erika2
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« Antwort #315 am: 14.07.12, 23:53 » |
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Ich finde das Konzept von agri sehr interessant. @agri: Danke dass Du so sehr ins Detail gehst.
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„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
Sören Aabye Kierkegaard
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Pierette
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« Antwort #316 am: 15.07.12, 00:07 » |
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Hallo agri! Leider hast Du außer der Frage nach Eurem Wohnort keine meiner konkreten Fragen beantwortet - und die Antwort war auch alles andere als konkret: Niedersachsen heißt sowohl Geest als auch Marsch, Mittelgebirge oder Bördelandschaft. Ansonsten wiederhole ich meine Fragen nochmals, die zu beantworten dürfte für einen klugen Kopf nicht allzu schwer sein: Hallo agri!
Es ist nichts Ungewöhnliches, dass die Jungviehaufzucht ausgelagert wird und auch die Außenwirtschaft von LU erledigt wird. Aber das mit den Flächen verstehe ich nicht so ganz. Zum Betrieb gehören 140ha von denen 70% zugepachtet sind, der Rest ist Eigentum. Ihr zahlt Pachten und nehmt Pachten ein. Ihr kauft Grund- und Nassfutter sowie KF zu. Ist das so richtig verstanden?
Wie ist das mit den Betriebsprämien geregelt?
Dein Mann und Du, Ihr melkt zweimal täglich 160 Kühe minus Trockensteher im Melkstand/Karussel oder stehen Roboter im Stall?
Da Ihr 40% der Nachzucht zukauft, werden noch ca. 50/60 Jungtiere von Euch versorgt? - (Wieviel sind es denn nun konkret)?
Sind Eure Ställe neu gebaut oder wirtschaftet ihr in Altgebäuden?
Darf ich noch fragen, wo Ihr lebt?
Ich stimme Dir zu, dass Zuckerrübenschnitzel eine sehr gute Komponente in der Ration darstellen, günstig vor allem dann, wenn der Betrieb im Einzugsbereich der Zucker verarbeitenden Fabriken liegt. Es kommt halt immer auf die Rahmenbedingungen an. Und alle, die jetzt neue Eiweiß - Kontrakte abschließen müssen, verfluchen die ganze verdammte Zukauferei, die Preise gehen nämlich durch die Decke. Noch eine Frage, wie kommst Du zu der Behauptung, dass der Großteil der ldw. Betriebe macht keine steuerliche Buchführung mit Gewinn- und Verlustrechung und Bilanz macht und führst Zahlen des bayr. Rechnungshofes an? Worüber reden wir jetzt, Bayern, NS oder Deutschland? @gammi, und die Liquiditätsschwierigkeiten sind wieder da, zumal jetzt auch noch die Liquiditätsdarlehen fällig sind...!
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)
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gammi
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« Antwort #317 am: 15.07.12, 00:16 » |
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Ich hätte auch noch eine Frage an agri:
Wie lange bewirtschaftet ihr den Hof schon?
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
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Pierette
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« Antwort #318 am: 15.07.12, 00:21 » |
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Auch wenn es schon sehr spät ist, bevor ich es vergesse, ich muss nochwas fragen, wie ist das bei Euch mit dem Füttern geregelt, agri? Silos abdecken, Mischungen rühren für die Leistungsgruppen - habt Ihr das auch outgesourcst? Muss ja eigentlich so sein, wenn ganz ohne Maschinen gearbeitet wird, außerdem dürfte es ja dann knapp werden werden mit der der Arbeitszeit bzw den Arbeitskräften.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)
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Paula73
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« Antwort #319 am: 15.07.12, 04:33 » |
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Größere Investitionen können nicht ohne Schulden getätigt werden. Ich bin ein Flüchtlingskind, ohne Schulden hätte ich heute kein bezahltes Wohneigentum.
