Autor Thema: Mitarbeit auf dem Hof?  (Gelesen 21189 mal)

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Offline Paula73

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #30 am: 19.10.08, 18:41 »
Hallo meine Lieben,

Nachdem ich jetzt fast alles durchgelesen habe, kann ich mir vorstsellen, wie die Dinge bei Paula aussehen.
Sie möchte mit der Familie ihres Freundes nichts zu tun haben, weil da irgendwann was überhaupt nicht gepaßt hat.

Letzten Endes werden erst Nägel mit Köpfen gemacht, wenn die Alten von dem Freund nicht mehr ..... im Weg .... stehen. Das kann aber noch lange dauern, ..... bis dahin wird die große Liebe dann evtl. schon lange vorbei sein. Nach 11 Jahren hat man ohnehin nicht mehr die rosarote Brille auf und sie sieht eh schon alles mit Abstand.



Leider muss ich dir diese Ilusion rauben. Wir leben mit meinen Schwiegereltern, den Schwiegergroßeltern und der Schwägerin samt Familie auf einem Hof. Und dies sehr harmonisch, wie es wohl nich überall der Fall ist.

Offline passivM

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #31 am: 19.10.08, 19:13 »
Hallöchen,

hier gibt es eine Tierärztin, die einen Landwirten geheiratet hat. Sind schon länger verheiratet und haben auch Kinder - Aber das nur
am Rande.

Ich finde man muss dies Thema nicht nur auf Landwirtschaft beschränken. Überall, wo Mann einen Betrieb leitet, also selbstständig ist,
ist es einfacher, wenn die Frau mit am Strang zieht (Buchhaltung oder sonstwas).
Ich würde mich hier nicht wohlfühlen, wenn ich meinen Job weitermachen würde. Dabei würde ich mich so fühlen, als würden wir 'getrennte'
Wege gehen. Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll. Für mich ist es ganz natürlich, dass wir das zusammen machen. Wir sind eine
Familie. Ich werde hier gebraucht, also arbeite ich hier und nicht woanders (womöglich wird von dem Geld dann noch einer eingestellt...).
Ich möchte auch nicht aussen vor stehen, bei allem was gemacht wird/werden muss. Hoffentlich habt ihr das jetzt nachvollziehen
können... ;) -Ich gehör halt dazu.

@Paula: Sicher sind 100 Milchkühe ein gutes Argument. Aber meinereiner würde sich wohler fühlen bei einem 'Miteinander'. Nicht 'Deins' und 'Meins'. Ich möchte dich nicht angreifen. Ihr scheint glücklich damit zu sein und das ist doch die Hauptsache.
Wenn ich das richtig verstanden hab, habt ihr zwei Höfe, einen du, einen er? Wo wohnt ihr denn? Stelle mir das schon schwierig vor...

LG Yish

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Mann!
...und herzlichen Glückwunsch zu deiner (Schwieger-)familie!

Sooooooo habe ich auch gedacht, als ich zu meinem Mann auf den Hof zog!

AAAAAber SM hat mich (auch auf Betreiben meiner nicht mehr auf dem Hof lebenden Schwägerin) von Anfang an rausgebissen. Von meiner Schwägerin musste ich mir sogar mal anhören: "Es geht auch ohne dich" - OKääääääääy. Dumme Leute soll man reden lassen. Aber irgend was bleibt doch hängen ...und das war ja nicht da Einzige (das war nur EIN Beipsiel von vielen) Irgendwann habe ich tatsächlich auf dem Betrieb innerlich gekündigt, und irgendwann habe ich aufgehört, jeden Tag in den Stall zu gehen. Heute sind mein Mann und ich immernoch zusammen.
Wir leben inzwischen nicht mehr auf dem Hof. Meine SM sitzt jetzt alleine auf ihrem Besitz. Und natüüüürlich gibt sie MIR die Schuld daran... ... . Aber wie (bzw. warum) sollte ICH den jungen Bauern auf dem Hof halten, wenn ich da selber von Anfang an nicht willkommen war?
Ich wäre froh gewesen, ich hätte 100 eigene Milchkühe gehabt...

lieben Gruß
Anna
« Letzte Änderung: 19.10.08, 19:17 von AnnaAnna »
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Online mary

