Autor Thema: Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen  (Gelesen 1957 mal)

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Offline MirjamTopic starter

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Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen
« am: 20.07.04, 09:32 »

Hallo,

ein Landwirt ist ein Tausendassa: Vom Bau bis zur Maschinenreparatur, von Großviehbändiger, Holzfäller bis zum Dachdecker: Es gibt nix, was ein Landwirt nicht kann oder können muss..

Aber wer hat es noch nicht erlebt - die Risikofreudigkeit, die (in der Bau/Hektik) zu ganz schlimmen Unfällen führt?

Erst gestern habe ich wieder von einem jungen Landwirt gehört, der tödlich in einem laufenden Futtermischwagen verunglückte  :\'( :\'( :\'(

Viele Frauen, Mütter und auch Geschwister bangen um ihre Männer.

Wie macht man es ihnen begreiflich, das manche Sachen eben nicht gehen, nicht so sondern sicher gemacht gehören, auch wenns ein paar Euro mehr kostet oder eine Stunde mehr aufhält?


Mirjam
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Offline frankenpower41

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Re:Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen
« Antwort #1 am: 20.07.04, 11:22 »
Hallo

Auch ich hab heute in der Zeitung über diesen schlimmen Unfall gelesen. Man darf gar nicht daran denken.
Risikobereitschaft denke ich ist jedoch auch etwas Typsache. Mein Mann geht meist auf etwas Sicherheit.
WEnn ich dagegen an meinen Vater denke, was der schon alles angestellt hat. Mit Arm in laufende Sämaschine. WEnn damals nicht zufällig jemand vorbeigekommen wäre, hätte es auch sehr schlimm ausgehen können. DA muss man immer nachdenken und überlegen was da schon alles war. Aber dass er deswegen recht vorsichtiger geworden wäre kann man nicht sagen. Wenn er bei uns mal hilft bi  ich immer froh wenn er z.B. wieder sicher vom Dach herunten ist.
Wenn ich meine er soll vorsichtiger sein, bekomme ich nur zu hören ich soll mich nicht so anstellen.
Zum Glück ist mein Mann da etwas anders.
Aber auch bei landwirtschaftlichen Unfällen ist es so, dass man halt einen Schutzengel braucht.

Marianne

Offline steilufer

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Re:Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen
« Antwort #2 am: 20.07.04, 12:46 »
Hallo

mein Mann ist sehr geprägt von einem Unfall,bei dem sein Lehrchef,jetzt also schon über 20 jahre her,beide Beine unterhalb des Knies verlor.

Beim MD war etwas in den Einzug geraten,weiß nicht mehr,was.Also runter vom Bock,alles nur angehalten,aber nicht ganz ausgeschaltet.Als er dann gerade halb im Einzug hing,rutschte die Haspel wieder rein,lief los,griff in und beförderte ihn in den Einzug,die Beine voraus,Kopf nach unten.

Mit unmenschlichen Kräften gelang es ihm einen Ährenheber abzubrechen,damit die Messer vor seiner Brust abgebrochen,dann einen stein rausgeprökelt,in den Einzug geschmissen und als alles stand,ist der Mann ruasgekrabbelt,mehrere 100m übers Feld gerobbt,bis ihn der Postbote sah,dann erst ist er bewußtlos geworden .

Jetzt hat er 2 Prothesen,fährt mit einem 3- rad über den Hofund hat unheimliche Kraft in den Armen.

Als folge davon ist Marcus sehr vorsichtig,gerade beim MD wird bei Feldreparaturen alles ausgeschaltet.
Bisher ist,bis auf eine stark aufgeschlagene Hand auch noch nichts nennenswertes passiert,toi,oti,oti.
Liebe Grüße

Karen von der Ostsee

Offline mary

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Re:Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen
« Antwort #3 am: 20.07.04, 14:10 »
Hallo Karen, hallo Marianne,
ein paar solcher schlimmen Unfälle sind bei uns auch passiert, eigentlich sehr besonnene Männer sind dabei uns Leben gekommen.
Einen Moment der Unachtsamkeit, Zufall oder Müdigkeit,
keiner weiß es genau.
Ich bin froh, dass ich einen sehr gewissenhaften Mann habe, und trotzdem habe ich ein ungutes Gefühl, wenn er den ganzen Tag alleine irgendwo  auf dem Feld  ist- ich habe jetzt wenigstens durchgesetzt, dass er nicht mehr alleine in den Wald geht.
Aber bei solch schlimmen Unfällen steht man nur hilflos davor, der Schmerz und die Ohnmacht und das Mitgefühl für eine Familie, die den  Ehemann, Vater oder Sohn verloren hat.
ziemlich nachdenklich
maria

mesmamella

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Re:Von mutigen Männern & schlimmen Unfällen
« Antwort #4 am: 31.08.04, 21:27 »
Hallo Mädels,
wenn ich solche Meldungen in der Zeitung lese, bekommt sie mein Mann gleich laut vorgelesen. Er ist auch so ein Kamikaze. Was der mich schon Nerven gekostet hat. Arbeiten ohne Netz und doppelten Boden ist bei ihm ganz normal. Da kann ich reden , was ich will. Kurz nach dieser Mischwagenmeldung hat er sich an unserem Wagen an der Walze hinten den Zeigefinger fast weggeschnitten. Hat halt wieder mal pressiert.
Auch wenn er als Holzücker im Wald unterwegs ist, kommt es ihm seltenst in den Sinn , mich anzurufen, wenn es später wird. Daß ich daheim auf Kohlen sitze , darauf kommt er nicht.
Männer sind irgendwie wie kleine Kinder. Kurzsichtig.
viel Glück mit Euren Männern

 


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