Autor Thema: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?  (Gelesen 24047 mal)

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mouhkouh

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Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #15 am: 26.09.12, 23:05 »
Also, ich klinke mich hier mal aus.
Das ist für mich hier zuviel Predigt und Moralapostel...

Offline martina-s

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #16 am: 26.09.12, 23:58 »
Hallo Gammi,
das wird immer schwierig und individuell bleiben!
Die christliche Ethik wird es auch Priestern immer wieder ermöglichen aus dem Bauch heraus zu entscheiden und in christlicher Nächstenliebe. Ich finde das auch in Ordnung!

Was die "Gesetzeslage" betrifft, da hat man ja auch heute sogar in den Nachrichten gehört, dass auf ein kirchliches Begräbnis zu hoffen ist, wenn der Verstorbene bewusst sich, und sei es in den letzten Tagen, für die Kirche entscheidet, trotz vorherigem Austritt.

Das was in manchen Augen dann ein sehr dehnbares Verhalten im Rahmen des Ermessens ist, sollte man vielleicht als Christentum einstufen.

Was ich nicht in Ordnung finde ist der eigentliche Grund, weshalb es heute überhaupt zu der Urteilsverkündung kam. Nämlich, dass ein Herr bewusst aus der Kirche ausgetreten ist und trotzdem in allen Gremien weiter mit arbeiten wollte.
Irgendwo, so finde ich, ist es schwierig da einen Weg zu finden, der für alle stimmig ist.
Erstens kenne ich den Mann nicht. Und selbst, wenn ich ihn im TV gesehen hätte, dann stünde mir kein Urteil zu.
Und zweitens weiß ich auch die wirklichen Beweggründe nicht, was ihn dazu veranlasst haben, dass er so ein Extrem da publiziert.

Irgendwo erwartet man von einem Christen neben Kompetenz schon auch so was wie Bescheidenheit. Und diese fehlt mir da gänzlich.

Da sind mir dann Leute wie Pater  Maximilian Kolbe lieber die in aller Bescheidenheit ihren Weg gegangen sind und doch was bewegt haben.
Und wenn ich dann so großartige Menschen anschaue die uns den Glauben vorgelebt haben, dann denke ich mir wieder warum man immer um alles so ein Aufsehen und ein Theater machen muss.
Eigentlich schade!
Da wird so viel kaputt geredet! Dabei ist es doch eigentlich viel schöner, sich im Miteinander zu begegnen.
Liebe Grüße
Martina

Offline Antonia

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #17 am: 27.09.12, 06:03 »
Was ich nicht in Ordnung finde ist der eigentliche Grund, weshalb es heute überhaupt zu der Urteilsverkündung kam.
Nämlich, dass ein Herr bewusst aus der Kirche ausgetreten ist und trotzdem in allen Gremien weiter mit arbeiten wollte.
Irgendwo erwartet man von einem Christen neben Kompetenz schon auch so was wie Bescheidenheit. Und diese fehlt mir da gänzlich.
Der Meinung von Martina schließe ich mich an. Finde trifft genau den wunden Punkt. Habe kein Problem mit, wenn sich jemand gegen die Kirche entscheidet dann möchte er auch konsequent bleiben/handeln. Wie soll denn jemand objektiv arbeiten wenn er eigentlich nicht im groben Rahmen die Meinung od. Ansicht der Vereinigung/Firma od. wie immer man die "Kirche" in diesem Fall nun nennen will,teilt. Die Bescheidenheit ist vermutlich auch in kirchlichen Kreisen zu suchen wie die Nadel im Heuhaufen.
herzliche Grüße aus dem Süden
Antonia

Offline maggie

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #18 am: 27.09.12, 10:06 »
Mal sehen ob ich die richtigen Wort finde.

Wir hatten die Diskussion mit dem Begräbnis wenn jemand ausgetreten ist einmal beim gemütichen Beisammensein nach einem Elternabend.
 
Da war auch ein junger Mann, der ausgetreten war weil er tatsächlich nix mit der Kirche zu tun haben wollte. Er begann dann Suizid. Nun war auch die Frage nach der Beerdigung. Seine Mutter war so enttäuscht, dass ihr Sohn keine "richtige" Beerdigung haben sollte. Bei uns gab es damals eine sehr engagierte Gemeindereferentin, die sich dann einfach über die Anordnung hinweggesetzt hatte und trotzdem eine kleine Trauerfeier abhilt.

