Autor Thema: Bauernhof und Schulkinder  (Gelesen 1558 mal)

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Offline AnninaTopic starter

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Bauernhof und Schulkinder
« am: 29.08.17, 21:57 »
Wie war/ist das bei euch mit Schulkindern und dem Bauernhof?
Heutiges Beispiel:
Die Kinder hatten Sportnachmittag. Bei diesem Wetter haben wir noch einiges an Heu einzubringen, deshalb verspreche ich den Kindern, dass ich vor dem Ende komme, damit ich noch etwas zuschauen kann, und sie dann nach Hause nehme.
35Min. vor offiziellem Schluss komme ich-gerade rechtzeitig für die Rangverkündigung. Die Kinder enttäuscht, dass ich nicht gesehen habe was sie machen, ich komme mir etwas ausgestellt vor vor all den Müttern, die selbstverständlich den ganzen Nachmittag dabei waren. (und etwas veräppelt von dem Zeitplan der Lehrer).
Ähnlich beim Schwimmkurs, selbstverständlich bleiben alle Mamas auf einen Kaffee während dem Kurs, nur ich muss mich möglichst schnell aus dem Staub machen, damit ich in den Stall kann….
Wie läuft das auf anderen Betrieben? Seid ihr nicht so fest eingeplant bei der Arbeit, oder könnt ihr euch auf andere verlassen, die eure Kinder chauffieren, oder nehm ich nur alles zu ernst?
Liebe Grüsse, Annina

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.  Aristoteles

Offline Freya

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #1 am: 29.08.17, 22:26 »
Ich hatte das große Glück, dass ich mit 2 Frauen aus dem Nachbardorf schon eine Kindergartenfahrgemeinschaft hatte. Zum Anfang der KiGa Zeit ging ich noch 3 Tage in der Woche in die Arbeit.
Die anderen beiden Ladies fuhren 2 x in der Woche und ich einmal.

Dann kam die Hauptschule. Und vom ersten Tag an fuhren alle unsere Kinder alleine mit dem Schulbus. die Haltestelle war vom Hof ca.200 mm entfernt an der Bundesstrasse, wobei der Bus aber immer etwas ins 'Dorf hineinfuhr, damit die Kinder nicht an der Bundesstrasse ein- und aussteigen müssen. Im Schulbus gab es Buskinder aus der 3. und 4. Klasse. Das waren die "Paten" und die haben sich im ersten Jahr um die Schulanfänger gekümmert und ihnen gezeigt, wo sie ein- und aussteigen müssen. vor allen Dingen nach der Schule den richtigen Bus zu finden. Ich kann mich nicht erinnern, meinen Sohnemann jemals von der Schule abgeholt zu haben, außer, als wir zur Hochzeit seines Patenonkels mußten. Sportfest oder so fand grundsätzlich ohne mich statt.

Als er in die höhere Schule kam, war das der gleiche Schulweg, denn die Schulen sind nebeneinander. Wenn das Wetter es erlaubte fuhr er mit dem Fahrrad, sonst immer mit dem Schulbus.
Übrigens hielt unsere KiGa-Fahrgemeinschaft bis zur Firmung, da wurde er immer abgeholt und wieder gebracht, weil der Firmunterricht grundsätzlich während der Stallarbeit war.
Inzwischen fahren unsere Kinder schon lange selbst Auto und wir 3 Mütter haben uns nach einer feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier auch schon mal von einem der Kinder abholen und nach Hause fahren lassen ;) ;D

Das hift dir jetzt auch nicht weiter, oder ???
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liebe Grüße
Freya

Offline Steinbock

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #2 am: 30.08.17, 09:48 »
Hallo Annina,

ich kenne das/Dein Problem zur Genüge. Staune immer wieder, wie andere Mütter/Familien das hinbekommen, bei sämlichen Konzerten, Aufführungen,
Sportfesten, Kindergartenfesten usw. dabei zu sein.

Ich habe deswegen auch immer wieder Diskussionen mit einer unserer Töchter.

