Autor Thema: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?  (Gelesen 2090 mal)

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Offline Nixe

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #15 am: 09.02.19, 08:59 »
Ok in der LW is ja so das meistens aufgeteilt wird er draussen sie drinnen und wenn das für beide ok ist warum nicht. Schwieriger ists schon wenn beide arbeiten gehn und alles bliebe dann an Frau hängen, mich hat das bzw nervt mich wenn ich von der Arbeit nach Hause komm die Herren der Schöpfung liegen auf der Sofa und es herscht chaos, mein Mann der Arme muss sich wenn er mittags zuHause selber kochen(muss er nicht nur aufwärmen oder höchszen mal würstl braten. Im winter hab ich ja nicht so viel stunden und es passt für mich, aber in den Monaten von Mai bis September wo ich oft mehr Stunden in def Arbeit bin als mei  Mann nervt das vor allem er will ja das wir Garten haben was gescheites auf den Tisch und das es ja halbwegs ordentlich ist. OBWOHL er füttert unser Kleinvieh kümmert sich draussen um vieles(aussa Gemüsegarten) er ist handwerklich sehr geschickt alyo gleicht sich das aus, als die kinder klein waren war er mit arbeiten gehn und Aussenarbeiten(da hatten wir ja noch kühe) eingesspannt und ich hab gar nicht erwartet das er mir da hilft. Was mich am meisten stört das die Männer oft Hausarbeit als nebenbei sehen so nach dem Motto is ja eh nix dabei, aber selber wollen sie es nicht wirklich und mein chef ist ja dann auch so lustig, Er meint dann immer du hasts schön du gehts nach Hause und musst nichts tun und ich muss bei den Gästen da sein. Da denk ich mir dann Männer!!??aber ich hab mein Mann schon fast 25 jahre meinen Chef schon21 jahre so schlimm kanns ni ht sein ;D

Offline Erika

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #16 am: 09.02.19, 09:36 »
Mich hat es immer geärgert, tut es heute teilweise auch noch, dass man oft lesen muss, welchen Einsatz die Frauen in der Landwirtschaft bringen … und dann mit Haushalt und Kindern größtenteils alleine dastehen  ::) 

Meine Mutter ist leider sehr früh verstorben und mein Vater stand mit 3 Kindern ziemlich hilflos da und hat sich über die Jahre hinweg vieles aneignen müssen.

Aus diesen Erfahrungen heraus hat mein Mann nach den ersten Machtkämpfen der Anfangsjahre lernen müssen, wie man Waschmaschine usw. bedient. Seit Jahren kann er kochen und die üblichen Haushaltsmaschinen einwandfrei bedienen. Es war mir immer ein Bedürfnis, dass er mit den Kindern auch alleine zurecht kommen würde. Von meiner Seite aus fehlte ja schon die Mutter (Oma) und die andere Oma war gesundheitlich immer sehr angeschlagen und hätte nicht übernehmen können.

Trotz Beruf (heute in Teilzeit) stand ich mit dem Haushalt die meiste Zeit alleine da.

Offline Morgana

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #17 am: 09.02.19, 14:45 »
wir hatten schon immer eine andere Konstellation auf dem Hof.
Unser Hof war ein Nebenerwerbsbetrieb und sowohl mein Vater als auch mein Mann hatten außerlandwirtschaftliche Berufe. Deshalb haben wir Frauen das Vieh versorgt und uns um die Felder gekümmert. Der Haushalt wurde anfangs auf Oma, Mama und mich verteilt, wobei Oma eher nix davon wissen wollte und sich gedrückt hat, dafür aber mehr draußen war.

  Vater hat aber immer mitgeholfen so gut es ging. Am Wochenende und im Urlaub. Aber wenn man den ganzen Tag auf Arbeit ist, am Abend noch mit im Stall hilft und evtl. was auf den Feldern  macht, da bleibt keine Zeit mehr übrig.
Als er mit 54 Erwerbsunfähig wurde, hat sich das ganze geändert, er hat viel mehr gemacht im Haus, aber am liebsten so, dass es seine Lanwirtskollegen nicht mitgekriegt haben, denn dann wäre er wohl ausgelacht worden.

Mein Mann war geschäftlich oft mehrere Tage weg, hatte aber ein Homeoffice für die restliche Zeit. Er hat immer mitgeholfen und am liebsten mit meiner Mama gekocht, eingemacht und
irgendwas im Haus oder Garten gebaut, renoviert oder sonst verschönert. Um unseren Sohn hat er sich von Anfang an mit gekümmert gewickelt, gebadet usw. Auch Elternabende hat er mir abgenommen. War besser für alle Beteiligten.--

Meinen Mann hat die Erwerbsunfähigkeit mit 46 Jahren ereilt, so dass wir jetzt nochmal eine andere Situation haben. Er macht die leichten Arbeiten im Haushalt und Garten, kocht und den privaten Bürokram. Ich kann sehr viel von zu Hause aus arbeiten, bin höchstens ein bis zwei
meist halbe Tage unterwegs.  So ist die "Emanzipationssituation"also bei uns.

Offline elke

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #18 am: 09.02.19, 17:10 »
 Hallo.

ich denke hier bei muß jeder seinen Weg finden, der zu seiner Situation passt.

Putzen und Wäsche sind nicht das Ding meines Mannes. Frühstückmachen ist für ihn selbstverständlich, da er meist vor mir im Stall fertig ist oder gar nicht erst mit in den Stall kommt.

Beim Kochen reichts für Kleinigkeiten und verhungern würd er nie. Einkaufen macht er auch gelegentlich,  besonders Dinge die er gern isst.

Bei den Kindern wars differenziert. Mit zum Fußball fahren oder Schule oder Kindergarten war kein Problem - Windeln wechseln nicht seins , aber baden.

