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Autor Thema: Gretchenfrage: Was ist bäuerliche Landwirtschaft?  (Gelesen 16881 mal)
Bullenmafia
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Bäuerinnen find ich super


« Antwort #300 am: 14.07.12, 14:12 »

Hallo agri,

ich habe geschrieben wir haben vor Jahren einen rentablen Hof übernommen. Nur jetzt nicht mehr, da kann der Hof nix dafür.

kleine Rechnung...

wie wir gestreikt haben mit der Milch war der Preis auf dem selben Stand wie heute...
wie gleichst du jetzt aus die ganzen Steigerungen.... Dünger, Diesel, Eiweißfutterzukauf und da ihr ja alles zukauft (Grassilage, Maissilage, Heu und Stroh) hat sich ja alles verdoppelt und verdreifacht.

ok die Kälber kosten mehr aber nur wenn du Fleckvieh hast und die Schlachtkuh kostet auch ein Vermögen aber auch nur wenn du Fleckvieh hast. Genauso kosten die Tiere ein Vermögen wenn du Kalbinnen/Kühe zukaufst, genauso wie du massiv Krankheiten zukaufst. ich weiß wovon ich rede.
welche Daten hast den, Stalldurchschnitt, Zellzahlen (guter Betrieb ist unter 100) und Tierarztkosten bzw. Verluste. und vorallem wie rechnest du den ganzen Futterzukauf. wenn du 160 Kühe hast und keine Feldarbeit was machst du dann den ganzen Tag?? wenn ihr keine Nachzucht habt, denke ich habt ihr 200 Tiere ca. das arbeiten andere auch zu zweit und machen Feldarbeit.

die Rentabilität hängt von vielen Faktoren ab und nicht nur vom Bankkonto.

sprich ein Betrieb der nur Gewinn macht und keine Ausgaben hat, ist auch rentabel (kann aber keine Maschinen, veraltert, alte Gebäude etc. haben) schlechte Tiergesundheit usw.

anderer Betrieb hat zwar keinen großen Gewinn, aber investiert in den Betrieb etc. und wenn dann noch was übrigbleibt abzüglich Privatanteil und evlt. Rückzahlung von Schulden und Privatansparung/Altersversorgung etc. DANN ist er rentabel
aber nachdem letzte Woche die Steuer da war und meinte, momentan schauts böse aus wenn jemand vom Zukauf leben muss, denke ich net das du noch lange große Töne spuchst außer du hast ständig Festpreis bei der Ware aber das wird der andere nimmer lange machen. aber mir solls egal sein.

aber pass auf was du über andere sagst.
LG Petra
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Ganz liebe Grüße
Petra
agri
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« Antwort #301 am: 14.07.12, 14:24 »

Und noch etwas. Wir haben auch ohne Schulden angefangen.......und das ist ein super Glück............das haben nicht alle. Und wir können alles was wir verdienen als Gewinn verbuchen und müssen damit nicht erst noch einen Haufen Tilgung und Zinsen bezahlen.

...nur wenn ich dann nur noch für die Schulden arbeite? ? ?

Jeder soll seine Landwirtschaft so führen wie er es für richtig hält. Für mich ist auf alle Fälle grad die Abwechslung das Schöne. Ich habe von allem etwas.

Hallo Gammi,
warum scheust du die Schulden wie der Teufel das Weihwasser?

Und die Zinsen für die betrieblichen Schulden sind schon beim Gewinn im Jahresabschluss abgezogen werden. Die werden nicht noch mal vom Gewinn abgezogen.

Warum soll man nicht Schulden machen? Verstehe ich nicht?
Wenn die erhofften Überschüsse aus der Invenstition größer sind als die Zinskosten für das aufzunehmende Darlehen und man auch grundsätzlich in dem Bereich tätig werden will, dann mache ich auch Schulden.

Gammi, auch da behaupte ich mal: deine Äußeringen hier sind von bäüerliche Landwirtschaft geprägt. Wie du schreibst, ist das auch OK für euch.
Wie ich versucht habe, teile ich diese Ziele nicht. Schulden sind nicht böse oder schlecht. Sie sind ein elmentarer Produktionsfaktor ob man eine bestimmte Menge Dünger, Kraftfutter oder sonstiges einsetzt. Wenn mehr herauskommt als es kostet, dann ist es sinnvoll.
Ich will es mal als unternehmerische Logik betiteln.

