Autor Thema: Beiträge zur Berufsgenossenschaft  (Gelesen 22960 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« am: 06.06.04, 14:26 »
Welche Erfahrungen habt ihr schon mit der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gemacht?

Seht ihr sie als "Partner" der Landwirte oder eher
als lästige Kontrollbehörde? 8)


Im übrigen müssen wir uns wohl in Zukunft auf deutlich höhere Beiträge einstellen:
Laut einem Artikel bei n-tv.de steht der Bundeszuschuss zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung auf der Streichliste ganz oben. :-\
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline Bärbel

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Re:Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #1 am: 06.06.04, 18:25 »
Hallo

Wir haben bis jetzt nur gute Erfahrungen mit der BG gemacht.Egal ob es um die Kontrollen ging oder bei Flächenumschreibungen.
Ich denke der Kontroleur ist auch nur ein Mensch der seinen Job machen muß. Wir haben die Erfahrung gemacht wenn wir  ihm freundlich begegnen kann man über alles mit ihm reden , auch wenn mal was nicht ganz in Ordnung war.

Liebe Grüße

Bärbel  
Liebe Grüße aus Südhessen

Bärbel

Reiß den Faden der Freundschaft
nicht allzu rasch entzwei
wird er auch neu geknüpft
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Offline SuHe

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Re:Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #2 am: 23.09.04, 01:17 »
Hallo an alle,  ;D  ;)

... auch andere Branchen haben Probleme mit "ihrer" Berufsgenossenschaft.


Heute zitiere ich mal den Bund der Steuerzahler:

"20. August 2004

BUND DER STEUERZAHLER fordert:

Monopol der Berufsgenossenschaften bei der gesetzlichen Unfallversicherung abschaffen!

Die gesetzliche Unfallversicherung gegen berufsbedingte Unfälle und Krankheiten ist wichtig, allerdings muss sie nicht über die teure Zwangsmitgliedschaft im Monopol der Berufsgenossenschaften erfolgen, das die Unternehmer trotz sinkender Unfallzahlen mit enormen Beitragshöhen belastet. Anreize zum sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit Beitragsgeldern sucht man hier vergebens.
Beitragszahler sind alleine die Arbeitgeber, die von den Berufsgenossenschaften zuweilen recht willkürlich und ohne plausible Begründung ein- oder höhergestuft werden. In Deutschland klagt mittlerweile eine große Zahl Gewerbetreibender und Dienstleister zu Recht darüber, dass die Berufsgenossenschaften Finanzmittel verschwenden, Fehlentscheidungen treffen und gegenüber ihren zahlenden Mitgliedern ausgesprochen arrogant auftreten.

Dieser Umstand resultiert u. a. daraus, dass sich die Berufsgenossenschaften als Monopolist keine Gedanken über Wirtschaftlichkeit und Kunden-Service machen müssen, weil es keine Alternativen gibt. Dafür wäre es  bei der Unfallversicherung aber höchste Zeit, zumal die Versicherungsbranche in der Lage wäre, eine Absicherung der Risiken anzubieten. Dabei muss natürlich der Aufgaben- und Leistungskatalog der Unfallversicherung durchforstet werden, z.B. durch die Herausnahme der Versicherung der Wegeunfälle. Für die Altlasten der Berufsgenossenschaften durch Rentenzahlungen, die nach einer Systemumstellung im Zeitverlauf abnehmen würden, muss eine geeignete Übergangslösung gefunden werden. Das Monopol führt auch dazu, dass der Leistungskatalog immer mehr ausgeweitet wurde. Neben den Zahlungen an Verunglückte gibt es ein Dickicht an Vorschriften in den Bereichen Prävention, Betriebssicherheit und Gefahrenschutz inklusive der dazu nötigen Infrastruktur, die ohne Probleme von den bestehenden staatlichen Stellen übernommen werden können. Dafür müssen die Zwangsmitglieder mit ihren Beiträgen teuer zahlen. Aufgaben des Arbeitsschutzes und der Prävention könnten z. B. von den Gewerbeaufsichtsämtern erledigt werden, denn dort gibt es heute schon etliche Überschneidungen mit den Tätigkeiten der Berufsgenossenschaften.
Somit sind die wesentlichen Leistungen mit Sicherheit zu einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben, dafür werden die unternehmerische Initiative und der Leistungswettbewerb unter den privaten Versicherern sorgen.
Es muss zur Einführung einer Versicherungspflicht der Unternehmen statt der bisherigen Pflichtversicherung kommen, bei der bestimmte Risiken abgesichert werden müssen, aber die Wahlmöglichkeit besteht, wo und zu welchem Preis man das tut. Zu diesem Zweck unterstützt der Bund der Steuerzahler auch einen Musterprozess.
Vor dem Hintergrund der hohen Lohnnebenkosten muss eine Reform des Systems der Unfallversicherung ganz oben auf der politischen Agenda stehen."


