Autor Thema: Einreiten  (Gelesen 6728 mal)

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hessenstute

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Einreiten
« am: 18.07.04, 17:24 »
Hallo,

ich reite fast 8 Jahre.Kann ich ein Pferd einreiten?Habe viele verschiedene Pferde geritten.Reite fast täglich.Habe verschiedene Abzeichen gemacht.

Danke  :D

Offline Freya

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Re: Einreiten
« Antwort #1 am: 18.07.04, 17:27 »
Hallo
Ob du ein junges Pferd anreiten kannst, das kann wohl kaum einer hier aus dem Forum dir beantworten der dich noch nie reiten gesehen hat.
Zum Anreiten gehört nebst guten Reitkenntnissen auch etwas Fingerspitzengefühl dazu.
LG

Offline annie

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Re: Einreiten
« Antwort #2 am: 18.07.04, 18:37 »
ich möchte dir raten dazu literatur zu lesen und deinen rl zu fragen. dann wirst du es selber am besten wissen.

in jedem fall benötigst du professionelle anleitung, falls du dich selbst an anreiten wagst!!!
gib mir die gelassenheit, dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann...
gib mir den mut, die dinge zu ändern, die ich ändern kann...
und gib mir die weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden!

Offline Lipsi

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Re: Einreiten
« Antwort #3 am: 18.07.04, 23:00 »
Hallo! Ich denke auch dass  das keiner hier genau beurteilen kann. Wie lange du schon reitest sagt letztendlich nichts über deine Reitkünste aus, auch wenn du täglich reitest. Ich kenne Leute, die reiten über 25 Jahre und die werden es nie lernen! Ich reite seit 10 jahren (und auch nicht schlecht, finde ich) und traue mir das nicht zu. Letztendlich musst du darüber mit deinem Reitlehrer reden. Und ohne regelmäßige und kompetente Anleitung würde ich das so oder so nicht machen! Also viel Glück und viel Spaß damit (oder soll ich eher Hals und Beinbruch sagen?) mfg

Offline kimba99

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Re: Einreiten
« Antwort #4 am: 20.07.04, 07:21 »
Hallo.

Tja, so pauschal kann man das nicht sagen.
Es gibt Leute die reiten 10 Jahre und können's immer noch nicht und andere die sind schon nach 3 jahren richtig gut.

Im Grunde denke ich aber das man mit Hilfe eines Trainers das schon schaffen kann.

LG
Kimba99

Offline Schnett

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Re: Einreiten
« Antwort #5 am: 20.07.04, 09:08 »
Es kommt auch drauf an, was du dem Pferd beibringen willst...

Ich habe in einem Traberstall auch Pferde eingeritten. Zu dem Zeitpunkt ritt ich bereits 7 Jahre und habe mich auf meinen Verstand berufen... Traber kennen Lenken, Bremsen und die Stimme.

Ich habe denen nur noch beigebracht zu tragen und den Menschen oben drauf zu akzeptieren. Einfache Bahnfiguren waren auch drinn... Aber weiter kann ich es nicht...

Ich würds mir auch bei bisher ungefahrenen Pferden zutrauen, aber ich hätte heute die Zeit nicht mehr unbedingt. Und wie gesagt, die Pferde könnten bei mir hinterher auf dem Platz und im Gelände vernünftig gehen wie es ein Freizeitreiter möchte, aber mehr könnte ich ihnen, auch heute mit 13 Jahren Reiterfahrung, nicht bei bringen...
Gönnen können ist eine Kunst denn neiden kann jeder

Offline Wanola

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Re: Einreiten
« Antwort #6 am: 20.07.04, 10:28 »
Hallo alle zusammen,

ich selbst reite seit über 20 Jahren und wage mich ans einreiten auch nur unter Anleitung meiner RL. Ich habe einen dreijährigen Araberwallach den ich im nächsten Jahr auch unter den Sattel nehmen möchte, in diesem Jahr leigt nur das gewöhnen an Sattel und Zaumzeug und das longieren an.

