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Autor Thema: Alte Brauchtümer und Traditionen  (Gelesen 22411 mal)
mamaimdienst
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« Antwort #195 am: 13.02.10, 19:33 »

Halloween gehört bei uns im Dorf Gottseidank (noch) nicht zum tradionellen Gut. Im nächsten Ort ist das schon anderst. Da ziehen am 31.10. tatsächlich Kinder von Haus zu Haus und bekommen Süßigkeiten. (Dort gibt es sehr viele Rußlanddeutsche, die das mehr oder weniger eingeführt haben). Erstens sind bei uns im Dorf so gut wie keine "Auswärtigen" zugezogen und bei uns werden schon noch "alte" Traditionen gepflegt. So ziehen bei uns z.B. an Faschingsdienstag die Kinder verkleidet von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchen auf oder singen ein Lied. Dafür bekommen sie Geld (Waren wir früher stolz, gaaaanz viel Geld bekommen zu haben - pro Haus waren das so ca. 20 Pfennige  Grin). Das haben wir Eltern vor 30 Jahren auch schon gemacht. Nachmittags ist dann immer ein Umzug mit den Kindern durchs Dorf mit anschließendem "Faschingsball". Ich hoffe doch, daß in 30 Jahren meine Enkel auch mal so durchs Dorf ziehen. Vielleicht gibt es aber dann auch andere Traditionen. Diese verändern sich auch. Den Neujahreskaffee bei meiner Oma wird es aller Warscheinlichkeit nach, nächstes Jahr schon nicht mehr geben. Da wird sich dann eine neue Tradition finden. Veränderungen sind also auch ganz normal. Ich denke auch, das Traditionen schon eine gewisse Sicherheit verspüren lassen und bin froh daß wir welche haben.
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Kinder machen Mut!
Christine
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Ich liebe dieses Forum!


« Antwort #196 am: 14.02.10, 06:14 »

So ziehen bei uns z.B. an Faschingsdienstag die Kinder verkleidet von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchen auf oder singen ein Lied. Dafür bekommen sie Geld (Waren wir früher stolz, gaaaanz viel Geld bekommen zu haben - pro Haus waren das so ca. 20 Pfennige  Grin). Das haben wir Eltern vor 30 Jahren auch schon gemacht.

Ich bin e kleener König, gebbt m'r net ze wenig, lasst mich net so lange steh', ich will e Heisel weiter geh'.
Das war der Spruch meiner Kindheit. Mal sehen, was unser Enkelkind sagt, wenn's bald soweit ist......

Christine
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Herzlichen Gruß - Christine

Humor ist der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt.
Joachim Ringelnatz
Kerzenlicht
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« Antwort #197 am: 14.02.10, 08:39 »

Bei mir zuhaus - hier jetzt nicht, da das Dorf zu gross dafür ist - gehen die Kinder - früher so erste Klasse bis sechste Klasse, heute werden die Zwerge von Mama im Kinderwagen geschoben  Lips Sealed bis ca. 6. Klasse - am Faschingsdienstag von Haus zu Haus, singen "Lustig ist das Zigeunerleben"  nur beim ehemaligen Schmied singen sie "Gema weng iwe zum Schmied seiner Frau", werden von den Leuten begutachtet und erhalten Bonbon oder auch Geld. Da  gibt es bei uns schöne alte Bilder, man muss nur hinten schreiben, wer da wer ist, weil unter den oft super Masken erkennt man die Kinder kaum!!

