Autor Thema: Training in bergigem Gelände  (Gelesen 28033 mal)

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Offline Lillebror

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #15 am: 18.08.06, 09:25 »
Hallo Simone,

die Unterscheidung Kraft, Technik und Ausdauer ist im Pferdetraining eher theoretischer Natur, also jedenfalls theoretischer als im Menschentraining. Man kann dem Pferd keine Hantel in die Hand drücken und es nur einzelne Körperteile bewegen lassen. Insofern habe ich diese Unterscheidung nur im Hinterkopf, um besser beurteilen zu können, was ich und das Pferd da so treiben.  ;)

So wie du eure Arbeit beschreibst, ist doch alles in Ordnung.

Zu deiner neuen Frage: das mußt du ausprobieren. Ich mach mit meinem Pferd nach Leistungsspitzen, das sind bei uns Wanderritte und TREC-Wettbewerbe, auf jeden Fall am nächsten Tag was, schon um zu sehen, wie es ihm geht. Zwar nur leichte Arbeit, die aber auch ernsthaft. Ziel ist, daß das Pferd 1x durchgewärmt und in alle Richtungen locker und biegsam ist. Das kann bei Pferden mit viel Muskelmasse auch etwas länger dauern, hab ich mir sagen lassen. Dein Pferd ist glaube ich ein Quarter, oder?
Wären wir unendlich, so wandelte sich alles.
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B. Brecht

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #16 am: 18.08.06, 10:50 »
Genau, es ist ein Quarter. Aber nicht vom bulligen, muskelbepackten Schlag sondern eher der leichte Vollblüter-Typ der erst durch regelmässiges Training die typische runde Quarter-Hinterhand bekommt.
Er lässt sich ziemlich leicht gymnastizieren und braucht trotz seiner 13 Lenze keine lange Aufwärmphase. (Ich reite ihn vor dem 1. Trab zum Aufwärmen aber vorsichtshalber immer mind. 15 Minuten im Schritt.)

Ich beschäftige mich auch täglich mit dem Pferd weil ich wissen will, ob alles in Ordnung ist.
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Liebe Grüsse von Simone

Offline terra

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #17 am: 18.08.06, 11:03 »
Gerade für Trail kann man draussen gut Technik üben - man muss dazu allerdings einen Gesetztesverstoss begehen und die Wege verlassen ;).

Nach besonders anstrengenden Tagen halte ich es wie Lillebror, Pferd ordentlich aufwärmen und lockern und durchbiegen, vielleicht vorneweg etwas Massage und Dehnen am Boden. Dabei auf wehwehchen achten.

lg
ed

Offline Sugar-for-RickTopic starter

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #18 am: 11.09.06, 10:53 »
Ich möchte mal einen kleinen Zwischenbericht abgeben.  ;)

Ich bin nun seit 6 Wochen im neuen Stall, und mein Pferd ist schon merklich fitter und kräftiger geworden.  :D

Ich habe jedoch gemerkt, dass ich den Trab am Berg gut dosieren muss. Wenn ich ihn so lange traben lasse, bis er müde wird, scheint er seine Muskeln kurzfristig zu überanstrengen. Ich merke dies an einem Wegstück, wo nach einer steilen Steigung gleich eine ziemlich steile Bergab-Strecke kommt, wo das Pferd ordentlich Gewicht mit der Hinterhand aufnehmen muss. Wenn ich ihn bergauf länger traben liess, ist er bergab einige Meter fast etwas wackelig auf den Beinen.  :o
Im Schritt geht hingegen alles viel besser. Mein Pferd marschiert locker und flüssig den Berg hoch und kommt auch ins Schnaufen. Und bergab kommt er dann auch mühelos.

Zum Glück muss ich nicht gleich verbotenerweise querfeldein reiten, um mal Naturwege bereiten zu können. Wir haben viele von Maschinen gewalzte Forstwege, die ich ohne schlechtes Gewissen bereite.  ;)
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Offline Lillebror

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #19 am: 12.09.06, 16:05 »
Hej, das klingt doch gut. Für das steile Stück reicht die Kondition dann eben noch nicht ganz, aber das wird vermutlich auf die Dauer auch noch besser. Du könntest auch noch mit verschiedenen Trabtempi experimentieren.
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B. Brecht

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #20 am: 15.09.06, 09:38 »
Du könntest auch noch mit verschiedenen Trabtempi experimentieren.