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #32 am: 19.10.08, 19:40 »
Hallo AnnaAnna,
ist schlimm, wenn beste Vorsätze und aller Einsatz so runtertebügelt werden. Aber ihr beide, du und dein Mann habt euren Weg gefunden.
Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mich Landwirtschaft so in den Bann zieht.
Was ich als absolutes Manko erlebt hab, dass ist der Unterschied,
Mann lernt 3 Jahre Beruf, dann Fachschule, Meisterprüfung und dann kommt man als Frau mit einem ganz anderen Beruf auf den Hof und soll die Arbeit, die Zusammenhänge auf dem Betrieb kennen und können.
Die Büroarbeit und der ganze Verwaltungskram war kein Problem, das hab ich im früheren Beruf gelernt,
aber alles andere hab ich versucht zu lernen.
 Die Betriebe werden immer grösser  , auch Investitionsentscheidungen haben heute ganz andere Summen,
wenn hier Frau mitentscheiden soll- dann muss sie sich schon gewaltig reinknieen, damit sie sich auskennt.
Hier fehlt eine entsprechende Weiterbildung für angehende Bäuerinnen- die 2. Bildungsweg  Ausbildung Hauswirtschaft reicht hier in keinster Weise aus.
Es geht ja nicht nur um die Mitarbeit, sondern um die gleichberechtigte gemeinsame Führung des Betriebes.
Heute noch mal 30 sein und das wissen und können, was ich jetzt weiß und kann-
keine schlechte Vorstellung ;D.
Herzl. Grüsse
maria


 

Offline Yishana

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #33 am: 19.10.08, 20:11 »
Hallo AnnaAnna,
mit 'wir sind eine Familie' meinte ich meinen Mann, Junior und mich.
Die Se's wollen mich hier auch nicht wirklich. Ich werde sogar als Mutter meines Sohnes übergangen. Betrieblich sowieso und was 'ihre' Familie angeht auch. Es ist also nicht so, das ich von denen hier wirklich willkommen bin. Von SV schon mal gar nicht.
Aber das ist Thema für eine andere Box. Wollte nur mal kurz klarstellen, dass hier nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist.
Den Glückwunsch zu meinem Mann aber nehme ich gerne an!  :D
LG Yish
Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit.
(Aldous Huxley)

Benita2

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #34 am: 19.10.08, 20:47 »
hallo Paula,
irgendwo habe ich da anscheinend was überlesen,

deine Mutter macht bei dir zu Hause den Stall alleine  :o , mit 100 Kühen !!!
die Ärmste, vielleicht ist sie aber noch ganz drahtig und jung genug .......
und du wohnst jetzt doch mit deinem LAG bei deinen Schwiegereltern im Haus,
dazu auch noch dessen Schwester mit Familie,
Du mußt ja eine Seele von Mensch sein, wenn du dir das antust,
deinen LAG würdest du aber trotzdem nicht heiraten,
obwohl dann alles etwas unkomplizierter wäre  ..... oder ist es doch nicht so,
irgend eine Macke muß dieser Mensch doch haben, wenn du ihn nicht ....... heiraten willst
aber dann doch bei ihm mit all den anderen Verwandt.......... zusammen sein magst
und deine Mutter schaut zu Hause, dass sie mit all der Arbeit fertig wird,
..... ich nehme an, dass du dann doch manchmal vorbei kommst .......

Vielleicht kann mir jemand bei meiner Mattscheibe helfen, dann lösche ich morgen den Text!

Jetzt habe ich nochmal nachgelesen, ... also du gehst praktisch im Dorf immer zwischen den 2 Betrieben hinund her und dein Bruder ist auch noch da und hilft der Mutter!

« Letzte Änderung: 19.10.08, 20:56 von Benita2 »

Offline regi

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #35 am: 19.10.08, 20:53 »
Ich glaube, ich bin auf einem falschen Dampfer...

Da nimmt ja jede Freundin den "Blinden", wenn sie sofort auf dem Hof eingesetzt wird, sobald sie sich blicken lässt. DAS kann doch nicht die Lösung sein!

Bei uns wird nicht mal vorausgesetzt, dass der Junior, der zu 100% auf einem andern LW-Betrieb angestellt ist, in seinen 3 Freitagen, die er alle 2 Wochen hat, daheim voll anpackt. Er ist Landwirt, wird mal den Hof übernehmen, aber trotzdem: Solange er nicht daheim angestellt ist, müssen wir auch ohne ihn zurecht kommen. In Spitzenzeiten hilft er selbstverständlich mit.
 
