Autor Thema: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?  (Gelesen 25243 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline gammiTopic starter

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3853
  • Geschlecht: Weiblich
Landwirtschaft das Übel an allem. Und dies scheint besonders für die weichenden Kinder von Höfen zu gelten.
herzl. Grüsse
maria



Doch nun zur heutigen Zeit....

Als Beispiel wurde in einem anderen Box geschrieben, dass die "armen" Kinder auch mal zurückstecken müssen, wenn ein Kuh kalbt...oder während der Ernetezeit....

......ich hab erst mit einer Verkäuferin geredet, die meinte ihr Kind konnte nicht zu einer Veranstaltung, weil sie arbeiten mußte und es nicht abholen kann.
......der Vater ist bei der Feuerwehr: der piepser geht runter und er muß schnell zum Einsatz. Da wird auch nicht gefragt, ob er grad was anderes vorhat
.......ich mußte erst kürzlich kurz vor Feieraben noch einen Reifen repariern lassen. Hätte normalerweise gut gereicht die Zeit, aber irgendwie ging es nicht wie es sollte. Die Arbeiter sind auch erst später heimgekommen.
......der Vertreter/Berater steckt im Stau, weil ein Autounfall war
......der Bankberater muß auch mal abends einen Termin anhängen, weil der Kunde sonst keine Zeit hat
......die Krankenschwester hat Schichtarbeit. Vielleicht muß sie ja für eine kranke Kollegin einspringen. Da hat sie auch nicht immer grad Zeit.


Bauernhofkinder dürfen morgens nicht ausschlafen.....


ich hab grad ein Auto voll Teenager nach Hause gefahren, die liegen jetzt alle im Bett, weil sie die ganze Nacht durchgemacht haben. Mein "armes" Bauernhofkind ist auch dabei  ;D.
Aber ich seh trotzdem nicht ein, dass man die ganze Nacht durchmacht um dann den ganzen Tag zu verschlafen.

 
« Letzte Änderung: 03.07.14, 11:53 von gammi »
Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch

Online gina67

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3113
  • Geschlecht: Weiblich
  • Nach jedem Winter folgt ein Sommer
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #1 am: 01.11.10, 13:21 »
Hallo
ich glaube das unseren Kindern auch nichts gefehlt hat. Sie hatten hier auf dem Hof viele Freiheiten, die andere die in der Stadt wohnen nicht hatten. Dazu gehörte bei uns das "Fete-Feiern" mit lauter Musik und übernachten im Zelt. Macht das mal auf einem 500 m² Grundstück mitten in der Wohnsiedlung.

Es war immer jemand da wenn sie mittags nach Hause kamen, auch der Papa stand meistens bei Problemen zur Verfügung. Ich habe immer alle Veranstaltungen im Kindergarten und der Schule mitgemacht, dass können nicht alle von sich behaupten. Bei meinen Kindern waren, in der Grundschule, noch andere Bauernkinder und oft waren es gerade wir Mütter von den Höfen, die für die Kuchenaktionen zuständig waren.

Das änderte sich als die Kinder zu weiterführenden Schulen gingen. Als meine Tochter aufs Gymnasium ging, war gerade die BSE-Krise und es wurden oft auch dumme Witze darüber gemacht, da war sie schon oft traurig. Mein Sohn hatte auf der Realschule einen Lehrer der die Bauern für alle Umweltverschmutzungen verantwortlich machte. Diese Zeit die auch noch in die Pubertät fiel war schon etwas schwieriger.

Meine Kinder können von sich behaupten dass sie ohne Schläge und ohne Strafen wie Fernsehverbot, Taschengeldentzug oder Hausarrest groß geworden sind. Dafür wurden schonmal "Extra-Arbeiten" wie Unkrautzupfen oder Stallwände streichen verordnet. Ausserdem war ihnen auch nie langweilig, es gab immer etwas zu entdecken und wir hatten in den Ferien regen Besuch von Nichtbauernhofkindern die zu Hause einfach nicht wussten was sie machen sollten.

