Autor Thema: Ein guter Start für Milchkuhkälber  (Gelesen 55822 mal)

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Offline ayla

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #180 am: 29.11.17, 11:58 »
Ach ja, habe ich noch vergessen, aber auch da kann ich bestätigen, was einige Vorschreiber schon berichteten: dass es rassemässig Unterschiede gibt.
Juniors durchwegs positive Erfahrungen beruhen auf Holstein, wir haben Braunvieh - könnte also schon sein, dass die launischer sind was Sauertränke anbelangt.

Was mich aber noch echt interessieren würde:

Wie oder mit was säuert ihr an?
Ich wollte eigentlich schon früher mal mit Essig ansäuern. Junior sprach sich dagegen aus und meinte, entweder richtig oder gar nicht, und richtig sei mit einem fertigen Präparat. Nun, ist es denn mit Essig nicht "richtig"?
Sohn hat dann bei "Schau..." bestellt, und der Vertreter hat Göga und mir das Vorgehen genau erklärt. Ich musste natürlich wieder kritisch hinterfragen, weshalb man nicht einfach Essig nehmen könne.
Er meinte, wenn überhaupt Essig, dann nur Apfelessig, alles andere bringe gar nichts. Apfelessig sei wohl allgemein für die Gesundheit gut, aber nicht zu vergleichen mit der richtig angesäuerten Milch.
Aber, als Vertreter muss er das ja so sagen, sonst könnte er sein Präparat gar nicht verkaufen, oder?

Eure Meinungen dazu nähmen mich deshalb wunder.

Offline Annina

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #181 am: 29.11.17, 13:29 »
Hallo Ayla,
dank dem BT tränken wir seit ca einem Jahr mit Obstessig angesäuerte Vollmilch. Hatte noch nie ein Kalb, das die nicht gerne genommen hätte, wir haben nur von August bis März kleine Kälber. Wir tränken aber nicht ad libitum. Mit Essig ansäuern find ich praktisch. Zuerst einen Schluck Essig in den Eimer, dann Milch drüber und fertig, kein Umrühren nötig.

Was mich noch interessieren würde, was auch immer wieder ein Streitpunkt mit GöGa ist, ist die Milchmenge. Bei ihm muss ein Kalb 6 Monate lang Milch erhalten, sonst sei es nicht richtig "zwäggleit". In dieser Zeit säuft ein Kuhkalb schon mal 1200lt Milch. Mich dünkt, man könnte das mit viel weniger machen...
Die Kälber erhalten ausser Milch nur Heu und etwas Kälberkraftfutter (eine Mischung mit Luzerne, Apfeltrester und Getreide)
Sein Argument ist immer, wir seien eben im Berggebiet...?

Liebe Grüsse, Annina

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.  Aristoteles

Offline Rohana

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #182 am: 29.11.17, 13:52 »
@Ayla,

den Gedankengang hatte ich auch schon mal. Als wir angefangen haben angesäuert zu füttern, wollte ich auch mit Apfelessig ansäuern. Da gibts aber wohl Probleme mit der Deklaration und man müsste ein HACCP Protokolldingens ausfüllen und dies und jenes weil Apfelessig ja kein gelistetes Futtermittel wäre... irgendwie so. Wir haben nun auch das Präparat von Sch... und fahren gut damit. Zusätzlich zum Säuern hat es noch ein wenig Mineralstoffe, die sicher nicht verkehrt sind.

Offline bienchen3

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #183 am: 29.11.17, 14:36 »
Hallo,
also wir tränken auch ad libidum und säuern mit Apfelessig an. Des Essig setz ich selber im Herbst in den großen blauen Tonnen an.
Stimmt aber wirklich, es gibt immer welche, die hauen nach einer Woche schon zwei mal 8 Liter weg und wiegen mit 4 Wochen fast 100 kg und andere bleiben bei 5-6 Liter pro Mahlzeit. Ich mach das jetzt schon viele Jahre so, und hör das auch sicher nicht auf. Bei uns funktioniert das prima, Heu gibt's von Anfang an angeboten.

Den Apfelessig hat noch nie jemand bemängelt zwecks Deklaration, war auch bei der Bio-Umstellung kein Thema.



