kann es fast nicht mehr ertragen wie die Frauen hier so über ihre Altvorderen schreiben.
Manchmal habe ich den Eindruck die Jungen Leute nehmen nur sich wichtig.
Maja, ich finde, das lässt sich nicht so verallgemeinern. Ich habe hier auch schon schlimme Dinge geschrieben, die ich auch erlebt habe. Nun gehöre ich auch nicht mehr zu den jungen Frauen und habe schon oft darüber nachgedacht, wie es in der umgekehrten Rolle ist. Das habe ich aber auch schon früher getan. Glaub mir, ich gebe mir ganz viel Mühe, zur Freundin meines Sohnes ein gutes Verhältnis zu haben und zu pflegen, weil ich so schlimme Jahre nicht noch einmal als Fortsetzung erleben will.
Es geht ja nicht darum, verschiedene Meinungen zu haben, jedenfalls nicht bei mir. Sondern ich habe wirkliche krank machende Boshaftigkeit erlebt. Wie viele Jahre hält das ein Mensch unbeschadet aus? Bei uns waren es über 20 Jahre. Keiner war danach mehr derselbe wie vorher. Zu viele Kränkungen, Wunden und Mißachtungen machen jeden kaputt. Danach lässt sich nicht einfach mal da ansetzen, wo man man vorher gestanden hat. Jahre, Jahrzehnte Deines Lebens sind damit vergangen, die sich nicht nur auf das Paar, sondern auch auf die Kinder, die Erziehung und deren ganzes Werden ausgewirkt haben. Das sit nie mehr wirklich aus der Welt zu schaffen.
Seit knapp 1 1/2 Jahren ist meine SM im Altersheim und ich bin froh darüber. Aber ich habe fast ein Jahr gebraucht, bis ich mich wieder frei in meinem Zuhause gefühlt habe. Bis es überhaupt endlich zu einen Zuhause wurde. Das habe ich nämlich hier die gut 20 Jahre nicht gehabt. Ich besuche sie nicht, erlebe sie aber immer wieder am Telefon und manchmal auch live. Ihre Geburtstagsfeier z. B. wird bei uns stattfinden. Ich kümmere mich nicht um sie. Das machen mein Mann und unser Ältester. Jetzt bekommen die beiden das Gift über geschüttet. Da meine Schwägerin weiter weg wohnt und auch einen starken Sinn für ihre eigenen Belange hat, ist mein Mann derjenige, der fast alles macht. Schwägerin kommt nur 2-3 mal im Jahr zu besuch und kümmert sich um nichts. Mein Mann macht alle Arztbesuche, Bank, Einkäufe und Fußpflege mit ihr und kümmert sich um alle ihre Belange. Was er auch zu Hause schon gemacht hat. Nach einem Unfall hat er ihr fast ein halbes Jahr den Hintern abputzen müssen, sie seitdem immer geduscht. Aber nie ein freundliches Wort dafür gehört. Als "Dank" durfte er neulich bei einem der Bankbesuche mit ihr erleben, wie sie einem Bankmitarbeiter 5 € Trinkgeld in die Hand drückte und im Beisein meines Mannes zu dem Banker sagte "Sie sind ja immer soooo nett. Mit meinem Sohn das klappt ja auch nicht so"

Ich finde, man nicht grundsätzlich sagen, dass die jungen Leute nur sich selbst wichtig nehmen. Es muss von beiden Seiten stimmen. Der Fehler ist auf beiden Seiten möglich. Ich bin sehr dafür, sich mit Respekt und Achtung zu begegnen und anzuerkennen, dass etwas richtig sein kann, auch wenn es anders ist als ich denke oder etwas tun würde. Auch rein fühlen in den anderen. Früher habe ich immer geglaubt, damit kann jede Beziehung gelingen. Aber das alles nützt gar nichts, wenn nicht beide Seiten der Beziehung so denken. Wenn dem anderen diese Spielregeln des Zusammenlebens völlig egal sind, läufst Du mit allen Versuchen ein harmonischen Zusammenleben zu gestalte gegen ein Wand. Wenn der andere sich über nichts freuen kann oder will, kannst Du ihm nicht einmal Gutes tun. Es wird sogar noch herabgesetzt.
Wenn aber beide Seiten nach diesen Spielregeln handeln hat es gute Aussichten zu funktionieren. Daran glaube ich immer noch, auch wenn meine Erfahrungen so schlecht waren. Ich erlebe diese Seite mit der Freundin des Sohnes und hoffe, dass sie einmal meine Schwiegertochter wird. Das Leben kann um so vieles schöner sein, wenn alle sich etwas Mühe geben. Mir macht das Hoffnung, dass ich wenigstens in Zukunft nicht mehr mit diesem furchtbaren Generationskonflikt leben muss. Ich würde es wohl auch nicht mehr so lange aushalten können.
Luna