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Autor Thema: Selbstversorgergarten oder Freizeitgarten?  (Gelesen 809 mal)
Stadtkind
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« am: 08.03.12, 20:11 »

Hallo,

wie nutzt ihr Eure Gärten? Nur für den Anbau einiger Kräuter und etwas Obst oder habt ihr wirkliche Selbstversorgergärten mit Kartoffeln und Obst/ Gemüse für das ganze Jahr? Warum handhabt ihr das so?

Ciao
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Entlein
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« Antwort #1 am: 09.03.12, 07:45 »

Hallo Stadtkind,
als solches (Stadtkind) bin ich z.B. vor nunmehr knapp 3 Jahren auf's Land gezogen. Wir hatten die Nase voll von Berlin, zu laut, zu voll, zu dreckig. Die Abokiste vom Biobauern eigentlich zu teuer und nicht wirklich überzeugend, Fleisch und Wurst im Supermarkt nicht mehr akzeptabel.
So haben wir uns im weiteren Umland  (naja, sind schon 70 km) ein Bauernhaus mit großem Garten gekauft und saniert. Und den Garten nutzen wir als Selbstversorgergarten.
Mit Kartoffeln und Nüssen (und Öl daraus) sind wir bereits im 3. Jahr Selbstversorger und es ist schon ein anderes Gefühl, die eigenen Produkte zu essen. Mit Obst und Gemüse sind wir nahe dran an der Selbstversorgung. Der Keller ist gut gefüllt mit Eingewecktem, Eingelegtem und Eingefrorenem.
Wir essen viel bewusster. Alles ist durch eigene Arbeit entstanden, auf gutem Boden ohne Düngung und ohne chem. Schädlingsbekämpfung (okay, den Grünkohl haben wir zur Zeit der weißen Fliege einmal gespritzt) und Schneckenkorn um den Salat gestreut.
Das Gemüse schmeckt besser als gekauftes und ist deutlich frischer. Und für den Fall einer dramatischen Wirtschaftskrise können wir uns gut ernähren.
Wurst und Fleisch haben wir in Q-Regio-Qualität vom Bauern/Fleischer unseres Vertrauens zu vernünftigen Preisen. Eier und Weihnachtsgeflügel "produziert" ein Nachbar. Es ist ein bißchen wie im Paradies. Jetzt lacht nicht, ich empfinde es wirklich so. Wir leben wieder im natürlichen Kreislauf der Natur und das tut einfach gut.
LG,
Conni
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #2 am: 09.03.12, 08:37 »

Hallo Entlein,
an dich hab ich öfters gedacht, meine Ölpresse ist immer noch nicht aufgebaut. Das muss in den nächsten Tagen wirklich geschehen.
Wir sind den umgekehrten Weg gegangen, haben mehr und mehr zugekauft, weil sich diese Arbeit nicht rentiert- und dann hatten wir einen echten Dämpfer vom Schicksal auf die Mütze bekommen.

Nach und nach hab ich wieder die Selbstversorgung  aktiviert und inzwischen bin ich auch eine glückliche Gartlerin, freu mich über die selbstgemachten Sachen und dieses andere Leben.
Ausser den späten Lagerkartoffeln wächst alles in unserem Gemüse- und Obstgarten. Seltene Gemüsesorten, auch viele aus dem mediterranem Raum- Artischocken, Spargel,
die kurzen Wege und die Frische- schätze ich sehr.
Letztes Jahr wurde der ganze Gemüsegarten auf Hochbeete umgestellt,
heuer kommt der Kompost gründlich  an die Reihe und ich möchte endlich eigene Pilze züchten.
Mein Vorbild war die Landgüterverordnung Karls des Grossen,
ich war mehr als erstaunt, was damals alles in einem Landgut angepflanzt werden sollte/musste- und hab meinen Garten ungefähr gedrittelt,
ein Drittel Gemüse, ein Drittel Kräuter und Blumen und ein Drittel Beerensträucher.
Möchte keinen Tag ohne meinen Garten sein.
Herzl. Grüsse
maria
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muellerin
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Power to the Bauer!


« Antwort #3 am: 09.03.12, 10:39 »

Wir haben sehr viele Obstbäume (Äpfel, Birnen, Nüsse, Kirschen), so dass wir sehr viel Saft mosten lassen. Außerdem gibt es viel Beerenobst, dazu bauen wir Salat, Gurken, Kartoffeln, Möhren, Bohnen, Kräuter, Kürbisse, Zucchini selbst an.
Ich sehe das aber nicht so verbissen, es reicht nicht alles für die Selbstversorgung und ich kaufe z.B. Kartoffeln dann auch beim Nachbarbetrieb und ich esse auch gern mal eine Pomelo oder Ananas.

LG
Müllerin
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Stadtkind
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« Antwort #4 am: 10.03.12, 18:18 »

Hallo,

und wie groß in m2 sind Eure Gärten so? Was baut ihr an und wieviele Menschen versorgt ihr damit so ca.?
Träume (habe momentan keinen Garten) auch von einem Selbstversorger- oder besse Schrebergarten und da sind häufig Gärten um die 800 m2 ausgeschrieben (erscheint mir viel....).