Zum einen wurde dann auch der STandpunkt vertreten,dass das super war und  so die Mutter des Verstorbenen zufrieden war. Die einen argumentierten auch damit, dass die Trauerfeier ja eigentlich mehr für die Hinterbliebenen ist, damit sie sich vom Verstorbenen verabschieden können und ihn in guter Obhut wissen. Ist ja eigentlich auch der religiöse Sinn: man hofft, dass es dem Verstorbenen dort wo er hinkommt gut geht und man sich keine Sorgen zu machen braucht.

Der andere Standpunkt war eben auch, dass der Verstorbene doch aus der Kirche ausgetreten ist, weil er genau keine Beerdigung wollte. Dass man sich so über seinen (letzten) Willen hinweggesetzt hat.



es gibt auch personen die eine abdankung abhalten die nichts mit der "kirche" zu tun hat -
das war hier in der schweiz die grosse diskussion anfang 70er jahre, da gab es einen pfarrer der aus der kirche ausgetreten ist und der sich dann neben seinem neuen job (weiss nicht mehr was er machte) für "nicht christliche" abdankungen oder einfach trauerfeiern zur verfügung gestellt hat -
und ich denke man könnte überall jemanden finden der mir eine kleine trauerfeier gestaltet -
ich wäre dagegen "nur" den hinterbliebenen zuliebe einen pfarrer zu "engagieren" -
und da in der schweiz die friedhöfe ja der pol. gemeinde unterstehen, können alle dort begraben werden
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline gammi

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #19 am: 27.09.12, 14:07 »
Und auf der anderen Seite werden ja inzwischen auch sehr viele Trauerfeiern nur noch im engsten Familienkreis abgehalten.
Mir geht es ja ähnlich. Als Bäuerin kann ich mir meine Zeit einteilen und an Trauerfeiern teilnehmen. Aber es sind ja viele berufstätig und können nur bei ganz nahen Familienangehörigen frei nehmen. Früher war ja meistens mindestens eine Person von jeder Familie anwesend.
Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch

Offline Vronerl

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #20 am: 27.09.12, 15:53 »
Hallo zusammen,

unser Nachbar hat sein Abi an einer bekannten Klosterschule gemacht, ist unter seinem Agrarstudium in Weihenstephan dann aus der kath. Kirche ausgetreten, hat sich sehr viel Steuern gespart, weil er hernach einen lukrativen Job als Prokurist bei einer Saatzuchtfirma gearbeitet hat.
Als dann ...... etwa nach seinem 35. Geburtstag zwei Kinder kamen seine beiden Kinder an dieser besagten Schule von einem Pater taufen lassen ....... können. Wahrscheinlich war die Oma dann zufriedener.
Als dann die beiden Kinder in die Schule kamen wollte der Bub Ministrant werden. Sie sind dann endlich wieder in die Kirche eingetreten, auch auf den Hinblick einer höheren Schulausbildung an einer Klosterschule und auch der als nächstes anstehenden Erstkommunion.
Die Kinder sind inzwischen schon über 20 Jahre alt und sind auch schon fertig mit dem Studium.
Würde mich ehrlich interessieren, ob sie inzwischen wieder aus der kath. Kirche ausgetreten sind ......  :-X 
Soooo kann man es natürlich auch machen !!?

Grüße von V.

Offline martina

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #21 am: 27.09.12, 16:37 »
Vronerl,

mein Cousin war auch längere Zeit aus Kostengründen ausgetreten, ist aber vor der Hochzeit wieder eingetreten, weil er da ja dann eine "Dienstleistung" in Anspruch nehmen wollte. Ich meine, er ist jetzt auch drin geblieben, alles andere wäre extrem unglaubwürdig.
Wie man es macht, ist es falsch. Macht man es gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig.

Offline amazone

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #22 am: 27.09.12, 18:58 »
Ich bin gläubige Christin.
Ich bin aus der evangelisch lutherischen Kirche ausgetreten!