Gruß
Agri
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Pierette
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« Antwort #302 am: 14.07.12, 14:46 »

Hallo agri!

Ich habe einige Verständnisfragen zu Euerem Betrieb.
Es ist nichts Ungewöhnliches, dass die Jungviehaufzucht ausgelagert wird und auch die Außenwirtschaft von LU erledigt wird.
Aber das mit den Flächen verstehe ich nicht so ganz.
Zum Betrieb gehören 140ha von denen 70% zugepachtet sind, der Rest ist Eigentum. Ihr zahlt Pachten und nehmt Pachten ein.
Ihr kauft Grund- und Nassfutter sowie KF zu. Ist das so richtig verstanden?

Wie ist das mit den Betriebsprämien geregelt?

Dein Mann und Du, Ihr melkt zweimal täglich 160 Kühe minus Trockensteher im Melkstand/Karussel oder stehen Roboter im Stall?

Da Ihr 40% der Nachzucht zukauft, werden noch ca. 50/60 Jungtiere  von Euch versorgt?

Sind Eure Ställe neu gebaut oder wirtschaftet ihr in Altgebäuden?

Da ja in Deinem link von Proplanta deutlich gemacht wird, dass die dargestellte Gewinnermittlung der Nettorentabilität mit anderen Rechnungsarten nicht direkt vergleichbar ist, versuche ich die Sache einzuordnen.

Dennoch, es gibt eine Regel, die aus Zeiten stammt, in denen es noch nicht die Differenzierung bäuerliche LW - industrielle LW gab:

"Liquidität geht vor Rentabilität", der sollte aber nach wie vor nicht unterschätzt werden. Ich weiß von Betrieben, die 300 Kühe melken und nicht einen Nagel mehr kaufen können.

Der Begriff "Schulden" passt nicht, wenn ein Darlehen der Betriebsentwicklung dienen soll, dagebe ich Dir völlig Recht.

Darf ich noch fragen, wo Ihr lebt?
« Letzte Änderung: 14.07.12, 14:50 von Pierette » Gespeichert

Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
apis
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« Antwort #303 am: 14.07.12, 14:48 »

Hallo agri,

Produktion, die zu einer vernünftigen Rendite führt ist das eine, Provokation und Oberlehrerhaftigkeit in diesem Forum das andere.

Hier lesen und schreiben viele Landwirtinnen aus den unterschiedlichsten Betrieben und Regionen.
Ihnen zu unterstellen keine Bilanzen lesen zu können oder gar unfähig zu sein Rentabilitationsberechnungen zu verstehen halte ich schlichtweg für unverschämt.

Nur nebenbei: Jeder ldw. Betrieb macht heute einen steuerlichen Jahresabschluß, bespricht ihn mit seinem Steuerberater und kennt seine Produktionskosten, Erträge und Renditen!
Und wer Probleme mit betriebswirtschaftlichen Fakten hat holt sich Hilfe bei der Offizialberatung oder anderen verschwiegenen fachkundigen Stellen. Braucht also keine Belehrung aus dem Forum.

Die Rendite der Höfe ist auch kein Thema für die Öffentlichkeit.

apis
« Letzte Änderung: 14.07.12, 15:16 von apis » Gespeichert
Pierette
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« Antwort #304 am: 14.07.12, 14:54 »

Das hat mich allerdings auch schon sehr gewundert, apis, wieviel Zahlenmaterial von agri verlinkt wird. Auf unseren Kammerauswertungen (Milchviehreports) steht dick und fett vertraulich zu behandeln.
« Letzte Änderung: 14.07.12, 14:56 von Pierette » Gespeichert

Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
fanni
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« Antwort #305 am: 14.07.12, 16:59 »

Das hat mich allerdings auch schon sehr gewundert, apis, wieviel Zahlenmaterial von agri verlinkt wird. Auf unseren Kammerauswertungen (Milchviehreports) steht dick und fett vertraulich zu behandeln.

und warum stehen die dann im Internet?

