Autor Thema: Gewalt in der Familie  (Gelesen 4107 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Gewalt in der Familie
« am: 03.01.17, 15:15 »

In unserer Gemeinde ist an Silvester ein schrecklicher Mord verübt worden. :'(

Eine 40jährige Frau wurde frühmorgens beim Verlassen ihrer Wohnung attackiert und mit einem Messer getötet.  :o :-[
Dringend tatverdächtig ist der Ehemann, von dem die Frau mit ihren Töchtern getrennt lebte.

Im Polizeibericht heisst es, dass die Gewalttätigkeit des Mannes gegenüber der Frau und auch den Kindern offensichtlich der Trennungsgrund war.
Nach der Trennung wurde auch ein Kontaktverbot erwirkt, woran sich der Mann aber nicht hielt.

Mehreren Leuten und Nachbarn gegenüber muss die Frau schon gesagt haben, dass sie weiterhin panische Angst vor ihm hat. :'(


Das Thema "Häusliche Gewalt" ist immer noch sehr tabuisiert. :-X

Hier gibt es ein paar "Zahlen und Fakten":
https://www.frauen-gegen-gewalt.de/gewalt-gegen-frauen-zahlen-und-fakten.html


Was kann/soll man als Betroffene tun?
Wie kann man als Außenstehender helfen, wenn man das mitbekommt?  ???
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline Nixe

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #1 am: 03.01.17, 18:26 »
vorallem weil es schwierig ist für andere damit umzugehen. Sich einmischen? Man weiß ja nicht ob das oft gewollt wäre.
Ich kenn da so nen Fall da war der Mann JAhre lang gewalttätig hauptsächlich wenn er betrunken war und das war aber so 2-3 mal in der Woche ,sie hat es den Kinder zu lieb sehr lange ausgehalten,hat aber wenn es ganz schlimm wurde die Eltern von ihm angerufen und die kamen dann ihn zu beruhigen unzählige Male.Nach Jahren hat sie den Mut aufgebracht und ist gegangen und jetzt plötzlich will keiner was gesehen haben auch die Schwiegereltern nicht sie kämpft um Unterhalt für sich und die Kinder ,und jetzt heißt es selber Schuld warum bist du auch gegangen Soooo schlimm wars jetzt auch nicht.
Es muß immer ganz schlimm kommen dann erst hätte man handlen sollen???

Offline bertine

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #2 am: 03.01.17, 18:50 »

Man weiss nicht wie man sich verhalten soll. bei uns in der Nachbarschaft hatten wir dasselbe.Es hat lange gedauert bis die Frau gegangen ist. Wie oft habe ich mit ihr gesprochen und ihr meine Hilfe angeboten, ihre kinder haben sie gefragt warum bleiben wir hier. Ihre Geschwister haben so oft versucht zu helfen. Den Absprung hat sie erst nach einem längeren Kuraufenthalt geschafft. Der Mann ist Alkoholiker.

Offline Freya

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #3 am: 03.01.17, 21:27 »
Ich würde mich wahrscheinlich auch nicht einmischen wollen. Aber ich würde versuchen, der Frau nahe zu legen, sich mal einige Abende mit der Angehörigengruppe "Al-Anon" der Anonymen Alkoholiker zu "gönnen".

Die Al-Anon, die Angehörigen, kennen sich da auch hervorragend aus und vor allen Dingen sind da immer selbst Betroffene dabei. Die wissen aus eigener Erfahrung, was man machen kann und was besser nicht.
Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

liebe Grüße
Freya

Offline geli.G

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #4 am: 03.01.17, 21:42 »
Ich habs gehört und gleich an Dich gedacht.
Ich weiss auch nicht, was ich täte.... :-\

So geht´s mir auch.... :-\
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline christiana

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #5 am: 04.01.17, 09:26 »
Das ist ein schweres Thema, das dringend thematisiert werden muss.

Bei uns in der Küche hängt ein großer Zettel mit allen Nummern (Kinder, Jugendliche, Frauen) an die man sich als betroffener oder als helfender Mensch wenden kann. Auf der Vorderseite steht, wie man sich verhalten sollte und wann man tätig werden sollte.
Der Zettel hängt da, damit wir immer wieder daran erinnert werden und damit unsere und Freunde unserer Kinder auch informiert sind und sich dann vielleicht auch trauen sich Hilfe zu holen.

