Autor Thema: Haben die Milchbauern resigniert? III  (Gelesen 19384 mal)

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Offline frankenpower41

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #30 am: 20.03.16, 13:20 »
stimmt genau, aber auch hier ist es so, dass die meisten einzelbetriebliche Interessen vor das Gesamte stellen.
Es wird immer welche geben, die sich hinstellen und schreien sie können das auch zu dem jetzigen Preis (ob es stimmt ist andere Frage).
Im Moment ist es noch so, dass es nicht mal wir Deutsche sind (schon auch), sondern Irland, Niederlande die eine prozentual größere Menge produzieren.

Bisher haben bei uns in der näheren Umgebung nur Betriebe aufgehört, wo es aus Generationsgründen war. Bestimmt auch einige darunter, die bei besseren Milchpreis noch ein paar Jahre gewartet hätten.
Wenn Preis sich nicht bessert, und im Moment sieht es ja wirklich nicht danach aus, im Gegenteil, dann wird es nicht lange dauern und es kommen auch andere Betriebe dazu.
Bei uns laufen im Moment auch Gedankenspiele wie es mit Milch längerfristig weitergehen wird.

LG Marianne

Offline Internetschdrieler

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #31 am: 20.03.16, 13:44 »
Was mich an der ganzen Diskussion stört ist die Tatsache, dass ein Aufschrei im Zusammenhang mit den fallenden Milchpreisen einhergeht und alle für die Situation verantwortlich sind LEH, Verbraucher, NGOs, die Grünen, Russland, China, die Kirche, die Blödzeitung ach und was sonst noch alles. Die sind aber nicht die richtigen Adressaten, finde ich.

Sind wir uns wenigstens darin einig, dass für den Wegfall des gesamten Russlandmarktes einzig und allein die Politik die Verantwortung trägt und dies vom LEH vom ersten Moment an ausgenutzt wurde?
Zitat
Es wird Zeit, dass sich die Milchproduzenten an die eigene Nase packen und nicht immer anderen die Schuld für die Misere in die Schuhe schieben.
Der Einzelbetrieb sieht wo er bleibt, ganz klar, muss aber auch wissen, dass dieses Verhalten das ursächliche Problem für den Preisverfall ist.
Das Problem ist und bleibt die Menge und der Absatz.

.............und das Hemd ist jedem näher wie die Hose.

Doch wo will man ansetzten manche Molkerei versucht es mit einem "Brandbrief" andere mit freiwilligen Vereinbarungen zur Mengenreduzierung.
Was würde es bringen, wenn zum Bespiel ab 1. Mai für jede Milchkuh ein trockener Stall-Liegeplatz nachzuweisen wäre. Kontrolle Anlassbezogen über HiTier-Datenbank in Verbindung mit erteilten Stallbaugenehmigungen vom Bauamt -  Der Schlachtkuhmarkt würde kurzfristig zusammenbrechen
Der Hacken an der Geschichte, die Iren, wie Marianne schon anführte, die mit die höchsten Steigerungsrate haben, wären wohl außen vor.

Online gammi

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #32 am: 20.03.16, 14:38 »

Was mich an der ganzen Diskussion stört ist die Tatsache, dass ein Aufschrei im Zusammenhang mit den fallenden Milchpreisen einhergeht und alle für die Situation verantwortlich sind LEH, Verbraucher, NGOs, die Grünen, Russland, China, die Kirche, die Blödzeitung ach und was sonst noch alles. Die sind aber nicht die richtigen Adressaten, finde ich.


Ich finde schon, dass jeder davon auch seinen Teil "Schuld" trägt.
Enjoy the little things

Offline Andreas

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #33 am: 20.03.16, 14:50 »
Heute früh war ja wieder mal Günther Felßner vom BBV im Radio
bei Landwirtschaft und Umwelt .
Das Wichtigste seiner Meinung nach, nur keine Marktanteile verlieren.
Zukunft kann nicht sein, weniger zu produzieren, sondern mehr.
Wir müssen den Weltmarkt erobern !
Alle, die hier überlegen, mit der Milcherzeugung aufzuhören,
würden dieser Strategie nur schaden.
Die Erzeugungsschlacht geht weiter bis zum Sieg :P

Offline frankenpower41

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #34 am: 20.03.16, 15:04 »
zu Felßner setz ich mich schon lange auf meine Finger.
Der hat auch in BBV-Reihen seine Kritiker
« Letzte Änderung: 20.03.16, 21:57 von frankenpower41 »

Offline Rohana

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #35 am: 21.03.16, 07:18 »
Es ist definitiv nicht die Schuld der deutschen Milchbauern wenn anderswo NOCH verrückter produziert wird. Willkommen in der globalen Welt. Heisst jetzt nicht dass ich deutsche Überproduktion gutheissen würde, aber es gibt schon noch mehr als Deutschland... Schuldzuweisungen bringen halt auch keinen weiter.

