Autor Thema: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten  (Gelesen 1239 mal)

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Offline geli.G

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #15 am: 26.10.17, 21:52 »
Hallo Hika,

das liest sich wirklich gruselig... :o

Ich hab noch ein paar Fragen....

Wie viele Kühe habt ihr und was macht dein Mann den ganzen Tag? In deinem 1. Beitrag hier schreibst du was du am Betrieb alles machen musst und das neben drei Kindern da wundert mich nicht, dass dir das alles zu viel wird.

Das Sockenproblem müsste übrigens gar keines sein.....du kaufst einfach lauter gleiche Socken und es gibt keine zwei verschiedenen mehr  ;D
Dass eine Lehrerin sagt, dass sie die Themen nur anreißt und alles andere muss von daheim kommen....das geht gar nicht und ich kann mir nicht vorstellen, dass von 28 Kinder alle Mütter damit klar kommen....auch ohne ADS.

Hausaufgabenprobleme kenn ich von meinen drei Töchtern gar nicht, von meinem Sohn sehr wohl....weiß also schon wovon du schreibst  ;)
Und mit Lehrerinnen, die ihren Beruf total verfehlt haben kenn ich mich auch aus  :'(
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline hikaTopic starter

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #16 am: 27.10.17, 07:40 »
@ geli: die Kuhzahl allein ist nicht das entscheidende - wir haben jedenfalls so viele Kühe, dass alleine das Melken für eine  Person 3 Stunden dauern würde (Anbindestall) - weswegen mein Mann und ich das zu zweit machen. Ebenso wie die ganz vor- und nachgelagerten Arbeiten im Anbindestall. Wir sind ganz allein (keine GEschwister, sonstige Familie) mit Stall- und Feldarbeit und haben noch dazu eine Stallbaustelle, da das im Anbindestall ohnehin so nicht hätte weitergehen können. Ich kann also meinem Mann keine Vorwürfe machen, der kämpft sich genau so ab wie ich  ;)

alles gleiche Socken ist ne gute Idee - ich hab mir jetzt Clips besorgt. Muss bloß noch die Nicht-Anwendung mit harten Strafen belegen  ;D

Und für diese eine Lehrerin muss ich auch noch ein gutes Wort einlegen: sie hat selbst gesagt, dass sie das so nicht in Ordnung findet. Was ich aber insgesamt allen Lehrern (und den Eltern) vorwerfe: keiner macht den Mund auf. Die Lehrer sagen "ich kann ja nichts dafür, das steht halt so im Lehrplan" und von Eltern habe ich schon ganz oft gehört "naja, das ist halt so, ich kann ja nix dran ändern". Als würde das Schulsystem vom Himmel fallen, keiner ist verantwortlich... Grmpf!

Offline Annemie

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #17 am: 27.10.17, 09:51 »
Bei meinen Jungs ist die Hausaufgabe auch so ein Thema......
Zuhause Betrieb, Haushalt, Hausaufgaben......
Ich kann dich sehr gut verstehen, diese Zerreißprobe kennen ich nur zu gut.
Äh Mama morgen brauche ich.... ,das geht bei mir auch nicht das ich sofort ins Auto springe und fahre. Hefte und Blöcke hab ich auch immer auf Vorrat zuhause.

Meine Jungs habe ich auch teilweise zur Hausaufgabenbetreuung in der Schule angemeldet. Dort müssen die HA erledigt werden ohne wenn und aber... Zuhause ists dann so wenn Mama raus muß interessiert Hausaufgabe auch nicht mehr so richtig und es wird dann versehentlich wieder etwas vergessen.

Bei den größeren Beiden hat es funktioniert nach 2 Jahren Nachmittagsbetreuung in der Schule wurden dann die HAs freiwillig zu Hause gemacht. Ich hab ihnen dann angedroht, das ich sie wieder anmelden werde, das hat dann auch so weit funktioniert. Denn die Jungs haben die Hausaufgabenbetreuung gehasst. Und für mich war es eine gute Hilfe, wie gesagt du kannst dich nicht zerreissen.

 Mein 3. Sohn ist noch in der Hausaufgabenbetreuung. Der hat auch zu Hause keine Zeit. Heimkommen Essen und dann wäre er schon wieder irgendwo draussen unterwegs und ich könnte dann wieder hinterherrennen. Sicher gelernt werden auf Proben und so, das muss schon daheim gemacht werden. Vielleicht ist es auch für dich eine Option wenn es möglich ist mit der Hausaufgabenbetreuung.
V. G.
Annemarie


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Online martina

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #18 am: 27.10.17, 10:11 »
Das mit der Hausaufgabenbetreuung ist eine gute Idee.
Das Amt des Moderators: Wie man es macht, ist es falsch. Macht man es gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig.
Ich mag Euch trotzdem.

Offline ANNALENA

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #19 am: 27.10.17, 11:08 »
Beim Großen, sechste Klasse Mittelschule, gibt es auch eine Betreuung bis ca. 16.00 Uhr, außer Fr., mit Mittagessen, das muß man bezahlen, das
andre nicht.