In diesem Sinne

Helau Oho und Aalaf!!
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fanni
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« Antwort #198 am: 14.02.10, 08:48 »

Hallo fanni,

Das Wort Tradition lässt sich vom lateinischen Wort "traditio" herleiten, was so viel wie "Überlieferung" bedeutet. Ganz allgemein bedeutet Tradition die Weitergabe von gewissen Überzeugungen, Glaubensvorstellungen und Handlungsmustern (dazu gehört auch z.B. Sprache). Dies geschieht immer mündlich oder schriftlich innerhalb von Generationen (innerhalb Familie) oder Gruppen allgemein, die eben gewisse Überzeugungen und Vorstellungen verbindet. Indem die Nachfahren das Verhalten der Vorfahren nachahmen und fortführen (wie z.B. hier beschrieben: das Maibaum aufstellen oder das Backen von Neujahrskuchen) wird etwas zur Tradition.

ichhäng noch am Grunsätzlichem rum................

also bei uns gibts viele "Traditionen" im Kirchenjahr die ich gerne mitfeiere.........wenn ich aber sehe, dass der Anklang nicht mehr so da ist, hab ich persönlich kein Problem damit einen "Brauch" eine "Tradition" auch mal in Ruhe sterben zu lassen............z.B. Oktoberrosenkränze gibts bei uns nicht mehr, einfach weil keiner mehr hingeht........also Abstimmung mit den Füßen.

Manches "Alte" ist ja echt belastend. z.b. meine Schwägerin hat jetzt ein Ehrenamt abgegeben, in ihrem Dorf wurde immer für den Maialtar,also für den Blumenschmuck des Marienaltars im Mai gesondert gesammelt von Haus zu Haus.........sie hat einfach keine Lust mehr sich hier auf der Strasse einen abzuquatschen und ein anderer hat diese Aufgabe auch nicht mehr übernommen.............aha.............also hat die Kirchenverwaltung diese Tradition einfach sterben lassen und zahlt es jetzt aus anderer Kasse........so schnell gehts.

Da gäbs noch mehr Beispiele...........andererseits wird manches gleich zu einer Tradition hochgelobt, nur weil man es mal ausprobiert hat und es beim ersten Mal guten Anklang fand.........z.B. Aktion Adventsfenster bei uns...hat super geklappt, aber muß man es dann gleich jedes Jahr machen, bis es sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder totgelaufen nhat, weil die Leute, die es organisieren der Dampf ausgeht Wink Cool..alle zwei Jahr wär auch was find ich.......
« Letzte Änderung: 14.02.10, 08:54 von fanni » Gespeichert

Herzliche Grüße von Fanni
goldbach
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« Antwort #199 am: 14.02.10, 10:09 »


Da gäbs noch mehr Beispiele...........andererseits wird manches gleich zu einer Tradition hochgelobt, nur weil man es mal ausprobiert hat und es beim ersten Mal guten Anklang fand.........z.B. Aktion Adventsfenster bei uns...hat super geklappt, aber muß man es dann gleich jedes Jahr machen, bis es sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder totgelaufen hat, weil die Leute, die es organisieren der Dampf ausgeht Wink Cool..alle zwei Jahr wär auch was find ich.......

