Autor Thema: Nischenprodukte als Betriebsperspektive  (Gelesen 2063 mal)

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Offline landleben

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #15 am: 19.12.16, 10:29 »
Eine Zeitlang wurde gerade von Pferdebetrieben Schwarzhafer nachgefragt.

In unserer Region gibt es viele Reitbetriebe, allerdings hätte unser Landhändler wohl Lagerprobleme, da solche "kleinen" Mengen ja seperat gelagert werden sollten.

Lg

Landleben

Online martina

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #16 am: 19.12.16, 10:35 »
Ich kenne auch einige Betriebe, die Schwarzhafer für Pferde anbauen, die lagern den auch selber ein und verkaufen dann gezielt in Partieen.

Kollegen aus unserem Ort haben Hafer in ihrer Kuhschrotmischung.
Das Amt des Moderators: Wie man es macht, ist es falsch. Macht man es gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig.
Ich mag Euch trotzdem.

Offline samyTopic starter

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #17 am: 19.12.16, 10:48 »
Im Zusammenhang mit der Direktvermarktung ist natürlich vieles möglich und eine gute Alternative für kleinere Betriebe.
In diese Richtung gehen wir ja auch in der Tierwirtschaft.
Im Feldbau können wir ja schon größerer Mengen produzieren. Die für eine Dirketvermarktung schon recht groß sind. Vobei natürlich der Verkauf des Hafers und auch des Weizens an die Mühle wohl auch solches angesehen werden kann.
Dinkel und Buchweizen finde ich auch spannend. Da ist aber glaube mehr Bio-Ware gefragt.
Schwarzhafer kenne ich noch nicht. Aber Pferdehalter geben viel Geld aus. Könnte was sein. ;)
Samy

Offline landleben

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #18 am: 19.12.16, 11:33 »
Im Laden, wo ich arbeite, läuft der Dinkel aus dem konv. Anbau recht gut. Buchweizen ist die Nachfrage nicht so groß, aber es gibt Zeiten, da läuft Buchweizenmehl richtig gut.

Den haben wir dann als Bio-Ware. Es gibt auch wohl auch einige Betriebe, die den in S-H anbauen, fahren jetzt über den Großhändler eine neue Werbeschiene. ML-Holsteiner Buchweizenmehl (ML= min leevsten   Schätze mit Mehrwert). Allerdings kosten jetzt davon 500g Buchweizenmehl 5,79 € , was ich schon echt heftig finde. Von einer anderen Firma auch Bio zahlt der Verbraucher nur 3,29€ (und dann auch noch glutenfrei). Vorher lag das Holsteiner Buchweizenmehl auch in der Preisklasse.

Kann da echt nur mit der Kopf schütteln

Landleben

Offline hadu

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #19 am: 06.01.17, 13:31 »
Einen Bauer der Buchweizen und Kümmel anbaut kenne ich sehr gut.
Buchweizen hat den  Vorteil, dass er außer dem Saatgutpreis kein finanzielles Risiko ist, weil er keiner gewöhnlichen Feldfrucht die Anbaufläche weg nimmt.
Für Bucbweizen wird einfach ein abgeerntetes Wintergerstefeld gegrubbert. Gesät und nach nur einigen Wochen gedroschen.
Buchweizen will nicht gedüngt oder gespritzt werden.
Danach kann beliebige überwinternde Frucht angebaut werden, z.B. Winterweizen oder Raps.
Buchweizen ist ein Knöterichgewächs und somit mit Getreide etc. nicht verwand. Also auch noch gut für die Fruchtfolge.

Kümmel gibt es sowohl als Sommer als auch als Winteranbau. Ertragreicher und weniger verunkrautet ist Kümmel über den Winter.
So bald wie möglich nach der Wintergersteernte säen, damit sich bis zum Winter eine kräftige Wurzel bilden kann. Das oberirdische Kraut erfriert. Im Frühling treibt die Wurzel neu aus. Zeitlich mit der Wintergerste wird gedroschen.
Bzgl. Kümmel spritzen / düngen frage ich nach, falls wer Interesse bekundet.
Bzgl. Abnehmer im Bezirk Braunau Oberösterreich ebenfalls.

P.s.: Beides konventionell, trotzdem guter Preis und Angebot geringer als Bedarf.
« Letzte Änderung: 06.01.17, 13:34 von hadu »
Viele Grüße!

Offline samyTopic starter

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #20 am: 09.01.17, 12:23 »
Das mit dem Buchweizen klingt gut. Ich habe mir mal noch ein paar Infos im Netz dazu gesucht.
Es gibt in Deutschland nur zwei Schälmühlen die den BW schälen können.
Mit einer davon haben wir eh schon Geschäftsbeziehungen wegen Hafer und Gerste.
Die Zeit für drillen und ernten würde auch gut passen und hätten wir.
Sorge macht mir die große Schwankung des Ertrages die wohl normal ist. Da würde ein Kontraktabschluss schwierig weil die Menge so schlecht kalkulierbar ist.
Auch muss BW nach der Ernte getrocknet werden da er sehr unterschliedlich abreift. Eigenen Trockung haben wir aber trotzdem kostet es.
Ich bin mir auch nicht sicher ob es für konventionellen BW einen Markt gibt. Weiß jemand wie die Preise pro dt so sind?

Das mit dem Durum haben wir zu Seite gelegt. Da wir ein Mischbetrieb sind und auch Futtermais anbauen gäbe es Probleme mit der Qualität. Auch anderes Getreide vorher soll nicht so gut sein. Kartoffeln oder Rüben bauen wir nicht an und die sind die idealen Vorgänger in der Fruchtfolge.
Samy

Offline Beate Mahr

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #21 am: 10.01.17, 20:13 »
Hallo

wir bauen ja auch immer mal wieder BW an ...

Scheitert meist am fehlenden PSM  :( :( :( :( :(
außerdem ist BW mehr als kälteempfindlich  ::)

Wäre für uns wichtig als Eiweißersatz ...

Gruß
Beate
Der eine sieht nur Bäume dicht an dicht,
der andere Zwischenräume und das Licht!

~ Gelesen bei einer Wanderung ~

Offline hadu

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Re: Nischenprodukte als Betriebsperspektive
« Antwort #22 am: 14.01.17, 20:46 »
Hallo samy,

43 cent / kg hat mein befreundeter Bauer im Herbst 2016 für den Buchweizen von 2016 bekommen.
Er hat ihn selbst getrocknet.
Sein Onkel hat ihn nass abgeliefert, bekam etwas weniger.

LG.
Viele Grüße!

 


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