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Autor Thema: GAP bis 2020  (Gelesen 4758 mal)
Beate Mahr
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Ohne Frauenpower keine Bauernpower


« Antwort #45 am: 30.11.10, 17:10 »


meine ursprüngliche Frage war, welche CC-Auflagen hat ein Ackerbaubetrieb im Vergleich zu einem viehhaltenden Betrieb, die rechtfertigen, dass er die gleichen Ausgleichszahlungen erhält.


Gegenfrage ... warum soll ein viehhaltender Betrieb mehr AGZ bekommen Huh


Gruß
Beate
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Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt,
wo die anderen erst einmal reden

John F. Kennedy
Bullenmafia
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Ich bin wie ich bin und ändere mich nicht


« Antwort #46 am: 30.11.10, 19:19 »

Hallo Beate,
weil ein viehhaltender Betrieb wesentlich mehr Auflagen einhalten muss, zusätzlich zu den Auflagen die ein reiner Ackerbauer einhalten muss.
LG Petra
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Ganz liebe Grüße
Petra
Andreas
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« Antwort #47 am: 01.12.10, 08:53 »

Hallo
der BBV sagt in seinen Strategiepapier selbst:

Zitat
Seriös ist, dass im direkten Vergleich eines deutschen und eines ukrainischen 1.300 Hektar Ackerbaubetriebes etwa 20 Euro/ha Unterschied in den Bewirtschaftungskosten liegen. Unseriös ist es, dies so hinzustellen, dass für die gesamte Landwirtschaft in Europa die Kosten aufgrund der hohen Anforderungen bei Düngung, Pflanzenschutz, Bodenschutz, Tierhaltung, Lebensmittelhygiene usw. liegen würden. Letzteres trifft nicht zu. Seriös ist es zudem, wenn bei der Wiedergabe und Interpretation der vTI-Studie offen angesprochen wird, dass es hier um einen Vergleich von zwei top geführten Ackerbaubetrieben mit 1.300 Hektar geht und in der EU-27 die durchschnittliche Betriebsgröße bei rund 11,5 Hektar für die rund 14 Millionen Betriebe liegt. In Bayern liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei 28 Hektar und in Deutschland bei 47 Hektar.


Quelle: http://www.bayerischerbauernverband.de/sro.php?redid=346

Bei einem Milchviehbetrieb liegen die Mehrkosten durch die Auflagen in der EU laut BBV bei rund 1.500-€

Wenn der BBV diese Zahlen kennt, wieso fordert er, dass alles beim Alten bleibt und jeder Betrieb pauschal ca. 300 € bekommen soll ?
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Jochen
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« Antwort #48 am: 01.12.10, 11:03 »

weil die Bullenhalter und Milchviehhalter top-ups aus ihrer historischen Viehhaltung bekommen und diese top-ups künftig aufs Grünland umgelegt werden.
Zusammen mit den top-ups der zuckerrübenanbauer.
Diese Kröte muß ich als ZR-Anbauer auch schlucken.
Darüberhinaus profitieren Tierhalter von den nicht kostendeckenden Preisen für pflanzliche Erzeugnisse (Futterkosten).

Fazit: Ungerechtigkeiten gibts für ALLE. Deshalb sollte man aber kein Sytem forcieren, das NOCH ungerechter ist.
Wir sind uns doch alle einig, dass die Ásugleichszahlungen die schlechten Preise auf Weltmarktniveau kompensieren sollen.
Und dass ein guter Preis besser wäre, als die Abhängigkeit von Almosen.
nehmen wir mal die gewünschten kostendeckenden Preise für alle Ackerprodukte an, so profitieren die Großbetriebe doch auch linear.
Wollen AbL und Konsorten also lieber Almosen, als gute Preise am Markt?
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marikat
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Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #49 am: 01.12.10, 14:43 »

Hallo Jochen,
da geb ich dir uneingeschränkt recht. Wenn wir unseren Gewinn über den Markt verdienen würden hätten wir das Ziel erreicht, die Landwirtschaft über das Jahr 2020 hinaus zukunftsfähig aufzustellen. Aber ich befürchte, dass wir schon zuviel an irgendwelchen öffentlichen Geldhähnen hängen um das noch einigermaßen erträglich umzusetzen.

Die Diskussion ob irgendwer zuviel oder zuwenig Subventionen bekommt bin ich so leid wie das Steinelesen.
 
Andreas mach dir doch mal Gedanken darüber wie die LW ohne Subventionen die ja immerhin einen zweistelligen Prozentsatz des Gewinnes ausmachen wegfallen könnten ohne dass die Betriebe (ALLE) in die roten Zahlen kommen.
Gruß
marikat
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Andreas
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« Antwort #50 am: 01.12.10, 19:30 »

Hallo Marikat,
ohne schlüssige, nachvollziehbare Begründung werden die Milliardenbeträge für die Landwirtschaft nicht mehr zu halten sein.
Der sogenannte Bauernverband steht mit seinen "Weiterso" doch völlig isoliert da.
Alle anderen relevanten Gruppierungen von der Wissenschaft, über die kirchlichen Verbände, Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Entwicklungshilfeorganisationen, Imkerverbände usw. setzen sich für eine gerechtere leistungsbezogene Verteilung der Fördergelder ein.

Wir können ja mal wetten, wer sich am Schluß durchsetzt !

Bei der letzten Agrarreform wollte der DBV das Betriebsprämienmodell wie in Österrreich und Frankreich
Die AbL wollte die einheitliche Flächenprämie !
Das Ergebnis kennt jeder...