@fanni: Danke, denn genauso denke ich auch. Wenn ich wo lese "traditionelles xxxfest"  - und dann wird es zum drittenmal oder so gemacht - da stellen sich meine Gedanken quer...
Eine "Tradition" in meiner Heimatkirchengemeinde waren die Markus-Bittgänge. An zwei Abenden gingen wir betend zum Nachbarort bzw. zur Filialkirche, dort wurde eine Messe gelesen und man ging wieder zurück. Teils begleitet von den besuchten Kirchgängern des Nachbarortes. Am "großen Bittgang" gingen wir an einem vormittag dann alle zusammen zu den übernächsten. Da wurde eine Kirche gehalten und die Erwachsenen sind anschl. zur Stärkung ins Gasthaus. Etwa 1/12 Std. Pause. Die meisten Kinder bekamen die Brotzeit mit und etwas Kleingeld damit wir uns beim Kramer was kaufen konnten. Die Strecke sind einfach etwa 4 km und die, die wir besuchten gingen bis zu einem Wegekreuz wieder mit zurück. Für diesen Bittgang bekamen alle Kinder der betreffenden Schulen schulfrei. Heutzutage unvorstellbar. Mit dem auslagern der kleinen Schulen und dem Bauernsterben auf dem Land, sind solche Traditionen weggebrochen. Den Markus-Bittgang gibt es in der abgespeckten Version: jedes Jahr abwechselnd besuchen sich die Gläubigen in Form eines Bittganges am Abend.  Allerdings gehen wenig junge Leute mit, bei den Kindern meist nur die Kommunion bzw. Firmung haben - auch dieser Bittgang wird es nicht mehr lange geben.  Ebenso wurden die Flurumgänge an den Abenden in den Kirchengemeinden eingestellt. Nun gibt es einen spez. Wettersegen nach den Abendmessen. 
In meiner Kindheit waren auch wesentl. mehr Messen in den Filialkirchen. Im Zuge des Priestermangels kommen die Pfarrer/Kapläne/Diakone nur noch jede Woche einmal und alle 3 Wochen an den Sonntagen.
Die Sonntagsrosenkränze mußten wir als Kinder nicht besuchen: Mutter war evangelisch.... Was haben uns die Nachbarskinder immer drum beneidet!
Denn: Sonntagvormittag um 9 Uhr (bis 10 Uhr)  Gottesdienst dann gab's um 11 Uhr Mittagessen und um 12:30 Uhr wieder Rosenkranz.
Die Sonntagsrosenkränze sind mittlerweile kaum mehr besucht.  Die Maiandachten 1-2 mal wöchentlich werden von "uns" selbst gestaltet und abgehalten.  Je nach Lust und Laune. Und darum werden sie auch gut angenommen.
Viele Traditionen in den Dörfern leben und sterben mit dem Engagement von Einzelpersonen. Meist waren dies doch Bauernfamilien, die sich dafür Zeit nehmen/genommen haben. Die anderen Berufstätigen können diese Aufgaben oftmals nicht erfüllen, da sie untertags nicht in den Dörfern sind. Und am Abend eh' so viel ansteht, was zu erledigen ist.
Ich denke auch, daß in der nächsten Zeit viele kleine Feuerwehren vor dem "Aus" stehen. Als Verein wird es die FFW weiterhin geben. Wenn bei uns an einem Werktag die Sirene geht, sind nicht mehr viel Männer im Ort, die zum FFW-Haus laufen. Der Großteil der Aktiven arbeitet auswärts.
Ich bin der Ansicht, man soll sich nicht den Traditionen verpflichtet fühlen, nur weil sie Tradition sind.  Alles ist in Bewegung - schon immer. 
Wie sagte meine alte Tante immer: Nur weil's von Früher ist, ist das noch lange nicht gut.
goldbach
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pauline971
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« Antwort #200 am: 25.09.10, 16:15 »

Hallo zusammen,
nächste Woche wird unsere neue Heizung in Betrieb genommen. ich freu mich wahnsinnig. Meine Frage: Kennt jemand den Brauch bei der ersten Inbetriebnahme eines Holzofens ein Glas Schnaps reinzuschütten (also in den Ofen  Grin)? Das soll bedeuten, daß der Ofen immer gut brennt. Ich kenne das nicht, aber mein Mann hat es in der Arbeit von einem kollegen erzählt bekommen.
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Das Leben ist zu kurz um was schlechtes zu trinken
samira
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« Antwort #201 am: 25.09.10, 16:25 »

Hallo pauline!

Also davon hab ich noch nie was gehört. Aber wie heisst es so schön: Andere Länder, andere Sitten. Grin
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Liebe Grüße Samira
maria02
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« Antwort #202 am: 25.09.10, 17:06 »

Hallo Pauline,

ich würde den Schnaps ja eher darauf trinken als ihn in die Heizung zu schütten Grin
Obwohl wir haben mal so einen Fussel geschenkt gekriegt, der war wirklich nicht zum hinunter bekommen....
mit dem hab ich dann Fenster geputzt Wink

Lieber Gruß
Maria
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pauline971
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« Antwort #203 am: 26.09.10, 20:52 »

Ich werde ein Schnapsglas in den Ofen trinken und allen Beteiligten ein Glas einschenken und dann trinken wir auf das Wohl vom neuen Ofen und daß er immer gut brennt  Cheesy
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Das Leben ist zu kurz um was schlechtes zu trinken
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