Tschüss zäme
regi

Offline regi

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #36 am: 19.10.08, 20:57 »
Ich bewirtschafte zusammen mit meinem Bruder und meiner Mutter einen MV Betrieb. Mein Partner ist bei seinem Vater auf dem LW Betrieb angestellt.

MfG Paula

Benita, Paula ist nicht nur "ab und zu" bei ihrer Mutter, sie ARBEITET dort.

Wenn Paula und ihr Partner glücklich sind mit ihrer Aufteilung, sollten wir nicht daran herum mäkeln.
Tschüss zäme
regi

Offline Paula73

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #37 am: 19.10.08, 21:42 »
hallo Paula,
irgendwo habe ich da anscheinend was überlesen,

deine Mutter macht bei dir zu Hause den Stall alleine  :o , mit 100 Kühen !!!
die Ärmste, vielleicht ist sie aber noch ganz drahtig und jung genug .......
und du wohnst jetzt doch mit deinem LAG bei deinen Schwiegereltern im Haus,
dazu auch noch dessen Schwester mit Familie,
Du mußt ja eine Seele von Mensch sein, wenn du dir das antust,
deinen LAG würdest du aber trotzdem nicht heiraten,
obwohl dann alles etwas unkomplizierter wäre  ..... oder ist es doch nicht so,
irgend eine Macke muß dieser Mensch doch haben, wenn du ihn nicht ....... heiraten willst
aber dann doch bei ihm mit all den anderen Verwandt.......... zusammen sein magst
und deine Mutter schaut zu Hause, dass sie mit all der Arbeit fertig wird,
..... ich nehme an, dass du dann doch manchmal vorbei kommst .......

Vielleicht kann mir jemand bei meiner Mattscheibe helfen, dann lösche ich morgen den Text!

Jetzt habe ich nochmal nachgelesen, ... also du gehst praktisch im Dorf immer zwischen den 2 Betrieben hinund her und dein Bruder ist auch noch da und hilft der Mutter!



Wir, mein Bruder meine Mutter und ich bewirtschaften als gleichberechtigte Partner eine Familien GBR mit 100 Milchkühen und Marktfruchtbau. Mein Bruder ist für die Außenwirtschaft und die Technik zuständig, meine Mutter macht die Buchführung und ich bin für das Herdenmanagement zuständig. Ins melken teile ich mich mit meiner Mutter (jeder eine Mahlzeit am Tag) Die Betriebe liegen 23 km auseinander.

Der Betrieb von meinem Partner ist um einiges größer und sie haben mehere Lohnarbeitskräfte angestellt. Er erledigt dort das Herdenmanagment.

Die Strukturen waren schon so als wir uns kennengelernt haben, es war von vorn herein klar das sich jeder in seinem Betrieb angagiert.

Gerade der Erfahrungsaustausch ist nicht zu unterschätzen und die Urlaubsplanung ist sehr flexibel da nicht gleich zwei Personen pro Betrieb fehlen.

Das wir nicht mit Trauschein zusammenleben hat nichts damit zu tun und sagt ja nichts über die Stabilität der Beziehung aus.

So jetzt verabschiede ich mich erst mal für mind. 10 Tage aus der Diskussion, morgen gehts in den Urlaub  :)

Mfg
Paula

Offline geli.G

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #38 am: 19.10.08, 21:48 »

So jetzt verabschiede ich mich erst mal für mind. 10 Tage aus der Diskussion, morgen gehts in den Urlaub  :)

...ich wünsch dir einen schönen Urlaub

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline Selina

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #39 am: 20.10.08, 10:21 »
Hallo meine Lieben,

das hört sich alles ja sehr locker an, ....... "der Betrieb auf dem mein Freund arbeitet hat auch noch einige Lohnarbeiter ........ bla, bla,

Aber dass im Osten unserer Republik ganz andere Verhälntnisse herrschen als bei uns, darauf muß man erst mal kommen. Wir sind hier im Westen schon derartig in der Mühle drinnen, dass fast keiner mehr drandenkt, wie bei denen die Arbeitsplätze finanziert werden.
So mancher Milchviebetriebsbesitzer wird sich jetzt denken, was mache ich verkehrt, weil ich arbeitsmäßig und dann auch geldmäßig kaum über die Runden komme und die haben sogar auch noch Lohnarbeiter.

