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Autor Thema: Ist es wichtig "was die Leute sagen"?  (Gelesen 2780 mal)
gina67
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Nach jedem Winter folgt ein Sommer


« Antwort #30 am: 16.11.10, 19:40 »

Hallo
was die anderen im Dorf über uns denken, ist uns auch völlig egal. Einzig SM die meint sie muss sich rechtfertigen für das was wir machen.
Ich bewundere meine ST, die ist noch sehr jung und steht über den Dingen. Sie lässt sich nicht so leicht an den Karren fahren.
Als sie gemerkt hat, dass sie es nicht packt mit Kind, Haushalt und Garten hat sie sich eine Haushaltshilfe besorgt. Das hat SM noch garnicht gemerkt, was meint ihr was sie sich dann schämt, dass eine junge Frau die nichts anderes als ihr Kind und ihren Haushalt hat, sich eine Putzfrau leistet.


Nordlicht
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maggie
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 3051

Bäuerinnen - sind wie andere frauen


« Antwort #31 am: 16.11.10, 20:20 »

ich wünsche deiner st dass sie das geniesst -

ich habe/ hatte seit jahren eine putzfrau - im moment nicht mal gross landwirtschaft und auch keine kinder mehr -
aber ich gehe lieber auswärts etwas arbeiten und kann dann damit die putzfrau bezahlen - d.h. ich könnte wahrscheinlich, ich habs aber noch nie ausgerechnet -

sie war grenzgängerin und ist nun leider in den norden gezogen ... und ich steh da -
ich glaube nicht dass ich mir im moment eine andere suche, es war eben auch eine freundin und sie liebt die hausarbeit und hat sich damit ihren lebensunterhalt vedient ...
wie kann frau nur - habe ich sie schon oft gefragt -
nun sie meinte - vor allem bei dir, sie kam manchmal nur 1 mal im monat - sehe ich wenigstens was ich getan habe, sie hatte andere stellen wo sie sich fragte warum sie dort zum putzen ging !!!!

ich weiss dass es im dorf auch einige - ältere damen - gibt die deswegen über mich herzogen - ich habe es denn auch erzählt .... - mit freuden, es war immer ein vergnügen das gesicht der einen oder andern zu sehen oder den kommentar zu hören - wenn sie glaubte ich höre es nicht mehr ...

da sieht man, bei mir gibt es auch keinen sozialen druck - mich kümmert überhaupt nicth was über mich erzählt wird... -
« Letzte Änderung: 16.11.10, 20:22 von maggie » Gespeichert

liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz
Mucki
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Geschlecht: Weiblich
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Leben und leben lassen


« Antwort #32 am: 16.11.10, 21:47 »

hallo Nordlich,
schön das deine ST so ist und ich hoffe sie belibt so,und ich finde auch deine haltung gut.

Last euch nicht beirren von niemanden.

LG Mucki
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Am Ende des Tunnels ist immer Licht!
manurtb
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« Antwort #33 am: 17.11.10, 12:14 »

Ist es wirklich wichtig, was die Leute sagen?
Nein, das ist unwichtig.

Ich hab das Glück, dass ich aus einer Familie komme, bei der der eine Teil immer für Wiederstand erzogen hat und selbst nachdenken, damit es nie wieder zu Faschismus kommt und der andere Teil war schon immer als komisch angesehen.
Somit ist bei uns der Garten im Anschauen der anderen total verlottert, dafür haben wir viele Igel, die bei uns überwintern und viele Vögel kommen, die die noch hängenden Johannisbeeren und die runtergefallenen Äpfel und Birnen fressen können.

Was mir aber wichtig ist: Ich mache meinen Standpunkt klar und sage, wie ich denke. Niemals gehe ich davon aus, dass andere das zu übernehmen haben oder dass meine Meinung wichtiger wäre, wie die der anderen. Jeder Mensch ist einzigartig und hat das Recht darauf, einzigartig zu sein.