Offline Mucki

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #36 am: 21.03.16, 07:39 »
da hast du recht Schuldzuweisungen bringen keinen weiter ,aber die einsicht das wir zuviel produzieren und zurückfahren müßen würde uns weiterbringen .

lg Mucki
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Offline Heidi.S

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #37 am: 21.03.16, 07:53 »
Die Einsicht bringt nur nicht viel weiter. Da ist sich oft weder die Familie einig, noch das Dorf, noch die Region.
Nur wer trotz Niedrigstpreise weiter über die Runden kommt und dabei die Lust nicht verliert, wird in Zukunft als Milchbauer weiter machen können.... und auch solche die Finanzspritzen von außerhalb der Landwirtschaft bekommen.
Was das dann für unsere dörfliche Struktur und Kulturlandschaft bedeutet, steht wieder auf einen anderen Blatt
Liebe Grüße Heidi

Offline Petra2

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #38 am: 21.03.16, 09:11 »
aber es gibt schon noch mehr als Deutschland...

Hallo,
zum Beispiel die Niederlande.
Bei denen war 2015 Referenzjahr für eine Phosphatquote, daher rührt deren Anstieg der Liefermengen.
Also nicht nur schwarz/weiss denken.

LG
Petra2
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Offline Bullenmafia

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #39 am: 21.03.16, 11:45 »
was machen die Biobauern wenn an Kulap das Geld ausgeht, was ja momentan der Fall ist.

jetzt wo soviele umstellen auf Bio.
Übrigens, das entspricht den Tatsachen und wurde so vom LWAmt gesagt.

LG Petra
Ganz liebe Grüße
Petra

Offline Heidi.S

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #40 am: 21.03.16, 11:58 »
Tja was wäre wenn... 
Nicht ist so beständiger wie der Wandel.
Jeder muss für sich das richtige suchen,  was die anderen machen passt nie für einen persönlich auch
Liebe Grüße Heidi

Offline Pierette

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #41 am: 21.03.16, 12:08 »
Es ist definitiv nicht die Schuld der deutschen Milchbauern wenn anderswo NOCH verrückter produziert wird. Willkommen in der globalen Welt. Heisst jetzt nicht dass ich deutsche Überproduktion gutheissen würde, aber es gibt schon noch mehr als Deutschland... Schuldzuweisungen bringen halt auch keinen weiter.

Schonmal was davon gehört, dass der Milchmarkt (so wie der die gesamte Landwirtschaft) auf europäischer Ebene geregelt wird? Und in der globalen Welt ist die EU der größte Milchproduzent mit fast doppelt soviel Milch wie der zweitgrößte, den USA. Die EU mit seinen Mitgliedsländern beherrscht den Markt. Wie Andreas schon richtig sagt, "Erzeugungsschlacht bis zum Sieg", damit haben wir es zu tun.

Der Milchpreisverfall erzeugt EU-weit in den landwirtschaftlichen Betrieben und dem vor-und nachgelagerten Bereich zweistellige Milliardenverluste,
@ Heidi: der ländliche Raum und die Kulturlandschaft dürften sich nachhaltig verändern, da stimme ich Dir zu. Wer allerdings langfristig zu Niedrigstpreisen über die Runden kommt, weiß ich nicht. Für Herrn Büggemeier, WLV-Vize ist jedenfalls klar, dass 24-27ct nicht mehr die reinen variablen Kosten decken" (O-Ton). Außerdem ist das ja noch nicht das Ende der Fahnenstange....!
Eine dauerhafte Bezuschussung funktioniert auch nicht, da ja nunmal genug Steuergelder in Form von Subventionen ausgeschüttet werden.

@Internetschdrieler:
Der Russlandmarkt, kein Markt ist dauerhaft planbar, umsomehr muss ein System installiert werden, das Schwankungen, Veränderungen gerecht werden kann. Der russische LW-Minister sagt in einem Interview: " Noch zwei Jahre Embargo und wir haben den Europäischen Markt vergessen!"
Nun, und die Sache mit den Kuhplätzen ist jetzt auch zu spät, das hätte vor zwei Jahren durchgezogen werden müssen (Dann müssten jetzt nicht so viele Hoffnungen in einen Prozess legen, der die Superabgabe für rechtswidrig erklärt!)
Und der Schlachtkuhmarkt bricht so oder so zusammen.

Es wird Zeit, dass etwas passiert!

Hier kann sich auch nochmal jede(r) persönlich über eine Studie zur Wertschöpfung der Molkereien informieren: youtube.com/watch?v=tBKhOEyJlXk


« Letzte Änderung: 21.03.16, 12:10 von Pierette »
Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)

Offline Heidi.S

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #42 am: 21.03.16, 13:12 »
Mit Geldquelle außerhalb der Landwirtschaft meine ich nicht unbedingt Steuergelder.
Bauplatz finanzierte Ställe gab es auch schon immer.
Und dann gibt's ja noch private Investoren die den Bauern gerne Land abkaufen für viel Geld und ihnen dafür Rückpacht anbieten.
Oder Investoren die ganze Betriebe in guten Lagen kaufen.



Liebe Grüße Heidi

Offline Pierette

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #43 am: 21.03.16, 13:41 »
Alles klar, Heidi, ich hab's verstanden! ;)
Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)

Offline Mucki

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Re: Haben die Milchbauern resigniert? III
« Antwort #44 am: 21.03.16, 13:49 »
Heidi, wen aber viele zum überleben Bauplätze verkaufen werden bald keine Felder mehr da sein sondern alles zugebaut, im übrigen haben diese Changs ned wirklich viele.

Felder an inwestoren zu verkaufen um sie dann zurückzupachten, da zahl ich ja mit der Pacht meinen eigen Kaufpreis zurück .

Lg Mucki
Am Ende des Tunnels ist immer Licht!

 


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