Auch wenn es immer mehr Hilfe für Opfer gibt, reicht diese nicht aus bzw wird aus Scham und Angst nicht angenommen.

Um zu helfen braucht man Mut und Einfühlungsvermögen und wichtig ist auch, dass man sich selbst nicht in Gefahr bringt.

LG christiana

Online mary

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #6 am: 04.01.17, 09:44 »
Schon beim Lesen unserer Tageszeitung beschleicht mich das komische Gefühl, dass die Gewalt gegen Frauen im Ansteigen begriffen ist. Mord, sexuelle Belästigung, Gewalt, ................
Es ist oft nur eine Überschrift, das menschliche Drama, das dahintersteckt, kann man oft nur erahnen.
Was lässt Männer zu solchen Monstern werden- jeder Knabe wird von einer Frau auf die Welt gebracht, aufgezogen.
Ich bin kein grosser Krimi oder Thrillerfan, aber nur beim Zappen ist mir in der letzten Zeit aufgefallen, dass die Masse an Gewaltfilmen zunimmt.
Scheinbar macht es doch was mit den Menschen.
Unser Glotzophon ist kaputt, ich vermisse es derzeit gar nicht.

Offline susabe68

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #7 am: 05.01.17, 12:21 »
Bei uns ist es die herzlose und lieblose Art, wie Schwiegertochter mit unserem Enkelsohn 14 Monate umgeht.
Er ist wirklich ein echter Sonnenschein und ziemlich hart im Nehmen, fällt er hin, sagt sie "gar nicht beachten" zu uns und " du bist selber schuld" zu ihm.
Da gibt es keinen Trost oder auf den Arm nehmen. Fläschchen trinken darf er auch nicht mehr, weil die aus der Krabbelgruppe brauchen ja auch keins mehr. Heute morgen hat er dien Aufschnitt von seinen Brotstückchen abgegessen, das Brot wollte er dann nicht mehr, da wurde er in seinem Stühlchen festgehalten bis die Tränen kamen, danach in die Bauchtrage verfrachtet, nicht dass er auf die Idee kommt, zu Oma, Opa oder Papa zu gehen und vielleicht etwas zu essen, was ihm schmeckt. Ich habe schon manchmal ganz zart angefragt, ob es nicht auch anders geht, aber dann kriege ich zu hören, dass es ja ihr Kind sei. Unser Sohn hält sich da ziemlich raus, aber auch auf ihn geht nichts ein. Betrieblich läuft es nicht so, wie die Beiden sich das vorstellen, wir sollen ihm doch den Hof übergeben, was wir aber aus vielen Gründen nicht tun, wie schon in anderen Beiträgen geschrieben.
Und so wird ihre ganze Unzufriedenheit über den Kleinen kompensiert, weil sie ja ganz genau wissen, wie wir darunter leiden.

Offline geli.G

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #8 am: 05.01.17, 19:12 »
Ich find das einfach nur traurig......  :'( :'(
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Online saba

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #9 am: 05.01.17, 19:43 »
@ susabe: Oh je, da würde ich auch leiden.  :'(
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Offline susabe68

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #10 am: 13.01.17, 14:33 »
Ihr Lieben,
ich möchte mich gerne erst mal bei allen bedanken, die mir auf meine Beiträge geantwortet haben. Leider habe ich nicht viel und oft Zeit für den BT,
außerdem bin ich auch nicht so bewandert mit dem Umgang von E-Mail, PC und KMs, da ich aber gesundheitlich stark angegriffen bin (Blutdruck 182/123) habe ich auch einfach nicht den Nerv mich mit der Materie auseinander zu setzen. Bitte seid nicht böse, wenn ich nicht antworte oder lange nicht schreibe, aber es hilft mir wirklich sehr, hier einfach mal Dampf abzulassen.
Nachdem unser Sohn am Wochenende angeblich vorhatte sein Leben zu beenden, wir die Polizei einschalteten, diese von einer Zwangseinweisung absahen, unser Sohn nun seit Montag nicht mehr arbeitet, aber auch keine psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, mein Mann und ich mit der Arbeit und den Zukunftssorgen alleine da stehen, weiß ich einfach nicht wo mir der Kopf steht. Langsam glaube ich, dass alles nur ein Schmierentheater von Sohn und ST war, um uns zur Betriebsübergabe zu erpressen. Heute müsste ich ihm seinen Lohn überweisen, aber ich bin hin und her gerissen, ob ich das wirklich tun soll, warum soll ich mich an meine Pflicht halten? Scheinbar sind beide nur stinkfaul und lassen sich von uns aushalten. So faul, dem Kleinen sein Essen kalt zu pusten, so dass er sich heute Mittag sein Mündchen verbrannt hat, aber das muss er ja mit 14 Monaten auch wissen, dass es noch heiß sein könnte. Mit dem Handy spielen ist wohl wichtiger!