Siegi, wenn Du ein bisschen Munition brauchst, um Dir da den Rücken zu stärken, dann schau mal bei Jokers in den Shop rein. Die haben ganz viele DVDs und CDs vom Auditorium-Verlag und davon mal Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg und auch die Beiträge von den Gehirnforschern, wie z.B. den Hüther.
Das sind meist Mitschnitte von Seminaren, Workshops oder Vorträgen und die regen wirklich an, dass man mal unser System gründlich durchdenkt und vor allem auch sieht, dass es so nicht sein muss.


Schon..........dafür hat man da aber keine Nachbarn, die dann mit Kuchen vor der Türe stehen, wenn Frau im Krankenhaus ist.......damit die Männer net "verhungern" Wink
Meinst Du nicht, dass das Vorurteile sind?

Viele meiner Bekannten wohnen in der Stadt. Und die, die es wollen, die haben Kontakte geknüpft und unterschiedlich eng. Jeder, wie er mag.
Und dort kommen die Nachbarn (vielleicht nicht unbedingt die direkten, aber die, die man gut kennt aus dem Nachbarhaus oder eine Strasse weiter) vorbei, wenn man was braucht.

Wobei bei meinen Bekannten Männer nicht verhungern würden, aber Kinder was zu essen brauchen, Haustiere versorgt sein wollen oder gassi gehen möchten und vielleicht mal eine Stunde Hilfe bei der Hausarbeit gebraucht wird.

ich frag mich oft, wie in den heutigen Siedlungen, die so eng gebaut werden- wo in Reihenhäusern die Holzwand der Abschluss der einen Terasse zur anderen ist- die Menschen gut miteinander auskommen können.
Naja, andere Kulturen haben das schon seit vielen hundert, wenn nicht tausenden Jahren.
Da braucht man nur nach Japan schauen, mit ihren engen Siedlungen und den dünnen Wänden.
Ich denke, dass sich überall die gleichen Strategien herausbilden, um so ein Zusammenleben zu meistern.

Ich denke, die wichtigste Strategie ist Toleranz und sich in die Situation des anderen hineinversetzen zu können.
« Letzte Änderung: 17.11.10, 12:23 von Manu123 » Gespeichert
erika2
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« Antwort #34 am: 17.11.10, 12:28 »

JA ES IST WICHTIG...jedenfalls ist es gaanz tief in uns verwurzelt

evolutionsgeschichtlich war es immens wichtig, sich in eine Gruppe zu integrieren, ihre Sitten Gebräuche und Erwartungen zu erfüllen, um nicht ausgeschlossen/verstossen  zu werden, denn allein war ein Überleben nicht möglich.

Und ich behaupte mal, dass wir das alle noch ein Stück weit in uns tragen.

Und wenn wir (ich auch) gewissermaßen stolz darauf sind, uns dem was die Leute erwarten /sagen nicht mehr zu beugen...machen wir uns da eventuell was vor...?
liegt es einfach nur daran, dass auch dieser "Ausstieg" mittlerweile akzeptiert ist, bzw uns in eine andere Gruppe integriert?

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„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Sören Aabye Kierkegaard
manurtb
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« Antwort #35 am: 17.11.10, 12:48 »

Erika, ich glaub das nicht.
Entweder ist die Gesellschaft intolerant, dann muss man sich anpassen oder sie ist sehr tolerant, dann ist das anpassen nicht so wichtig.
Glaubst Du wirklich, dass gaaaanz früher es wichtig war, wie man angezogen war oder wie man ausschaute? Ich glaub, dass es zuallerst darum ging, dass man in der Gruppe einfach einen besseren Schutz hatte und von den anderen profitiert.

Und dann kamen irgendwann die ganzen Sachen auf, warum es wichtig ist, angepasst zu sein. Angepassten Menschen kann man leichter Angst machen. Angst erleichtert die Kontrolle über Menschen.
Und das war viele Jahrhunderte was ganz wichtiges.

