Bevor ich jetzt etwas früher in den Stall gehe, zwecks Besuch einer Veranstaltung heute abend, muss ich euch noch von meiner Lieblingskalbin erzählen.

Unser Anbindestall ist im Moment mit 17 Kühen voll belegt und so melke ich drei Kühe im Jungviehstall in einer separaten Box. Heisst, ich muss mit Melkeimer melken, na ja, das ist erst mal weniger prickelnd.

Die Box hat zwar Fressgitter, aber einsperren zum Melken brauch ich davon keine, die warten immer brav, bis sie gemolken sind. Zwei der Kühe, die auch schon etwas älter sind haben das von Anfang an einfach so akzeptiert. Die Kalbin musste das natürlich erst lernen und wir haben immer viel Zeit damit vertan, sie ins Fressgitter zu sperren.
Irgendwann ist mir das dann zu blöd geworden, den in dem Moment, wo wir das Fressgitter schliessen wollten ist sie schnell wieder auf und davon.
Nun dacht ich, wie du willst, dann probieren wir es halt mal anders. Da ich gemerkt habe, dass ihr Lieblingsfressplatz ganz vorne beim Eingang ist, hab ich versucht sie dort ohne Einsperren zu melken. Seither geht das ohne Probleme.

In den letzten Tagen (die beiden Kühe melk ich immer zuerst) stell ich nur noch die Kanne vors Fressgitter, ruf: Mädi (eigentlich heisst sie "Beste") wir beide sind dran. Ich kann gar nicht so schnell schauen, wie sie an ihrem Platz steht und wehe eine der Kühe steht dort, die wird regelrecht von ihr davongejagt.

Sie ist eine Mandela Tochter und gibt im Moment 33l Milch. Von ihr haben wir ein Wal-Kuhkalb.

Eigentlich wollten wir sie auf den Zuchtviehmarkt bringen, aber inzwischen ist sie mir so ans Herz gewachsen...
Das sind dann so die Geschichten, wo ich wieder unheimlich gern Bäuerin bin.
