Autor Thema: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum  (Gelesen 7930 mal)

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Offline NinaTopic starter

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Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« am: 04.03.17, 17:13 »
Servus Zusammen,
heute wurden wir gefragt ob wir evtl. Biestmilch / Kolostrum verkaufen würden? Meine Frage nun - hat das von Euch schon mal wer gemacht, und was wäre ein angemessener Preis pro Liter??
LG
Nina
Liebe Grüße
Martina

Offline michlbaur

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #1 am: 04.03.17, 20:30 »
Hallo,

wir haben vor ein paar Jahren Biestmilch an eine Firma verkauft. Gesammelt wurde die Milch bei einem Landwirt.
Für das Erstgemelk haben brutto 1,50 € pro Liter bekommen, für das Zweitgemelk 1,20 €

Offline Freya

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #2 am: 04.03.17, 22:23 »
ich habe früher auch schon mal Biestmilch verkauft an eine Firma, die diese nach Österreich verkauft hat. Das hat aber aufgehört, als die BSE Krise kam. Schade...

Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, was ich damals für ein Kilo Biestmilch bekommen habe. Wir konnten das erste und das zweite Gemelk verkaufen und
gesammelt hat das die Molkerei an einem bestimmten Tag bei einem Bauern. Der Verkauf war einträglich, denn sonst hätte es nicht einzelne Milchbäuerinnen gegeben,
die sich eine zusätlzliche Gefriertruhe gekauft haben.

Ich glaube, dass wir auch so ca. 1,50 € für ein kg Biestmilch bekommen haben, hemmstoffrei natürlich (kein Trockensteller) und sofort eingefroren.
On Dir die Mehrarbeit 1,50 wert ist, musst du selbst wissen. Aber natürlich  brauchst du auch Biestmilch in der Gefrier für deine eigenen Kälber, wenn eine Kalbin mal keine Milch hat.
Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

liebe Grüße
Freya

Offline gammi

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #3 am: 04.03.17, 22:58 »
Ich habe erst neulich erfahren, dass Biestmilch den Hof gar nicht verlassen darf. Es gab dazu wohl auch schon Kontrollen.

Ob es tatsächlich stimmt weiß ich allerdings nicht, und auch nicht den Hintergrund warum.
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Offline LuckyLucy

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #4 am: 04.03.17, 23:35 »
gammi, das kann ich mir nach dem Besuch zweier Kurse zur Schafhaltung bzw. Lammzeit in Triesdorf nicht vorstellen. Zu beiden Veranstaltungen wurde im Falle eines Falles auf eine mögliche Biestmilchversorgung durch Nachbarhöfe empfohlen, und da dort auf diverse rechtliche Dinge hingewiesen wurde, glaube ich kaum, dass man eine rechtliche nicht einwandfreie Situation empfehlen würde.
LuckyLucy

Offline Entlein

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #5 am: 05.03.17, 06:43 »
gammi, das kann ich mir nach dem Besuch zweier Kurse zur Schafhaltung bzw. Lammzeit in Triesdorf nicht vorstellen. Zu beiden Veranstaltungen wurde im Falle eines Falles auf eine mögliche Biestmilchversorgung durch Nachbarhöfe empfohlen, und da dort auf diverse rechtliche Dinge hingewiesen wurde, glaube ich kaum, dass man eine rechtliche nicht einwandfreie Situation empfehlen würde.

Das habe ich bei einem Ablammkurs vor einer Woche im Prinzip auch erfahren, allerdings mit dem Hinweis, dass Du als Biestmilchverkäufer Futtermittelunternehmer bist.

Offline LuckyLucy

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #6 am: 05.03.17, 07:10 »
... Biestmilchverkäufer Futtermittelunternehmer bist.

Himmel Herrgott Sack Zement - wir regulieren uns in dieser Republik echt zu Tode.  >:(
Vielleicht sollte der Abgeber einfach auf die Bezahlung verzichten, das Kolostrum aus Nächstenliebe, Nachbarschaftshilfe und Liebe zum Tier, das aus welchen Gründen auch immer, von seiner Mutter  :'( nichts bekommt, abgeben. Auch wenn er damit vermutlich auch mit einem Bein im Gefängnis steht. Mann, Mann, Mann - ich glaub es einfach nicht!  :-X
LuckyLucy

Offline Entlein

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #7 am: 05.03.17, 07:29 »
Genau, deshalb wurde uns auch erklärt, man solle sich doch vertrauensvoll an seinen Nachbarbauern wenden und ohne viel Aufhebens das Geschäft... äh: Geschenk abwickeln. Aber Du hast völlig recht: wir regulieren uns zu Tode. Und es wird immer schlimmer.