Jetzt bräuchte man Menschen, die Potenziale entfalten und neue Ideen entwickeln. Das kann man am besten, wenn man selbständig im Handeln und Denken ist und eben nicht angepasst.
Ich glaube, dass das kommen wird, einfach, weil damit die Gesellschaft sich weiter entwickeln kann.
Der Aufschrei, dass es der Untergang der Zivilisation ist, der kommt ja nur von Leuten, die Angst vor Änderungen haben.
Wenn Du Dir anschaust, welche Zivilisationen untergegangen sind, so waren das immer welche, die sich auf dem Gebiet nicht weiterentwickelt hattten. Die meisten sind mir sehr starren Regeln untergegangen und mit viel Druck und Gewaltausübung in ihren Reihen.
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erika2
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« Antwort #36 am: 17.11.10, 12:59 »

Manu, die Urzeiten, auf die ich mich beziehe, hatten wohl nicht so sehr das Kleider- oder Fensterputzproblem. Es geht darum, sich, um den Schutz der Gruppe nicht zu verlieren, deren Regeln zu unterwerfen. Leider fällt mir der Begriff dazu nicht ein.
Das sind und waren zu jder Zeit und in jeder Kultur natürlich andere. Und die haben sich gewandelt, womöglich auch durch tolerierte Übertretung.  Und es hat immer "Querdenker"  gegeben, freiwillig oder nicht, die den Fortschritt brachten, (oder als hexen verbrannt wurden Wink)sonst hätte niemand gewagt, das Feuer zu nutzen, denn "so etwas tat man ja nicht". Und niemand weiß, wieviel wegen ihrer Spielerei mit dem Feuerstein tatsächlich aus der Gruppe fortgejagt wurden....bis es eben mal eine tolerantere Gruppe gab, oder derjenige vom Rang her sich durchsetzte.....
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„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Sören Aabye Kierkegaard
SiegiKam
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Bayern


« Antwort #37 am: 17.11.10, 13:52 »

Wo ich absolut spure........wenn meine Mama zu einem ihrer seltenen Besuche kommt........glaubt mir, ich putze "strategisch".....das Klofenster, wo sie Zeit hat zu rausschauen ist dann immer blitzeblank und die Küche auch......dann ist sie zufrieden und ich hab Ruh Grin

Fanni, ich musste so lachen, als ich das gelesen habe, denn ich putze manchmal auch strategisch, nicht bloß wenn wenn die eigene Mutter kommt. Obwohl meine nie sagen würde, dass es da oder dort nicht sauber ist, aber ich würde es an ihrem Blick merken  Wink.

Ich weiß nicht warum, aber die Leute in meiner beruflichen Umgebung glauben mir nicht, dass ich im Innersten ein sehr schüchterner Mensch bin. Ich mache manche Sachen nicht, weil ich mich nicht wohlfühle in großen Gruppen, eben wegen meiner Schüchternheit. Scheinbar merkt man das nach außen nicht und es wird eher als Arroganz eingestuft. Das ist etwas, was mir schon ein wenig weh tut, weil ich nicht so bin. Und ich hab immer Sorge, dass ich jemand übersehe und derjenige dann denkt, ich ziehe ihm andere Leute vor. Mit so einem ständigen inneren Konflikt in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein ist nicht einfach. Darum gehe ich selten in Vereine oder große Versammlungen am Ort, sondern bin lieber mit einigen wenigen Leuten zusammen. Hier am Ort kennen die meisten Leute einander, so dass es schon wichtig ist einander zu grüßen, Smaltalk zu machen... Meine Geschwister und ich wurden immer dazu angehalten zu jedermann freundlich zu sein. Man wächst voller Skrupel auf. Schon allein der Gang über den örtlichen Weihnachtsmarkt ist ein Minenfeld: Wenn ich nichts essen mag, kann ich schon einigen nichts abkaufen, die kennen mich aber und sind dann angefressen, dann haben noch einige Stände, die teilweise gar nicht meinem Geschmack entsprechen, oder mir einfach zu teuer sind, wenn ich nichts kaufe, sind sie vergrätzt, kaufe ich etwas, ärgere ich mich zuhause. Das ist nicht wirklich ein Genuss, so gehe ich lieber am Ort gar nicht hin. Oder Beerdigungen. Da sollte man hin, wenn man den Verstorbenen auch nicht kennt, sondern einen der Angehörigen, aber auch den nicht wirklich gut. Ich überlege dann, ob die zu meiner Beerdigung kämen  Huh
Das alles ist sicherlich in der Stadt kein Thema, andererseits ist es einfach schön, durch den Ort zu radeln und hier und dort Leute zu treffen, mal nur einen Gruß zuzurufen, mal ein bißchen ratschen...