- In Zeiten knapper Kassen ist eine Reform der LBG unumgänglich und wohl auch bereits in Arbeit.
- Eine Abschaffung und Erneuerung im Sinne des BdSt ist nicht angedacht.  ::)  ::)

Susanne

Offline Biobauer

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #3 am: 10.12.05, 11:03 »
Hallo,
heute bekam ich post vom gericht ,da wurde mit empfohlen eine Klage gegen die BG fallenzulassen die nun schon seit fast 4 jahren läuft.der hintergrund ist der,wir haben im jahr 01 ein neues Haus gebaut,wovon der komplette hausbau vergeben wurde,kann das alles durch rechungen belegen.ruckzug war die Bg  mit einer Kostenrechnung da(die bekommen anscheind jeden bauantrag mitgeteilt),ich als landwirt arbeite ja da  mit und muss dieses zusätzliche risiko  absichern . auch als ich ihnen  die aufträge bzw rechnungen zusandte beharrten sie weiter auf ihren forderungen ,so in den tenor,landwirte lügen erstens mal sowieso  und zweitens brauchen wir die kohle.
nun lag da heute ein schreiben da, ich hätte ja wirklich alles übergeben bis auf die ausführung der malerarbeiten.das stimmt sogar ,ich hab meinen schweigervater  damals aktiviert gehabt ,der hat die wände angepinselt .das  verletzungsrisiko war dabei unwahrscheinlich hoch ,so wie ich das  der beilage der bg entnehmen konnte.  daher empfiehlt mir das gericht die klage zurückzuziehen ,gezahlt hätte ich ja sowieso schon (merke,du zahlst jeden bescheid erstemal ,auch wen er verkehrt ist ,ansonsten pfändung ).ich bin dermassen sauer,gute lust hätte ich ,da was runterzuschreiben ,aber dann hab ich ne klage wegen beleidigung am hals.

 servus Herbert
« Letzte Änderung: 10.12.05, 12:20 von Mirjam »
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Offline Wolkentanz

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #4 am: 17.02.06, 16:50 »
ich finde die beiträge unerträglich hoch ........wer soll das noch alles bezahlen  ???
wenn das so  weiter geht........haben wir bald echt ein problem
Das Leben ist so hart, es sollte ein Job sein, man sollte Geld, dafür bekommen,
dass man es schafft..  (Tomte )

Offline Biobauer

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #5 am: 17.02.06, 18:04 »
Hallo,ich finde man sollte dann aber differenzierter vorgehen ,ein milchviehbetrieb mit 40 kühen und 40 ha hat ein ungleich höheres risiko wie ein ackerbauer mit 400 ha,der müsste sich nämlich schon in suizidabsichten vor den schlepper werfen .allerdings zahlt der ackerbauer fast 10mal soviel beitrag.genauso ist es im wald,man liest immer das da die meisten unfälle passiern ,aber es fallen die niedrigsten beiträge an.ich finde dieses bestehende system sehr ungerecht.
ausserdem zahlen andere berufsklassen wesentlich weniger,mein schwager mit 3 angestellten hat eine metzgerei ,laut seiner aussage zahlt er im jahr ca 3000 euro ,ich als alleinarbeiter fast 7000.und andere berufe zahlen BG auch nur für die angestellten ,keineswegs für sich selber,jeder unternehmer ist da selbst in die pflicht genommen etwas für seine absicherung zu tun.
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Online Doro