Das hilft Dir nicht weiter. Tut mir leid.

Elisabeth
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Offline gammi

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #3 am: 30.08.17, 10:12 »
Bei mir war es genauso.

Manchmal hilft nur genau nachzusehen, ob es wirklich ALLE anderen Mamas sind. Selbst wenn ich mich zu irgendwelchen Veranstaltungen abgehetzt und gevierteilt habe, habe ich meistens dafür noch andere Kinder auch immer wieder mitgenommen, bei denen eben die Mama auch keine Zeit hatte.
Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch

Offline AnninaTopic starter

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #4 am: 30.08.17, 11:27 »
Hallo ihr drei,
doch, doch, das hilft mir schon weiter, intressiert mich ja auch wie es bei anderen Bauern war/ist.
Und ja, Gammi, auf den ersten Blick sieht man einfach, dass da VIELE Eltern sind, und die Kinder sagen aber XY war den ganzen Nachmittag da, ob es dann wirklich alle waren weiss ich auch nicht genau ;)
Ich denke, mein Problem ist hauptsächlich, dass ich zu viel will. Immer für den Betrieb da sein geht nicht, und immer für die Kinder auch nicht. Das schwierige ist wohl, abzuschätzen, wann was wichtiger ist, und auch den Kindern zu vermitteln, dass es gut ist, so wie es ist.
Mich stört es halt auch, (dass ich das Gefühl habe), dass ich die einzige bin, die ihre Kinder nicht überallhin selber fahren kann, und darauf angewiesen bin, dass andere meine Kinder mitnehmen...
Liebe Grüsse, Annina

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Offline Sternschnuppe

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #5 am: 30.08.17, 12:05 »
Bei mir war es so als sie klein waren, dass ich versucht habe, bei den wichtigen
Veranstaltungen (Schulveranstaltungen, wichtige Fußballspiele, Laternenumzüge etc)
dabei zu sein . Hat auch gut geklappt - mir war dies sehr wichtig und ich hab mir
die Zeit freigeschaufelt und mit manchmal schon gegen 15:30 Uhr in den Stall.

Schwimmkurs, Training etc hatten wir immer eine gut funktionierende Fahrgemeinschaft,
meine Kinder waren so alt wie die Kinder einer anderen Landwirtsfamilie - das hab ich
damals und auch heute noch als sehr bereichernd angesehen.

Natürlich hab ich auch bei manchen Dingen gefehlt, Geburtstagsnachmittag bei Schwägerinnen
etc, gleich nach Veranstatungen ab in den Stall und nicht mehr zum Kaffee da bleiben.

Manche Dinge haben wir zwecks Arbeit auch abgeschafft und wurden verschoben.

Ich muss aber auch sagen, dass meine Kinder jetzt mit 14 und 16 Jahren, auch mal
verstehen wenn das eine oder andere nicht klappt - oder wenn man da nicht dabei
sein kann. Und wenn etwas ausfällt - dann akzeptieren sie das, während meine
Neffen/Nichten bei so etwas fast ausflippen.

ich finde das heute eigentlich für meine Kinder auch als bereichernd dass man nicht
überall dabei sein konnte bzw. alles nach plan ging/geht

Z.b. Urlaub - letztes Jahr 3 tage berge -dieses jahr gings einfach nicht

Hoffe das hilft dir etwas weiter.........

Lg

Offline samy

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #6 am: 30.08.17, 12:59 »
Ich hatte das Glück in Großfamilie zu leben. Meine Mutter und meine Schwester haben auch immer mal Fahrten übernommen. Dafür fahre ich jetzt obwohl meine Kinder fast aus dem Haus sind.
Ich bin oft auch später gekommen und einiges ist eben auch mal ausgefallen. Ich habe immer versucht es möglich zu machen.
Wir hatte auch bei den zwei Großen gute Fahrgemeinschaften. Beim Jüngsten ist das nie so gut gelaufen. Da wohnen alle kreuz und quer und nix passt zusammen.
Ich habe aber auch gleich von klein auf Grenzen gezogen. Meine Kinder durften keine Sportart machen wo jedes Wochenende irgendwo ein Wettkampf ist.
Dafür war einfach keine Zeit da.  Ein Instrument lernen konnten sie nur wenn etwas Passendes in der Schule (Ganztagsschule) oder im Ort angeboten wurde.
Samy