Offline zwagge

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #184 am: 29.11.17, 15:03 »
Grias eich,
wir füttern auch ad libitum Sauertränke. 2x täglich ca. 2-3 Wochen.
Wir nehmen das von Jos... da passt die Dosierung, und die Handhabung. Wir säuern aber auch nicht sooooo sauer an, unser h ist dann ca. bei 5,5.
Sind bis jetzt immer sehr gut damit gefahren.
Wichtig ist meiner Meinung nach dass die kleinen spätestens ab der 2. Mahlzeit die angesäuerte Milch bekommen. Sonst klappts nicht (zumindest bei uns)
Bei uns saufens sie im Durchschnitt 10l am Tag.
Wir hatten schon Kälber mit 15l aber auch welche mit 5l.
Durchfall stellt seitdem kein Problem mehr dar. Sie kommen viel schneller wieder raus.

LG Birgit
Ganz liebe Grüße
Birgit

Offline ayla

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #185 am: 08.01.18, 15:21 »
Ist zwar schon einige Zeit her, aber trotzdem vielen Dank für eure Rückmeldungen zum Ansäuren.

Wir säuern nach wie vor mit dem gekauften Präparat an, sind jetzt aber in der Dosierung etwas zurückgefahren. Je nachdem, ob Aufzucht- oder Mast-, Stier- oder Kuhkalb, gibt es schon grosse Unterschiede beim Tränken. Den Einen genügen 8 bis 10 Liter pro Tag, Andere mögen mit links 16 Liter. Und im Dezember hatte ich erstmals zwei Kälber, die auch die Eiskalte Milch immer bis zum letzten Tropfen soffen, während die anderen und auch die jetzigen die Reste stehen lassen und jeweils darauf warten, dass ich ihnen frische und mindestens laufwarme Milch bringe.

@annina
Auch unsere Aufzuchtkälber bekommen bis zu 5 oder 6 Monate lang Milch. Das führt jeweils auch bei uns zu Diskussionen, aber mehr zwischen Göga und Junior. Wir bieten aber auch nach wenigen Tagen Heu und Kraftfutter an, sowie die gleiche TMR wie sie die Kühe erhalten. Nach etwa drei Wochen fahren wir mit der Milch zurück, zuletzt bekommen sie nur noch etwa einen Liter. Aber wenn wir die Kälber zu den Rindern zügeln, welche an der gleichen Futterachse fressen wie die Kühe, ist es praktischer, wenn sie bis dahin eine gewisse Grösse erreicht haben, und das ist eben erst so ab 5 Monaten der Fall. Solange stehen sie bei/neben den kleineren Kälbern und es geht im Gleichen, diese ebenfalls zu tränken. Sie werden sowieso immer ganz nervös wenn sie mich mit Tränke-Eimern herumlaufen sehen...Und dann zügeln wir in der Regel gleich mehrere Tiere miteinander, so kann eben auch mal ein 6 Monatiges dabei sein.

Göga meint, es sei gut für die Kälber, wenn sie solange Milch bekommen, Junior meint, es ginge auch ohne... ;D
Da hat halt jeder so seine Überzeugungen und Ansichten.
Lg ayla

Offline Annina

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #186 am: 10.01.18, 08:51 »
Danke ayla für deine Ausführungen. Weisst du, wie viel Milch dann ein Kalb total ungefähr bekommt bis es abgetränkt ist? Ich schaue, dass sie mit 4 Monaten "nur" noch 4 lt/ Tag erhalten, unter bösen Blicken meines Gögas wenn er es merkt... ;)
Liebe Grüsse, Annina

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Offline Maisi

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #187 am: 10.01.18, 11:51 »
Ich habe auch meine Milch seit ca. 2 Jahren angesäuert. Vor kurzem waren wir auf einen Vortrag eines Schweizer Tierarzt (Name ??, müßte nachschauen), der meinte, die Milch muss nur im Sommer angesäuert werden, im Winter geht's ohne. Habe jetzt das ca. 7 Kalb ohne ansäuern, funktioniert eigentlich, nur hatte ich das Gefühl bei 2 die mir Durchfall bekamen (in den ersten 14 Tagen, beginnt weiß wie Topfen, kann dann flüssiger werden), die brauchten länger bis sie sich wieder erholten. Mittlerweile saufen sie ganz brav und fallen nicht mehr auf.