Ich habe meine Kinder letztens noch gefragt ob sie irgendwas vermisst haben, da haben beide unabhängig voneinander gesagt, dass sie eine schöne Kindheit hatten. 

Was mir persönlich immer sehr leid getan hat, dass wir keinen gemeinsamen Urlaub verbringen konnten.

Viele Grüße
Nordlicht


Offline Bullenmafia

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 2030
  • Geschlecht: Weiblich
  • Ich bin wie ich bin und ändere mich nicht
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #2 am: 01.11.10, 13:27 »
also ich finde schon das meine Tochter bei vielem zurückstecken muss ABER das kommt immer auf die Betriebsstruktur an. Wir sind nur zu zweit und wenn Stress ansteht dann geht es nicht. Gerade im Sommer wenn alles im Freibad ist stehen wir oft beim heuen, etc am Feld. wo soll ich da weg. Dann in Urlaub fahren, jeden Tag wo anders hin einmal da einmal da. Fussball, Musikschule etc etc.
Schaut doch mal die Siedlungsfrauen an (zumindest bei uns) die schieben ihr Kind von A nach B damit es beschäftigt ist und wundern sich dann wenn die Kinder nicht selbständig sind. Ja woher kommt es denn??
Ich versuche es halt dann meinem Kind dafür wenns ruhiger ist, den Ausgleich zu geben.
Ich finde es ist ein großer Unterschied ob ich den ganzen Tag daheim bin und nur für das Kind Zeit habe oder aber den ganzen Tag arbeite. Und das es auch heute noch Höfe gibt wo die Frau voll mitarbeitet so wie ich und deshalb auch schauen muss wie ich klar komme. ich habe nicht umsonst die letzten Jahre eine Tagesmutter für meine Tochter, damit sie nicht soviel zurückstecken muss. Aber deshalb hat sich nicht eine schlechte Kindheit.
LG Petra
Ganz liebe Grüße
Petra

Offline maggie

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3504
  • Geschlecht: Weiblich
  • auch Bäuerinnen freuen sich über Erneuerungen
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #3 am: 01.11.10, 13:39 »
.ich hab grad ein Auto voll Teenager nach Hause gefahren, die liegen jetzt alle im Bett, weil sie die ganze Nacht durchgemacht haben. Mein "armes" Bauernhofkind ist auch dabei  ;D.
Aber ich seh trotzdem nicht ein, dass man die ganze Nacht durchmacht um dann den ganzen Tag zu verschlafen.

 

das war das was ich meiner mutter nie verziehen habe - wenn ich von samstag auf sonntag gegen morgen nach hause kam - wurde ich um spätestens 8 uhr aus dem bett geholt - einfach, damit mutter das frühstück wieder abräumen konnten - und dann kam vielleicht noch der vorwurf - du könntest mal wieder zur kirche gehen - das machte spass - und zur kirche gingen wir natürlich extra nicht ...
wenn ich dann mal erst um 7 nach hause kam - gab es gar kein bett, dann hatte sie arbeit -

darum habe ich mir geschworen - ich werde die kinder am sonntag schlafen lassen - natürlich gab es tage da war arbeit angesagt, aber nur dann - und zwar wussten sie das zum voraus -

und das frühstück - na ja - wenn sie was wollen finden sie alles in der küche - das wollten wir unserer mutter auch klar machen - doch da gab es nichts ...
es stand dann einfach alles in der stube auf dem tisch, bis wir kamen ... - manchmal bis zum mittagessen -
doch das hielten wir nicht oft durch, da alle paar minuten gerufen wurde ...

das war mein grosses abschreckendes vorbild - und das ist etwas, das ich auch so gehalten habe    :o
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Online LunaR

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4821
  • Geschlecht: Weiblich
  • Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #4 am: 01.11.10, 13:45 »
Die Kinder finden es meistens schön. Die Probleme kommen bei den Jugendlichen, die möglichst alles tun wollen und genau so sein möchten wie die anderen (die anderen dürfen ja sowieso immer ALLES).