Ich würde es begrüßen wenn man vielleicht gleichgesinnte zum Erfahrungsaustausch finden würde :-)

Liebe Grüße

Tanja

Bobby

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Re: Einreiten
« Antwort #7 am: 20.07.04, 15:42 »
Hallo!
eigentlich ist es doch ziemlich egal,wie lange und wie gut man schon reitet,das erste mal ein junges pferd ausbilden sollte man nicht alleine machen.ich bin in der gleichen situation(naja,fast ;)),ich hab ne zweieinhalbjährige stute und wenns nächstes oder übernächstes jahr ans anreiten geht,hab ich auch schon 11-12 jahre erfahrung.aber alleine mach ich das garantiert nicht,ich hab viel zu viel angst etwas falsch zu machen.also werd ich sie wohl an longe und reitergewicht gewöhnen und mir dann nen trainer/bereiter suchen,mit dem ich dann ZUSAMMEN weitermache.ich denke einfach,man kann bei einem so jungen pferd so viel kaputt machen und auch in situationen kommen,aus denen man dann nicht mehr rauskommt.weil:erfahrungen mit reiten und pferden allgemein zu haben und erfahrungen mit dem anreiten von jungen pferden sind zwei verschiedene paar stiefel...
mfg,Tina

Offline wolkennavigator

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Re: Einreiten
« Antwort #8 am: 20.07.04, 16:41 »
Ich kann mich Bobby nur voll und ganz anschliessen! Ein junges Pferd zu reiten, oder anzureiten ist wirklich etwas ganz anderes. Etwaige Fehler wieder auszubügeln kostet dann zusätzlich Zeit und Nerven und manchmal auch jede Menge Geld!
Ein Pferd galloppiert mit seiner Lunge,
hält durch mit seinem Herzen,
gewinnt mit seinem Charakter

Offline smyrill2

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Re: Einreiten
« Antwort #9 am: 20.07.04, 21:22 »
Hallo,
ich denke, das hängt wirklich von vielen Faktoren ab:
- willst Du es alleine machen oder unter kompetenter Anleitung
- was soll das Pferd nachher können !?! (siehe NoProblems Beitrag)
- um was für ein Pferd handelt es sich ( schlicht gesagt: "einfach" oder "nicht so einfach") 
- welche Möglichkeitne bzgl. Halle, Reitplatz etc hast Du
- hast Du die entsprechenden "Charaktereigenschaften" (Geduld zB !!!)
- wieviel Zeit hast Du (nciht nur "täglich" sondenr auch "bis das Pferd "eingeritten" sein soll")
- willst Du ein eigenes oder ein fremdes Pferd einreiten  (mal doof gesagt: bei einem eigenen sind die Fehler dann wenigstens nur Dein Problem und das des Pferdes...)
... mehr fällt mir grad nicht ein... Schreib doch mal genauer, wie es bzgl. o.g. Punkte bei Dir aussieht !

Grundsätzlich muß man immer einen Zacken mehr auf entsprechend ausgebildeten Pferden können, als man einem Pferd beibringen kann (wenn ein Reiter den Galopp auf Schulpferd schafft denkt auch niemand, das er das doch jetzt mal einem Pferd beibringen könnte :) )

Du solltest Dich selbst sehr realistisch und kritisch einschätzen...  und immer die Option offen halten, doch Hilfe zu holen ! Grundsätzlich denke ich, ist es jedenfalls schlauer, erst mal Erfahrungen mit jungen Pferden zu sammeln unter Anleitung, bevor man sich allein ran traut...

Ich persönlich finde es auch nicht so einfach, ein Pferd "einreiten zu lassen", denn immer wenn Geld verdienen dabei eine Rolle spielt geht das tendenziell zu Lasten der AUsbildung, bzw wird eben "gegen die Zeit gearbeitet" !!! Ich finde, das es bei den Ausbildenr schon allerhand schwarze Schafe gibt ! Und dieser Punkt macht das "Selber ausbilden" dann durchaus "eine Überlegung wert"...