Die Funktion des Backofens ist ihm auch sehr bekannt.

Was mich stört ist seine Büroabneigung, aber wir arbeiten dran
Viel Freude weiter hin
           Gruß  Elke

Offline Louisa

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #19 am: 12.02.19, 21:51 »
Liebe alle,

ein Thema, das mir unter den Nägeln brennt...

Interessieren sich Eure Männer für die Familie? Übernehmen sie Verantwortung für die Kinder? Handelt Ihr aus, wer was macht? Seid Ihr Partner oder ist  er der Chef und Ihr die billige Arbeitskraft?

Mein Mann und ich streiten da gerne mal bis auf's Blut, weil ich immer sage, dass ich beim Heiraten wohl im Kleingedruckten übersehen habe, dass ich automatisch allein zuständig bin für Kindererziehung, putzen, kochen, waschen und er dann meint, ja, der Hof, der Hof, und was soll er denn noch alles machen... Kennt Ihr das? Wie ist das bei Euch?

Hier in meinem Umfeld sehe ich jedenfalls viele, sehr viele Bauern wo die Welt - aus Männersicht - noch seeeehr in Ordnung ist... und anscheinend finden das die dazugehörigen Frauen auch ok.

Bin gespannt auf Eure Antworten.

hika

Frau Hika,

was verstehen Sie unter eine emanzipierte Mann auf Bauernhof?

Was verstehen Sie unter eine emanzipierte Frau auf dem Bauerhof?

Sind Sie ein emanzipierte Frau ? 

Sind Sie ein emanzipierte Frau für Ihre Mann auf Hof und im Leben?


Offline LuckyLucy

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #20 am: 13.02.19, 07:52 »
Es ist nicht nur auf Höfen so, dass die Männer glauben, Putzen und Küche ginge sie nichts an.  :(
Bin ich allerdings nicht da, geht es schon. Aber Mithilfe ist eher nicht zu erwarten. Er glaubt ja schon, dass er für eigenständiges Leeren des Mülleimers für das BVK vorgeschlagen werden müsste. .... Männer! Es geht nicht ohne sie, aber manchmal... !!!#&ß%!!!
LuckyLucy

Offline hikaTopic starter

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #21 am: 19.02.19, 08:15 »
Emanzipiert heißt für mich: Die Verantwortung liegt erst mal bei beiden. Wie die Aufgaben verteilt werden, wird unter gleichberechtigten Partnern ausgehandelt.
was ich statt dessen erlebt habe: Meine - alleinige - Verantwortung für Haushalt und Erziehung ist selbstverständlich und die Bereitschaft, Neues zu Lernen um sich gegenseitig unterstützen zu können ist auch recht einseitig verteilt  ;D

Beispiel: Auf der Treppe steht ein Korb Wäsche mit bereits gewaschener und zusammengelegter Wäsche. Oder das Klopapier ist alle. Die männlichen Mitglieder das Haushaltes (und das sind alle außer mir) können sowas tagelang erfolgreich und ohne schlechtes Gewissen ignorieren. Was mir insbesondere im Fall des Klopapiers zu denken gibt  :) 8)
Analoges Beispiel draußen wäre für mich: Ich gehe an einer Kuh vorbei die offensichtlich krank ist - und ignoriere das, weil es ja nicht in meinen Verantwortungsbereich fällt. Oder der Lohnunternehmer ruft an und will einen Termin verschieben und ich sage "tut mir leid, dafür bin ich nicht zuständig". Das wäre sicher lustig... ::)

Offline hikaTopic starter

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #22 am: 19.02.19, 08:19 »
@LuckyLucy: stimmt - aber nach meinem Eindruck hält sich diese Spezies auf den Höfen besonders hartnäckig. Zumal es nach meiner Beobachtung bei der vorherigen Generation noch mal um Klassen krasser war. Ich erwarte von meinem Mann keineswegs, dass er nach 18 Stunden Mais häckseln noch die Spülmaschine ausräumt. Aber wenn wir gemeinsam irgend so einen Horror-Silier-Maschine-kaputt-Kühe-krank Tag hatten, wäre es schön, wenn wir dann auch mal gemeinsam noch die Spülmaschine ausräumen würden, denn selbst nach einem solchen Tag muss das halt einfach gemacht werden.


Offline Maja

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #23 am: 19.02.19, 17:55 »
Hika ich versteh dich gut.
Eigentlich sollte gegenseitige Hilfe ganz klar  möglich sein und dürfte gar nicht erst angefragt werden müssen.
Den Wäschekorb einen Stock höher mit zu nehmen wäre für meine Begriffe ein Akt der Höflichkeit.
Aber ich habe auch lange gebraucht es der Familie beizubringen dass man Dinge die an der Treppe stehen und offensichtlich ins obere  Stockwerk gehören auch mit nach oben nehmen darf, auch wenn man dafür nicht "zuständig" ist.
Mein Mann hat Kinder ausgepackt, gebadet, gefüttert, geputzt, Essen gekocht wenn ich anderes zu tun hatte oder unterwegs war. das war für ihn überhaupt kein Problem.
Das war eher ein Problem für meine Eltern. Einmal gabs bei uns einen Riesenkrach weil er mir beim Kochen am Sonntag half. Er sollte doch lieber in die Kirche gehen statt sich mit mir in der Küche rumzu drücken.......O-Ton meine Eltern.

Gott sei Dank das ist vorbei.
Diese Denkweise

Offline Louisa

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Re: Emanzipierte Männer auf dem Bauernhof?
« Antwort #24 am: 25.02.19, 17:48 »
Frau Hika,

lieben Sie sich?
Was  Sie lieben an sich?
Was Sie lieben an Ihre Beziehung?

 


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