Hallo Mathilde,
was verstehst Du unter Reinvestition?
Ich meine, das zu einem Landwirtschaftlichen Betrieb auch Land gehört, steht für mich ausser Frage!
Aber angesichts der Tatsache, das der Boden hier durchschnittliche 25 BP hat, hätte ich das genauso gehandhabt, wie Sasa es schon beschreibt! Das Geld sinnvoller einsetzen und zum Beispiel in Gebäude investieren, damit wir die Direktvermarktung ausbauen könnten oder Ferienwohnungen anbieten etc. Von dem Boden hat er nix - weder gute Erträge noch gutes Einkommen. Und wenn es ganz dumm geht wie letztes Jahr - überhaupt nix! Da hat nämlich jemand Getreide bei uns abgeholt und nachträglich Insolvens angemeldet - 12000 Euro futsch - einfach so!

Mirjam, Du gibst mir echt schwere Denkaufgaben auf!
Aber ich befürchte, dass Du damit recht hast! Wenn wirklich die Macht als Motivation für sein Verhalten steht - dann habe ich ein ernsthaftes Problem! Denn ich bin absolut kein Machtmensch - weder will ich Macht über andere, noch weniger möchte ich aber, das andere über mich Macht haben. Kann das sein, dass das ein Ost - West - Problem ist?
Mal eine Frage: Kannst du dich in eurem Betrieb in irgendeiner Form einbringen- damit dein Mann das Gefühl hat, dass ihr beide am selben Strang zieht?
Das ist sehr sehr schwierig! Einerseits bringe ich mich da, wo es geht, schon mit ein.
Ich helfe Ihm zB. bei der Direktvermarktung (ruf die Kunden an, schreibe die Tüten, wiege mit ab und fahre auch mit aus, wenn ich die Kinder wegorganisieren kann).
Wenn er nach Bayern fährt, kümmere ich mich um seine ca. 120 Rinder, fahre Wasser, streue ein, lade Silo.
Ich erledige Wege für Ihn, wann immer es möglich ist.
Ich versorge seine Silomachtruppe oder auch sonst irgendwelche Leute, die uns ab und an helfen.
Zählt jeden Tag Essen kochen eigentlich auch dazu?
Andererseits bei den Außenarbeiten dagegen (zB. Zaunbauen) halte ich mich sehr zurück, weil mir das zu sehr an die Substanz geht. Zum einen arbeitet er körperlich schneller als ich und zum anderen ertrage ich es nicht, mir die ganze Zeit über dann anhöen zu müssen, was ich doch alles verkehrt mache - das endet dann immer mit der Feststellung, dass ich ja eigentlich Lebensunfähig bin und ohne Ihn gar nicht klar käme!

Er vergisst immer, dass ich vor Ihm auch schon auf der Welt war!
Nee, also auf diese Abwertungen hab ich keine Lust mehr und drum mache ich Arbeiten, die ich auch ohne Ihn machen kann - siehe oben.
Mehr geht ja auch schon fast nicht mehr, immerhin hab ich zu 99 Prozent die Kinder allein an der Backe, kümmere mich um vier Pferde, Haushalt erwähne ich garnicht erst, Garten mach ich auch fast alleine plus die ganzen Termine mit und wegen der Kinder - also für mich reicht das vorerst!

Wenn die Kinder mal etwas älter sind, sieht das vielleicht auch anders aus.
(Dabei sind sie doch soooooooo niedlich, wie sie gerade im Garten spielen!

)
Apropo Pferde, womit wir bei Deiner zweiten Frage sind.
Die Friesen habe ich noch, einen davon hat er bezahlt. Ausbilden tu ich die ganz alleine. Einerseits wollte ich das so, andererseits, wenn ich reiterlich an meine Grenzen komme, kann ich mir keine Hilfe "leisten", weil - kostet ja wieder Geld!

So dümpeln wir halt mit Bodenarbeit dahin. Der Rest dauert dann halt länger als lang, aber durch meine Zähigkeit kommen wir auch vorwärts.
Er reitet aus Zeitgründen auch nicht, außerdem sind seine Pferde schon alt. Aber die werden von mir ordentlich mit versorgt, bis sie halt ............
Die Jagd ist übrigens kein Hobby von Ihm, er geht nicht jagen. Er will nur die Jagdpacht haben, genau so, wie er das Land mit dem Teich haben wollte. Wirtschaftlich nutzen tut er es nicht. Und 3000 Euro für eine Jagdpacht im Jahr für "nur" mehr Ansehen im Dorf - sorry, aber das muß ich nicht wirklich verstehen, oder? Das sind in zehn Jahren 30000 Euro, da könnt ich mir 30 neue Herde kaufen für!*lach*
Nun ja, das wird wohl noch eine Weile so gehen.....