Die Botschaft ist, dass wir mit unserem Soli .......all diese tollen Möglichkeiten im Osten finanzieren. Soviel ich weiß wird jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft im Osten mit bis zu  .... 100 000 Euro bezuschußt....... Da muß man dann freilich aufpassen, dass man nicht der Besitzer ist, sondern da ist man als Angestellter besser bedient. Wenn jetzt der Freund von Paula tatsächlich mal den Betrieb übernehmen würde, dann ist es natürlich besser, wenn die beiden nicht verheiratet sind .....

Gewußt wie !!!
Weiß Gott, was es dort  ...... im Osten ...... noch für Schlupflöcher gibt?
 
« Letzte Änderung: 20.10.08, 10:24 von Celina49 »
Liebe Grüße von Selina

Offline Paula73

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #40 am: 20.10.08, 11:51 »
Hallo Ihr Lieben!
Paula73 ist auf dem Weg in den Urlaub, deshalb möchte sich die "geplagte Mutter" mal zu Wort melden.
Also wir haben noch keine 100 000 € für Fremdarbeitskräfte gesponsert bekommen.Auch wir können nur ausgebeben was erwirtschaftet wird.Ansonsten funktionieren halt Mehrgenarationenhaushalte auch ganz
gut, wenn jeder seinen Freiraum hat.Denn wir sind auch 4 Genarationen im Haus.Unsere Schwiegertochter
ist auch Landwirtin(Meisterin) sie hat bis zum Baby als Herdenchefin in einem grösseren Betrieb gearbeitet.
Mir macht die Arbeit immer noch Spaß,auch das Melken
Liebe Grüsse Paulas Mutter


Offline Sonnenblume2

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #41 am: 20.10.08, 11:59 »
selbstverständlich ist es besser, wenn die Freundin in Arbeitsspitzen ihre Hilfe anbietet. Gar kein Thema.

Aber das ist doch etwas, was die jungen Leute unter sich ausmachen müssen, oder?

Ich als Elterngeneration kann doch nicht automatisch verlangen, dass sie gleich ihre gesamte Freizeit in den Betrieb steckt. Und so hatte ich die Ausgangsfrage verstanden, dass eine Freundin des Juniors von seinen Eltern nur akzeptiert wird, wenn sie sofort immer und überall mit hilft. DAS kann es in meinen Augen nicht sein

Verständnis haben, heißt nicht gleich "immer mitarbeiten zu müssen"? Nicht mitarbeiten schließt doch Verständnis haben nicht automatisch aus.

Hallo, ich habe mal eine Frage an euch. Müssen die jungen Ehefrauen oder Freundinnen der Hofnachfolger unbedingt auf dem Hof mitarbeiten?
Die Freundin unseres Nachbarsohnes wird auch schon immer ziemlich mit in den Betrieb eingebunden(obwohl sie auch noch berufstätig ist). Nach eigenen Angaben traut sie sich nicht dagegen anzugehen, weil dann ihr Freund das wieder ausbaden muss. Die Freundin unseres Sohnes geht nur mit in den Stall, wenn wir nicht da sind, und dann auch nur wenn unser Sohn meint, das er es nicht alleine schaffen kann.
 

Ich hab meinen "Stolperstein" mal fett markiert, die 2. Markierung. Die Freundin ist selber berufstätig und soll nebenbei schon voll mitarbeiten, obwohl der Sv in spe noch das sagen hat?
Sie möchte das eigentlich gar nicht in dem Umfang?
Wird sie denn bezahlt, oder soll das unter der Aussicht "der Junge kriegt ja später eh den Hof" laufen?

Nein, mich schüttelts bei solchen pauschalen Aussagen.

Hallo martina,
*unterschreib bei deinen Postings*
noch schlimmer "oder soll das unter der Aussicht "die Jungen (also beide) kriegen ja später eh mal den Hof" laufen?" *noch mehr schüttel*

