen.

Das Problem ist wieder einmal die Ausbildung der Ausbilder.

Unter den Reitern gab es Springreiter (die im übrigen ihre Sache durchaus besser machten), Jagdreiter (dto), und Ponyreiter. Die Dressurreiter waren quer durch ALLE Leistungsklassen vertreten. Und der Dauer-Sporn war auch bei den S-Leuten ein Problem. Und zwar ein großes!

Noch schlimmer fand ich aber, dass es fast niemanden bewußt war.

Auf das Komando "Sporen weg!" - wurde eigentlich nie reagiert.
"Haben sie mich nicht verstanden?", war ein ziemlich häufiger Satz von Frau Stückelberger.

Offline zaino

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #36 am: 27.11.06, 14:20 »
Hmmmm... vor Jahren hab ich mich auch mal gewundert, da ritt eine Lady auf einem jungen großen u. sehr gehfreudigen Pferd in einem Dressurkurs bei einem recht guten Ausbilder mit - ich weiss nicht WIE oft er zu der Dame gesagt hat "Hand vor!" - also nachgeben, weich werden. Dem pferd Luft machen, nicht den Zügel samt den Händen immer feste gegen sich ziehen aus lauter Angst, der Gaul spackt ab.
Dieser hirschte fröhlich in weiten Trabsprüngen und mit Partyohren durch die Halle u. sah irgendwie explosiv aus (isser aber, glaub ich, nicht  ;)), die Reiterin hockte klein da oben wie ein Äffchen auf dem sprichwörtlichen Schleifstein u. kam zu nix.
Er sagte es 10x, er machte es vor, er turnte es gewissermassen schon vor - er sagte es wieder u. wieder, aber die Pfötchen der Frau blieben in Kinnhöhe- und NÄhe. *krall*
Sieht man mal wie schwer es ist automatisierte Abläufe wieder wegzukriegen.
Mannohmannohmann... puh.
Irgendwann hat er es ihr glaub ich so erklärt, dass ihre Händchen halt am Mähnenkamm entlang richtung Pferdeohren fahren sollten, cm-weise... das hinzubiegen brauchte er die gesamte Reiteinheit, von 45 min!
Man selber ertappt sich ja bei ähnlichen blöden GEwohnheiten, wenn man Glück hat, hat man keins ertappt man sich noch nichtmal dabei sondern merkt nix.
Und wundert sich nur...

namenlose

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #37 am: 27.11.06, 14:53 »
Man selber ertappt sich ja bei ähnlichen blöden GEwohnheiten, wenn man Glück hat, hat man keins ertappt man sich noch nichtmal dabei sondern merkt nix

*schmunzel*
Gelegentlich hilft auch eine halbe Stunde Videoaufzeichnung und man hat genug zum Nachdenken...
Selbstkontrolle ist was Feines  8)

Offline zaino

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #38 am: 27.11.06, 16:14 »
schätzchen, auch wenn Du es SIEHST u. WEISST, hast Du den Automatismus deswegen noch lange nicht DRAUSSEN aus Deinem System, das ist ja die Crux!
Dann kanns immer noch passieren dass Du nur DENKST Du tätest z. B. die Unterschenkel nicht mehr hochziehen, die Pfoten ruhig halten, etc. etc. Sowas dauert u. da brauchts einen geduldigen trickreichen Ausbilder.

Und Videos können einen auch fast dazu bringen vom Dach zu höppen.  :'(

Offline baura

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #39 am: 27.11.06, 16:43 »
*augenbrauehochzieh*

wie, zaino,
soll das etwa heißen, Du reitest nicht im korrekten Sitz und mit feinen Hilfen, so wie ich es sich gehört?
Und Du kannst es nicht SOFORT umsetzen, wenn Dir der RL sagt, dass Du die Unterschenkel nicht mehr hochziehen sollst, und Deine Hände ruhig lassen sollst?

Ich bin entsetzt!

Dabei ist reiten ganz einfach, Du musst Dir nur sagen lassen, wie es richtig geht und alles wird gut!  8)
Leonard: 'Herrgott noch eins, Sheldon, muss ich jedesmal mein Sarkasmusschild hochhalten, wenn ich mal den Mund aufmache?'
Sheldon: 'Du hast ein Sarkasmusschild?'

namenlose

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #40 am: 27.11.06, 17:48 »
schätzchen
Nö,  nicht Schätzchen  ;D

Zitat
Und Videos können einen auch fast dazu bringen vom Dach zu höppen.  :'(

*hüstel* Nur, wenn man ein ziemlich überzogenes Bild von seinen eigenen Fähigkeiten hat...

Was den "Automatismus" angeht: Ich habe es selber so gelernt und erwarte es auch von meinen Schülern, dass sie sich immer wieder bewußt machen, WAS sie gerade tun und WO sie ihre Gräten hinhalten. Das klappt nicht immer und guter Unterricht ist dadurch nicht zu ersetzen - aber ab einem gewissen Level ist Videokorrektur eine wunderbare Sache ;)

Offline Petig2002

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #41 am: 27.11.06, 17:57 »
Meine Wenigkeit hat bisher einmal Sporen an die Füße bekommen, die ich beim zweiten Mal dann dankend abgelehnt habe. Ich und Sporen, ja nee, iss klar  ;D

Und für ganz Dumme wie mich: Kann mir einer mal den Nutzen von Sporen erklären? Alle sagen immer, dass man damit feiner reiten kann, das Pferd auf den Hauch einer Hilfe reagiert....was aber kann feiner sein als das sanfte Muskelanspannen in der Wade? Kann das einer plausibel erklären?

namenlose

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #42 am: 27.11.06, 18:11 »
Der Schenkel wirkt (vorwärts) treibend, der Sporn wirkt versammelnd.
Durch die punktuelle Berührung des Sporens zieht das Pferd das Hinterbein anders unter den Körper als durch den flach anliegenden Schenkel.
Dadurch muss weniger Spannung mit dem Zügel aufgebaut werden (was meistens nur in "ziehen" ausartet...).

Ist aber schwer zu erklären - wenn man sporenreif ist UND ein entsprechendes Pferd hat, spürt man das beim ersten Versuch  ;)

Offline Katla

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #43 am: 27.11.06, 18:15 »
Der Sporn wirkt nicht versammelnd.

Dann wären ja alle Pferde auf dem Kurs versammelt gewesen. Waren sie aber nicht.

Der Sporn macht "HALLO!" - und darauf reagiert ein Pferd immer mit Tempo.

Eben deshalb darf er nur so extrem akzentuiert eingesetzt werden.

Offline zaino

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #44 am: 27.11.06, 18:18 »
Der Sporn macht "HALLO!" - und darauf reagiert ein Pferd immer mit Tempo.
Nee nicht immer.
Die beschreibung von namenlose ist ziemlich perfekt, danke, gut formuliert.

Und im übrigen finde ichs tatsächlich schwer, einmal festgefahrene Bewegungsmuster/Fehler wieder rauszukriegen, vielleicht bin ich da ganz besonders doof, mag ja sein, bitte, gerne.