Autor Thema: Mehr Sicherheit bei der Waldarbeit moderne GPS-Technik kann Leben retten  (Gelesen 3065 mal)

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Mehr Sicherheit bei der Waldarbeit:
Moderne GPS-Technik kann Leben retten


Je rascher Rettungskräfte bei einem Unfall vor Ort sind, umso höher ist die Chance, dass die verunglückte Person überlebt und gesundheitliche Folgeschäden vermieden werden. Besonders bei Waldunfällen kann es sehr schwierig werden, das Unfallopfer zu finden. Die Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Franken und Oberbayern (LBG) empfiehlt deshalb moderne GPS-gestützte Notruf- und Ortungssysteme. Sie nutzen das weltumspannende, satellitengestützte Navigationssystem GPS (Globales Positioning System. Diese "mobilen Notrufsäulen" bringen einen echten Zeitvorteil.

Im Frankenwald zeigte eine Rettungsübung die Funktionsweise dieser modernen Technik. Begleitet wurde die Aktion von einem Team des Bayerischen Fernsehens. Die Übung zeigte: Die verschiedenen Systeme funktionieren auch dann, wenn sich der Unfall in einem weit abgelegenen Waldstück ereignet. Auf der Homepage des BR ist das 6-Minuten-Video unter

http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/unser-land/landwirtschaft-forstwirtschaft-rettungskette-im-wald-ID1233833188285.xml

zu sehen.

Weiterführende Informationen gibts ebenfalls im Internet unter: http://www.lsv.de/fob/01aktuell/index.html



GPS- Handy-Ortung  oder  GPS-gestütztes Notrufsystem - Was sind die Unterschiede? Welches System passt für mich?
Bei beiden Systemen geht es darum, dass der Verunglückte über eine GPS-Peilung von den Rettungskräften rasch und sicher gefunden werden kann. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Systemen ist, dass der Verletzte oder eine weitere am Unfallort befindliche Person die Handy-Ortung üblicherweise selbst aktiv auslösen muss. Das heißt, er wählt die 112 oder betätigt - je nach dem Typ des Mobiltelefons - eine Notfalltaste und gibt den Rettungskräften den Auftrag: „Bitte orten Sie mich“.

Damit das System funktioniert, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Das Mobiltelefon muss über eine integrierte GPS-Funktion oder ein GPS-Zusatzgerät verfügen. Darüber hinaus muss eine stabile Funkverbindung über Sendemasten (Mobilfunknetz-Empfang) gewährleistet sein.

Fazit: Immer dann, wenn zwei oder mehr Personen gemeinsam im Wald oder auf freier Flur arbeiten, bietet dieses System eine wertvolle Hilfe und ein gutes Sicherheitsplus zum günstigen Preis.

GPS-Funknotruf
Anders sieht es aus, wenn forstwirtschaftliche Unternehmer alleine im Wald arbeiten. Bei einem Unfall ist der Betroffene dann unter Umständen nicht mehr in der Lage, selbst einen Notruf auszulösen. Für diese Personengruppe kommt nur ein selbst auslösendes GPS-gestütztes Funknotrufsystem in Frage.

So funktioniert es
Sobald der Mensch über einen definierten Zeitraum nicht mehr an seiner Maschine arbeitet, obwohl das Gerät nicht abgeschaltet wurde, wird das System von selbst aktiv. Sehr laute akustische Signale und eine Warnlampe signalisieren jedem, der zufällig vorbeikommt, dass hier ein Notfall vorliegt. Parallel dazu informiert das Gerät über eine Funkverbindung eine Notrufzentrale. Geschultes Fachpersonal übernimmt die Angaben des Systems, alarmiert die Rettungskräfte vor Ort und übermittelt die GPS-Position, damit die Rettungskräfte genau wissen, wo im Wald sich der Verletzte befindet. Auch hier muss jedoch ein Funkempfang über Handy-Sendemasten möglich sein!

Warum ist die Mobilfunk-Ortung für Land- und Forstwirte besonders wichtig?
„Unsere Versicherten arbeiten häufig weit weg vom heimischen Anwesen, zum Beispiel in nur schlecht erschlossenen Waldstücken oder auf ihren Äckern. Diese Örtlichkeiten liegen fast nie direkt an Straßen oder Wegmarkierungen. Eine konkrete Ortsangabe ist nicht einfach. Deshalb ist es besonders wichtig, auch von solch abgelegenen Arbeitsstätten aus rasch Hilfe zur Unfallstelle holen zu können“, erklärt Karl Biburger, stellvertretender Leiter des Dienstleistungszentrums Prävention der (LBG) Franken und Oberbayern. „Die Weiterentwicklungen im Bereich des Fernsprech- und des Funknetzes und die Möglichkeit zur Nutzung von Satelliten-Navigationssystemen zur Auffindung von verunglückten Personen sehen wir als eine große Chance“.

Die Tücke liegt wie immer im Detail
Dabei darf aber nicht vergessen werden: Für das Funktionieren nahezu aller derzeit auf dem Markt befindlichen Systeme ist eine stabile Funkverbindung (Handy-Empfang) notwendig. Außerdem muss das Gerät natürlich eingeschaltet und die Akkus müssen geladen sein. Nicht immer kann all dies garantiert werden. Grundsätzlich ist es deshalb immer wichtig, auch andere Maßnahmen für Ihre persönliche Sicherheit und eine wirksame Erste Hilfe im Notfall zu ergreifen: Arbeiten sie immer zu zweit, hinterlassen Sie zuhause, bei Nachbarn oder Bekannten genau, wo sie sich aufhalten und geben Sie an, wann Sie wieder zurück sein werden.





 


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