Was mir so auffällt, dass die Mädchen später lieber nicht in der LW arbeiten wollen und auch nicht gerade einen LW als Partner suchen und die Jungen oft mit wahrer Hingabe LW betreiben wollen, nicht nur weil es das Familienerbe ist, sondern weil sie es so wollen und gern haben.

Luna
Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.

Edward Young

Offline mara51

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 947
  • Geschlecht: Weiblich
  • Unsere Lara
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #5 am: 01.11.10, 21:04 »
Hallo,
also ich bin auf keinem Bauernhof aufgewachsen, aber ein *minibissle* Landwirtschaft hatten wir auch. 2 Äckerle und Wiesen.
Bei meiner Dote u. Dete haben wir auch auf dem Feld geholfen. Gerne habe ich das meistens nicht gemacht, aber ich mußte halt.

Das ging so bis ich 12 oder 14  Jahre war. Dann hatten wir nur noch unseren Krautgarten. Aber wenn meine Brüder oder ich  am Wochenende spät heimkamen, war am nächsten morgen um 7 spätestens 8 Uhr die Nacht um. Mein Vater sagte immer, wer feiern kann, kann auch aufstehen. Punkt um so war das.
Unsere Kinder mußten auch immer mal wieder auf einiges verzichten. Durch mein Schichtdienst und den meist nicht pünktlichen Feierabend sind sie einfach nicht von zu Hause weggekommen.Bis unsere Kinder 16 J waren, sind sie jedes Jahr 2 Wochen in eine Freizeit mitgegangen. Aber ich glaube, geschadet hats ihnen nicht.
Jeder der sich die Fähigkeit erhält,
schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
F. Kafka

Offline mary

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 9271
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #6 am: 02.11.10, 08:21 »
Hallo Swissbäuerin,
beim Lesen deines Beitrages sind mir auch viele schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit wieder ins Blickfeld gekommen.
Die grosse Freiheit, in den Wäldern und der Natur so vieles erfahren, gesehen und entdeckt zu haben- unser Hof stand neben einem Bach- Fische fangen, darin zu baden, wenn das Wasser auch seeeehr kalt war, mit aufgeblasenen Reifen Flösse zu bauen-
Baumhäuser und vieles andere.
Lesen- das war bei mir auch so ein Thema- ich hab viele Bücher unter der Bettdecke mit der Taschenlampe gelesen- besonders an die Karl-May-Bände hab ich da wunderschöne Leseerinnerungen. Für mich ist ein Teil der Kindheit zusammengebrochen, als ich mitbekommen hab, dass dies alles in der Phantasie von Karl May entstanden ist.
Der Traum vom Pferd hat sich zwar nicht erfüllt, aber ein Zwergesel, wir bekamen als Kinder die kleinen Zwilligslämmer von einem Schäfer, habe die Schäfchen mit der Flasche aufgezogen, sie waren so zahm und anhänglich, wir konnten die an einen Leiterwagen anspannen und spielten damit tage- und wochenlang Landwirtschaft.
Das grösste Geschenk, dass uns die Eltern gemacht haben- ja zu mehreren Kindern gesagt zu haben- ich war die Älteste und fand meine Geschwister als Kind  auch manchmal lästig- aber ich empfinde sie als wahren Schatz fürs Leben.
Die Gastfreundschaft in unserem Elternhaus, auch wenn meine Eltern sehr sparsam waren- besonders meine Mutter hatte die Gabe aus wenig ganz viel zu machen.
Ich erinnere mich an Kartoffel auflesen, an Rüben verziehen und hacken, an viele Arbeiten, die es zum Glück heute nicht mehr gibt-
aber es gab auch nach den erledigten Arbeiten Raum zum Feiern, Zeit für ein Kartoffelfeuer, die Ausflüge- in die Gastwirtschaft zu gehen, war was ganz besonderes, meistens wurde ein grosser Picknickkorb mitgenommen und eine Decke an einem schönen Platz ausgebreitet.