Gibt's auch für Grundschüler, mein knapp zehnjähriger, ist seit letztem Jahr in einer Grundschule im Nachbarort, dort ist er im Hort.
Er kommt zwar erst kurz nach fünf heim, aber er geht gerne dorthin! Und in der Schule hat er sich auch verbessert. Was hatten wir oft für einen Kampf!
Meistens schrieb er nichts auf, hat was vergeßen und so fort...

Jetzt ist auch der Bruder viel selbständiger und ruhiger und abends haben sie sich ja wieder ;) Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen, jetzt nicht mehr...

Kathi

Offline hikaTopic starter

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #20 am: 27.10.17, 11:29 »
Nachmittagsbetreuung geht bei uns gar nicht... Das hatte ich am Anfang versucht, ging aber ziemlich in die Hose. Sie kamen dann um halb drei nach Hause, mussten erstmal Mittagessen und hatten die Hausaufgaben trotzdem meistens nur teilweise.
Bei uns betreuen 2 Damen (die dafür beruflich nicht qualifiziert sind) einen ganzen Haufen Kinder - bis zwei Uhr. Danach ist Sense. Und als meine Kinder dort waren, gab es noch nicht mal Mittagessen. Das ist zwar jetzt anders, aber in meinen Augen teuer (ich habe drei Kinder und wenn ich die in Schule/Kita essen lassen würde, würde mich das pro Tag über 8 Euro kosten, dafür dass sie von dem durchaus leckeren Essen des hiesigen Caterers mal eben die trockenen Kartoffeln essen - nee, echt nicht). Einzelne Tage Betreuung kann man nicht buchen, sondern nur die ganze Woche.
Mir kam es da immer sehr laut und chaotisch vor, die haben einen großen Raum zum spielen und einen Klassenraum für Hausaufgaben. Für Kinder, bei denen schulisch alles prima funktioniert mag das gehen, bei uns hat es nicht hingehauen. Die Kinder haben es gehasst. Insofern leider keine Option.  :-\ Das wäre vielleicht anders, wenn mehr Kinder (und damit mehr Freunde) in der Betreuung wären, aber wir sind hier in Bayern und es ist politisch nicht erwünscht, dass die Kinder fremdbetreut werden. also sind die Angebote auch entsprechend mau. Eine Mutter, die was auf sich hält, arbeitet hier gepflegt Teilzeit (so 15 Stunden ungefähr) und kümmert sich ansonsten um den Nachwuchs. Ok, das war jetzt böse, aber manchmal platzt mir halt der Kragen... ;D


Online martina

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #21 am: 27.10.17, 11:34 »
Bei uns bietet das Schülerzentrum (privat) nicht nur Nachhilfe, sondern auch regelmäßige Hausaufgabenbetreuung an. Gut, da muss man wieder extra fahren, aber dafür sind Lehrer da, die helfen.
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Offline annelie

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #22 am: 27.10.17, 14:31 »
Wäre vielleicht ein ältere Schüler eine Option für eine Hausaufgabenbetreuung zu Hause und als Entlastung für Dich?

Meine Schwägerin hat das mal für ihren Sohn angeleiert, erfolgreich wars, nur fand das Ganze bei der Oma statt, da meine Schwägerin in der Arbeit war und die Oma hat das leider boykottiert.
Liebe Grüße
Annelie
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Offline geli.G

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #23 am: 27.10.17, 18:37 »
Hallo Hika,

du hast recht, mit der Kuhzahll kann man die Arbeitszeit nicht festmachen. Mir kommt es halt so vor, dass du auch ohne die täglichen Hausaufgabenbetreuung deiner beiden Grundschüler schon mehr als ausgelastet bist  :-\

Nicht zu vergessen Kühe, Bauarbeiter, Vertreter, Besamer, Tierarzt, silieren einschließlich Verpflegung, ausfallende Melkmaschinen, kälbernde Kühe, Arzttermine, einkaufen, kochen etc. etc. und - jeden morgen die verzweifelte Suche nach drei Paar zusammenpassenden Socken  ::)

Warum musst du für ausfallende Melkmaschinen zuständig sein oder wenn ein Vertreter kommt. Wenn dein Mann daheim ist, kann er sich doch auch um den TA und den Besamer kümmern. Geht natürlich bei mir auch nicht immer aber meistens. Im Nebenerwerb ist das ganz klar die Sache der Bäuerin, aber so  ???

Noch ein paar Sachen.....
bei uns beginnen Elternabende immer um 19 Uhr, wenn man da nicht hingeht, ist das auch kein Weltuntergang, das kann man sich alles von einer anderen Mutter erklären lassen oder vom Lehrer wenn man zum Elterngespräch geht.
Dieses würde ich auch vorziehen, wenn deine Buben Probleme haben (ADS), was willst du denn da in einem 5-Minuten-Gespräch erreichen? Somit fällt auch der Elternsprechtag von 16 Uhr bis 19 Uhr aus.....da war ich bei meinem Sohn fast nie, weil es immer genug zu bereden gab.... ::)
Ich frage mich auch, wann Lehrer das denn sonst machen sollen...