Das habe ich jetzt mal getestet. Als Western-Turnierpferd kann er den langsamen, versammelten Western-Trab (Jog) und auch den normalen Arbeitstrab.

Es scheint mir, als ob am Berg der Jog vor allem ein Krafttraining ist, wogegen der Arbeitstrab mehr die Ausdauer fordert. Wenn er im Jog müde wird, "stirbt er ab", geht also in den Schritt zurück und schreitet problemlos weiter. Im Arbeitstrab wird er bei Müdigkeit nur unmerklich langsamer und scheint nachher aber mehr Mühe zu haben (er pumpt stärker).  :-\

Ich denke, dass ich bei starken Steigungen eher den Jog verlange und nur bei schwachen bis mittleren Steigungen Arbeitstrab wähle. Und bei längeren Steigungen reite ich immer noch hauptsächlich Schritt.

Beim Training auf dem schweren Sandboden des Reitplatzes merke ich hingegen schon eine deutliche Konditions-Steigerung.  :D (Obwohl ich im Gelände fast nur trabe, ist er auf dem Platz im Galopp merklich ausdauernder geworden.)
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Offline Sugar-for-RickTopic starter

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #21 am: 20.09.06, 10:10 »
Gestern habe ich ein Pulsmess-Gerät für Pferde ersteigert. Jetzt kann es dann mit dem Berg-Konditions-Training so richtig losgehen.  :D
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Offline Lillebror

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #22 am: 22.09.06, 09:01 »
Uih, jetzt willst du's aber wissen.  ;D

Schreib mal bei Gelegenheit, was du für Erfahrungen gemacht hast. Tät mich interessieren.
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B. Brecht

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #23 am: 09.10.06, 10:00 »
Hallo Lillebror

Das Pulsmessgerät brauchte zuerst mal eine neue Batterie, aber gestern konnte ich es endlich ausprobieren.  ;)

Ich testete das Gerät mit dem Longiergurt. Mein Pferd hatte einen Ruhepuls von 33. Nach ein paar Runden Trab an der Longe waren es 45, und nach einigen Runden Galopp war der Puls bei 60.

Nun muss ich mal sehen, wie ich die Sensoren am Sattel befestige, damit ich die Werte während dem Reiten ablesen kann. Sie müssen stets direkt auf dem feuchten Fell aufliegen, einer neben dem Widerrist und einer unten am Bauch.

Weitere "Testergebnisse" folgen.  ;)
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Liebe Grüsse von Simone

Offline Rinchen

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #24 am: 20.10.06, 15:13 »
Ich trainiere zwar absolut nicht für einen Distanzritt (kurz mal in mich reinlach), aber mich interessiert einfach das Thema, weil im Distanzsport doch so schön das TRaining geplant wird. Am Anfang hatte jemand was geschrieben über Abbau beim Kohlenhydratspeicher und Fettspeicher, ich glaub Jolly war's. In diesem Zusammenhang würde mich doch mal interessieren, was ihr für ein Training vorschlagen würdet, wenn ich genau das errreichen will, dass mein Pferd eher den Fettspeicher benutzt, also etwas abnimmt (könnte paar Kilos weniger haben). Vom Gelände her haben wir z.T. steilere Wege (Weinberge) und auch gerade Wege.

Offline Jolly

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #25 am: 20.10.06, 21:36 »
Hallo Rinchen,

im Prinzip ist das beim Pferde ähnlich wie beim Menschen, wenn Du Dein Pferd bergauf und bergab reitest, dann wird es mehr Muskeln aufbauen, dadurch wird er auch mehr Energie verbrauchen. Bei intensivem Training werden natürlich mehr Kalorien verbraucht. Im Verhältnis werden bei relativ langsamen und langem Training mehr Prozent Fett verbraucht. Trotzdem ist in einer intensiven Arbeitseinheit der gesamte  Energieverbrauch höher. Aber eben auch das Verletzungsrisiko. Ich persönlich würde wahrscheinlich einfach abwechseln, mal intensivere Ritte mit Steigungen und dann auch Ritte mit einfachem Geläuf, dafür dann einfach länger.

Ich hoffe, das hilft dir erstmal weiter :-)

Viele Grüße
Tanja

Offline Ibn

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Re: Training in bergigem Gelände
« Antwort #26 am: 22.11.06, 20:11 »
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