Offline Hein

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #8 am: 05.03.17, 09:27 »
Aus eigener Erfahrung sage ich mal : hemmstoff-frei ist nicht das einzige, worauf man achten muss. Ganz wichtig ist dabei die Einhaltung der Wartezeit, wenn du Trockensteller einsetzt.
Im Bereich um Bremen haben diverse Betriebe bereits Besuch von der Staatsanwaltschaft gehabt. Dort wurden Belege und Beweismaterial eingesammelt und eine Ermittlung eingeleitet.
Ohne Trockensteller kein Problem, aber mit Trockensteller peinlich genau an den Packungsaufdruck halten!

PS.: Futtermittelerzeuger bin ich ohnehin, sobald ich Gras maehe und zur Fuetterung einsetze. Da gab es doch vor Jahren die Registrierung beim Laves, wo eigentlich jeder Tierhalter mit Rauhfuttererzeugung gemeldet sein muss.
« Letzte Änderung: 05.03.17, 09:31 von Hein »
viele Grüsse     Hein

Offline gammi

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #9 am: 05.03.17, 09:40 »
Das ist ja das große Problem, dass so viele gute Sachen kaputt geregelt werden.
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Offline LuckyLucy

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #10 am: 05.03.17, 09:58 »
Aus eigener Erfahrung sage ich mal : hemmstoff-frei ist nicht das einzige, worauf man achten muss. Ganz wichtig ist dabei die Einhaltung der Wartezeit, wenn du Trockensteller einsetzt.
Im Bereich um Bremen haben diverse Betriebe bereits Besuch von der Staatsanwaltschaft gehabt. Dort wurden Belege und Beweismaterial eingesammelt und eine Ermittlung eingeleitet.
Ohne Trockensteller kein Problem, aber mit Trockensteller peinlich genau an den Packungsaufdruck halten!

PS.: Futtermittelerzeuger bin ich ohnehin, sobald ich Gras maehe und zur Fuetterung einsetze. Da gab es doch vor Jahren die Registrierung beim Laves, wo eigentlich jeder Tierhalter mit Rauhfuttererzeugung gemeldet sein muss.

Hein, kannst Du mir bitte mal weiterhelfen, in welchem Zusammenhang der Trockensteller mit Biestmilch steht?
LuckyLucy

Offline annelie

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #11 am: 05.03.17, 10:10 »
Weil die Milch nicht hemmstofffrei und somit nicht verkehrsfähig ist. Man muß die Wartezeiten einhalten.
Liebe Grüße
Annelie
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Offline LuckyLucy

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #12 am: 05.03.17, 11:27 »
Wer nicht fragt, bleibt dumm:  :D

Annelie, aber die Biestmilch hat doch (erwünschte) milcheigene Hemmstoffe, die sie für das Neugeborene so wichtig macht? Und Trockensteller wäre doch in der Zeit nach der Kalbung irgendwie auch unlogisch?  ???

Bitte, lasst mich nicht dumm sterben!  ;)
LuckyLucy

Offline Tina

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #13 am: 05.03.17, 11:36 »
Biestmilch darf, ungeachtet davon, ob die Kuh mit Antibiotika trockengestellt wurde, in den ersten fünf Tagen in den Verkehr, d.h.
zur Molkerei, gebracht werden.
Die Zusammensetzung ist eine andere, da ist mehr Eiweiß drin, man sieht das auch an der Farbe (mehr oder weniger gelb) und manchmal auch an der Konsistenz.

Davon mal ab, für das Kalb gibt es in der Regel nichts besseres, als Biestmilch. Und da wir in den ersten zwei Wochen ad libitum tränken, bleibt davon nichts übrig.
Beim ersten Gemelk melken wir in der Regel nur soviel ab, wie das Kalb braucht und dann melken wir die frisch gekalbten Kühe in der ersten Woche meistens nur einmal täglich.
« Letzte Änderung: 05.03.17, 11:39 von Tina »
LG
Tina

Offline LuckyLucy

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Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
« Antwort #14 am: 05.03.17, 11:54 »
Ich merke, die Voraussetzungen an Wissen sind bei Euch deutlich andere. Jedenfalls kapiere ich die Zusammenhänge immer noch nicht. Und das würde ich wirklich gern.

Tina, ich habe Dich so verstanden, dass man eine Kuh mit Antibiotika trockenstellen kann. Wann tut man das? Unmittelbar nach der Geburt? Warum tut man es zu dem Zeitpunkt? Weil man das Kalb lieber mit fremder Milch oder gar MAT füttern möchte?
LuckyLucy

 


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