Alles hat halt zwei Seiten.
Manu, danke für den Tipp, aber mit den Psychoratgebern hab ichs nicht so. Ich will nicht lesen, wie ich mich verhalten soll, damit sich andere so und so verhalten. Ich will nur meinen persönlichen Weg finden und ich glaube nicht, dass das ein Buch leisten kann.

LG Siegi
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Leben und leben lassen
Mucki
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Leben und leben lassen


« Antwort #38 am: 17.11.10, 14:12 »

Hallo Siegi,
das Putzen wegen meienr Mutter kenn ich auch doch entweder Putz ich schmuzig oder keien ahnung auf jeden fall ist es ihr bei mir immer zu dreckig egal wie genau ich Putze.

Des mit der schüchternheid kenn ich auch,ich wen aufgeregt bin red ich viel ,was mir dann immer als angeberei ausgelegt wird,besserwisserisch,oder auch überheblich,frech.
Derweil red ich weil ich mich unsicher fühle.
Bin auch in keniem verein dabei weil ich das glucken,und gruppen gehabe nicht abhaben kann,und deshalb muß ich auch nicht zu versammlungen oder so.

Märkte wo ich keien kenn sind mir auch lieber da erwarte keiner was von mir und ich fühl mich frei und unbeobachtet.

Ja zu meiner Kinderzeit his es immer (von Mutter)benimm dich den du weist nicht werd dich beobachtet,stimmt im grunde ja auch aber bei mir sas das dann so tief das ich ich so ab den 18 lebensjahr nirgends mehr so richtig wohlfüllte vor allem wen da leute waren die mich kannten,da ich mich immer und überall beobachtet fühlte es ging los mit kirch mir wurde heis und kalt bis zu bauchschmerzen,Volksfeste,verantaltungen am Ort.
Hab des auch heute noch zum teil obwohl ich seit 16 jahre intensief daran arbeite.Das ist ein schreckliche gefühl.

Ich hab meien kindern nur gesagt benehmt euch weil sich des gehört mehr nicht ,die heben da keien problem mit.


LG Mucki

Beerdigungen geh ich nur noch wen ich den verstorben persöhnlich gekannt ahb und es mir im inersten ein bedürfnis ist.
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Am Ende des Tunnels ist immer Licht!
manurtb
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« Antwort #39 am: 17.11.10, 14:31 »

Und niemand weiß, wieviel wegen ihrer Spielerei mit dem Feuerstein tatsächlich aus der Gruppe fortgejagt wurden....bis es eben mal eine tolerantere Gruppe gab, oder derjenige vom Rang her sich durchsetzte.....
Da müsste man aber tatsächlich wissen, ob unsere heutige Sicht auch damals so weit verbreitet war.
Wenn man sich anschaut, wie Urvölker leben, da wird nicht so hierarchisch gedacht (Rang ist ja nur eine Vorstellung, die man sich gemacht hat. Und das kommt aus einer Zeit, in der hierarchische Darstellungen und Gliederungen extrem wichtig genommen wurden. Wichtiger, als heutzutage. Und wer weiss, vielleicht sogar wichtiger, als gaaanz früher).
Genauso ist das Patriarchat nicht immer so stark gewesen, wie heutzutage. Und matriarchale Gesellschaften sind da auch anders aufgebaut.
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manurtb
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« Antwort #40 am: 17.11.10, 14:33 »

