Autor Thema: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt  (Gelesen 14204 mal)

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Offline Mathilde

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #90 am: 11.10.18, 16:38 »
Die Probleme mit "dem Alten" kommen ja noch obendrauf... aber das wird gerade von den anderen Ereignissen etwas überschattet

Hallo,

Deine Ausdrucksweise zeugt ja auch nicht gerade von Achtung Menschen gegenüber. Mich z.B. Stört das schon geraume Zeit. Man muss jemanden deswegen ja nicht unbedingt mögen.
Bei Überlastung hilft nur die Reißleine ziehen bevor es zu spät ist. Glaube mir, ich weiß wovon ich schreibe. Bei uns sind jetzt dann alle Tiere bis auf die Pferde weg und dieser Weg war nicht leicht für mich persönlich. So wie die Kühe mit mir auf den Hof kamen, so gehen sie durch mich auch wieder.

War Dein LAG überhaupt schon mal richtig weg vom Hof? Das tut auch gut aber meistens fährt da schon in jungen Jahren der Zug ab.

LG Mathilde
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #91 am: 11.10.18, 18:15 »
Die Probleme mit "dem Alten" kommen ja noch obendrauf... aber das wird gerade von den anderen Ereignissen etwas überschattet

Hallo,

Deine Ausdrucksweise zeugt ja auch nicht gerade von Achtung Menschen gegenüber. Mich z.B. Stört das schon geraume Zeit. Man muss jemanden deswegen ja nicht unbedingt mögen.
Bei Überlastung hilft nur die Reißleine ziehen bevor es zu spät ist. Glaube mir, ich weiß wovon ich schreibe. Bei uns sind jetzt dann alle Tiere bis auf die Pferde weg und dieser Weg war nicht leicht für mich persönlich. So wie die Kühe mit mir auf den Hof kamen, so gehen sie durch mich auch wieder.

War Dein LAG überhaupt schon mal richtig weg vom Hof? Das tut auch gut aber meistens fährt da schon in jungen Jahren der Zug ab.

LG Mathilde

Das "Ausdrucksweisen-Thema" hatten wir hier schon einmal. Hier ist es üblich das er "de Olde" ist. Das ist keinerlei Abwertung o.ä.! Aber wenn es für die Gemüter hier besser ist, schreibe ich ab jetzt nur noch "der Vater von meinem Freund".

Das Problem ist auch einfach, dass alles so festgefahren ist, mein Freund kann nicht flexibel genug entscheiden, da sein Vater noch Besitzer ist. Da er durch seine Krankheit aber viel vergisst und auch starsinnig wird, schaukelt sich das immer weiter hoch.
Zum Beispiel ist er auch fest der Überzeugung, dass mein Freund sich nur anstellt und er eigentlich nicht ins Krankenhaus gemusst hätte. Das wäre ja nix gewesen.
Ich komme oft genug von der Arbeit auf den Hof und die brüllen sich quer über den Hof an.

Nein, leider war er nie wirklich weg und da sehe ich auch ein großes Problem drin.



Online Anneke

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #92 am: 11.10.18, 19:02 »
@landpflanze. Das hat mit Gemüter (empfindlich?) nicht unbedingt was zu tun. „Der Alte“ hört sich einfach abwertend an. Da ist das geschriebene Wort eben anders als das gesagte. Auch in meiner Gegend ist es üblich, dass eben auf den  Höfen der Austrägler bzw. der Mann von der älteren Generation eben der „alte ...bauer“ (Hausname) genannt wird.

Auf dem Hof deines Freundes geht es wohl etwas rauh zu, das musst du nicht zwangsläufig übernehmen, dich anpassen.

Ich finds gut, dass Martina das Thema geändert hat, auch ich hab mich da dran gestoßen.
Zuviel nachdenken ist wie schaukeln, man ist zwar beschäftigt, kommt aber keinen Schritt weiter

Offline maggie

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #93 am: 11.10.18, 23:42 »
ich denke manchmal ist es zuviel verlangt, von der jungen, neuhinzugekommen Partnerin dass sie sich über den "altbauern" nett ausdrückt -

das war damals für mich auch nicht möglich - wenn man erlebt, was ich erlebt habe, dann heisst es einfach der alte,
ich hoffe meine jungen reden nicht so über mich (glaube es zwar nicht !!!)

was ich vor 44 jahren hier erlebt habe - d.h. vor 44 jahren und 1 Woche bin ich hier eingezogen, aber was ich die jahre vorher schon mitmachen musste, na ja ... - das geht auf keine Kuhhaut und nimmt einer jungen frau allen Respekt vor dem alter ....