Ich find das hochinteressant.
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Herzliche Grüße von Fanni
Pierette
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« Antwort #306 am: 14.07.12, 17:08 »

Das vollständige Zahlenmaterial der Betriebsauswertungen (LK NRW) wirst Du nicht im Internet finden. Es gibt sicher allgemeine Aussagen, aber mehr auch nicht.
Was nun Steuerbüros wie die Landata vertöffentlichen, weiß ich nicht.
Aber ich denke, das wird sich noch aufklären.
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
doretchen
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« Antwort #307 am: 14.07.12, 17:37 »

Was bäuerliche Landwirtschaft ist, kann man nicht verallgemeinern. Es hat auch was mit der Tradition zu tun. In Württemberg, teilweise auch in Bayern herschte Realteilung. Der Hof wurde in jeder Generation unter alle Geschwister aufgeteilt. Der Hof wurde also immer  kleiner. Am Niederrhein herrschte Anerbenrecht, der Hof ging immer an den älteste Sohn, blieb also größer. Es war also leichter, den Kuhbestand aufzustocken, weil mehr Fläche da war. Rheinland und Niederrhein sind Betriebe in Ballungszentren. Eine Spezialisierung erfolgte bald und war naheliegend. Ob ein Hof rentabel ist, sollte man der Buchführung entnehmen können. Wenn nicht, sollte die Beratung heran gezogen werden. Größere Investitionen können nicht ohne Schulden getätigt werden. Ich bin ein Flüchtlingskind, ohne Schulden hätte ich heute kein bezahltes Wohneigentum.
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es grüßt doretchen
agri
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« Antwort #308 am: 14.07.12, 20:07 »

Hallo agri,

ich habe geschrieben wir haben vor Jahren einen rentablen Hof übernommen. Nur jetzt nicht mehr, da kann der Hof nix dafür.

kleine Rechnung...

wie wir gestreikt haben mit der Milch war der Preis auf dem selben Stand wie heute...
wie gleichst du jetzt aus die ganzen Steigerungen.... Dünger, Diesel, Eiweißfutterzukauf und da ihr ja alles zukauft (Grassilage, Maissilage, Heu und Stroh) hat sich ja alles verdoppelt und verdreifacht.

ok die Kälber kosten mehr aber nur wenn du Fleckvieh hast und die Schlachtkuh kostet auch ein Vermögen aber auch nur wenn du Fleckvieh hast. Genauso kosten die Tiere ein Vermögen wenn du Kalbinnen/Kühe zukaufst, genauso wie du massiv Krankheiten zukaufst. ich weiß wovon ich rede.
welche Daten hast den, Stalldurchschnitt, Zellzahlen (guter Betrieb ist unter 100) und Tierarztkosten bzw. Verluste. und vorallem wie rechnest du den ganzen Futterzukauf. wenn du 160 Kühe hast und keine Feldarbeit was machst du dann den ganzen Tag?? wenn ihr keine Nachzucht habt, denke ich habt ihr 200 Tiere ca. das arbeiten andere auch zu zweit und machen Feldarbeit.

die Rentabilität hängt von vielen Faktoren ab und nicht nur vom Bankkonto.

sprich ein Betrieb der nur Gewinn macht und keine Ausgaben hat, ist auch rentabel (kann aber keine Maschinen, veraltert, alte Gebäude etc. haben) schlechte Tiergesundheit usw.

anderer Betrieb hat zwar keinen großen Gewinn, aber investiert in den Betrieb etc. und wenn dann noch was übrigbleibt abzüglich Privatanteil und evlt. Rückzahlung von Schulden und Privatansparung/Altersversorgung etc. DANN ist er rentabel
aber nachdem letzte Woche die Steuer da war und meinte, momentan schauts böse aus wenn jemand vom Zukauf leben muss, denke ich net das du noch lange große Töne spuchst außer du hast ständig Festpreis bei der Ware aber das wird der andere nimmer lange machen. aber mir solls egal sein.

aber pass auf was du über andere sagst.
LG Petra

Hallo Petra,
du hast geschrieben, dass ein patzen Geld auf eurem Konto liegt.  Aber egal, deine wiedersprüchlichen Aussagen dazu haben auch andere angemerkt.