Ansonsten stimme ich Wolkennavigator total zu: Fehler sind sehr schwer auszubügeln !! Wenn man es "geschickt" anstellt, kann man auch in einer Stunde was kaputtmachen was man dann wochenlang wieder zurechtbiegen muß !!! (Bzw was dann ein Fachmann in wochenlanger kostenpflichtiger Arbeit zurechtbiegt...)


Offline Schnett

  • die mit den Haffis flüstert
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Re: Einreiten
« Antwort #10 am: 21.07.04, 12:03 »
Smyrill, du fasst das zusammen, was mir noch fehlte...

Also ich hab schon Pferde angeritten und Ponies korrigiert, brauchte denen aber nur erweiterte Grundkenntnisse beibringen, da reiten und lenken schon bekannt waren.

Ein ganz rohes Tier anreiten würde ich auch nicht alleine... Zumindest wenn man was neues vorhat mit dem Tier (1. mal Longe, 1. mal Sattel, 1. mal Reitergewicht etc) dann sollte man nicht alleine sein. Alleine die Beruhigenden Worte des Helfers und seine Anwesenheit können schon hilfreich sein und wenn was passiert ist wer vor Ort um zu Helfen...

Ich hab das Glück mein Pferd nicht verdorben zu haben. Ich habe ihn vor 5 Jahren bekommen und vor 4 Jahren eingeritten. Ich bin das erste mal unter Aufsicht aufgestiegen und nur über den Hof geritten. Dann gings 3-4 mal die Woche mit ner Freundin und ihrem Isi ins Gelände und einmal im Monat auf den Platz (biegen, biegen, biegen).
Als Trabbi war er sehr steif und ich habe ihn viel gebogen im Schritt, als er sich fangen konnte auch im Trab. Seit 2.5 Jahren galoppieren wir erst auf Zirkeln oder auf dem Platz im allgemeinen. Nun beginnt er mich zu fordern. Bahnfiguren kennt er und er langweilt sich. Derzeit beginnen wir 2 uns zusammen auf E-Niveau zu arbeiten und meine Reitlehrerin und die, die ich bisher getestet hatte ware alle begeistert, wie "unverdorben" er noch ist. Er ist nun 7 und hat sofort gelernt wie man an den Zügel tritt, wie er mein Treiben auffassen soll und inzwischen springt er sogar schon punktgenau aus dem Schritt in den Galopp  :).

Aber wie gesagt, reitet man sein Pferd selbst ein, dann kann es das, was der Reiter kann... Das ganze kann auch nach hinten los gehen... Ich freue mich über jeden Fortschritt :D
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Pinkcoffee

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Re: Einreiten
« Antwort #11 am: 02.08.04, 10:55 »
ich reite jetzt ca. 5 jahre täglich auf verschiedensten pferden und letztes jahr hab ich ZUSAMMEN mit ner ausbilderin 3 Pferde eingeritten, also von der gewöhnung, longieren bis zum reiten. und gut reiten reicht da bei weitem nicht. dein pferd kennt ja die hilfen noch nicht und muss ja wirklich noch alles lernen und kennenlernen. auch wenn du gut reitest heißt das noch lange nicht, dass du auch pferde einreiten kannst!!! such dir auf jeden fall nen ausbilder, der dir hilft, sonst kann das ganz schnell nach hinten losgehen. falsches einreiten kann dein pferd sogar gesundheitlich schädigen, nicht nur psychsich!!!


auch wenn ich das 3. pferd fast alleine eingeritten hab, würd ich mir nie zutrauen ein pferd ganz alleine zuzureiten. meinen eigenen hab ich auch in beritt gegeben, weil meine sonstige ausbilderin keine zeit hatte.

Offline Waddington

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Re: Einreiten
« Antwort #12 am: 02.08.04, 11:14 »
Ich habe mit dem selbst einreiten sehr positive Erfahrungen gemacht. Allerdings ist der Kandidat kein Feuerstuhl, sondern ein aufgeweckter, aber entspannter Haflingerhengst gewesen.

