Autor Thema: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes  (Gelesen 9508 mal)

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Offline Bullenmafia

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #15 am: 09.11.10, 11:06 »
tja Mirjam, Ämter und Informationen, zwei Welten treffen aufeinander. ich finde der beste Ansprechpartner bei der Wirtschaftlichkeit ist der Steuerberater, der weiß am besten wo der Betrieb steht und worauf man achten sollte.
und gerade bei den Maschinen wird viel zu wenig gerechnet.
LG Petra
Ganz liebe Grüße
Petra

Offline Romy

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #16 am: 09.11.10, 13:10 »
Unser Lehrer hat immer gesagt: Es gibt keine blöden Fragen - nur, wer keine Fragen stellt ist blöd. Mir ging es letztes Jahr mit der Alprechnung so. Im Frühling wurden mir einfach ein paar Ordner zu Füsse gestellt und dann hiess es: Tschau, machs gut! Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Quellensteuer, Pensionskassen etc. Ich wurde so richtig schön ins kalte Wasser geworfen. Da habe ich auch überall nachgefragt und die Beamten genervt bis ich es begriffen habe.

Am Plantahof gibt es einen Kurs http://www.metalogic.ch/x/2/kurs_detailView.asp?ID=208 vielleicht ist der erste Tag etwas für dich. Und sonst kannst du bei Heidi Kohler nachfragen, sie kann dir sicher helfen. (Ausserdem ist sie immer froh, um neue Kurstthemen  ;) )
Du könntest zum Beispiel auch einfach ein Modul des Betriebsleiterkurses besuchen. Riet meinte, das ging bei ihm nur einen Tag lang.
en hübsche tag
Romy

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Offline Romy

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #17 am: 09.11.10, 13:15 »
Übrigens kannst du alle Kursgelder von der Steuer abziehen. Auch das ganze BT-Wochenende geht bei mir unter Weiterbildung  ;D Hat mir unser Buchhalter empfohlen. Es geht nichts über einen guten Buchhalter :)
en hübsche tag
Romy

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Offline züsi

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #18 am: 09.11.10, 20:32 »
hallo romy,

das muss ich meinem buchhalter mal sagen, soweit habe ich das nie gebracht - und jetzt ists eh zu spät am montag wird der vertrag (rückwirkend auf 1.1.10) endlich unterschrieben.
dann bin ich den betrieb endgültig los! bloss die arbeit noch nicht.

maria, ich habe den abschluss nie selbst gemacht, das traute ich mir nicht zu und habe die buchhaltung zu einem buchhalter gebracht. so hat das prima funktioniert. er hat mit landw.
total den durchblick und alles so gemacht dass wir möglichst gut fahren, der steuermensch war jedenfalls auch zufrieden.

grüessli
züsi

Clara

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #19 am: 09.11.10, 21:44 »

Weiss jemand, gibt es spezielle Berechnungstabellen um diese Kostenfaktoren aufzuschreiben?

Hallo Swissbäuerin und hallo in die mitlesende Runde,

als Standardwerk gibt es in Deutschland die "Faustzahlen für die Landwirtschaft", die regelmässig aktualisiert werden. Da findest du dann betriebliche Kennzahlen auch für die Buchhaltung. Letzte Aktualisierung ist 2009 erschienen.

Lesende Grüße

Anja



Clara

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #20 am: 09.11.10, 21:48 »
Was Weiterbildungsfragen im Bereich Wirtschaft angeht, da kann ich auch DLG-Kurse (DLG-Akademie) und  Kurse der Andreas Hermes Akademie empfehlen. Da hat man echt pfiffige Referenten zu den verschiedenen Fragen der Wirtschaftlichkeit immer an Bord und vor Ort.

Beste Grüße

Anja

Offline anerev80

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #21 am: 09.11.10, 22:53 »
Hallo Swiss Bäuerin und alle anderen,

Um die Maschinenkosten zu vergleichen gibts von der agridea ein Heft mit allem drin was man wissen muss. Im "Wirzkalender" Handbuch für die Landwirtschaft findest Du auch das meiste was man braucht für Kosten zu berechnen. Dieser hat seinen festen Platz in unseren Küche und wird dementsprechend oft gewälzt. Man Mann hat auch schon in die Forschungsanstalt Tänikon angerufen und lies bestimmte Sachen (Bodenbelastung von kleinen oder grossen Traktoren) rechnen.

Unser Traktor ist schon sehr klein als einziges Zugfahrzeug auf dem Betrieb. Unser Hoftrac ist sozusagen eine Mini-Ausführung, der ist gerade mal so breit das er durch jede Türe kommt (99cm messen die Stalltüren), ihn brauchen wir täglich und zwischendurch vermieten wir ihn auch noch an andere Landwirte für enge Ställe auszumisten.

Unser Betriebsauto wurde wieder zum Prüfen aufgeboten, aber da haben wir keine Chance. Somit haben wir bald nur noch ein Auto und dieses brauchen wir 2x täglich für in die Käserei noch diesen Winter nachher gibts Hofabfuhr. Da ist mein grösstes Problem das ich an Weihnachten mit den Kindern nachhause möchte, aber mein Mann den Milchtank nicht am Traktor anhängen kann. Ich rede da mal mit unserem Nachbar und sonst mieten wir von der Autogarage ein Auto für die Milch in die Käserei zu bringen. Ich möchte nicht auf meinen Weihnachtsausflug nach Hause verzichten.