Die gennanten Produktionsmittel unterliegen permanenten Preisschwankungen nach oben und nach unten, bei den wesentlichen Produktionsmitteln kann ich jährliche Preisschwankungen von 100% und mehr nicht feststellen.
Ich kann das nur für unseren Zukauf beantworten.

Lt. unseren Kalkulationsdaten und auch den Vergleichsdaten aus Fachzeitschriften ist die normale Rinderaufzucht betrachtet über mehrere Jahre wenig lukrativ. Oder anders ausgedrückt: wir konnten bisher unsere Arbeitskraft und unser Kapital in Milchviehaltung eindeutig besser verwerten, sprich dort war es rentierlicher.

Wie schon beschrieben betreiben wir keine Außenwirtschaft und haben auch keine Maschinen dafür. Der langjährige Bewirtschaftungsvertrag regelt die Zukaufskosten für das Grundfutter. Da die Futtermengen/-qualität beim Mais aufwendig zu ermitteln sind, orientiert sich die Preisfindung an den Marktfrüchten Raps/Getreidefruchtfolge.
Allerdings ist der Maisanteil in der Ration eher gering. Der Mais wird größtenteils durch Pressschnitzel ersetzt. Ist lt. unserer Berechnung preisgünstiger, sehr schmackhaft für die Tiere und sicher in der Qualität und ganz besonders sicher bzgl. der Menge.

Bei der Fremdbewirtschaftung des Grünlandes tragen wir die Betriebsmittelaufwendungen für Dünger, Pflanzenschutz und Saatgut, die Betriebsmittelaufwendungen für die Maschinen werden über einen festen Hektar-Satz abgerechnet.

Eine Außenwirtschaft betreiben wir deshalb nicht, weil wir unsere Arbeitskraft und unser Kapital lt. unseren Datenansätzen in der Milchviehaltung eindeutig besser verwerten, sprich dort war es rentierlicher.
Einen erheblichen Nachteil hätte die Außenwirtschaft auch, weil wir dann Arbeitsspitzen, die wir nicht abdecken können und auch nicht wollen. Die Rinderhaltung leidet unter den Arbeitsspitzen in der Außenwirtschaft erheblich, so unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit. Wir wollen und können uns nur auf unseren lukrativsten Produktionszweig Milchviehaltung konzentrieren.

Fragen bzgl. Zellzahlen und Tierleistungen:
 für mich sind nicht die Betriebe die besten Betriebe, die niedrigste Zellzahlen oder höchste Milchleistungen aufweisen, sondern die die höchste Nettorentabilität aufweisen, dass ist für uns entscheiden.

"wenn du 160 Kühe hast und keine Feldarbeit was machst du dann den ganzen Tag?? wenn ihr keine Nachzucht habt, denke ich habt ihr 200 Tiere ca. das arbeiten andere auch zu zweit und machen Feldarbeit": Also wir haben schon ca. 60% der Nachzucht (so wie erwähnt), haben 160 Milchkühe nicht 200.
Ich habe mal im Internet nachgeschaut Quelle (http://www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1043083_l1/index.html): bei Bestandgrößen über 130 Tiere sind da 30 Stunden je Kuh angegeben, das macht 4.800 Stunden, hinzu kommt noch Arbeitszeit für die Nachzucht. Damit würden wir ca. 2.500 bis 3.000 Stunden pro Jahr leisten. Das  sind ca. 8 Stunden jeden Tag, also wirklich jeden Tag, 365 Tage im Jahr. Das ist für uns mehr als genug, ich will und schaff nicht mehr. Andere arbeiten 10 und mehr Stunden, sollen sie.
Wir brauchen auch noch ein bisschen Zeit das Geld auch wieder auzugeben.

Den Rest deiner Anmerkungen habe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht verstanden, war mir zu durcheinander.

Aus deiner Sicht spuck ich große Töne, aus meiner Sicht jammere ich nicht, das kannst du auch viel besser.