Meine Kirchengeschichte:
ich bin auf einem Hof direkt an "unserer"  Kirche aufgewachsen.
Mein Vater war bis zu seinem zu frühen Tod 24 Jahre im Kirchenvorstand.
Ich wurde christlich erzogen, aber nicht so streng.  ;)
Der Pastor wurde ebenso wie seine Frau mit Titel angeredet, also Herr Pastor XXX und Frau Pastor XXX.
Seit ich laufen konnte bin ich zum Kindergottesdienst gegangen.
Manchmal saß ich dort auch ganz alleine und der Pastor hat trotzdem mit mir den Kindergottesdienst gefeiert.  :D
Ab meinem 7. Lebensjahr habe ich Orgelunterricht bekommen um den Traum von meinem Vater erfüllen zu können:
seine Tochter als Kirchenorganistin. Ebenso habe ich Flötenunterricht bekommen.
Viele Jahre habe ich an Heilig Abend einen Hirten gespielt, später dann mit der kirchl. Flötengruppe die Gottesdienste mitgestaltet.
An jedem Kirchenfest, und die fanden damals reichlich statt, haben meine Familie und ich tatkräftig mitgeholfen.
Im Alter von 16 Jahren habe ich den evangelischen Jugendgruppenleiterschein gemacht um später eine Jugendgruppe übernehmen zu können.
Und und und... meine Kindheit, meine Jugend war von Kirchenarbeit geprägt.
Mit 20 Jahren bin ich in eine andere Gemeinde im gleichen Kirchkreis gezogen.
In dieser Gemeinde gab es nur eine kleine Kapelle und der Pastor wohnte in einem anderen Ort.
Es war eine andere Kirchenarbeit, aber es gab eine.
Als mein Sohn geboren wurde habe ich mit anderen Müttern eine kirchl.  Krabbelgruppe initiiert, die noch heute aktiv ist.
Bei den kirchl. Gemeindefesten habe ich mitgewirkt, das Osterfrühstück unterstützt und ich war zufrieden mit „meiner“ Kirchengemeinde.
Ich krönte meine Kirchengemeinde mit der Tätigkeit als Pfarramtssekretärin.
Ich liebte diesen Job. Der Pastor, der Patron, der Kirchenvorstand und ich :
ein tolles Team, eine wunderschöne Arbeit.

Dann haben sich meine Lebensumstände geändert und ich bin weit weggezogen.
In ein anderes Bundesland, mit einer anderen Vorgeschichte, mit einer anderen Kirchenarbeit.
Als ich mich eingelebt hatte, wollte ich mich in die Kirchengemeinde einbringen.
Nur gab es da nichts.
Keine Kinder-, keine Jugend-, keine Seniorentreffen.
Keine Musikgruppe, kein Gemeindefrühstück.
Gut dachte ich, dann versuchst halt mal was in Gang zu bringen.
Es scheiterte an der Pastorin. Die hat mich total ausgebremst.
Sie sagte zu allem was ich vorschlug: hatten wir schon, kommt keiner oder wer soll das finanzieren?
Wer denn die Bibeltexte lesen sollte, doch wohl nicht SIE. Denn sie hätte schon genug zu tun.  >:(
In der Zwsichenzeit hatte ich weitere 3 Damen um mich, die ebenfalls für die Kinder und Jugendlichen etwas auf die Beine stellen wollten.
Also habe ich mich an den Kirchenkreis gewannt.
Ich bin dermaßen auf Granit gestoßen, dass ich resigniert das Handtuch geschmissen habe.

Dann kam ein Blick auf die Kirchensteuer die ich zahle und gleichzeitig die Frage: wo ist hier die Kirche?
Wo kann ich meinen Anspruch an Kirche ausleben? Wo wird hier die Glaubensgemeinschaft gelebt?
Nur alle 4-8 Wochen im Gottesdienst  ??? Ich war unzufrieden und ich fühlte mich nicht mehr aufgehoben.
Also bin ich mit allen Konsequenzen ausgetreten.
Ich liebte die Gottesdienste zum Erntedank, ich mochte den Weihnachtszauber, ich genoss die Ruhe am Silvesterabend,
ich vermisse die Familiengottesdienste, ich vermisse das kirchliche Leben in der Gemeinde.
Einen Gottesdienst „ohne Anlass“ habe ich seit meinem Austritt vor knapp 10 Jahren nie wieder besucht.

Seit meinem Austritt war ich nur zu Taufen, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigungen in der Kirche.
Mein Gewissen hat mich zu diesen Anlässen jedes Mal SCHEINE in die Kollekte werfen lassen.