Offline gina67

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #7 am: 30.08.17, 15:37 »
Ja Annina
das war schon für mich ein schwieriges Thema. Bin möglichst zu vielen Veranstaltungen gegangen, ging nicht immer. Aber dafür hat man als Bäuerin vormittags Zeit, wenn in der Schule basteln und Plätzchen backen angesagt ist.
Da war ich immer dabei und andere berufstätige Mütter konnten nicht. Ich gehe auch jetzt noch mit meinem Enkel zum Plätzchen backen in die Schule, da sind immer höchstens 3 Mütter dabei.

LG Gina

Offline Maja

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #8 am: 30.08.17, 22:22 »
Ich glaube das geht allen Landwirtsfamilien so.
Wenn die Kinder im Kindergarten sind, geht das noch mit Hinbringen und Abholen.
Während der Schulzeit dann Veranstaltungen, Elternabende alle so um 18.00 Uhr Stall/Melkzeit. Elternsprechtage waren grundsätzlich kurz vor Weihnachten in eh turbulenterZeit , die Schule in 20 km Entfernung.
Ich konnte auch oft nicht teilnehmen.
Bei wichtigen Sachen allerdings konnte ich dann durch die Mithilfe anderer Familienmitglieder doch
dran teilnehmen.
Schon meine Mutter sagte als ich zur Schule ging, die Lehrer machen grad was sie wollen, an uns Bauern denkt immer keiner. Als wären wir Menschen zweiter  Klasse.

Offline apis

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #9 am: 30.08.17, 22:36 »
Meine Kinder gingen auch zum Gymnasium. Als ich in der 7. Klasse einmal nachfragte, warum Elternabende um 17.30 beginnen müssen, wurde ich ganz dumm angemacht.
Schließlich wolle man kompetente Eltern auf den Versammlungen haben, wer Interesse an seinen Kindern habe, hätte auch Zeit. Und wozu wollen denn Landwirtskinder Abi machen? Die werden doch sowieso nur Bauer.

Offline annelie

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #10 am: 31.08.17, 06:12 »
Ich war auf keinem Elternsprechtag, wozu auch? Ich konnte ja tagüber in die Sprechstunde der Lehrer gehen. Fand ich viel sinnvoller, wie im Minutentakt alle Lehrer abklappern. Grund- und Hauptschule reicht meist der Klassenlehrer und im Gymnasium der Klassenlehrer und vielleicht noch ein Lehrer wo es nicht so gut läuft. Manche Schulen bieten Telefonsprechstunden mit den Lehrern an. Ich war im jedem Schuljahr bei 2 Lehrern zur Spechstunde, manchmal bei 3.
Elternabende fingen bei uns um 19 Uhr an, da mußte halt mal Göga alleine fertig machen, wir hatten ja nur 2 Kinder, das waren zum Schulanfang 2 Abende und dann vielleicht nochmal ein oder Abende, je nachdem was im Schuljahr so anstand. Übrigens waren bei uns nicht alle Eltern an den Elternabenden, manche Eltern hab ich nie kennengelernt.
Ich bewundere Alleinerziehende, wie das auf die Reihe bekommen.
So weit es möglich war, ging ich zu Schulveranstaltungen, später hatten wir jemanden, der im Stall für mich einspringen konnte. Unsere Tochter legte keinen gesteigerten Wert auf meine Anwesenheit, sie hat sich gefreut, aber sie hatte Verständnis, wenns nicht geklappt hat.
Ich war auf allen Abschlußfeiern, Göga hat sich erfolgreich gedrückt und im KiGa gabs den Martinszug, da ging ich hin und das Kartoffelfeuer, da ging Göga hin, war halt mal einer von uns zeitweise alleine im Stall, wir haben Kühe.
Liebe Grüße
Annelie
Die größte Entdeckung meiner Generation ist, dass der Mensch nur durch Änderung seiner Einstellung sein Leben ändern kann
W. J

Offline Freya

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #11 am: 31.08.17, 06:28 »
Elternsprechtag war ich auch nie. Hab Termine gemacht mit den Lehrern wenn nötig, so wie annelie.