"aber pass auf was du über andere sagst." Der Satz von dir, schreibst du nicht permanent über und von anderen?


Gruß
Agri
« Letzte Änderung: 14.07.12, 20:57 von agri » Gespeichert
agri
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« Antwort #309 am: 14.07.12, 20:10 »

Hallo agri!

Ich habe einige Verständnisfragen zu Euerem Betrieb.
Es ist nichts Ungewöhnliches, dass die Jungviehaufzucht ausgelagert wird und auch die Außenwirtschaft von LU erledigt wird.
Aber das mit den Flächen verstehe ich nicht so ganz.
Zum Betrieb gehören 140ha von denen 70% zugepachtet sind, der Rest ist Eigentum. Ihr zahlt Pachten und nehmt Pachten ein.
Ihr kauft Grund- und Nassfutter sowie KF zu. Ist das so richtig verstanden?

Wie ist das mit den Betriebsprämien geregelt?

Dein Mann und Du, Ihr melkt zweimal täglich 160 Kühe minus Trockensteher im Melkstand/Karussel oder stehen Roboter im Stall?

Da Ihr 40% der Nachzucht zukauft, werden noch ca. 50/60 Jungtiere  von Euch versorgt?

Sind Eure Ställe neu gebaut oder wirtschaftet ihr in Altgebäuden?

Da ja in Deinem link von Proplanta deutlich gemacht wird, dass die dargestellte Gewinnermittlung der Nettorentabilität mit anderen Rechnungsarten nicht direkt vergleichbar ist, versuche ich die Sache einzuordnen.

Dennoch, es gibt eine Regel, die aus Zeiten stammt, in denen es noch nicht die Differenzierung bäuerliche LW - industrielle LW gab:

"Liquidität geht vor Rentabilität", der sollte aber nach wie vor nicht unterschätzt werden. Ich weiß von Betrieben, die 300 Kühe melken und nicht einen Nagel mehr kaufen können.

Der Begriff "Schulden" passt nicht, wenn ein Darlehen der Betriebsentwicklung dienen soll, dagebe ich Dir völlig Recht.

Darf ich noch fragen, wo Ihr lebt?


Hallo,
die Außenwirtschaft wird vollständig nicht von uns erledigt und nicht nur einzelne Tätigkeiten vom LU abgedeckt. Wir besitzen keine einzige Maschine für die Außenwirtschaft, macht und organisiert alles eine andere Betriebsgemeinschaft anhand eines abgeschlossenen Bewirtschaftungsvertrages.
Wir haben keine Flächen verpachtet, die Bewirtschaftung haben wir vollständig abgegegben.
Wir kaufen den Mais anhand festgelegter Kriterien zu.
Der Grünlandertrag wird genau betrachtet nicht nach Ertrag gekauft (s. Antwort Petra).
In großem Umfang kaufen wir Pressschnitzel als Maissilageersatz zu.
Kraftfutter wird teilweise durch zugekauftes Getreide (von den eigenen Flächen oder von fremden Flächen wiessen wir nicht, liefert der Bewirtschafter unserer Flächen) und den zugekauften Komponenten erzeugt, ansonsten fertiges Kraftfutter.

Ja, weniger als 60% der Nachzucht wird selbst aufgezogen.

Den Spruch "Liquidität geht vor Rentabilität" kenn ich. Mein Spruch lautet "Liquidität geht kurzfristig vor Rentabilität, Rentabilität geht mittel- und langfristig vor Liquidität".

Wir leben in Niedersachsen.

Gruß
Agri
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agri
Gast
« Antwort #310 am: 14.07.12, 20:23 »

Hallo agri,

Produktion, die zu einer vernünftigen Rendite führt ist das eine, Provokation und Oberlehrerhaftigkeit in diesem Forum das andere.

Hier lesen und schreiben viele Landwirtinnen aus den unterschiedlichsten Betrieben und Regionen.
Ihnen zu unterstellen keine Bilanzen lesen zu können oder gar unfähig zu sein Rentabilitationsberechnungen zu verstehen halte ich schlichtweg für unverschämt.