Die Liebe zur Natur hab ich durch meinen Vater erfahren, wie er mit den Tieren umgegangen ist, seine Liebe zum Boden, zur Landwirtschaft- sein intuitives Wissen über Zusammenhänge, die man damals noch gar nicht wissen konnte.
Der sparsame Umgang mit den Ressourcen ist uns als Kinder nahe gebracht worden, damals war das sicher noch kein gesellschaftliches Thema.
Und erst heute kann ich auch erkennen, dass die Verantwortung, die selbstverständlichen Pflichten- das Mithelfen- eine sehr hilfreiche Mitgift fürs Leben geworden ist.
Diese Erfahrungen - haben mich wohl so geprägt, dass ich selbst wieder Bäuerin geworden bin.
Ich kann aber erst heute wirklich ermessen, was meine Eltern, besonders meine Mutter geleistet haben.

Heute stehe ich in der Mitte- die eigenen Erfahrungen hab ich versucht an die eigenen Kinder weiter zu geben, inzwischen gibt es wieder eine neue Generation- ich hoffe, dass da auch noch Raum und Platz ist für ein wenig dieser freien Kindheit- und nicht nur Computer, Handy und sonstiger technischer Schnickschnak das Leben bestimmen werden.
Herzliche Grüse
maria


Offline Swisslady

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 834
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #7 am: 02.11.10, 19:07 »
wir mussten als Kinder viel helfen, mein Vater hat zusätzlich auswärts gearbeitet und mein Grossvater war sehr bestimmend, die Arbeiten die wir machen mussten waren grösstenteils mit Frust verbunden, leider, weil so verbissen gearbeitet wurde. Im Stall war ich aber sehr gerne, am liebsten hätte ich dort selbständig gewurstelt, aber das durfte ich dann doch auch nicht. Aber Feldarbeit, wie Rüben jäten und verziehen, ernten von Hand, Heu auf Heinzen beigen und Heu von Hand wenden, puh war das eine Qual für mich. Ich wurde auch immer kritisiert ich würde mit so steifem Rücken dastehen etc.....
Ich habe erst als Bäuerin selbst bemerkt, zum Glück, dass Feldarbeiten auch Spass machen können. Es steht auch nicht mehr soviel Handarbeit an und mein Mann ist nicht ein verbissenes Arbeitstier.

Die Lust auf dem Bauernhof waren für mich ganz klar die Tiere, die paar Tage Ferien die meine Eltern für unsere Familie ergattert hatten, Das spezielle Znüni beim Zuckerrüben verladen (damals noch in den Bahnwagen),vielleicht später noch mehr,  wir wollen essen. ;)
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden.

Offline Hopfi

  • Hallertau
  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 1022
  • Geschlecht: Weiblich
  • Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #8 am: 02.11.10, 22:42 »
Wir Bauernkinder (70er Jahre)standen früher stark im Schatten des Modernen. Es weckte in meinem Inneren negative Gefühle - obwohl ich nie
getauscht mit dem Leben anderer hätte. Auf unserem Hof wurde gespart, damit er in die nächste Generation gelangen konnte.
Hallo und auf ein Wiederschreiben

Offline mary

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 9271
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #9 am: 03.11.10, 09:03 »
Ich hab im vergangenen Winter ein paar der Bücher von Ulrike Siegel gelesen- da war mir sehr vieles vertraut.
@gammi, ja es stimmt- als Kind hab ich immer die Kinder bewundert, die nichts zu Hause tun mussten, die alles bekamen, was sie sich wünschten, mit einigem Abstand sehe ich es heute ganz anders.