Offline ayla

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #188 am: 11.01.18, 10:52 »
@Annina
Musste gestern Abend erst mal das Alter der Kälber nachsehen...kann das relativ schlecht im Kopf abspeichern. ;)
Die kleinen Kälber stehen in Einzelboxen und werden Ad Libitum getränkt. Die "grossen" stehen in zwei Abteilungen: Aktuell sind in einer Gruppe zwei ca. 4 Wochen alte mit 4 Liter und ein gut 2 Monatiges mit 3 Liter. In der zweiten Gruppe sind fünf Kälber zwischen ca. 4 und 5 1/2 Mt., die erhalten alle noch etwa einen Liter.
Also bekommen sie eigentlich nicht mehr so viel, aber über die lange Dauer summiert es sich trotzdem, und ich denke, grob gerechnet kommen wir auf 700/800 Liter pro Kalb.

@Maisi
Ich habe auch schon überlegt, dass ja im Winter die Schadkeime und Bakterien, welche sich vor allem bei warmen Temperaturen im Tränke-Eimer schnell vermehren, weniger ein Problem sind, und man nur deswegen nicht unbedingt ansäuern müsste. Aber das Ansäuern stabilisiert ja auch die Magen- und Darmflora der Kälber und verbessert die Verträglichkeit.
Aber wer weiss schon, wie sich das weiterentwickelt und wie dann unsere Enkel mal Kälber tränken... :D
SV schüttelt manchmal nur den Kopf, wenn er sieht, wie wir das heute machen und macht ab und zu eine Bemerkung: "Früher, da haben wir noch..."

Offline Maisi

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #189 am: 12.01.18, 10:22 »
Ja, wie wir und unsere Nachfolger das in Zukunft machen, darauf bin ich auch schon gespannt. Wenn ich mir denke, wie meine Mutter noch vor 3 Jahren die Kälber gefüttert hat. Arbeitstechnisch war es viel mehr Aufwand jeden Kübel extra zu wärmen und trotzdem hatte sie bei einem Durchfallkalb immer mehr Probleme. (Muss ganz schnell auf Holz klopfen, nicht dass ich da jetzt was verschreie !!)
Hab allerdings momentan auch ein Sorgenkind. Wbl Kalb ca 4 Wochen alt. Hatte mit 1 Woche eine Nabelentzündung nach innen. Hat dort nicht viel gesoffen und hatte etliche Tage Fieber. Mit Tierärztin und Antibiotika behandelt. War gesundheitlich wieder voll auf dem Dampfer, nur die Milch möchte sie nicht mehr so recht. Musste immer dabei stehen bleiben bis es ausgesoffen hatte. Jetzt säuft es noch immer nicht so recht und hat gräulichen Durchfall. Aber es wirkt total frisch.

Offline Annina

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #190 am: 18.01.18, 15:43 »
Danke fürs Rechnen, ayla  :)
Habe jetzt mal unser gut 4 Monate altes abgetränkt. Es steht neben zwei anderen die noch Milch erhalten, scheint es aber nicht zu stören dass es nichts mehr gibt. Ich hoffe jetzt mal, dass wir einen Kompromiss eingehen können, dass sie etwas mehr Menge in kürzerer Zeit erhalten...

Haben auch einen "Kümmerer", meine Behandlung hat nichts gebracht, der Tierarzt hat nun gesagt, es habe einen Herzfehler.
Liebe Grüsse, Annina

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.  Aristoteles

Offline Andreas

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Offline Internetschdrieler

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Re: Ein guter Start für Milchkuhkälber
« Antwort #192 am: 23.03.18, 11:14 »
Seit einigen Tagen läuft eine Kalbin zur Vorbereitung bei den Melkenden mit. Heute früh lies sie im Melkstand aus allen vier Zitzen die Milch laufen. Sonstige Anzeichen, dass sie zum Kalben wäre, gabs nicht. Wir haben sie angemolken und es kamen 7 l in den Kübel und die Milch getestet (siehe Bild)
Nach Lehrbuchmeinung haben ja nur alte Kühe ein gutes Kolostrum von denen man eine Tiefkühlreserve anlegen soll.

 


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