Autor Thema: Umgang mit Melkmaschinenreiniger  (Gelesen 11327 mal)

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Offline Daggl

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #15 am: 12.03.04, 09:07 »
Hallo Erika,

wie seid ihr denn zufrieden mit der Kochendwasserreinigung. Wir haben auch schon mal drüber nachgedacht, aber traun uns nicht ganz, da unser Wasser sehr kalkhaltig ist.
Jetzt haben wir flüssiges Spülmittel, das der Spülautomat selber ansaugt. Da nmachen wir immer wider mal eine Markierung an den Kanister (Strich und Datum) damit wir sehen, ob der überhaupt noch einsaugt.

Bei unsern ganz neuen Milchtank stellt die Reinigung gleich selber von alkalisch und sauer um.
Viele Grüße, Dagmar

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #16 am: 24.03.04, 09:19 »
Wie versprochen hat uns Frau Stemmler von der LBG Franken/Oberbayern Infos zum richtigen Umgang mit dem Melkmaschinenreininger zukommen lassen. :)


Die Land - und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) Franken und Oberbayern informiert:  


Sicherer Umgang mit Melkmaschinenreiniger

Die meisten, die eine Schulbank gedrückt haben, kennen den Spruch: „Chemie ist, wenn es stinkt und kracht“. Aber auch ohne großes Krachen und Stinken, ja eher laut- und geruchlos, haben chemische Verbindungen und Stoffe in den letzten Jahrzehnten fast alle unsere Lebensbereiche durchdrungen. Ob im Haushalt oder in der Medizin, in der Industrie oder in der Kosmetik – Chemie ist aus unserem Leben nicht mehr weg-zudenken.

Auch im Stall spielt Chemie eine Rolle: nämlich beim Reinigen der Melkanlage. Hier kom-men in der Regel sowohl saure als auch alkalische Reinigungsmittel zur Vernichtung der verschiedenen Keime zum Einsatz. Werden die beiden Stoffe versehentlich vermischt, rea-gieren sie miteinander – und das wiederum hat üble Folgen: Zwar kracht es nicht, aber dafür stinkt es um so mehr: Das stechend riechende Chlorgas wird freigesetzt, das- einmal einge-atmet- zu schweren Verätzungen der Lungenbläschen führt. Beim Umgang mit Reinigungs-mitteln für die Melkanlage ist also besondere Vorsicht geboten. Insbesondere dann, wenn Kinder auf dem Hof sind. Eine solche Schädigung der Lungenfunktion ist nicht heilbar!

Die LBG Franken und Oberbayern rät daher zur Verwendung von Einkomponentenreini-gungsmittel, die im Landhandel zu erwerben sind. Doch egal für welche Reinigungssub-stanz Sie sich entscheiden, Sie sollten wissen, dass auch ein einzelnes Mittel bei unsach-gemäßem Gebrauch Schädigungen der Haut und vor allem der Augen hervorrufen kann. Ein Blick auf die Gebrauchsanweisung des Reinigers gibt Auskunft, ob die Benutzung einer per-sönlichen Schutzausrüstung mit Schutzbrille, geeigneten Handschuhen und Gummistiefel notwendig ist. Bei Reinigern in Pulverform muss unter Umständen eine Atemschutzmaske der Klasse FFP 2 getragen werden, um zu verhindern, dass feinster Pulverstaub über die Atmung in die Lunge dringt und sich dort anlagert.

Auch bei der Aufbewahrung der Reinigungsmittelkanister ist größte Sorgfalt angeraten. Vor allem, wenn Kinder auf dem Hof sind.   Grundsätzlich müssen Chemikalien an einem dafür geeigneten Ort gelagert werden. Und: Eine manuelle Verriegelung der Handpumpe (FOTO) bietet ohne Zweifel einen zusätzlichen Schutz. Allerdings nur dann, wenn die Sicherung auch wirklich konsequent nach jeder Benutzung wieder eingesetzt wird. Hier ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin notwendig.

Wer Reinigungsmittel in Transportbehältern aus einem anderen Raum zur Melkkammer bringen muss, sollte unbedingt darauf achten, dass diese verschließbar, aus einem geeig-neten Material und entsprechend gekennzeichnet  sind. Verwechslungen untereinander oder womöglich mit Getränkeflaschen können fatale Folgen haben! Wer entsprechende Behält-nisse nicht über den Landhandel bekommt, kann sie über Firmen für Laborbedarf beziehen.



lieben Gruß
Reserl



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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #17 am: 24.03.04, 09:21 »
Manuelle Sperren wie sie der Landhandel anbietet verhindern unbeabsichtigtes entnehmen von Reinigern. Sollen sie jedoch zuverlässig schützen, ist ein ho-hes Maß an Selbstdisziplin notwendig, da die Sperre nach jedem Entnehmen von Reinigungsmitteln wieder eingesetzt werden muss.


Hier ein Foto der Sperre, das uns die BG zur Verfügung gestellt hat:


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« Letzte Änderung: 24.03.04, 09:23 von reserl »
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Reserl



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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #18 am: 24.03.04, 09:24 »
Werden saure und alkalische Lösungen gemischt, entsteht gefährliches Chlor-gas. Aufkleber und farbige Kennzeichnungen helfen mit, auf die Gefahr auf-merksam zu machen und damit Unfälle zu vermeiden.

Der Aufkleber:


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« Letzte Änderung: 24.03.04, 09:24 von reserl »
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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #19 am: 24.03.04, 09:28 »
Eine Information der BG zur Kochendwasserreinigung. :)

Kochendwasser-Reinigung – saubere Melkmaschine fast ohne Einsatz von Chemie

Wer vor der Entscheidung steht, sich eine neue Reinigungsanlage zu kaufen, sollte auch die Möglichkeit der Kochend-Wasser-Reinigungsanlagen in Betracht ziehen. Der Reinigungs-vorgang kommt –abgesehen von einer eventuell notwendigen Wasserenthärtung- völlig ohne chemische Zusätze aus.