ich weiss, das ist nicht christlich, aber - ich halte nicht die andere backe hin um auch dort noch geschlagen zu werden, da würde ich eher zurückgeben -
ich blieb immer beim verbalen, obwohl ich mehrmals damit rechnen musste dass ich "schläge" kriege !!!

bis er es kapiert hat, dass ich  - leider - nicht aus dem selben holz bin wie seine fam, die er damit unter druck halten konnte ....

bei mir zeigt schon, dass auf diesem betrieb der Senior (will ja auch mal nett sein), es mit seiner fam. nicht gut meint, sonst hätte er den betrieb seinem sohn schon lange übergeben .... -

wie alt ist dein Partner -
unser sohn hat den betrieb übernommen bevor mein mann in rente ging - nur 1 jahr - aber länger hätten wir sowiso nicht gewartet,
und dass man seinem sohn den betrieb zuerst in pacht übergibt, kennt man eigentlich in der schweiz nicht, da wird den "alten herren" geraten, gerade den ganzen schritt zu machen -
d.h. natürlich nicht, dass sie die jungen dann auch in ruhe arbeiten lassen ... - sie könnten ja was falsch machen, und dann die junge frau, die hat ja doch keine Ahnung - und kommt ja doch nur um zu holen (das wurde mir von seiner seite mehrmals an den kopf geworfen - ich sage jetzt lieber nicht was ich darauf jeweils geantwortet habe ...)

ich habe nochmals kurz auf der 1. seite nachgeschaut - dein freund ist so alt wie unser sohn,
er hat den betrieb seit 2014 zu Eigentum, doch der hähnchenstall wurde vor ca. 8 jahren gebaut - hätte eigentlich ein neuer milchviehstall werden sollen, doch da vor ca. 10 jahren die ersten preiseinbrüche kamen bei der milch, hat sich Junior für die hähnchenmast entschieden - und es war seine Entscheidung, gottseidank hat er sich dafür entschieden - war das beste was er tun konnte ...

es macht mich so wütend dass viele unserer Generation den jungen nichts zutrauen und immer finden, nur sie (die alten) seien fähig einen betrieb zu führen dass er nicht vor die Hunde geht -
so gut standen wir finanziell nie da, wie unser sohn heute  (gut, etwas konnte ich ihn noch unterstützen, aber er hätte so oder so einen neuen stall bauen müssen - und auch vom Arbeitsaufwand her finde ich es einfach toll, wie lebenswert Landwirtschaft sein kann -
für uns war es das schon lange nicht mehr -
35 jahre - 365 tage stallarbeit (für mich 4 mal 10 tage Spital, nach den geburten, für meinen mann einmal ca. 4 Wochen nach der Meniskus op - sonst immer da - ich sage euch, mit den jahren war das einfach nur noch .......)
« Letzte Änderung: 11.10.18, 23:51 von maggie »
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Mathilde

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #94 am: 12.10.18, 12:41 »
es macht mich so wütend dass viele unserer Generation den jungen nichts zutrauen und immer finden, nur sie (die alten) seien fähig einen betrieb zu führen dass er nicht vor die Hunde geht -
so gut standen wir finanziell nie da, wie unser sohn heute  (gut, etwas konnte ich ihn noch unterstützen, aber er hätte so oder so einen neuen stall bauen müssen - und auch vom Arbeitsaufwand her finde ich es einfach toll, wie lebenswert Landwirtschaft sein kann -
für uns war es das schon lange nicht mehr -
35 jahre - 365 tage stallarbeit (für mich 4 mal 10 tage Spital, nach den geburten, für meinen mann einmal ca. 4 Wochen nach der Meniskus op - sonst immer da - ich sage euch, mit den jahren war das einfach nur noch .......)

Hallo,

Maggie, ich schätze Dich sehr aber es alleine darauf zu beschränken ist mir zu einfach. Opferrolle liegt mir nicht (mehr). Man hat immer eine Wahl sofern man kein Anspruchsdenken hat. Die Kinder und Schwiegerkinder müssen nicht übernehmen sie können übernehmen. Sie haben die Wahl. Wenn es nicht passt dann geht man sich eben einen Arbeitsplatz suchen, lieber früher wie später. Die Partner haben die Wahl mitzumachen oder eben nicht und sogar ganz gehen ist nicht verboten. Das mag hart klingen entspricht aber den Tatsachen.
Meine SM hat immer gesagt Sie wolle dort wohnen bleiben in dem Ort wo Sie auch geboren ist........o.k. haben wir gemacht aber nun kann Sie nicht mehr alleine gut leben. Klar dass sich die Geschwister nun beschweren dass wir uns angeblich nicht kümmern. Mit welcher Berechtigung glaubt meine SM dass wir umziehen müssen um Sie zu pflegen? In ein Heim will Sie nicht und Pflegedienst wie Sophia Pflege kann ich nicht beantragen weil die Dame ja dort nicht einziehen kann..... dazu müssten die Geschwister die die Vollmachten haben erst mal ein Zimmer mit Gerümpel frei machen. Obwohl wir nicht verpflichtet sind laut Vertrag, würde ich diese Pflege sogar bezahlen.
Anspruchsdenken ist doch der Grund warum immer alles daneben geht.
Wir z.B. haben mehrere Kinder die in Frage kämen. Ich tendiere dazu den Hof auch dem zu geben der (noch) keine eigenen Kinder hat. Wenn es aber mal um 7 stellige Beträge geht ist es nicht ganz einfach.
Ich selber habe für mich ja auch die Wahl........bleibe ich bei meinem Mann oder ziehe ich aus....aber das gehört jetzt nicht hierher.