Ciao
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geli.G
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« Antwort #5 am: 10.03.12, 18:38 »

Alles ist durch eigene Arbeit entstanden, auf gutem Boden ohne Düngung

Hallo Conni,

was ist denn so schlecht am Düngen? Wenn die Früchte dem Boden Nährstoffe entziehen, dann muss man halt mal wieder was geben, ansonsten wächst irgendwann nix gscheits mehr.... Undecided

Oder meinst du mineralischer Dünger  Huh
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Viele Grüße von Geli
Entlein
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« Antwort #6 am: 10.03.12, 20:20 »

Das war gar keine Wertung mit dem Düngen, nur eine Feststellung. Unser Boden ist noch so ausgeruht, dass es bisher nicht nötig war, zu düngen. Es gedeiht alles prächtig. Mal eine kleine Brennesseljauche-dusche und Kompost in die Beete und es grünt und gedeiht alles überaus üppig.
Unser Garten ist 2.500 qm groß, die zum Gemüse- und Kartoffelanbau genutzte Fläche derzeit vielleicht 400 qm. Obstbäume, Beerensträucher und Nüsse verteilt auf den restlichen Garten.
Eigentlich müssen wir uns nur zu zweit versorgen, wegen des Überflusses bekommen aber Eltern und SE und Freunde und Kollegen reichlich ab.
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geli.G
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« Antwort #7 am: 10.03.12, 21:09 »

Das war gar keine Wertung mit dem Düngen, nur eine Feststellung. Unser Boden ist noch so ausgeruht, dass es bisher nicht nötig war, zu düngen. Es gedeiht alles prächtig. Mal eine kleine Brennesseljauche-dusche und Kompost in die Beete und es grünt und gedeiht alles überaus üppig.

Kompost ist Dünger..... Wink
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LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall


« Antwort #8 am: 10.03.12, 21:34 »

Brennesseljauche auch, sogar recht kräftig. Meine Tomaten lieben den.

800 qm für einen Schrebergarten finde ich auch ganz schön groß. Hier sind die so etwa 300 qm.

Luna
« Letzte Änderung: 10.03.12, 21:36 von LunaR » Gespeichert

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Clara
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Nichts-was sich zu haben lohnt-ist leicht zu haben


« Antwort #9 am: 10.03.12, 22:19 »

Hallo,

für alle, die sich für Garten und das drumherum interessieren, denen empfehle ich die Sendungen aus TV und Hörfunk des MDR.
http://www.mdr.de/mdr-garten/index.html

Garten, die Nutzung ist immer eng verbunden mit den jeweiligen Lebensumständen. Meistens ist es auf dem Land immer eine Mischung aus Selbstversorgergarten und Freuundfreizeitbeschäftigung. Was mich heute bei Gartengesprächen immer ein wenig nervt sind die Endlosdebatten über pro und contra und Zeit und Aufwand und blablabla. Einfach öfter einfach nur was machen und probieren, wie es passt, dann passt es schon.

Ich liebe die Gespräche mit der Generation meiner Eltern und älter, weil die einen immer wieder zum tun und ausprobieren animieren.
Da höre ich immer wieder, wieviel Kraft, Freude und Energie sie aus der Gartenarbeit ziehen und das obwohl sie manchmal gesundheitlich alles andere als fit sind. Empfang im Garten, egal zu welcher Jahreszeit ist schon eine tolle Sache und immer ein Erlebnis.

Ein Garten ist Arbeit- auch wenn ich ihn in der Freizeit betreue.


Beste Grüße,

Anja
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... Ich bleibe auf dem Teppich
meiner Möglichkeiten
und hoffe, dass er fliegen lernt... (lach und zwinker)

Kruppa
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #10 am: 11.03.12, 06:41 »

Hallo Stadtkind,
800 qm sind eine Menge, es kommt allerdings darauf an, was dort alles nach Plan vorhanden sein soll und wieviele Leute diese Fläche nutzen.
Ich hab mich seit einer Weile mit der Gartenkultur früherer Zeiten beschäftigt, Gärten waren immer ein Spiegel der Zeit und der Gesellschaft.
Die Bauerngärten hinkten immer etwas hinterher.
Gartenträume oder der Traumgarten- ist wohl auch für jeden ganz indiviuell.
Du frägst nach, wieviel Fläche als Garten bewirtschaftet wird, die wichtigere Frage wäre: wieviel Zeit für den Garten vorhanden ist.
Denn was nützt der schönste Garten, egal ob als Zier, als Bauern- oder als Selbstversorgergarten, wenn einem das Unkraut immer zuvorkommt, wenn Anbau- und Erntemengen nicht mit dem Verbrauch annähernd übereinstimmen, ausserdem macht die Verarbeitung auch Arbeit,
wenn keine Zeit mehr bleibt, um dieses kleine Paradies auch zu geniessen.
Die schönen Barockgärten früherer Zeiten waren für die einen als Flaniergärten, die anderen schufteten dafür um geringen Lohn.
Ich hab mehr als 10 Jahre herumgebastelt, bis ich meinen Traumgarten annähernd hinbekommen habe, als Selbstversorger- als Kräuter-Beeren und Blumen- und als Erholungsgarten.
Ich sehe meinen Garten als Genussgarten, für die Sinne, den Gaumen,  und für die Seele.
Was für mich der Traumgarten ist, wäre vielleicht für jemand anderen eine Arbeitsfalle.
Entscheidend ist, dass die vorhandene Zeit, die Möglichkeiten und auch der geldwerte Teil gut überlegt und geplant wird.
Auch ein Selbstversorgergarten kann ein teures Hobby werden, hier auch einen Weg zu finden, dass dieses Hobby nicht nur Geld und Zeit kostet, sondern auch was bringt, das ist eine echte Herausforderung.
Und was für die Gartenträume noch wichtig ist,
welches Grundwissen, welche Erfahrungen, welche Vorlieben sind vorhanden.
Alles muss gelernt und geübt werden, auch der Umgang mit Garten und Pflanzen.
Herzliche Grüsse
maria
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