Nur nebenbei: Jeder ldw. Betrieb macht heute einen steuerlichen Jahresabschluß, bespricht ihn mit seinem Steuerberater und kennt seine Produktionskosten, Erträge und Renditen!
Und wer Probleme mit betriebswirtschaftlichen Fakten hat holt sich Hilfe bei der Offizialberatung oder anderen verschwiegenen fachkundigen Stellen. Braucht also keine Belehrung aus dem Forum.

Die Rendite der Höfe ist auch kein Thema für die Öffentlichkeit.

apis

Hallo apis,
habe ich da eine empfindliche Stelle bei dir angesprochen? Das Wort Rendite scheint bei dir und auch vielen anderen Menschen ein Reizwort zu sein.
Habe ich unterstellt, dass viele nicht ihre Bilanzen lesen können oder die Rentabilität?

Ich behaupte, dass es jeder kann, es tun aber nur ganz ganz wenige. Das ist mein Eindruck und auch die Aussage unseres Steuerberaters. Ist aber seiner Beobachtung nach nicht ein Spezifikum der Landwirtschaft, sondern das sei auch bei kleinen Familienbetrieben anderer Branchen so.

Warum so empfindsam bei diesem Thema, andere Themen werden hier doch ausgiebig diskutiert?

Renditeaufstellungen von der Landwirtschaft gibt es zahlreich im Internet und sonstwo.
Gibt es natürlich auch von anderen Branchen.
Ich schau mir die Zahlen sehr gern an, ich möchte ja wissen wo unserer Betrieb steht.

Auch wenn ich mich auch hier wiederhole, das Thema scheint für dich sehr emotional zu sein. Das ist auch verständlich.
Aber warum werden denn andere, betriebliche Daten hier auch sehr gerne preisgegeben?

Entschuldige wenn ich gern über betriebswirtschaftliche Themen diskutiere. Ich erwarte nicht, das das jedem so geht, ich erwarte aber, dass respektiert werden kann.
Wer das nicht möchte kann sich ja enthalten.

Sicherlich schwingt da auch etwas Provokantes mit, aber das Rüttelt auf und schafft gewollte wie ungewollte Aufmerksamkeit.

Nur nebenbei: der Großteil der ldw. Betriebe macht keine steuerliche Buchführung mit Gewinn- und Verlustrechung und Bilanz (Betriebsvermögensvergleich) nach § 4(1) bzw. § 5 EstG, sondern machen eine Gewinnermittlung nach Durchschnnittssätzen (§ 13a EstG, ohne G+V oder Bilanz) bzw. Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 (3) EStG ohne Bilanz.
Quelle http://www.orh.bayern.de/berichte/jahresberichte/aktuell/jahresbericht-2012/steuern/719-tnr-13-mangelhafte-besteuerung-der-landwirtschaftlichen-einkuenfte.html Tabelle 32.
Entschuldige, wenn ich deine Aussage korrigiere.

Sollte ich die andern Aussagen auch anzweifeln, insbesondere weil die Daten bei den Betrieben ja gar nicht für die Finanzbuchführung erfasst werden?


Gruß
Agri

« Letzte Änderung: 14.07.12, 21:09 von agri » Gespeichert
Bullenmafia
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Bäuerinnen find ich super


« Antwort #311 am: 14.07.12, 21:03 »

Hallo Agri,

stell dir vor, wir machen Buchführung und zwar nicht die steuerliche sondern die wirtschaftliche und warum, weil wir unsere Zahlen kennen müssen und weil man sonst nicht bauen darf mit Förderung zumindest bei uns in Bayern ist es so.


Und wenn du 8 Stunden täglich nur mit den Kühen arbeitest, denke ich läuft was verkehrt, es gibt Betriebe hier die noch mehr haben und zusätzlich auch Feldarbeit.

Wir haben insgesamt wenn wir voll sind 260 Stück Tier davon 100 Kälber konstant, nicht mal ich verbringe 8 Stunden am Tag nur im Stall.
 Ach ja und unser STeuerberater war bisher sehr zufrieden mit uns aber wahrscheinlich hat er ja keine Ahnung obwohl er speziell für die Landwirtschaft ist.