Zitat
Verkannt werde von der EU-Kommission, dass gerade in Deutschland schon seit 2005 eine grünere EU-Agrarpolitik umgesetzt werde. EU-Direktzahlungen würden in Deutschland auch für Grünland, Kleegras oder Leguminosen gewährt. Dadurch werden die wertvollen Umwelt- und Klimaschutzleistungen dieser Flächen honoriert. In anderen Staaten wie Österreich, Italien, Frankreich oder Niederlande gingen solche Flächen bei den Direktzahlungen leer aus. Die bayerischen und deutschen Bauern seien hier rund zehn Jahre voraus.

Quelle: BBV
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Jochen
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« Antwort #51 am: 01.12.10, 19:53 »

Zitat
Der sogenannte Bauernverband steht mit seinen "Weiterso" doch völlig isoliert da.
Alle anderen relevanten Gruppierungen von der Wissenschaft, über die kirchlichen Verbände, Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Entwicklungshilfeorganisationen, Imkerverbände usw. setzen sich für eine gerechtere leistungsbezogene Verteilung der Fördergelder ein.

LOL...
der war gut.

Ist doch logisch, dass sich der Bauernverband von den von Dir genannten Verbänden als EINZIGER FÜR die Bauern einsetzt.
Für DAS ist er ja schließlich da.
Dass die anderen genannten Gruppierungen jetzt die Chance wittern, aus der Umschichtung von der ersten in die zweite Säule etwas abzuzwcken, wundert mich nicht. Und wenn es schon nicht klappt, so kann man zumindest mit dem derzeit in Mode gekommenen Bauern-Bashing  die Spendenbüchsen füllen.
dass sie dabei von "landwirtschaftlichen" Organisationen wie dem AbL unterstützt werden, ist eine Schande.
Ich befürworte durchaus eine gewisse Abschmelzung ab einer gewissen Größe. Aber wohin die freigewordenen Gelder fließen.. das geht weder Kirche, noch Gewerkschaft,  noch irgendwelche Spendenbettelkonzerne, noch erklärte Bauernfeinde  was an.

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Andreas
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« Antwort #52 am: 02.12.10, 14:55 »

Alte Bauernweisheit:
Will man einen (Subventions-)Sumpf trockenlegen,
darf man nicht die Frösche fragen !
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Mirjam
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« Antwort #53 am: 02.12.10, 16:43 »

Alte Bauernweisheit:
Will man einen (Subventions-)Sumpf trockenlegen,
darf man nicht die Frösche fragen !

Gilt das immer nur "für die anderen Frösche"  Wink?
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
Andreas
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« Antwort #54 am: 01.04.11, 09:00 »

WTO fordert vollständige Entkoppelung der Agrarsubventionen !

Im Rahmen der Reform der EU-Agrarpolitik hatte die EU-Kommission vor, die Direktzahlungen EU-weit von der Produktion zu entkoppeln und in eine reine Flächenprämie zu verwandeln, dies ist aber laut Welthandelsorganisation nicht zulässig.

In Deutschland wurden die Direktzahlungen ja schon weitestgehend von der Produktion entkoppelt. Im deutschen Kombimodell wird seit 2005 ein großer Teil der Direktzahlungen nach einem regionalen Durchschnittssatz auf Acker- und Dauergrünlandflächen verteilt.
Es gibt in Deutschland  361.386 registrierte Betriebsinhaber mit 16,99 Millionen Zahlungsansprüchen. Damit stehen praktisch für die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche Zahlungsansprüche zur Verfügung. Die Zahlungsansprüche betrugen 2009 durchschnittlich 339 Euro je Hektar (ohne Modulation). Zwischen größeren und kleineren Betrieben gibt es grundsätzlich keine Unterschiede in der Höhe der Betriebsprämie je Hektar.

Da die Fläche bekanntlich einen Produktionsfaktor darstellt, die Direktzahlungen aber vollständig von der Produktion entkoppelt sein müssen, ist laut WTO in Zukunft nur eine einheitliche Förderung pro Betrieb zulässig

Insgesamt müssen nun in Deutschland etwa 5,4 Milliarden Euro an EU-Direktzahlungen zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben neu verteilt werden. Bei ca. 360.000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben in Deutschland ergibt das genau 15.000 Euro pro Betrieb.
Der Präsident des DBV Gerd Sonnleitner fürchtet bei der vollständigen Entkoppelung der  Direktzahlungen massive Einbusen bei den leistungsfähigen Großbetrieben, sie sind ohne die hohen EU-Zahlungen nicht lebensfähig.

Er fordert die EU-Kommission deshalb auf, den Begriff des aktiven Landwirts neu zu definieren und zur Bedingung für die Zahlungen zu machen. Durch den Ausschluss der rund 200.000 Nebenerwerbs- und Kleinlandwirte  und der Biogasbetreiber in Deutschland und der Konzentration der Subventionen auf die Zukunftsbetriebe, könnten die Direktzahlungen auf ca. 50.000 Euro pro Betrieb erhöht werden, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes der Nachrichtenagentur dpa

Von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner konnte noch keine Stellungsnahme eingeholt werden. Sie wird sich aber heute Mittag bei einer Pressekonferenz in Berlin der Meinung des DBV anschliessen.
« Letzte Änderung: 01.04.11, 10:20 von Andreas » Gespeichert
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