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Autor Thema: Kann man die Pfarrer denn noch ernst nehmen?  (Gelesen 3796 mal)
LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall


« Antwort #30 am: 20.05.11, 09:15 »

Zitat
Da versteht man auch nix, kann man dann aus der Liturgie wirklich ein Stück Glaube mit nach Hause nehmen?

Das habe ich ja auch noch einige Zeit erlebt. Die Predigt war ja auf deutsch, dass war schon zum mitnehmen und die lateinische Messe war sehr feierlich. Es war damals noch üblich, jeden Sonntag und auch zwischendurch in die Kirche zu gehen, da waren die lateinischen Wechselgebete geläufig und wir wussten schon, was sie bedeuten. Die Übersetzung stand im Gebetbuch. Die lateinische Messe war überall gleich und man konnte egal wo in die Kirche gehen und der Ritus war vertraut. Trotzdem fand ich es damals schon richtig und besser als dann alles auf deutsch war. Habe aber auch kein Problem damit, wenn mal eine lateinische Messe sein sollte.

Luna
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lucia
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« Antwort #31 am: 20.05.11, 10:06 »

in unserem dekanat gibts seit einigen jahren wieder traditionelle lateinische messen als zusatz'angebot' zum normalen gottesdienstbetrieb. die gottesdienste finden in der nachbarpfarrei statt und sind immer wieder gut besucht.

ich finde manches anspruchsdenken mancher schreiberinnen hier schon ziemlich heftig *zugeb* wir haben selber in der nachbarpfarrei seit vielen jahren einen indischen pfarrer, auch die urlaubsaushilfen unseres pfarrers sind meist inder oder andere ausländische priester.
ich hab bisher noch keinen kennengelernt, der sich nicht zumindest mühe gibt !
die aushilfe der letzten beiden jahre (von unseren minis liebevoll ranjid genannt, weil der der kunstfigur von kaya yanar ziemlich ähnlich war) hat sich sogar die mühe gemacht und mit den großen ministranten einen indischen abend gestaltet, um seine heimat den pfarrangehörigen nahe zu bringen.

ich bin mir net sicher, ob so mancher urbayerischer dialekt für nicht-einheimische anders klingt als irgendeine fremdsprache.

natürlich ist es nicht einfach, grad älteren leuten einen nicht-hiesigen pfarrer 'schmackhaft' zu machen, aber ich denk, es hängt viel mehr von der eigenen einstellung und der des pfarrers ab, wie er seinen beruf (der berufung ist bzw. sein sollte) rüberbringt.

das ist aber auch nicht anders als beim bauern, auch dessen job ist mehr als nur arbeit.
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lieben gruß, lucia
apis
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« Antwort #32 am: 20.05.11, 12:04 »

Wie soll ich einen Pfarrer, der ja auch Seelsorger sein soll, ernstnehmen wenn sein Hauptthema die Arbeitsüberlastung der Theologen ist.

Aus Kostengründen werden hier die Gemeinden immer größer, immer mehr Laienarbeit ersetzt hauptamtliche Pastoren. Und immer mehr, vor allem ältere Mitchristen, vermissen einen Ansprechpartner in Glaubensdingen.
Eine Begleitung durch schwere Lebensphasen wie Krankheit und Tod gibt es schon lange nicht mehr.

Als SM Schwerstpflegefall war und es dem Ende zuging, hatte kein Pastor Zeit, auch die Pfarrer aus der Nachbargemeinde nicht. In 2 Jahren war der Pfarrer einmal zum 10 minütigen Krankenbesuch da, für andere Schwerkranke der Gemeinde war keine Zeit.
Seitdem wünsche ich mir mal die Arbeitspläne der Seelsorger zu Gesicht zu bekommen, auch ihre Arbeitswoche sollte 36 Stunden betragen. Bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen jedenfalls höre ich fast immer Texte aus vorgefertigten Anleitungen, auch die schon genannten Namensverwechselungen kenne ich.