Manu, danke für den Tipp, aber mit den Psychoratgebern hab ichs nicht so. Ich will nicht lesen, wie ich mich verhalten soll, damit sich andere so und so verhalten. Ich will nur meinen persönlichen Weg finden und ich glaube nicht, dass das ein Buch leisten kann.
Hallo Siegi,

das sind keine Bücher, sondern DVDs von Vorträgen.
Keine Psychoratgeber, sondern wissenschaftliche Informationen, wie wir ticken und warum wir machen, was wir machen.
Sehr lebendige Darstellungen, sehr zu empfehlen.
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #41 am: 17.11.10, 15:42 »

Hallo Siegi,
ich kenne Beerdigungen in der Stadt und auf dem Land. War vor ein paar Tagen wieder in der Stadt- und war froh, um den Rahmen, den das ländliche Umfeld gibt. Das Friedhof noch neben der Kirche, einfach als "Haus oder Hof" auch mal an einem Grab zu stehen, den man eigentlich gar nicht kannte- und in der Grabpredigt von einem Menschen zu hören, den man kennen gelernt haben sollte.
Um das Gerede, was man zu machen hätte oder nicht- da mach ich so weit es möglich ist, einen grossen Bogen, letztlich muss jeder  sein Handeln einmal vor seinem Herrgott verantworten.
Seit meine Eltern vor kurzem gestorben sind- hab ich auch den Wert von Wertschätzung bei der Beerdigung für sie erfahren, wieviele ihnen die letzte Ehre erwiesen haben- und seither nervt es mich überhaupt nicht mehr, wenn ich mir die Zeit nehmen und auf eine Beerdigung gehen soll. Es zeigt den Angehörigen der Verstorbenen sehr viel.
Bin auch nicht der grosse Freund von psychologischem Fachrat- weil ich da schon zu oft- den Unterschied von Theorie und Praxis gesehen hab.
Aber was mich echt fasziniert, das sind ein paar Vorträge von Bauer und Hüther, die über Spiegelneuronen und Gehirn wirklich nachvollziehbares Wissen rüberbringen.
Jeder braucht ein soziales Netzwerk, eine Gemeinschaft, zu der er gehört- und deswegen kann es auch niemandem vollkommen egal sein, was andere von ihm halten.
Teure Uhren, Autos und viele andere Statussymbole werden nicht nur wegen Eigennutz, sondern auch zur Statusherzeige gekauft- und ganze Wirtschaftszweige bemühen sich - ständig neue solche Symbole an die Frau, den Mann und das Kind zu bringen.
Das rechte Maß für sich zu finden- eine Lebensaufgabe.
Herzl. Grüsse
maria



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manurtb
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« Antwort #42 am: 17.11.10, 16:09 »

Bin auch nicht der grosse Freund von psychologischem Fachrat- weil ich da schon zu oft- den Unterschied von Theorie und Praxis gesehen hab.
Aber was mich echt fasziniert, das sind ein paar Vorträge von Bauer und Hüther, die über Spiegelneuronen und Gehirn wirklich nachvollziehbares Wissen rüberbringen.
Ne, diese Psychoratgeber a la: Wie sie erfolgreich und reich werden, die finde ich grausam. Das, was für jeden gleich ist, ist ohnehin auf einer viel tieferen Ebene zu finden. Und erst von der kann man dann wieder auf die höheren Ebenen gehen.

Wer ist denn der Bauer? Da der Name nicht so selten ist, wäre es gut, wenn Du da nochmal mit dem Vornamen nachlegen könntest.