Christina und Winfried Sachs aus Münchberg in Oberfranken betreiben seit 1998 eine Ko-chendwasser-Reinigungsanlage. „Die Anschaffung der Anlage war das Ergebnis einer Ver-gleichsrechnung. Die Kochendwasser-Reinigung schnitt im Vergleich zu den Anlagen, die mit teuren Reinigern betrieben werden besser ab. Rückblickend hat sich die Anlage be-währt“. Vor allem für Landwirte, die zum Beispiel über Biogasanlagen selbst die notwendige Wärme zum Erhitzen des Wassers erzeugen können, bietet die Kochendwasser-Reinigung eine gute Alternative zur gefährlichen und kostenintensiven Reinigung mit chemischen Zu-sätzen.

„Unsere Kochendwasser-Reinigungsanlage arbeitet sehr schnell. In acht bis zehn Minuten ist die Reinigung erledigt. Sofort danach steht jede Menge heißes Wasser zum Reinigen des Melkstandes zur Verfügung. Wenn ich danach aus dem Stall gehe, bin ich wirklich fertig mit der Arbeit und muss nicht erst später wieder mit der Reinigung der Melkanlage anfangen“, so Winfried Sachs. „Die Hygiene stimmt, dass sehe ich an den Keimzahlen der abgelieferten Milch. Die Technik ist wenig reparaturanfällig, die Handhabung denkbar einfach“.

Um kein Problem mit Kalkablagerungen zu bekommen, wendet Familie Sachs einmal wö-chentlich einen Wasserenthärter an. Einmal im Jahr wird die Maschine mit einem sauren Spezialreiniger behandelt, um auch die optisch unschönen Ablagerungen des Milchsteins restlos zu entfernen.

Eine Gefahrenquelle kann das ausfließende heiße Wasser sein. Aber durch geeignete Maß-nahmen, etwa einer Ableitung des Wassers direkt in die Güllegrube, kann dafür gesorgt wer-den, dass niemand zu Schaden kommt. Mit Blick auf die Arbeitssicherheit bleibt dennoch ein Wermutstropfen: Zur Reinigung des Milchtanks werden nach wie vor saure und alkalische Reinigungszusätze benötigt. Ganz kann die Chemie also auch hier nicht aus dem Ar-beitsalltag in der Melkkammer verbannt werden!



Wir bedanken uns bei Frau Petra Stemmler von der BG
Franken/Oberbayern für die gute Zusammenarbeit! :)







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« Letzte Änderung: 24.03.04, 09:31 von reserl »
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Offline martina-s

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #20 am: 24.03.04, 10:02 »
Herzlichen Dank Reserl
habe mich so über Deinen Mammutbeitrag hier gefreut. Werde ich mir später noch einmal genauer anschauen
D A N K E   !!!
Liebe Grüße
Martina

Offline Erika

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #21 am: 24.03.04, 19:25 »
Hallo Erika,

wie seid ihr denn zufrieden mit der Kochendwasserreinigung. Wir haben auch schon mal drüber nachgedacht, aber traun uns nicht ganz, da unser Wasser sehr kalkhaltig ist.
Jetzt haben wir flüssiges Spülmittel, das der Spülautomat selber ansaugt. Da nmachen wir immer wider mal eine Markierung an den Kanister (Strich und Datum) damit wir sehen, ob der überhaupt noch einsaugt.

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Wir sind bisher sehr zufrieden mit der Kochendwasserreinigung (Fullwood)  Bis jetzt gab es keinerlei Probleme damit. Das Spülen der Anlage geht jetzt entgegen dem "manuellen Spülen" vorher viel schneller. Etwas mehr Strom braucht sie fürs Heizen, das ist klar, dafür läuft die Melkanlage nicht mehr so lange. Mit Kalk im Wasser haben wir zum Glück gar keine Probleme.
« Letzte Änderung: 24.03.04, 19:27 von Erika »

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #22 am: 26.03.04, 09:44 »
Von der BG haben wir nochmal ein Bild
zum richtigen Umgang mit Melkmaschinenreiniger zur Verfügung gestellt bekommen. :)
Danke!

So ist es richtig:

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« Letzte Änderung: 26.03.04, 09:45 von reserl »
lieben Gruß
Reserl



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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #23 am: 26.03.04, 11:25 »
Andere Frage,
weil ich obiges Bild gerade betrachte:
Dürfen nach neuer QM - Verordnung die Kanister für Spülmittel in der Milchkammer stehen bleiben?
Denn der Spülautomat (auf Bild und auch meiner) ist ja in der Milchkammer!
Liebe Grüße
Martina

landfrau04

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #24 am: 26.03.04, 13:45 »
Hallo Martina!

Bei der QM Überprüfung dürfen nur die angebrochenen Kanister mit Spülmittel für die Melkmaschine in der Melkkammer stehen. Kanister die Du auf Vorrat hast nicht. Wir wurden bereits geprüft.

LG Nicole

Offline martina

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Re:Umgang mit Melkmaschinenreiniger
« Antwort #25 am: 26.03.04, 14:31 »
So eine Sperre hab ich in den diversen Katalogen noch nicht gesehen, wär schön, wenn mal jemand eine Quelle dafür findet. So eine Pumpe auf dem Kanister verlockt doch ungemein, mal darauf zu drücken.
Heute ist ein guter Tag, um einen guten Tag zu haben.

BT-Wochenende vom 26. - 28.10.2018 in Leipzig. Infos gibt es beim Team.

 


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