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #6 am: 17.02.06, 18:08 »
Da wird sich nie eine für alle gerechte Lösung finden lassen. Jeder sieht das auch aus ganz anderer Sicht.
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Offline Biobauer

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #7 am: 17.02.06, 18:13 »
Hallo,sicher sehn das die viehhalter ganz anders,aber wen sie das mal objektiv sehn würden müssen sie doch zugeben das ihr risiko wesentlich höher ist wie bei einen ackerbauern .
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Online Doro

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #8 am: 17.02.06, 18:16 »
..aber soll ein Viehhalter mit 20 ha das gleiche bezahlen wie ein Ackerbauer mit 300 ha?
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Offline Biobauer

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #9 am: 17.02.06, 18:18 »
nein ,der soll sogar mehr bezahlen ,ich versichere ja das unfallrisiko,und das dies an die ha-zahl gebunden ist,ist ja das fatale daran.auch wen das nun hier vielen nicht passt ,seid mal ehrlich zu euch selbst . 
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Offline strop

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #10 am: 17.02.06, 18:58 »
Na, dann frag mal `nen Spargelbauer in Niedersachsen und einen anderen gleich daneben in Nordrhein-Westfalen, der in Niedersachsen zahlt weit über 200,- € je Hektar, der in NRW zahlt unter 50,-€ ja Hektar; was war da noch gleich mit Gerechtigkeit?
LG,
strop

Online Doro

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #11 am: 17.02.06, 19:02 »
Ui Biobauer, da machst du dir hier keine Freunde!
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Offline Biobauer

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #12 am: 17.02.06, 19:08 »
es liegt ja auch nicht in meiner absicht hier viele freunde zu finden . ;D
bloss ich bitte halt um ein bissl soziale gerechtigkeit,ich hab dieses system mit ha auch bei meinen anbauverband,da wurde bis vor kurzem immer an die ha,starken betriebe appeliert ,das ganze als solidargemeinschaft zu sehn .mittlerweile wurde aber das system geändert auf druck der landwirte hin.
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Online mary

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #13 am: 17.02.06, 19:37 »
Hallo Biobauer,
ich habe mich inzwischen vom Schlaganfall über die hohen Mitgliedsbeiträge wieder erholt,
aber wie die zukünftige soziale Sicherung auch noch bezahlbar bleiben wird,
das frage ich mich immer mehr.
Was mich interessieren würde, wie ist das in anderen Ländern geregelt,
vielleicht liest jemand aus Nichtdeutschland mit und klärt uns auf, welche Beitragshöhe in anderen Ländern zu rechnen ist.
Würde mich echt interessieren.
Auf alle Fälle zahlen anderen Berufsgruppen mit höherem Einkommen viel weniger Berufsgenossenschaft als die Bauern.
Wie die eigentständige Sozialversicherung in der Landwirtschaft noch lange geschultert werden kann, da bekomme ich gewaltige Zweifel.
Herzliche Grüsse
maria

Offline Stanzerl

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Re: Beiträge zur Berufsgenossenschaft
« Antwort #14 am: 17.02.06, 19:58 »
Zitat
Hallo,sicher sehn das die viehhalter ganz anders,aber wen sie das mal objektiv sehn würden müssen sie doch zugeben das ihr risiko wesentlich höher ist wie bei einen ackerbauern .

 
Hallo Herbert,

ja, das mit den BGs ist eine ziemliche Ungerechtigkeit. Wenn man z.B. Schnittzeitpunkte hat, arbeitet man monatelang auf diesen Flächen überhaupt nicht - zahlt aber das gleiche wie ein Milchviehhalter, der täglich eingrast. Und wenn ich Mutterkühe habe, dann ist das Risiko auch ein anderes, als wenn ich täglich in den Stall zum Melken muss. Die meiste Zeit betrete ich nicht mal die Weiden!

Leider tut sich da speziell auch bei uns in Bayern in punkto Gerechtigkeit wenig.

Gruß, Conny (die weiß, von was Du sprichst...) :-\

 


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