Manfred Spitzer kann ich da noch empfehlen als Gehirnforscher. Von dem gibts ja die Serie auf BR Alpha 'Geist&Gehirn'.

Für Dich hab ich den Anselm Grün gefunden, den hast Du doch gut gefunden, wenn ich mich richtig erinnere: http://www.jokers.de/3/16145737-1/hoerbuch/barmherzigkeit-will-ich-nicht-opfer-cd.html
Hörbücher machen bei Dingen, die man 'automatisch' tut, echt viel Spass und die Verknüpfungen im Gehirn können da richtig loslegen.
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SiegiKam
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Bayern


« Antwort #43 am: 17.11.10, 18:43 »

...Seit meine Eltern vor kurzem gestorben sind- hab ich auch den Wert von Wertschätzung bei der Beerdigung für sie erfahren, wieviele ihnen die letzte Ehre erwiesen haben- und seither nervt es mich überhaupt nicht mehr, wenn ich mir die Zeit nehmen und auf eine Beerdigung gehen soll. Es zeigt den Angehörigen der Verstorbenen sehr viel.

Das rechte Maß für sich zu finden- eine Lebensaufgabe.
Herzl. Grüsse
maria

Maria, mein Beileid! So habe ich das noch gar nicht gesehen, ich dachte immer die nahen Verwandten hätten vielleicht eh lieber ihre Ruhe, vor allem am Grab. Ich kann selbst ja gar nicht mitreden, meine Eltern und SE sind zum Glück noch putzmunter.

Das rechte Maß, eine Kunst! Wenn halt im Üben des rechten Maßes im Miteinander mittels Try and Error nicht so manchem weh getan würde. Mit meinen Eltern hatte ich vor einiger Zeit auch dieses Thema und immer wieder kommt die gleiche Szene aus meiner Kindheit ins Gespräch, wo sich mein Vater heute noch in den ...  beißen möchte, weil er mich damals vor lauter Rücksicht auf andere Leute zum Weinen gebracht hat. Das tut ihm heute noch leid und beschäftigt ihn. Aber mir zeigt es, dass jeder mit ein wenig Hirn mit diesem Thema zu tun hat und jede Generation wieder von vorne anfängt.

Kennt ihr den Spruch aus der Kindheit "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!" ?
Finde ich ein gutes Lebensmotto, muss man halt immer ein wenig nachdenken.

LG Siegi

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Leben und leben lassen
manurtb
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« Antwort #44 am: 17.11.10, 21:07 »

Kennt ihr den Spruch aus der Kindheit "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!" ?
Finde ich ein gutes Lebensmotto, muss man halt immer ein wenig nachdenken.
Das ist aber nur der erste Teil davon. Denn der Spruch geht von einem selbst als Maßstab aus.

Dazu gehört dann der zweite Teil, dass ich mir überlege oder auch nachfrage, was der andere denn selbst will.

Also ich hätte es lieber gehabt, die Leute hätten bei der Beerdigung meines Vaters mehr Abstand gehalten. Mich hat es wahnsinnig gemacht, dass irgendwelche mir wildfremden Leute mir heulend um den Hals gefallen sind.
Wenn jemand tot ist, dann ist er tot. Demjenigen bringen die anderen Leute nichts mehr und ich mess auch nichts daran, wieviele Menschen auf einer Beerdigung sind.
Ich war auch, glaub ich, keine 3 mal auf dem Friedhof, seit 2 Jahren. Der Friedhof ist einfach nicht mein Platz der Erinnerung für einen Verstorbenen. Den seh ich überall, wo er gelebt und 'gewirkt' hat und auch in allen Situationen, in denen man an ihn denkt.
Aber ich denke, da ist einfach wieder jeder anders gestrickt.
« Letzte Änderung: 17.11.10, 21:12 von Manu123 » Gespeichert
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