Dass es nicht ohne Schulden bzw. Finanzierung geht ist auch klar. Nur mir geht es um die Höhe. Und da frage ich mich bei manchen Stallbauten die derzeit aus dem Boden schiessen, ob dass über den (erhofften) Gewinn wieder reinkommt. Oder ob nicht manchmal eine Idee kleiner und einfacher auch reichen würde. Wie viele Liquiditätsschwierigkeiten beim letzten Milchpreis-Tief hatten hat man ja gesehen. Unser Wohnhaus wurde auch finanziert. Ich kenn Schulden auch. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden für was er wie viel Geld leiht. Schulden sind es ja eigentlich erst wenn ich die Raten nicht mehr zurück zahlen kann, bis dahin sind es Kredite. Fakt ist aber auch ob ich für 50, 100 oder 150 Kühe einen Stall baue die Kosten je Kuh und die Arbeitszeit je Kuh sinken um so höher die Stückzahl ist. Deswegen kann einen höhere Summe sich durchaus besser rechnen als eine im ersten Moment günstigere.
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Pierette
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« Antwort #320 am: 15.07.12, 06:10 » |
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Es ist natürlichz grundsätzlich richtig, dass sich die höhere Stückzahl positiv auf die Kosten auswirkt.
Dennoch ist die Höhe des gesamten Fremdkapital - Anteils ein sehr wesentlicher Faktor.
Wenn nämlich der Betrieb faktisch der Bank gehört oder irgendeinem sonstigen Geldgeber, dann ist es Essig mit der Selbstständigkeit eines Familienbetriebes. Sinken die Einnahmen durch die MIlch als einzige Einnahmequelle, dann kann die Liquidität ganz erheblich leiden.
Ein Betrieb, der in abgeschriebenen Gebäuden wirtschaftet, mit wenig Fremdkapital belastet ist und auf eigenem Grund und Boden wirtschaftet, kann durchaus mit 60 Kühen rentabel wirtschaften. Der kann in angemessenen Größenordnungen investieren und gesund wachsen. Aber diese Schritte sind ja heute nicht mehr opportun, weil die Stückzahl ja immer größer werden muss, bei der gegenwärtigen Auwand/Ertragssituation. Da muss schon gespiegelt werden.
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« Letzte Änderung: 15.07.12, 09:33 von Pierette »
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)
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doretchen
Rheinland
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« Antwort #321 am: 15.07.12, 14:44 » |
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Was bäuerliche Landwirtschaft ist und wie jemand seinen Betrieb organisiert, kann man nicht verallgemeinern. Das hängt sehr von der Lage des Betriebes ab. Klar ist aber auch: Die meisten Betriebe machen Buchführung. Das ist meistens günstiger als Schätzung nach 13a.
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es grüßt doretchen
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Paula73
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« Antwort #322 am: 15.07.12, 15:26 » |
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Es ist natürlichz grundsätzlich richtig, dass sich die höhere Stückzahl positiv auf die Kosten auswirkt.
Dennoch ist die Höhe des gesamten Fremdkapital - Anteils ein sehr wesentlicher Faktor.
Wenn nämlich der Betrieb faktisch der Bank gehört oder irgendeinem sonstigen Geldgeber, dann ist es Essig mit der Selbstständigkeit eines Familienbetriebes. Sinken die Einnahmen durch die MIlch als einzige Einnahmequelle, dann kann die Liquidität ganz erheblich leiden.
Ein Betrieb, der in abgeschriebenen Gebäuden wirtschaftet, mit wenig Fremdkapital belastet ist und auf eigenem Grund und Boden wirtschaftet, kann durchaus mit 60 Kühen rentabel wirtschaften. Der kann in angemessenen Größenordnungen investieren und gesund wachsen. Aber diese Schritte sind ja heute nicht mehr opportun, weil die Stückzahl ja immer größer werden muss, bei der gegenwärtigen Auwand/Ertragssituation. Da muss schon gespiegelt werden.
.......müssen muss keiner. Wenn ich von 60 Kühen gut leben kann und zufrieden bin muss ich nicht wachsen.
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Pierette
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« Antwort #323 am: 15.07.12, 16:00 » |
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...da hab ich mich wohl nicht klar ausgedrückt, nein, wachsen muss nicht sein, rentabel wirtschaften und gesund investieren, so ist's gemeint - dann ist das auch mit der Rendite so wie es sein soll....Eigenkapitalbildung und seine Verzinsung und so....!
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« Letzte Änderung: 15.07.12, 21:59 von Pierette »
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)
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apis
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« Antwort #324 am: 15.07.12, 21:52 » |
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Hallo apis, habe ich da eine empfindliche Stelle bei dir angesprochen? Das Wort Rendite scheint bei dir und auch vielen anderen Menschen ein Reizwort zu sein. Habe ich unterstellt, dass viele nicht ihre Bilanzen lesen können oder die Rentabilität?