Immer öfter frage ich mich was Kirche noch mit Glauben zu tun hat....
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martina
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« Antwort #33 am: 20.05.11, 18:44 »


Hallo Apis,

ich bin mir für unseren Pastor sicher, dass der deutlich mehr als 36 Stunden arbeitet. Ja, ich stimme Dir zu, wir wünschen uns auch alle, dass er mehr Zeit für Seelsorge hätte und wir als Angestellte und Kirchenvorstände haben das vor 2 Jahren auch deutlich in der Hospitation mit unserer Pröpstin gesagt.
Aber was soll man denn tun, wenn die 2. Pfarrstelle erst auf eine halbe zurückgefahren wurde und nun einfach gar nicht mehr besetzt wird, weil unser Pastor in unserem Pfarrverband rechnerisch weniger Kirchenmitglieder zu betreuen hat, als einer in einer Stadtgemeinde?
Nur leider wird vergessen, dass er im Pfarrverband 4 Gemeinden mit insgesamt 8 Predigtstellen hat, weil jedes Dorf seine Kirche behalten möchte und soll.
Auch die Stunden der Pfarramtssekretärin wurden eingestrichen.

Da ist aber nicht der Pastor dran Schuld, sondern das kommt von oben aus der Landeskirche.

Grad hab ich eine Einladung erhalten für einen Workshop über die diakonische und seelsorgerische Arbeit in den Gemeinden für Laien. Klar, je mehr man ehrenamtlich abgearbeitet bekommen kann, desto weniger kommt die Kirche in Zugzwang, auch wirklich jede Pfarrstelle wieder voll zu besetzen.

Ich warte nur darauf, wann unser Pastor wohl mal umkippt, wegen Burn out! Nicht nur ich, sondern ettliche unserer Gemeindemitglieder haben schon festgestellt, dass er seinen Elan verloren hat und müde wirkt, weil er überlastet ist. Früher hatten wir oft nach dem Gottesdienst noch Zeit für ein Schwätzchen, auch um organisatorisches zu bereden, inzwischen ist er immer mehr auf der Flucht, weil die Zeit drängt. Das kann es doch auch nicht sein.
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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage!   Martina
Luetten
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« Antwort #34 am: 20.05.11, 19:31 »

Martina ich kann mich dir nur anschliessen, unser Pastor ist Tag und Nacht zu erreichen und oft fragen wir uns wie er das alles packt!
LG Lütten
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Man sollte nie mit vollem Mund über Bauern schimpfen!
LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall


« Antwort #35 am: 20.05.11, 20:12 »

Zitat
unser Pastor ist Tag und Nacht zu erreichen
Da habt ihr großes Glück. Unser bis zum letzten Jahr hier gewesener war in den Sommerferien erst 3 Wochen während Urlaubszeit seiner Sekretärin und gleich anschließend noch mal 3 Wochen in eigenem Urlaub nicht zu erreichen. Zwischendurch ganz viel auf Reisen. Göga meinte, der ist nur noch auf der Flucht. In den 6 Wochen Sommerferien s.o. war  unser örtlicher Tischler, der auch Bestattungen macht, der Ansprechpartner bei Sterbefällen. 

Luna
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Paula73
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« Antwort #36 am: 20.05.11, 20:16 »

Vermutlich ist es wie an vielen Stellen auch .
Wer den Job von Herzen macht reibt sich auf, wer eine ruhige Kugel schiebt hat keine Konsequenzen zu befürchten.
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SiegiKam
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« Antwort #37 am: 20.05.11, 20:52 »

Ich warte nur darauf, wann unser Pastor wohl mal umkippt, wegen Burn out! Nicht nur ich, sondern ettliche unserer Gemeindemitglieder haben schon festgestellt, dass er seinen Elan verloren hat und müde wirkt, weil er überlastet ist. Früher hatten wir oft nach dem Gottesdienst noch Zeit für ein Schwätzchen, auch um organisatorisches zu bereden, inzwischen ist er immer mehr auf der Flucht, weil die Zeit drängt. Das kann es doch auch nicht sein.
Wenn die Kirche zuwenig Priester hat, dann muss sie die vorhandenen eigentlich von Verwaltungsarbeiten, Baumaßnahmen und dergleichen entlasten und dafür Angestellte einstellen, Fachleute. Dann haben die Priester auch wieder Zeit für die Seelsorge, auch wenn es sich um eine größere Gemeinde handelt. Geld kann nicht das Problem sein, denn wenn mehr Männer Priester werden möchten, wäre dafür ja auch Geld da. Ich glaube, dass es viele eventuell berufene junge Männer abschreckt, wenn sie sehen, was alles außer der Seelsorge zu den Aufgaben eines Priesters gehört.