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liebe Grüße
Freya

Offline Maja

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #12 am: 31.08.17, 10:43 »
annelie schön dass es bei euch so gut geklappt hat.
Die meisten Frauen versuchen ja doch sich freizuschalten.  Es geht aber nicht immer
@apis  die Aussage der Lehrerin finde ICH einfach nur dumm
dem groß der Landwirte wird es so gehen wie ich vorher beschrieben.
« Letzte Änderung: 01.09.17, 01:28 von Maja »

Offline ANNALENA

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #13 am: 31.08.17, 16:01 »
Ich war mit unserem jetzt 12jährigen in einer Krabbelgruppe, auch die einzige mit LW. Was hab ich mich oft geärgert.
Grillen wurde um 17.00 Uhr am Sonntag ausgemacht, die anderen hatten keinen Stall. Und auch andre Male war es so. Das sie mal auf mich Rücksicht nahmen und
z.B. um sechs oder sieben grillten, nein, auf keinen Fall! :( :(

Diejenige die das "Kommando" hatte, war selbst von einem Bauern, kam dann dahinter, das ich absichtlich nicht mehr angerufen wurde, weil ich eh nie dabei wäre(z.B.
Essen gehen).
Eine andre Mutter hats mir erzählt, beim zweiten Kind bin ich nicht mehr hin, fehlte mir auch nicht...
Der Kontakt ist abgebrochen, aber das macht nichts...

Seit ich abends arbeite übernimmt Göga vieles, wir haben keine LW mehr, bin ihm sehr dankbar! Z.B. Lehrersprechstunden oder Arzttermine..., hat er früher nie, wie auch?
Früher hat mich SM beim Laternenumzug oder Krippenspiel  im Stall vertreten, mir war es immer sehr wichtig Dabeisein zu können, besonders bei den
Muttertagsfeiern im Kiga.

Wenns geht, sollte man sich Zeit nehmen, die Zeit vergeht so schnell...
Aber ich weiß das es nicht so einfach ist...

Kathi

Offline frankenpower41

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Re: Bauernhof und Schulkinder
« Antwort #14 am: 31.08.17, 16:16 »
Ich habe auch immer versucht es irgendwie einzurichten. Besonders wenn die Kinder klein sind wollen sie schon dass jemand dabei ist.
Geärgert hat mich die Zeiteinteilung oft, aber es war unterschiedlich. Manche Organisatoren nahmen Rücksicht und legten die Zeiten so dass man zumindest anfangs dabei oder später noch dazustoßen konnte.
Andere kamen noch mit blöden Bemerkungen daher.
Auch für Arbeitnehmer ist es oft schwer teilzunehmen. Viele kommen erst spät von der Arbeit heim und wenn Nachmittagsveranstaltung war, da habe ich zwar gekonnt, aber viele andere eben nicht.
Ich hab es schon mal anderswo geschrieben und das wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben, den Abschuss lieferte das Landwirtschaftsamt (oder wer immer dahinter stand), die Verabschiedung nach der Ausbildung war am anderen Ende vom Landkreis (wir haben da fast Stunde zu fahren, duschen ist ja auch noch), Beginn um 19 Uhr, und dann noch zu der Jahreszeit wo es arbeitsmäßig mit Außenwirtschaft sowieso hektisch ist.  Manche habe das sogar geschafft, wir, incl. Sohn, haben uns das geschenkt und wie wir von anderen erfuhren haben wir nichts versäumt.
Vermutlich wollten die Beamten bald nach Hause. Die Veranstaltung war, wie wir hörten, schon vor 21 Uhr zu Ende.

 


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