Ein Austritt mit allen konsequenzen. Dafür braucht es kein Lob oder Anerkennung.
Ich bete, ich glaube OHNE Kirche.
Ich bin und bleibe eine gläubige Christin, aber eben ohne die weltliche Kirche.
Ich weiß, dass meine Beerdigung sehr wahrscheinlich ohne evangelischen Kirchenbeistand sein wird.
Das hat mich lange Zeit nachdenklich gemacht, ob es mir ausreicht von einem Laienprediger die letzten Worte zu empfangen.
Ja es reicht mir, denn ich bin mir sicher, dass mein Gott da keinen Unterschied machen wird
und die „Angst“, die die weltliche(n) Kirche(n) verbreiten, unbegründet ist.

Ich glaube an Gott und nicht an die weltliche Kirche.

Ich kann heute noch nicht sagen, ob es mich mal wieder in eine Gemeinde verschlägt in der die Kirche LEBT.
So wie ich so etwas vorfinde, werde ich wieder in die Kirche eintreten und mich und meinen Glauben in die Gemeinschaft einbringen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Zur Taufe von Kindern, deren Eltern nicht in der Kirche sind.
So einen Fall gab es während meiner Zeit als Pfarramtssekretärin. Der Pastor der Gemeinde konnte damals die Taufe
aus persönlichen Gründen oder persönlicher Überzeugung ablehnen, jedoch kann das die Kirche selbst nicht verweigern. 
So jedenfalls damals. Das kann heute schon anders sein. 
Beste Grüße von
Amazone

Online Marina

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #23 am: 27.09.12, 19:42 »
@amazone: dein Bericht macht mich ganz betroffen.
Hoffentlich weiß die Pastorin und der Kirchenrat, was er mit so einer Haltung
in der Gemeinde anrichtet  >:(

In unserer Gemeinde "schläft" im Moment der Kindergottesdienst ein. Es kommen
einfach keine Kinder mehr. Die Kigo-Helferinnen können machen, was sie wollen
(meine Tochter war einige Jahre als Helferin dabei). Unser Pfarrer hält aber eisern am KiGo
fest, will ihn nicht aufgeben. Für die Helferinnen ist es frustrierend: sie bereiten
jeden Sonntag den KiGo vor, dann sitzen sie die Stunde aus und es kommt: NIEMAND.

Gruß
Marina

Offline peka

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #24 am: 27.09.12, 21:30 »
Hallo,

mir geht es ähnlich wie amazone, allerdings bin ich nicht ausgetreten.
Nach vielen Jahren im Presbyterium / Kirchenvorstand habe ich aus beruflichen Gründen ( arbeite in einem Heuhotel und Gastgewerbe ist nun mal Wochenendarbeit) meine Mitarbeit dort beendet. Ich hatte zum Schluss Probleme mit dem "Bodenpersonal", unserer Pfarrerin. So etwas von unsensibel, dabei arbeitet sie auch als Notfall-Sellsorgerin. Auch fühlte ich mich sehr ausgenutzt, schließlich war meine Mitarbeit ehrenamtlich. Ihre Aufgaben verteilte sie immer mehr auf den Kirchenvorstand um selber Freizeit zu haben. Welchen Spagat mache machen mussten um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen interessierte sie überhaupt nicht. Ich habe ( als Einzige) die Konsequenzen gezogen und aus gesundheitlichen Gründen  ( laut meiner Ärztin war der Zusammenbruch nicht mehr weit) die Mitarbeit beendet. Im Gottesdienst verabschiedet hat mich der Kirchmeister, sie war unterwegs und hatte nicht mal Zeit eine Karte mit einem einfachen "Danke" zu schreiben.

Heute gehe ich an einem freien Sonntag oder auch sonst lieber alleine in die Natur. Da halte ich immer wie ich sage "meinen persönlichen Gottesdienst". Das bringt mir mehr als eine Predigt der ich nicht folgen kann, weil meine Gedanken abschweifen. Und " Gottes Schöpfung" habe ich gratis um mich herum. Egal welches Wetter, diese Zeit geniesse ich.

Unsere beiden Söhne ( 18 + 22 J. machen Jugendarbeit. Sie wissen von meinem Problem. Ich habe sie aber in keiner Weise beeinflusst. Mit der Pfarrerin haben sie selber nicht so viel zu tun, dafür ist der Leiter zuständig.