Unsere Buchhaltung machen wir mit der Agrotreuhand in Grangeneuve, wenn ich ein Problem habe beim eingeben der Daten und für den Abschluss kommt ein Buchhalter von ihnen vorbei, der macht mir auch die Steuererklärung. Mein Mann ist in einer Gruppe Landwirte die miteinander jedes Jahr die Vollkostenrechnung Milch machen und diese nachher miteinander vergleichen und diskutieren. Diese Gruppe war auch schon bei uns zu Besuch und hat unseren Betrieb etwas hinterfragt und gleichzeitig unsere Buchhaltung "auseinandergenommen". Es war sehr lehrreich und einfach auch ein super Austausch unter Berufskollegen.

Liebe Grüsse
verena

Offline mary

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #22 am: 10.11.10, 06:19 »
Hallo Züsi,
eine gute Buchhaltung und jemand, der den Abschluss macht- das ist auch für jeden Gewerbebetrieb ein Muss.
Die Kosten des Betriebes sehr genau zu kennen- ist überlebenswichtig.
In der Landwirtschaft ist es nur um Längen schwieriger- genaue Zahlen zu haben- und sie dann auch wirklich umzusetzen.
Wer kann wirklich ganz genau sagen, was ihm die Produktion von einem Liter Milch, von 1t Getreide, von einem Bullen  kostet?
Oder sind die Betriebsvergleiche wirklich sinnvoll?
Zahlen sind nicht so objektiv, als wie sie immer dargestellt werden.
Welche Bäuerin kann bei den oft anstehenden inzwischen ja nicht mehr gerade kleinen Investitionen wirklich sagen, dass sie genau weiß, was da auf sie zukommt?
In vielen Betrieben machen die Frauen das Büro, übernehmen Arbeiten im Betrieb und sind der Finanzminister und Manager. Durch die Hände der Bäuerin fliesst sehr viel Geld- das des Betriebes und das der Lebenshaltung. Ist den Bäuerinnen ihre Machtstellung eigentlich bewusst?
 Wer macht den "Controller"?
Herzl. Grüsse
maria


Offline Swisslady

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #23 am: 10.11.10, 15:35 »
Bei uns bin auch ich der Finanzminister. Den Abschluss bereite ich vor und der Buchhalter schaut dann nochmals darüber, da kann man jeweils noch gerade Fragen stellen und so ich finde das ideal so.
Wenn es aber ums investieren geht mag ich es nicht wenn es schlussendlich von mir als Finanzminister abhängt ob ja oder nein.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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Offline mary

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #24 am: 11.11.10, 08:49 »
Hallo Swisslady,
derjenige, der sich um das Kostenwesen bemüht, hat den schwierigen Part.
Ich würde mir von anderen auch nicht sagen lassen, was ich im Haushalt ausgeben darf, mein Mann weiß, was er im finanztechnischen an mir hat, der würd mir nie dreinreden- genauso möchte ich auch nicht meinem Mann Vorschriften machen- Geldwesen ist eine Machtstellung, die eines feinfühligen Umganges bedarf.
Aber bei Entscheidungen, die mich betreffen und das sind grössere Investitionen nun mal- möchte ich mich nicht auf die Funktion von Überweisungen schreiben und die Buchführung machen- reduzieren lassen.
Ich mach seit vielen Jahren auch die Haushaltsbuchführung- möchte auch wissen, wie der "Betrieb" Haushalt läuft.
Wenn ich mir so vor Augen halte, welche Summen Geldes durch meine Hände laufen- dann sehe ich mich auch als Teil der Wirtschaft, die sie am Laufen hält.Und rein gefühlsmässig- sind wir Frauen uns dieser Macht nicht so recht bewusst.
Herzl. Gr.
Maria







Offline Swisslady

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #25 am: 11.11.10, 11:56 »
Hallo Mary vielleicht haben wir einander nicht ganz verstanden. Ich meinte eigentlich ich möchte nicht alleine verantwortlich sein ob investiert wird oder nicht, meistens geht es da ja um grössere Beträge. Weisst Du was ich meine? Ich finde es schön wenn wir zusammen das ganze anschauen und abwägen und entscheiden, wir sind ja ein Betriebsleiterehepaar und jeder hat sein Ressort, aber die Entscheidung sollte miteinander gefällt werden. Logisch nicht für Kleinkram wie welches Kraftfutter oder welches Abwaschmittel.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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Offline regi

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #26 am: 11.11.10, 20:25 »
Eine sehr interessante Diskussion!
Zahlen sind nicht meine Spezialität, auch wenn ich die Buchhaltung mache durchs Jahr hindurch. Den Abschluss macht der Buchhalter, auf ihn möchten wir nicht verzichten. Mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen macht er die Buchhaltung so, dass er sich fast selbr bezahlt.

