interessanter Gedanke Manu, dass Kinderkriegen genauso angesehen wird, wie eine Krankheit auszukurieren. Und das auch noch angekündigt.
Ist es denn anders? Wenn der Mann zu Hause bleiben würde, weil die Familie es sich so einrichtet, dann ist die Frau 6 + 8 Wochen maximal zu Hause...
Da ist mein Kollege, der sich das Rückgrat angebrochen hat, länger zu Hause.
Plus, der hat das ohne Ankündigung gemacht, was für eine Gemeinheit...
Natürlich ist auch der Verdienst lediglich eine Frage der Berufswahl. Warum bin ich da nicht schon eher drauf gekommen?
Vielleicht, weil Du das nicht wusstest?
Kennst Du die Entwicklungsgeschichte mit den Verdienstentwicklungen von Berufen? Immer dann, wenn viele Frauen in die Berufe drängen, dann fallen die Verdienste.
Sowas lernt man doch in Geschichte...

Das werde ich mal nächste Woche ins Team einbringen, dann wird meinen Kollegen bestimmt klarer, woran es hängt, dass so wenig alleinerziehende junge Mütter in Arbeit vermittelt werden.
Klar, Du kannst denen auch erzählen, dass es nachts dunkel wird. Hat dann auch soviel mit der Entwicklung von Löhnen zu tun.
So wenig alleinerziehende junge Mütter in Arbeit vermitteln hat doch einen anderen Hintergrund, meinst Du nicht?
Die Welt ist aber leider nicht voll von jungen Menschen, die wissen, wo es lang geht, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen können und was sie für Möglichkeiten in ihrem Leben haben. Sie hatten nämlich schon Eltern, denen es genauso ging.
Na klar, denn bei uns wird ja die Vermehrung der Unterschicht stark bezuschusst und die Vermehrung der Oberschicht eher bestraft, weil zu wenig Kinderbetreuung und zu wenig Unterstützung für Frauen, einen anderen Lebensentwurf zu leben, wie den, den man sich nach dem dritten Reich aufgebaut hat. Weil soweit will man es ja nie wieder kommen lassen, dass die deutschen Kinder von anderen, wie den deutschen Müttern erzogen werden. Da sprechen schon die christlich sozialen und die christlich demokratischen Werte in der konservativen Ecke heftig dagegen.
Ich bin alleinerziehend, obwohl ich einen Partner/ Vater habe, gehe 40 Stunden arbeiten und bekomme/ will keinen Unterhalt. Das alles schultere ich nur, weil ich ne Menge Glück hatte im Leben und ne Mama, die mir aushilft, zeitlich wie monetär. Das ist aber nicht die Regel und ich finde es zeugt von einem hohen Ross, was von skandinavischen Verhältnissen zu schreiben, die haben wir hier nicht, auch gesellschaftlich nicht, nicht nur vom Sozialstaat her gesehen. In Skandinavien sind Frauen, die ihre Kinder alleine erziehen angesehen, hier herrscht immer noch der Tenor vor, aha, da hat sie das also nicht geschafft mit Familie etc.. Du bist ja automatisch ein gesellschaftlicher Sozialfall, auch wenn du für dich sorgst. Für mich ist das vergleichbar mit der Neiddebatte. In anderen Ländern ist man stolz auf Menschen, die was hinbekommen, hier ist man einfach nur neidisch.
Die Aussage versteh ich nicht. Man ist auf einem hohen Roß, wenn man der Meinung ist, dass es in Skandinavien besser ist, wie hier? Kannst Du das genauer erklären?
Für dich ist die Welt so schwarzweiß, man muss nur geboren werden, sich die richtigen Prinzipien drauf schaffen und dann gehts los mit dem Leben. Aber die Welt der Niedrigverdienenden, der Behinderten, der Hartz IV Jugendlichen, der Alleinerziehenden, der Unausgebildeten, psychisch Kranken etc. ist es nicht, die ist so grau, das glaubst du nicht.
Doch das glaub ich, ich kenn die nämlich auch. Ich weiss auch nicht, woher Du das hast, dass meine Welt schwarzweiss ist. Ich glaub, Du kennst meine Welt garnicht, oder?
Im übrigen hast in einem Posting vorher über anerzogenen Strukturen geschrieben. Die gibts nun mal, denen können sich nun nicht alle entziehen.
Und weil es die gibt, darf man nicht darüber diskutieren? Und nicht sagen, dass es scheisse ist, wenn es die gibt?
Meinst Du nicht, dass das jetzt eine etwas zu starke Forderung ist?
Was es gibt, darf sich nicht verändern? Wieso glaubst Du das?