Mein Bruder ist vor Jahren ausgetreten und konnte deshalb nicht Pate von unserem Jüngeren werden. Ich fand es schade. Die Kinder sind auch nicht getauft. Sie sind trotzdem keine schlechtern Menschen. Ich akzeptiere es und damit gut.
Da ich trotz Allem glaube ist ein Austritt kein Thema für mich.

Liebe Grüße
peka
Gönne dir Stille,
in der du nur Atem und Herzschlag lauschst.
Dann kehre in den Alltag zurück,
kraftvoll und gelassen.

Offline maggie

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #25 am: 27.09.12, 21:42 »
in der evang. kirche der schweiz nennt man den kigo - sonntagschule -
die wird bei uns im dorf schon seit vielen jahren einmal im monat - am freien mittwoch nachm. durchgeführt - und sie haben jede menge zulauf -
wir dachten am anfang auch, wenn es nur noch sporadisch ist, wird sie einschlafen - aber die sonntagschule lebt -

wir hatten mitte dez. erntedank und da beteiligt sich die sonntagschule am gottesdienst - und es waren gegen 20 kinder bis ca. 3. klasse ( ab kiga) die dabei waren (von einem dorf mit 500 einw.) -
und unsere sonntagschulleiterinnen sind 2 evang., 1 katholikin und eine buddhistin ...!! - und die machen das phantastisch !!! -

und schon immer standen unsere "pfarrherren" voll dahinter - die katholikin ist schon seit vielen jahren dabei (sie hoffte immer einmal einen mann zu heiraten der evang. sei, und da trifft sie auf einen der wenigen katholischen in der region !!!
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Clara

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #26 am: 28.09.12, 13:59 »
Hallo @ all,

Kirchaustritt bedeutet... dass derjenige auf alle Sakramente verzichtet! Also nix Hochzeit in Kirche mit Traugottesdienst- maximal Gottesdienst zur Eheschliessung, keine kirchliche Beerdigung.

Wiedereintritte sind möglich über eine erneute Taufe.

Glauben ist für mich mehr als Kirchensteuer zahlen und weit mehr, als mich über diverse Kirchenvertreter uffzuregen. Vielleicht leben und  sehe ich als Christin mit DDR-Geschichte den Glauben "etwas" anders. Auf jeden Fall ist es ein Geschenk. Ich bin meiner Familie dankbar, dass sie mir und meinen Geschwistern dieses Geschenk mit ins Leben gaben. Glauben trägt, besonders dann, wenn nix mehr trägt. Glaube, Liebe und Hoffnung sind  Lebensgefühle und ich empfinde sie als ein sehr angenehm und großartig.

Der Herbst 1989 lehrte mich, dass Kerzenlicht eine enorme Kraft besitzt und Gebete Mauern erschüttern... und das alles OHNE einen Tropfen Blutvergiessen. Das ist für mich eine DER Leistungen der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Weltgeschichte.

Ach ja, Gott und ich..., da gab es auch schon mal einige Augenblicke, wo wir zweie ziemlich mit- und aneinander haderten...  Und doch bin ich froh, dass wir beide nicht das Handtuch warfen...   Weil die Spuren im Sand  waren es, die mir immer wieder aufhalfen und aufhelfen- das weiss ich inzwischen ziemlich sicher.


Beste Grüße,

Anja

Offline DoroteeTopic starter

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #27 am: 28.09.12, 15:45 »
Hallo zusammen,

Ich habe den Eindruck, dass die nächste Generation mit einem Kirchenaustritt nicht so lange fackelt, als wir es noch tun.

Lassen wir es auf uns zukommen ............
herzliche Grüße von Dorotee

Offline inga

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #28 am: 28.09.12, 15:49 »
Hej,
was mich sehr überrascht hat hier in Deutschland , hier konnte mir jeder erzählen, wie man aus der Kirche austritt, wie man aber der Kirche beitritt, da gab es fast jedesmal ein Schulterzucken.

**
Inga

P.S. Ich habe es aber trotzdem geschafft und darf nun Kirchensteuer bezahlen.  ;)

Offline maggie

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Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
« Antwort #29 am: 28.09.12, 17:24 »
.
Die Beerdigung stelle ich mir dann schon schwieriger vor, gibt dann wohl kein gemeinsames Grab. ???

LG
Petra2

und warum nicht - sie werden doch auf dem selben friedhof begraben ?? -
ich denke nur das "drum und dran" bei der beerdigung ist wahrscheinlich verschieden
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

 


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