A propos Investitionen: Es ist ja immer noch so, dass es längstens nicht für alle Investitionen die Unterschrift von beiden Ehepartnern braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Mann eine grössere Investition machen würde ohne mich zu fragen. Aber ich weiss, dass es das gibt...

Für mich ist es auch wichtig, die Entscheide zusammen zu fällen.Ob dann der Taktor diese oder jene Marke hat, darüber sage ich nichts. Ich verstehe nicht viel davon und arbeite auch nicht damit. Dafür wähle ich die Waschmaschine, die ich will.   Bevor ihr etwas sagt: Es ist mir klar, dass Traktoren mehr kosten als Haushaltgeräte  ;)
Tschüss zäme
regi

Offline maggie

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #27 am: 11.11.10, 20:32 »
Übrigens kannst du alle Kursgelder von der Steuer abziehen. Auch das ganze BT-Wochenende geht bei mir unter Weiterbildung  ;D Hat mir unser Buchhalter empfohlen. Es geht nichts über einen guten Buchhalter :)

habe es bis jetzt auch immer so gesagt - nachdem mir mein damaliger buchhalter den tip gegeben hatte -
dieses jahr musste ich nun meine belege einreichen ....!!

und heute bekam ich den ordner von unserem steuerkommisär zurück -

bad hersfeld und die reise unseres juniors mit den meisterbauern - privat verbrauch ... - ich könnte den mal wieder -
er hat sich auch noch einiges geleistet - nun meine buchhalterin wird sich dem annehmen -

da werden einfach einige 1000 franken auf privat verbucht - vom betrieb, weil die belege nicht dabei waren - hatte ganz vergessen dass die vom umbau noch in einem andern ordner waren - musste ich dem landw.amt einreichen, wegen des ik !!!!

heute morgen war ich mal wieder geladen - gut, dass ich mich nicht mit ihm in verbindung setzen musste - meine für ihn !!!!   >:(
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline maggie

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #28 am: 11.11.10, 20:38 »
Hoi Romy
betreff Weiterbildung,danke für den Link, ich habe das Thema bei unserer LW Schule jetzt in Angriff genommen. Die meisten Mitschüler könnten meine Kinder sein. Aber es macht riesig Spass. Das einzige was mich stört. Ich muss ganz unten anfangen.

Das Thema Steuerberater hatten wir im BT schon mal besprochen. Ich bin noch überhaupt nicht weiter. Und immer noch nicht zufrieden. Den Beratung erhielt ich bis jetzt praktisch keine. Und ich habe, was Steuern anbelangt, eine recht grosse Lücke und weiss nicht was fragen. Mein Abschluss 2009 ist fast fertig und muss heute noch zur Post (Tagesziel von gestern >:() Eigentlich, wen ich eine gute Firma wüsste, ich würde etwas neues ausprobieren.

seit 1975 mache ich die buchhaltung via sbv - und seit buchhaltung für die landw. obligatorisch ist machen sie auch die steuererklärung für ausserkantonale -
vorher hatte ich einen sehr guten treuhänder - der mal selbst steuerkommissär war und sich dann selbständig gemacht hat - also kannte er meine buchhaltung schon von seiner arbeit auf der andern seite -

die ersten jahre machte ich die steuererkl. selbst, bis ich ihn hatte - aber schon das erste jahr hatte es sich gelohnt ..
die steuern waren einiges niedriger - mehr als der fachmann gekostet hat ....

warum sollen wir alles selbst machen - für irgendwas gibt es doch die fachleute -
frag bekannte aus der landw. wer ihnen die buchhaltung u. steuern macht ....
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline maggie

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Re: Wirtschaftlichkeit eines Betriebes
« Antwort #29 am: 11.11.10, 20:44 »
A propos Investitionen: Es ist ja immer noch so, dass es längstens nicht für alle Investitionen die Unterschrift von beiden Ehepartnern braucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Mann eine grössere Investition machen würde ohne mich zu fragen. Aber ich weiss, dass es das gibt...

Für mich ist es auch wichtig, die Entscheide zusammen zu fällen.Ob dann der Taktor diese oder jene Marke hat, darüber sage ich nichts. Ich verstehe nicht viel davon und arbeite auch nicht damit. Dafür wähle ich die Waschmaschine, die ich will.   Bevor ihr etwas sagt: Es ist mir klar, dass Traktoren mehr kosten als Haushaltgeräte  ;)

da muss ich ja direkt unserer raiffeisen ein kränzchen winden - wir waren letzte woche dort um endlich die festhypotheken von unserem pouletmaststall "fest" zu machen - nun die verträge musste ich dann mitunterschreiben -
obwohl der betrieb meinem mann alleine gehört - als wir den 2. betrieb dazu kauften, musste der kaufvertrag noch neu geschrieben werden, da der treuhänder des verkäufers mich mit reingenommen hatte ....
da der erste betrieb auch meinem mann allein gehört, durfte ich nicht mitunterschreiben !!!!!

das hätte sv niiiiiieee zugelassen, dass ich miteigentümerin geworden wäre - wer weiss was ich damit angestellt hätte - das war seine meinung  :-X
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

 


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