Man hat eben immer die Wahl, es ist nur die Frage ob einem die andere Wahl passt  ::)

LG Mathilde
Das Problem
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline maggie

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #95 am: 12.10.18, 14:36 »
iebe Mathilde,
mir geht es nicht darum ob die junge Generation will oder nicht -

mich stört es wenn ein jungbauer da ist der sich über jahre von seinem vater drangsalieren muss, weil der Senior das gefühl hat der junge (junge ???) könne den betrieb ja doch nicht halten -

wenn niemand will, dann eben nicht, mit diesem Gedanken mussten wir uns auch befassen, doch z glück zeichnete es sich bald ab das der 3. (von 4 kindern) in die landw  einsteigen möchte -

und wenn er auch den beruf erlernt hat und dann ausgestiegen wäre - vor dem bau, wir hätten das akzeptiert ...

denn mein mann, wurde nie gefragt ob er wolle oder nicht (war eigentlich nicht sein Traumberuf !), er wurde einfach (als einzier sohn von 4 kindern, 1 schwester hätte evt. die landw. übernommen, aber das war für sv keine Option - nur der sohn !!)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Tina

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #96 am: 12.10.18, 15:10 »
Wir haben das Glück, das wir einen Hofnachfolger haben, aber den Schwerpunkt von Göga (Milchvieh), dazu hat er keine Lust.
Dann werden die Kühe irgendwann gehen, dann ist das so, auch wenn es uns nicht so leicht fällt.
Aber wir haben unser Leben und die Jungen haben ihr Leben.



@ Landpflanze:
Bei der ganzen Arbeit; kennst du da auch die anderen Seiten deines Freundes?
Ich glaube, da hätte ich schon die Segel gestrichen, mir sind mal freie Abende zum Essen gehen oder Urlaub/andere Auszeiten schon immer wichtig gewesen, sonst bleibt man als Paar auf der Strecke.
Gut, es gab einig e Jahre, wo wir gar nicht über Nacht wegkonnten, aber das waren drei oder vier Jahre, dann waren die Kinder soweit, das die zweimal den Stall machen konnten.
LG
Tina

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt
« Antwort #97 am: 15.10.18, 09:37 »
Wir haben das Glück, das wir einen Hofnachfolger haben, aber den Schwerpunkt von Göga (Milchvieh), dazu hat er keine Lust.
Dann werden die Kühe irgendwann gehen, dann ist das so, auch wenn es uns nicht so leicht fällt.
Aber wir haben unser Leben und die Jungen haben ihr Leben.



@ Landpflanze:
Bei der ganzen Arbeit; kennst du da auch die anderen Seiten deines Freundes?
Ich glaube, da hätte ich schon die Segel gestrichen, mir sind mal freie Abende zum Essen gehen oder Urlaub/andere Auszeiten schon immer wichtig gewesen, sonst bleibt man als Paar auf der Strecke.
Gut, es gab einig e Jahre, wo wir gar nicht über Nacht wegkonnten, aber das waren drei oder vier Jahre, dann waren die Kinder soweit, das die zweimal den Stall machen konnten.

Oh ja, die kenne ich... und die Seite ist wirklich wunderbar. Er ist dann ganz anders... entspannt, weltoffen und total an allem interessiert. Als wir noch eine Fernbeziehung hatten, haben wir so schöne Tage verbracht. Er kam meist Samstag spät abends, dann haben wir nett gegessen und dann hatten wir den ganzen Sonntag für uns. Haben viele Ausflüge unternommen oder auch einfach nur mal auf dem Sofa gesessen, meine Eltern besucht oder einen Kuchen zusammen gebacken.

Es ist schwer.
Gestern gabs wieder richtig Streit zwischen ihm und seinem Vater. Sein Vater hat zu ihm gesagt, dass er gefälligst die Arbeit zu machen , aber den Mund zu halten hat. Und wir sollen einfach verschwinden.
Ich denke, das hat gesessen. Er war danach auf einem richtigen Tiefpunkt!

 


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