Hausaufgabenbetreuung bis 14 Uhr  ??? So was gibt es bei uns auch nicht und ich lebe auch in Bayern und hier gibt es auch Mütter die ganztägig arbeiten. Meine Töchter helfen bei der Hausaufgabenbetreuung und da sind hier auch immer Fachkräfte vor Ort und zwar bis 16 Uhr, außer am Freitag.
Wenn deine Kinder das Essen nicht mögen, das ist wieder eine andere Sache, da kann aber niemand was dafür.

Ich kann dich wirklich gut verstehen, aber ich denke es liegt nicht so sehr am Lehrer oder am Lehrplan sondern an deiner permanenten Überlastung und dass deine Kinder sich halt nicht so leicht tun, wie man sich das wünschen kann.....da bist du aber auch nicht alleine, wie du hier nachlesen kannst.

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline Annemie

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #24 am: 28.10.17, 07:51 »
Hallo Hika,

Ich bin mit meiner Hausaufgabenbetreuung auch nicht so ganz zufrieden. Es kommt auch vor das mein Sohn seine HA nicht ganz geschafft hat in der Zeit. Aber es ist wohl das kleinere übel, ich schaff es zeitlich nicht, mich den ganzen Nachmittag für Hausaufgaben mit ihm hinzusetzten.
Ich rede dan wieder mit den Betreuerinnen das er die Hausaufgabe schon weitgehend schaffen sollte, da ich zu Hause keine Zeit habe, wegen Stallarbeit.

Auch mit den Lehrern rede ich offen darüber, es gibt engagierte Lehrer die das verstehen, aber es gibt auch andere....
Mein 2. Sohn jetzt neunte Klasse geht jetzt in P Klasse in einer anderen Schule. Letztes Jahr musste ich ständig zur Schule oder es wurde angerufen weil er und seine Lehrer nicht miteinander konnten.
 Beim Elterngespräch saß die Lehrerin mit dem Tablet vor mir und sagte mir genau an dem Tag hatte er HA nicht, an dem nur teilweise.... Ich war baff..Noten waren bei ihm auch nicht gerade die besten.
Jetz an der neuen Schule blüht er richtig auf, hat gut Noten und kommt super mit seiner Lehrerin aus. Der Junge ist auch ganz anders auch nicht mehr si gereizt, da denk ich mir schon irgendwie meinen Teil, ob die vorherige Lehrkraft wohl ihren Beruf etwas verfehlt hat...
 
Für Elterngespräche mach ich auch immer eine andere Zeit aus. Bei uns beginnen die um 17 Uhr. Eltrernabende um 19 Uhr, genauso wie Schulfeste.

Und bei uns ist es auch so, das ich  weitgehend mit Tierarzt usw. dabei bin da mein Mann Nachmittags auch genug Arbeit am Betrieb und auf den Feldern hat.

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Offline hikaTopic starter

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #25 am: 02.11.17, 18:56 »
@geli.G: wirklich - Betreuung bis 16 Uhr ist bisher nie zustande gekommen. Jedes Jahr gibt es ein paar neue Schüler an der Schule, deren Eltern sich das wünschen würden - aber es sind nie genug für die lange Betreuung. Also suchen sie sich andere Möglichkeiten, und dann geht im nächsten Schuljahr das Spiel von vorne los. Man muss dazu sagen, dass es eine kleine Grundschule ist, so um die 130 Schüler. Und die Gegend hier ist sehr na sagen wir mal traditionell was die Rollenbilder betrifft  ;D

Offline geli.G

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #26 am: 02.11.17, 19:17 »
@geli.G: wirklich - Betreuung bis 16 Uhr ist bisher nie zustande gekommen. Jedes Jahr gibt es ein paar neue Schüler an der Schule, deren Eltern sich das wünschen würden - aber es sind nie genug für die lange Betreuung. Also suchen sie sich andere Möglichkeiten, und dann geht im nächsten Schuljahr das Spiel von vorne los. Man muss dazu sagen, dass es eine kleine Grundschule ist, so um die 130 Schüler. Und die Gegend hier ist sehr na sagen wir mal traditionell was die Rollenbilder betrifft  ;D

Dann ist das ja auch nur eine Mittagsbetreuung, Hausaufgaben erledigen kann man in dieser Zeit nicht erwarten.

Das ist natürlich dann keine Lösung für dich. Im Grunde musst du aber froh sein, dass ihr so eine ländliche Schule habt....viele werden  geschlossen und die Kinder müssen jeden Tag weit fahren....keine Kinder mit Migrationshintergrund....wo gibt es das noch?

Was mich an deinem 1. Beitrag ziemlich schockiert ist die Aussage deines Sohnes, dass er lieber tot wäre weil sein Leben so schrecklich ist.... :o :'(
Bist du deswegen beim Psychologen? Hat das auch was mit der Schule zu tun? Warum ist es gegen deine Überzeugung?
Wäre dann eine andere Schule eine Möglichkeit? Was sagt denn der Psychologe dazu?

Du musst das natürlich nicht hier alles beantworten. Ich kann mir nur sehr gut vorstellen, dass dich das neben der vielen Arbeit die du am Hof hast, sehr belastet  :-\
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

 


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