@agri Ich habe viele Jahre in der ldw. betriebswirtschaftlichen Beratung gearbeitet. Weiß also wovon ich rede.
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fanni
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« Antwort #325 am: 16.07.12, 05:43 » |
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Zu dem Diskurs hier kann ich nur sagen: Wenn sich zwei streiten freut sich der dritte.  Die Landwirtschaft ist so vielfältig, dass es keine Musterbauernhofbewirtschaftungsart gibt.
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« Letzte Änderung: 16.07.12, 05:53 von fanni »
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Herzliche Grüße von Fanni
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Pierette
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« Antwort #326 am: 16.07.12, 10:42 » |
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Na streiten ist wohl was anderes, fanni, es ist wohl eher 'ne Diskussion mit einigen offenen Fragen. Etwas unbefriedigend, wie ich finde.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen (aus Afrika)
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martina
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben
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« Antwort #327 am: 16.07.12, 11:45 » |
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Ich liebe unsere industrielle Landwirtschaft (auch wenn ich mich wiederhole) Wir haben 160 Kühe. Ca. 40% der Nachzucht kaufen wir zu, da Aufzucht kaum rentabel ist. Dem Betrieb sind 140ha zugehörig, davon ca. 90 ha Ackerland, rest Grünland. 70% sind zugepachtet. Wir bewirtschafte die gesamten Flächen aber nicht selbst !)  , da - weinig Interesse an Landbewirtschaftung, mein Mann ist kein Landmaschinenfreak (ich bin ein Glückspilz)  , ja das gibt es, - mit nur zwei Arbeitskräften (mein Mann und ich) keine Zeit dafür übrig ist - und eine höhere Rentabilität in der Milchkuhaltung besteht. Die Flächen werden über einen Bewirtschaftungsvertrag von anderem Landwirt erledigt. Haben also praktisch - kein eigenes Land in Bewirtschaftung, - kaufen einen erheblichen Anteil der Nachzucht zu, - kaufen das gesamte Futter zu (also zu 100%). Ergebnis: wir sind lt. den vielen Forenbeiträgen eine industrielle Landwirtschaft. Diese Titulierung erfüllt uns mit Stolz, da wir dadurch eine renditestarke und doch noch geregelten Arbeitsalltag haben. Gruß Agri Wenn es nur um Begriffe geht, betreibt Ihr in meinen Augen WEDER bäuerliche, noch industrieelle Landwirtschaft, sondern eine reine Tierwirtschaft. Wie gesagt, in meinen Augen.
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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.
Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage! Martina
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agri
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« Antwort #328 am: 16.07.12, 19:19 » |
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Was bäuerliche Landwirtschaft ist und wie jemand seinen Betrieb organisiert, kann man nicht verallgemeinern. Das hängt sehr von der Lage des Betriebes ab. Klar ist aber auch: Die meisten Betriebe machen Buchführung. Das ist meistens günstiger als Schätzung nach 13a.
Hallo Doretchen, du hast Gewinnschätzung nach § 162 Abgarbenordnung mit der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen nach § 13a Einkommensteuergesetzt verwechselt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Meine Einschätzung: bei der Gewinnermittlung nach § 13a EStG mag es tendenziell zu einer erhöhten Gewinnermittlung kommen (die Finanzbehörden sehen dies aktuell aber anders), aber dabei fallen keine Buchführungs- und ggf. nur geringfügige Beratungskosten an. Wenn dies dann unter Berücksichtigung des Grenzsteuersatz betrachtete wird, ist aus meiner Sicht die 13a-Gewinnermittlung in den allermeisten Fällen erheblich attraktiver als eine kostenintensive Finanzbuchhaltung. Gruß Agri
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agri
Gast
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« Antwort #329 am: 16.07.12, 19:20 » |
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Hallo, ich versuche die Fragen in einer Antwort zusammenzufassen.