@Hopfi, was mir so über die Zeit aufgefallen ist- früher wurden Bauernkinder eher als rückständig, ........ von Schulkameraden, aber auch von Lehrern - behandelt- vor 1o Jahren gab es viele Bauernkinder, die nicht mehr in die Schule gehen wollten, weil sie dort einen Spiessrutenlauf durchmachten,
blöder Bauer ist auch heute noch ein gebräuchliches Abwertungswort unter den Kindern-
und mir kommen Bäuerinnen und Bauern manchmal vor wie in der Geschichte mit dem Esel-
sie wollen es recht machen, aber egal wie sie es anstellen, es wird immer kritisiert.
Also hilft nur- es so zu machen, wie es der eigenen inneren Überzeugung entspricht.
Was mir weiter auffällt, wenn Leute mit viel Geld ein Sacherl oder einen Hof kaufen, dann hat bäuerliches Leben plötzlich einen hohen Stellenwert.
Herzl. Grüsse
maria


Offline Swisslady

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 834
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #10 am: 03.11.10, 14:21 »
Unsere Aelteste hat in der Schule oftmals gelitten, weil sie Bauerntochter war. Wurde sie doch am ersten Schultag von so einem Klugscheisser gefragt, stinkt es bei euch den nicht? Wir wohnen 10 km von der Stadt entfernt und unser Dorf hat 10 000 Einwohner und davon ist nur ein gaaaanz kleiner Teil Bauern. Da können Bauernkinder je nachdem schon untergehen.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden.

alina

  • Gast
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #11 am: 03.11.10, 15:16 »
Hallo zusammen,
Ich hatte früher Angst um meine 3 Jungs , zum Einten weil sie soo weit weg auf dem Berg aufgewachsen waren, ( ich war mit dem Nachbar von Swissbäuerin s Kinderzuhause) verheiratet.  Und meine Sorge bestand darin was geschiet wenn sie losgelassen werden.Rs. ec. Auch gerade deshalb weil mein Mann und ich wir uns trennten. Meine Befürchtungen trafen Gottseidank nicht ein. Es wurde schon dies und das geleistet ,, aber immer zu verantworten .. und Heute sind sie alle selbständig und erfreuen mich . Bin Stolz auf sie. Und habe freude an den 6 Enkel. LG Doris

Offline Clemens

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 74
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #12 am: 03.11.10, 16:05 »
Hallo,

auch ich bin ein Bauernkind und erwähne dies bei passender Gelegenheit mit Stolz. Auch in der Weiterführenden Schule wurde ich mal vor versammelter Manschaft von einem Mitschüler als "Bauer" gehänselt. Meine Antwort damals war "wenn es keine Bauern gäbe, könne er ja den Fensterkitt vom Fenster kratzen und essen" dann war Ruhe. Haben zwar einige (einschließlich Lehrer) betröppelt geschaut aber es war kein Thema mehr. Auch war ich natürlich nicht der einzige der von einem Hof kam, aber ich hatte vermutlich die "größte Schnauze" und habe mich entsprechend gewehrt.
Klar mussten wir viel helfen, wobei mein zwei älteren Brüder mehr betroffen waren, da mein Vater schwer krank wurde, wir gerade einen neuen Stall gebaut hatten und meine jüngste Schwester grad mal ein paar Wochen alt war. Meine Brüder damals 9 und 8 Jahre alt, "durften" morgens um 6 Uhr aufstehen um bei der Melkarbeit zu helfen, dann ging es in die Schule. Ich war damals grade 6. Aber damals gabe es jede Menge Arbeit auf einem Hof die es heute nicht mehr in der Form gibt, (Mais hacken, Rüben verziehen, Grünfutter zusammenrechen u.s.w.). Man hat es sicher nicht immer mit Begeisterung gemacht aber wir haben dabei viel gelernt und das geleistete hat uns den Rücken für weitere Aufgaben gestärkt. Wir haben sehr früh gelernt Verantwortung zu übernehmen (für Tiere, Sachen und sich selber). Das vermisse ich heute oft bei Jugendlichen. Denen wird es oft zu leicht gemacht sich aus Verantwortlichkeiten zu verdrücken.
Die Quittung kommt meist hinterher.
Ein großes Problem sehe ich heute darin, dass sich Kinder und Jugendliche fast nur noch über die Schule und materielle Dinge definieren.
Wer in der Schule dann noch Schwierigkeiten hat, bei dem reduziert es sich dann oft auf Konsum.
Wir waren auch stolz wenn wir gut Holz hacken, mit der Sense umgehen, einen Getreidesack hochheben, Traktor fahren, melken usw. konnten. Die Umgebung nahm das auch wohlwollend zur Kenntnis. Ich war vielleicht 14 jahre alt als ich bei einer Tante die mit dem Onkel ein paar Tage wegfuhr den Betriebshelfer und Baby-Sitter für ihren Jüngsten (der war nur 4 Monate jünger als ich, konnte aber nicht melken und wollte nachts nicht alleine bleiben) spielte.