Siegi
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Leben und leben lassen
brigitteanna
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« Antwort #38 am: 22.05.11, 11:55 »

Hallo Mirjam, ich habe heute morgen einen Gottesdienst genossen. Die Messe war einfach nur ruhig, eine Predigt
von einem Aushilfsgeistlichen aus Nigeria. Die letzte Woche bestand für mich aus viel Trubel, auch Ärger.
In dieser "normalen" Messe habe ich getankt für die kommende Woche und sehe entspannter in die Zukunft.
Ich denke, im Gottesdienst muß nicht immer "Party" sein.
Grüße von Brigitteanna, die Deine Beiträge eigentlich immer interessant findet.
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SiegiKam
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Bayern


« Antwort #39 am: 22.05.11, 16:42 »

Unser Pfarrer hat hier seine erste Pfarrstelle und er tat alles um den Gottesdienst aufzupeppen. Er hat ganz viele Ministranten und mit denen zieht er dann vom Hauptportal ein, mit entsprechender Musik, ein Mordsbrimborium und so kamen immer mehr Leute in die Kirche um das mitzuerleben. Es war auch irgendwie toll. Aber das nutzt sich ab, mit den Jahren kennt man das schon und wünscht sich eigentlich wieder einen ganz normalen Gottesdienst, einen, der im Zeichen des Wortes steht, mit einem Pfarrer, dem man das abnehmen kann, mehr nicht. Da genügen vier Ministranten und hin und wieder schöne Chormusik, aber auch das nicht zu oft, damit es etwas Besonderes bleibt. Es ist auch schwierig mit dem Zölibat, einerseits halte ich nichts davon, aber wenn ein Priester predigt, wie man sich an die Gebote halten soll und selbst den Zölibat bricht, oder dass man spenden soll und selbst mit Kirchengeldern das Pfarrhaus vom feinsten herrichten lässt, oder lügt, wann immer es für ihn problematisch wird, dann habe ich ein Problem ihm in der Kirche zu folgen. Ich finde es leichter, einen Gottesdienst zu besuchen, wo ich den Pfarrer nicht gut kenne, da bin ich unbelastet.

Ich habe mittlerweile die Ruhe des gemeinsamen Rosenkranzgebetes als eine Form der Meditation mögen gelernt, das hätte ich vor Jahren noch nicht gedacht.

Siegi

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Leben und leben lassen
annama
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" Alles zu beleben ist der Zweck des Lebens "


« Antwort #40 am: 22.05.11, 19:53 »

Pfarrer sind auch nur Menschen............und man sollte vielleicht auch nicht alle Worte von ihnen auf die Goldwaage legen.

Sie haben es auch nicht immer leicht. Einerseits sollen sie die "alte" Religion vertreten. Anderseits sollen sie aber "modern" sein. Aber bitte nicht zu modern, denn dann sind sie wieder unglaubwürdig......

Hallo ,

bin seit über 30 Jahren mit einem kath. Pfarrer befreundet , durch ihn habe ich auch andere Seiten der Kirche und Verwaltung kennen gelernt.

In der heutigen Zeit möchte ich kein Pfarrer sein .

Wer besucht denn regelmäßig noch den Sonntags-Gottesdienst  Huh  Huh  Huh

Von den mittleren Jahrgängen 20-45 J . sieht man selten welche .Die Jugend fehlt einfach .

Pfarrer werden in der heutigen Zeit überwiegend zu :

Taufen , Kommunion , Konfirmation , Hochzeiten und Beerdigungen gebraucht.

Am Weißen Sonntag ist die Messe gespickte voll...am Sonntag danach wieder das gewohnte Bild die Älteren .

Wir wohnen hier in der Diaspora ,als praktizierende Katholikin nehme ich fast jeden Sonntag einige Leute aus dem Dorf in unserm Auto in die 10 km entfernte Messe mit. In den Ferien kommt immer eine Aushilfe aus Afrika, dieser Pfarrer spricht einwand frei Deutsch. Unser Pfarrer hat 46 Dörfer zu betreuen im Umkreis von 120 km.

Was soll der Pfarrer oder Priester noch alles tun ?  Wenn in Deutschland die Gotteshäuser immer leerer und die Kirchenaustritte immer mehr werden  Huh

Nachdenkliche Sonntagsgrüße
annama


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Gerade wenn eine Frau meint ihre Arbeit sei getan
wird sie Grossmutter

Liebe Grüsse annama
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