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Autor Thema: Agrarkolonialismus  (Gelesen 1331 mal)
Mirjam
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« am: 02.07.09, 17:51 »

Hallo,

das Wort war gestern Thema in einer ZDF Sendung.

http://www.zdf.de/ZDFde/druckansicht/6/0,6911,7600038,00.html

Die Inhalte er-/und bedrückend, die Dimension die dahintersteht noch mehr. Da können wir ja fast noch froh sein, dass Boden / Gut in Deutschland so "teuer" ist, dass Asien und die arabischen Staaten hier nicht "shoppen" gehen  Lips Sealed. Doch was wird aus Afrika und den dortigen Menschen?

"Independence Day" läßt grüssen - oder wie seht ihr das?

Gruß Mirjam
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Pierette
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« Antwort #1 am: 24.10.10, 11:20 »

Ich glaube hierhin passt die Information ganz gut

Spiegel online 22.10.2010

Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessene Ernährung, Oliver De Schutter, am Donnerstag vor dem Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen:
"Im vergangenen Jahr wurden 300.000 Quadratkilometer Ackerland vernichtet - das entspricht etwa der Fläche von Italien. Spekulation, Umweltschäden und Verstädterung führen laut Uno zu einem "explosiven Cocktail", Hunderte Millionen Kleinbauern leiden Hunger."

Spekulation mit Ackerböden-500 Millionen Bauern hungern

"Da können wir ja fast noch froh sein, dass Boden / Gut in Deutschland so "teuer" ist," schreibt Mirjam. Teuer sicherlich, aber dennoch heißbegehrt von Investoren und Spekulanten.
Immer schön wachsam bleiben!
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Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
(aus Afrika)
mary
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« Antwort #2 am: 24.10.10, 13:35 »

Hallo Pierette,
ja, Grund und Boden werden ein begehrtes Anlageziel.
Aber ich hab hier auch mutmachende Aktionen mitbekommen. Ein Vortrag einer Reisegruppe von bekannten Bauern, die sich diese Umwandlung von Wüste in fruchtbares Ackerland mit eigenen Augen angesehen haben.

 http://www.gls.de/unsere-angebote/beteiligungen/geschlossene-fonds/sekem-eine-erfolgsgeschichte.html
Herzliche Grüsse
maria
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Mirjam
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« Antwort #3 am: 28.11.10, 17:51 »

Hallo

in Neuseeland, dem "Milchviehland" ist durch die Milchwirtschafts/Trockenheits/Weltmarktkrise schon das gestartet von dem man dachte, dass es nur 3te Welt-Länder trifft: Das ausländische Investoren Fläche aufkaufen.

Noch die Neuseeländer wehren sich:

http://www.savethefarms.org.nz/

Zitat
Overseas buyers are lining up from all countries to purchase our land. In the last five years New Zealand, through the Overseas Investment Office has approved the sale of 150,000 hectares of agricultural land to foreign owners.

We believe the Government must take urgent steps to address overseas ownership of our lands. The first step to place a moratorium on the sale of Crafar farm and other sensitive agricultural land to overseas ownership until there has been informed public debate and suitable protections incorporated into a review of the Overseas Investment Act 2005. New Zealand must retain ownership of our primary resource, the land and waters of Aotearoa New Zealand.

Auch in Australien beschäftigt man sich mit dem "Flächenshopping" von ausländischen Investoren:

http://www.bloomberg.com/news/2010-11-23/australia-studies-foreign-farm-ownership-amid-community-concern-about-food.html

Zitat
the world’s biggest wool shipper and second-largest dairy and beef exporter, will study the level of overseas investment in its farms amid concern over foreign ownership and food security.

The Australian Bureau of Statistics will survey 171,000 agricultural businesses next year, Assistant Treasurer Bill Shorten said last night. The Rural Industries Research and Development Corp. will carry out a separate study on the history of foreign investment in the sector and the reasons behind it.

“This process will address some community concerns,” Shorten said in an e-mailed statement. “Whether there really are foreign ownership issues to be concerned by here or whether there is actually a gap developing between anxiety and reality is the key question.”

Nations are seeking extra farmland to meet a forecast 70 percent increase in food production expected in the next four decades. New Zealand in September tightened rules for major international purchases of farmland, requiring buyers to show how it would benefit the economy, amid a community backlash.

Schon spannend, dass wir hier die Abkehr von der Atompolitik wollen (100 % erneuerbare Energien Ziel der "Grünen" bis 2030!), während andere Länder hier in der Nahrungsmittelversorgung mehr "Engpässe" sehen, aber in Deutschland die Konkurrenz Energie vs Lebensmittel noch extrem gesponsert wird für ein gutes "Energiegewissen"?

Können wir "alles" haben?

Gruß Mirjam
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Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!
mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz


« Antwort #4 am: 29.11.10, 10:21 »

Hallo Mirjam,
wir wollen noch viel mehr- für jede Baumaßnahme muss Augleichsfläche her, je hochwertiger die Flächen- umso besser, man schiebt sogar den Humus weg und macht Magerstandorte draus, grosse Schlagzeile, wieder so und so viel Fläche aus der Monokultur genommen,
überall zu Hauf blühende Flächen für Agrarökologiestandorte.
Wir scheinen noch mehr als genug Flächen zu haben.

Angeblich würden in den ehemaligen Ostblockstaaten noch 60 % der Flächen auf eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung warten, also brauchts bei uns immer weniger Flächen für die Ernährung.
Ausserdem möchte Frau Merkel sicher auch ihre Klimaziele erreichen.
Es gibt aber auch andere Trends- Urban Gardening kommt sogar in die kleineren Städte.
Wenn für Energieerzeugung vom Acker eine wesentliche bessere Rendite rauskommt- dann müssen wir die Nahrungsmittel eben vom Ausland holen.
Und nachdem mehr als 1/4 im Müll landet- scheint die Wertschätzung dafür sehr spärlich zu sein.
Erst wenn unsere Flächen in anderen Händen sind- dann wird die Wertschätzung ansteigen.
Bin ja gespannt, wie sich der Agrarkolonialismus weiterentwickelt- das bisschen Dreck unter unseren Füssen gut genug für Geldanlage, um mit billigen Arbeitskräften billige Nahrungsmittel zu erzeugen- und wenn die Claims ausgebeutet sind- wird weitergezogen.
Wer ein wenig weiter denken will-
ein Buchtip
http://www.weltbild.de/3/16177048-1/buch/dreck.html
maria

« Letzte Änderung: 29.11.10, 18:14 von mary » Gespeichert
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