Ich habe sehr viel dazu gelesen, aber ohne die Hilfe einer Stallkollegin, die selbst Bereiterin gelernt hat und viele, viele gute und hilfreiche Ratschläge zur Hand hatte, wenn wir uns an einem Punkt festgebissen haben, hätte es nicht so funktioniert.

Das Pony hat mir wiederum viel, viel beigebracht, weil er auf alles klar und für mich eindeutig reagiert hat. Unverstandenes hat er ignoriert bei hoher Körperspannung oder mir Dinge angeboten, die ich nicht gefragt habe. Falsche Reaktion war immer auf falsche Anweisung zurückzuführen. Von dem her ein Goldschatz, der mich sehr vieles gelehrt hat.

In unserem Stall sind aktuell noch zwei Kandidaten zum Einreiten. Diese verhalten sich völlig anders! Der eine ist ein Holsteiner mit hohem Blutanteil und von dem her etwas heikel, der andere ist ein Bayern-Wallach, der erst davon überzeugt werden will, dass es positiv ist mitzumachen. Und so gibt es sicher viele, viele Pferde, die einen vor Schwierigkeiten stellen und nicht so kooperativ sind wie mein kleiner Hafi.

Ich hätte glaub ich heute MEHR Schiss was falschzumachen als vor dem ersten Versuch  ;)

Gruß
Annette

Haesttrampet

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Re: Einreiten
« Antwort #13 am: 08.08.04, 21:10 »
ad 1: denke, dass man kann man aus der ferne wirklich nicht beurteilen.

ad 2: gelegentlich habe ich auch schon rohe pferde eingeritten. aber bis auf eine ausnahme nie ganz alleine. habe in meinem umfeld schon oft erlebt, dass "amateure" irgendetwas verbaut haben und möchte deshalb behaupten, dass in der mehrzahl aller fälle ein trainer hilfestellung geben sollte. bei meinem ersten habe ich auch gemeint, das alles schon so toll zu können und doch ein paar scharten reingeritten, die zwar nicht dramatisch waren, aber immer irgendwo eine hypothek.

Offline dana70

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Re: Einreiten
« Antwort #14 am: 02.09.04, 16:41 »
Ich habe mal Eure Posts zum Thema "selber Einreiten" durchgelesen und muss sagen, Ihr macht mir Mut, es mit meiner Kleinen selber zu versuchen. Seit über 10 Jahren gehe ich einem Ausbildungsstall ein und aus, der sich auf die Ausbildung von Jungpferden spezialisiert hat. Öfters durfte ich dort auch mal die Jungpferde reiten - sowohl im Gelände wie in der Halle. Allerdings habe ich mich nie als Erste auf einen der Jungspunde gesetzt. Nun hat meine Stute dieses Frühjahr ein kleines Stutfohlen gekriegt, mit dem ich wohl einen Glücksgriff in Sachen "Unkompliziertheit" getan habe. Nach erster Schüchternheit ist sie jetzt, mit knapp 5 Monaten, sowas von einfach zu händeln, ich glaubs fast nicht. -Allerdings ist sie gegenüber Fremden äusserst Wählerisch in ihren Gunstzuweiseungen, kann sogar ab und zu etwas "giftig" reagieren, ohne aber bösartig zu sein.

Natürlich überlege ich mir auch, ob ich sie mal selber einreiten soll oder nicht. Nach über 20 Jahren Reiterfahrung, Turnierreiterei Springen, Dressur und CC denke ich schon, dass das hinhauen sollte. Aber eben: ein Jungpferd ist nicht das Selbe... Ich denke mal, dass ich die Kleine mal selber anlongieren werde und dann entscheide, wie's weiter geht. Wenn sie da so unkompliziert bleibt wie jetzt beim Hängerfahren, als "Handfohlen" im Gelände (mit Begegnungen mit Lastwagen, Treckern, Joggern, bellenden Hunden), beim Schmied, Putzen usw. denke ich, ist es für sie auch einfacher, diese ersten Erfahrungen mit jemandem zu machen, dem sie vertraut.

LG Daniela