Gruß Clemens



Offline anerev80

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 69
  • Geschlecht: Weiblich
  • Mir gehts gut!
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #13 am: 03.11.10, 23:10 »
Ich hatte eine super schöne und auch arbeitsreiche Kindheit. Wenn man als Kind gelernt hat zu Arbeiten so kann man sich gut durchs Leben schlagen :). Ich habe etwas lange gebraucht bis ich in der Schule gemerkt habe das nur wir zwei Bergbauernkinder immer mithelfen mussten zu Hause und die vielen "Bodenbauernkinder" nur selten in den Stall mussten ;D (Meine Kindheit ist noch nicht soooo lange zurück).
Ich freue mich immer wieder mal nach Hause zu Besuch zu gehen, aber die Hänge kommen mir jedesmal etwas steiler vor seit dem ich "Flachlandindianer" bin. Die Bauern hier die können sich das nur schwer vorstellen wie es ist wenn man nicht auf dem ganzen Betrieb mit den Maschinen fahren kann. Auch wenn ich die Berge manchmal noch etwas vermisse möchte ich nicht mit meinem Bruder und meiner Schwägerin tauschen die den elterlichen Betrieb übernommen haben.

Offline Mucki

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3096
  • Geschlecht: Weiblich
  • Leben und leben lassen
Re: Kindheit auf dem Bauernhof - Lust oder Frust?
« Antwort #14 am: 04.11.10, 08:15 »
hallo,
also meine Kindheid war recht schön,auch wen man helfen mußte/durfte,ich ahtte viel freundine die mich beineideten weil ich Katzen,Hunde ,Hasen halten durfte und die auch ins haus durften,weil ich früh mit dem Traktor fahren durfte,auch Autofhren lehrnte ich mit 14 jahren auf der eiegn wiese wer hat des schon  ???

Bei meinen Kindern war es geteilt meien jungs waren richtig froh auf dem Hof groß zu werden,meine Tochter störte es in grund und hauptschule auch nicht als sie nach Regendburg in die hauswirtschfatschule ging sagte sie nimanden das sie von eien Hof kommt ,da sie bei eienr besichtigung mit ihrer klasse auf eien bauernhof mitbeckm wie die mitschülerine lästeretn über den gestang ,dreck und so weiter,darauhin hat sie es auch bei den neuen freunden nicht erwähnt,nun ist sie 20 jahre und hat fetsgestellt das ihre jetzigen freunde und beckannten nicht dran stosen sonder es toll finden,nun findet sie es auch wieder toll.


Und da alle meien Kinder noch zuhause sind kann es nicht so schlimm sein sonst wären sie betimmt schon ausgezogen ;)

Helfen müße unsre nur in Notsituationen weil mein mann imer sagt die ollen ihr freizeit geniesne nicht wie er in jungen jahren nur an arbeit denken hat dürfen und können.

LG Mucki
Am Ende des Tunnels ist immer Licht!

 


zum Seitenbeginn