Offline Mattea

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #11 am: 13.01.17, 15:49 »
Die beiden sind wohl völlig unreif und auch nicht in der Lage Verantwortung zu übernehmen.
Beide haben wohl Erklärungen für ihre Unfähigkeit, es da wohl immer die anderen schuld, Eltern/Schwiegereltern, weil die wohl nicht so springen, wie die Jungen da wollen.
Ich kann aus den Berichten entnehmen, dass der Junior mit Ehefrau, absolut kein Konzept haben, wie der Betrieb funktionieren soll, die scheinen auch nicht zu wissen, was der Betrieb/Motor jeden Monat kostet, nicht nur finanizell,..sondern mit tgl. Einsatz und Verantwortung. Nicht mal nach Lust und Laune und sich nur die Arbeiten sich heraus suchen, die gerade wohl passen.

Lasst euch nicht erpressen, den Preis würdet ihr bezahlen.

Offline gammi

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #12 am: 13.01.17, 15:52 »
Ich drücke euch auch von Herzen die Daumen, dass ihr eine gute Lösung für euere Probleme findet.
Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch

Offline Mathilde

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #13 am: 13.01.17, 16:00 »
Hallo,

also Susabe, wenn Euer Sohn angestellt ist und angemeldet als Arbeitnehmer dann muss er entweder eine Krankmeldung bringen oder es ist schlichtweg Arbeitsverweigerung was eine Abmahnung (schriftlich) bedeutet im normalen Arbeitnehmerverhältnis.
Die Einweisung in eine Klinik hätte ich nicht über die Polizei versucht sondern über einen Psychiater oder Arzt
https://de.wikipedia.org/wiki/Psychisch-Kranken-Gesetz

Ich würde an Eurer Stelle mir sehr gut überlegen was ich tu. Vielleicht wäre auch mal Supervision oder eine Mediation angebracht.
Ersteres machen Psychologen und Psychiater das letzere gibt es auch von den Kammern oder Familienberatungen
Auch ich hab so meine Probleme da sind die Termine beim Psychologen direkt eine Auszeit für mich.........ich geh da auch manchmal mit rein. ;)
LG Mathilde
« Letzte Änderung: 13.01.17, 16:02 von Mathilde »
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline bertine

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Re: Gewalt in der Familie
« Antwort #14 am: 13.01.17, 18:31 »

Hallo susabe68,

das ist wirklich schlimm. lasst euch nicht erpressen. Wie alt ist dein Sohn, geht das alles auch von ihm aus oder setzt ihn seine Frau so unter Druck.
Wir hatten auch derbe Probleme mit unserem Junior. Zwar nicht so schlimm wie Du beschreibst aber es reichte. Jetzt wo er mit seiner Freundin nicht mehr zusammen ist wird es langsam besser. Die konnte so massiv ihn unter Druck setzten, da konnte er nicht gegen an. Er durfte gar nichts mehr oder musste über jeden Schritt Rechenschaft ablegen. Böse werden und schreien konnte sie das glaubst du nicht. Auch bei uns im Haus, bis wir ihr mal gesagt haben das hier nicht so ein Umgangston herrscht und nach draußen gehen können wenn sie so laut streiten wollen.
Aber Dein Sohn hat Familie da ist das natürlich was anderes.
Ich wünsche Dir sehr viel Kraft und Zuversicht und hoffe das alles gut wird.

Liebe Grüsse
Helga

 


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