Hallo Pierette, die Betriebsprämie erhalten wir, haben ja die Flächen nicht verpachtet, sondern die komplette Bewirtschaftung der Flächen und zum großen Teil das Ertragsrisiko in andere Hände vergeben. Wir haben einen Melkstand, kein Karussel oder Melkroboter. Es werden ca. 40% und in manschen Jahren mehr der Nachzucht zugekauft. Ställe neu gebaut oder in Altgebäude: Wann sind altersmäßig Gebäude noch Neugebäude oder schon Altgebäude? Wie sieht es bei umgebauten Gebäuden aus? Beim Milchviehstall sind die ältesten Teile 32 Jahre alt, dann 20 Jahre, die jüngsten Teile 11 Jahre. Wir verfüttern Pressschnitzel, nicht Zuckerschnitzel. Bzgl. der Quellenangabe hast du recht, ist nicht auf ganz Deutschland zu übertragen. Habe aber mal in einer anderen Quelle vor ca. 2 Jahren gelesen zu haben, dass ca. 170.000 der Landwirte eine Buchführung (Bilanzierer oder Einnahme-Überschussrechner) machen und die anderen machen keine Buchführung. Also machen knapp 50% der Betriebe keine Buchführung. Quelle finde ich nicht mehr.
Die Fütterung erfolgt mit einem selbstfahrenden Futtermischwagen. Dieser wird auch noch auf zwei anderen Rindviehbetrieben eingesetzt, die aber erheblich weniger Rinder halten. Wir wechseln uns dabei ab, wobei aber von den anderen mehr geleistet wird, als von uns in Relation zum Viehbestand. Wird entsprechend abgerechnet. So gesehen auch etwas ausgesourct. Das erfolgt ganz flexibel, wir machen immer soviel wir können und wollen. Mit dem Ab- und Aufdecken der Silo ist das ganz easy. Die Beschwerung erfolgt mit zugeschnittene, gebrauchte Transportbänder aus dem Bergbau. Das ist das Beste was es gibt, ich noch nichts besseres gesehen.
Mit dieser Aussage "Ein Betrieb, der in abgeschriebenen Gebäuden wirtschaftet, mit wenig Fremdkapital belastet ist und auf eigenem Grund und Boden wirtschaftet, kann durchaus mit 60 Kühen rentabel wirtschaften. Der kann in angemessenen Größenordnungen investieren und gesund wachsen. " zeigt dass du meine Beschreibung zur Rendite entweder nicht gelesen hast oder nicht verstanden hast oder nicht verstehen wolltest. Du verwechselt den ausgewiesenen Gewinn in der Buchführung mit Rentabilität. Aber ich versuch es nochmal zu erklären. Wen es nicht interessiert, kann über die nachfolgenden Sätze hinwegsehen: Bei der Rentabilitätsberechnung werden nicht nur die zugekauften Leistungen, die dann als Aufwendungen in der Finanzbuchhaltung erscheinen, berücksichtigt, sondern auch die kalkulatorischen Kosten für die noch nicht entlohneten, aber eingesetzen Faktoren z.B. für die eigenen Familienarbeitskräfte, den Eigentumsflächen oder das restliche Eigenkapital (= Eigenkapital minus Werte der Eigentumsflächen).
Für uns gibt es auch keine abgeschriebene Gebäude oder Maschinen. Abgeschriebene Gebäude/Maschinen = die man nicht mehr betrieblich nutzen kann So lange man sie noch nutzen kann, haben sie noch einen betrieblichen Wert und sind auch betriebswirtschaftlich aus unserer Sicht auch nicht abgeschrieben.
Pierette, du setzt bei deiner Rentabilitätsbetrachtung für die eigenen, nicht entlohnten Faktoren nichts an. Damit ist praktisch jede Investition rentabel. Ich nenne eine solche Betrachtung nicht rentabel sondern Selbstbetrug. Das erlärt vielleicht auch die häufig absurden Pacht- oder Quotenpreise, die gezahlt werden oder die Übermechanisierung insbesondere im Außenbereich.
Hallo Gammi, wir/mein Mann bewirtschaften den Betrieb seit 20 Jahren.
Ich habe jetzt fleißig eure Fragen beantwortet. Aber meine Frage, welche kalkulatorischen Kosten ihr für eure nichtentlohnten Faktoraufwendungen bei euren Rentabilitätsberechnungen ansetzt, hat mir noch keiner (mit Ausnahme von Pierette) beantwortet.
Gruß Agri
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