Ich geh jetzt in den Stall, da kalbt nämlich ne Kalbin aus eigener Aufzucht  Grin

LG Petra
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Ganz liebe Grüße
Petra
agri
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« Antwort #312 am: 14.07.12, 21:32 »

Hallo Agri,

stell dir vor, wir machen Buchführung und zwar nicht die steuerliche sondern die wirtschaftliche und warum, weil wir unsere Zahlen kennen müssen und weil man sonst nicht bauen darf mit Förderung zumindest bei uns in Bayern ist es so.


Und wenn du 8 Stunden täglich nur mit den Kühen arbeitest, denke ich läuft was verkehrt, es gibt Betriebe hier die noch mehr haben und zusätzlich auch Feldarbeit.

Wir haben insgesamt wenn wir voll sind 260 Stück Tier davon 100 Kälber konstant, nicht mal ich verbringe 8 Stunden am Tag nur im Stall.
 Ach ja und unser STeuerberater war bisher sehr zufrieden mit uns aber wahrscheinlich hat er ja keine Ahnung obwohl er speziell für die Landwirtschaft ist.

Ich geh jetzt in den Stall, da kalbt nämlich ne Kalbin aus eigener Aufzucht  Grin

LG Petra

Hallo Petra,
ich habe bisher werthaltigere Beiträge von dir gelesen.

Habe ich etwas darüber geschrieben, wie ihr eure Buchführung macht?
Es heißt nicht wirtschaftliche Buchführung sondern betriebwirtschaftliche Buchführung meißt in Form des novellierten BMELF-Abschlusses.


Bzgl. der Arbeitszeit: du willst es nicht begreifen, es kommt nicht darauf an wieviel man reinsteckt, sondern ob auch mehr herauskommt als man reingesteckt hat.

Nicht der Steuerberater muss zufrieden sein mit den betrieblichen Daten, sondern der Unternehmer selbst. Der Unternehmer muss sich seine Ziele setzen, diese Aufgabe kann nicht der Steuerberater übernehmen.
Hat hier jemand geschrieben, dass der Steuerberater keine Ahnung hat?

Du liest zu schnell oder du schreibst zu schnell oder beides.

Gruß
Agri

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Lisa
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« Antwort #313 am: 14.07.12, 22:03 »

Buchführung,ein sehr wichtiges,ein MUSS für jeden Betrieb,Nur wer seine Zahlen selber kennt,nicht der Betreuer,weiß wo er steht. Mein Gatte sagte immer,ein Betrieb öhne Buchführung mit auswertung,wäre wie eine Uhr ohne
Zeiger.
Zur Betriebsführung,jeder kann seine Fahigkeiten nutzen,das finde ich enorm RICHTIGund gut.
Wenn sich manche mit Kühen ihren Unterhalt verdienen,verstehen was vom Fach ist es genau so richtig,
wie einer der am liebsten mit Maschinen arbeitet.Wo man besser ist als der Nachbar und es mit Freude macht,was soll da
schlecht sein. Jeder kann seinen Betrieb nach seinen Fähigkeiten entwickeln,dann brauch ich mich nicht um andere kümmern
und schwarzmalen was noch kommen kann u.u.u,bei mir ist die Suche nach einer "Tankstelle" vorbei,hätte aber noch viele Ideen.
Altenteilergrüße von Lisa
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gammi
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« Antwort #314 am: 14.07.12, 23:50 »

Größere Investitionen können nicht ohne Schulden getätigt werden. Ich bin ein Flüchtlingskind, ohne Schulden hätte ich heute kein bezahltes Wohneigentum.

Dass es nicht ohne Schulden bzw. Finanzierung geht ist auch klar. Nur mir geht es um die Höhe. Und da frage ich mich bei manchen Stallbauten die derzeit aus dem Boden schiessen, ob dass über den (erhofften) Gewinn wieder reinkommt.
Oder ob nicht manchmal eine Idee kleiner und einfacher auch reichen würde.


Wie viele Liquiditätsschwierigkeiten beim  letzten Milchpreis-Tief hatten hat man ja gesehen.

Unser Wohnhaus wurde auch finanziert. Ich kenn Schulden auch.
Gespeichert

Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
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