hallo,
Meine Meinung: wenn eine junge Frau/Freundin auf den Hof kommt (ihre eigene Arbeit hat), den SE noch immer der Betrieb gehört, dass es nicht selbstverständlich von den SE gesehen werden darf, dass sie voll mitarbeitet.
Es gibt leider genug „Altbauern“ die meinen, so nun ist die Junge von der Arbeit zuhause, jetzt fängt die „richtige“ Arbeit an, oder nun kann sie auch mit in den Stall gehen, sie hat ja nun eh nichts mehr zu tun. …
Ich denke durch die Erwartungshaltung der SE, dass das genau das Gegenteil fördert, nämlich dass die Junge vielleicht keine Lust auf "Bauerhof" bekommt. (so nach dem Moto: das wird jetzt schon von mir verlangt, wird dann später noch mehr von mir verlangt? Darf ich überhaupt mal das machen was ich auch will?)
Wenn die Zukünftige von den SE so angenommen wird wie sie ist, was sie tut, welcher Arbeit sie nachgeht, dann ist sie  (mit Sicherheit) auch bereit, zu helfen wenn es notwendig ist.
Und wenn die Junge von der „Elterngeneration“ gebeten wird, z.B.: ob es ihr ausgeht, heute Abend zum Melken zu kommen, weil es heute sehr stressig war oder weil SM sonst alleine die Arbeit machen müsste, dann bin ich mir fast sicher, dass sie sicher nicht nein sagen wird (soweit es ihr halt von der Arbeit her möglich ist)
Was später kommt, wenn der Junge mal den Hof übernimmt und führt, DAS soll auch die Sache der Jungen sein, wie sich die beiden das "ausschnapsen". Ob mal der Betrieb umgestellt wird und die Arbeit von ihm alleine zu schaffen ist, ob sie mit einsteigt, ob sie weiter zur Arbeit geht und mithilft wenn es notwendig ist, .... ABER GENAU DAS soll die Entscheidung der JUNGEN bleiben und keine Erwartungen von den Alten sein!

lg Sonnenblume
@Paula73: auch von mir "schönen und erholsamen Urlaub"  :)
« Letzte Änderung: 20.10.08, 12:10 von Sonnenblume2 »

Offline fanni

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #42 am: 20.10.08, 12:09 »
Hallo Ihr Lieben!
Paula73 ist auf dem Weg in den Urlaub, deshalb möchte sich die "geplagte Mutter" mal zu Wort melden.
Also wir haben noch keine 100 000 € für Fremdarbeitskräfte gesponsert bekommen.Auch wir können nur ausgebeben was erwirtschaftet wird.Ansonsten funktionieren halt Mehrgenarationenhaushalte auch ganz
gut, wenn jeder seinen Freiraum hat.Denn wir sind auch 4 Genarationen im Haus.Unsere Schwiegertochter
ist auch Landwirtin(Meisterin) sie hat bis zum Baby als Herdenchefin in einem grösseren Betrieb gearbeitet.
Mir macht die Arbeit immer noch Spaß,auch das Melken
Liebe Grüsse Paulas Mutter



ich bin immer verwirrt wenn auf eine Adresse 2 Leute schreiben........... ???
Herzliche Grüße von Fanni

Benita2

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #43 am: 20.10.08, 13:46 »
Hallo allerseits,

aber es ist doch wirklich eine alte Tatsache, dass die ostdeutschen Landwirtschaftsbetriebe von vorne bis hinten gesponsert werden.
Besonders, wenn Arbeitsplätze gesichert werden sollen ist der Staat seeeeehr freigiebig.
Dass pro Arbeitsplatz bis zu 100 000 Euro bezuschußt werden. Ist ja nur in seltenen Fällen nötig aber wenn ein Arbeitsolatz 30 000 Euro kostet dann bekommt der Betriebsinhaber genau diese Summe gesponsert. Er hat ja sogar Anrecht drauf und wer läßt sich das dann entgehen. je größer der Betrieb desto mehr .....!
Hab ich nicht nur einmal gelesen und habs auch nicht nur einmal im TV gehört!!
Auch die Bezuschußung zur Finanzierung des neu gekauften Maschinenparks ist eine alte Tatsache und darf nicht vergessen werden.
Genau dieser Punkt wird ja auch immer als erstes genannt, wenn mal wieder an eine Abschaffung des Soli  ... laut ....gedacht wird.
Die Arbeitsplätze in der LW.............., die Arbeitsplätze in der LW................

Wer denkt denn da noch an die unentgeldliche  Mitarbeit einer außerbetrieblichen Person!
ist doch wirklich nicht nötig.



Offline streifenigel

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Re: Mitarbeit auf dem Hof?
« Antwort #44 am: 20.10.08, 13:49 »
Also so lange SE noch richtig fit sind, finde ich es auch kein Thema, wenn die Partnerin hauptsächlich in Spitzenzeiten oder hin und wieder am WE mithilft.

Meine SE sind aber schon älter, da habe ich trotz Umschulung nach der Arbeit mitgehofen. Jedoch FREIWILLIG!!!

Falls die Partnerin absolut keine Lust auf dem Hof hat, muß der Partner überlegen:
1. Ist die Liebe so groß das sie es aushält??? Und das ist nicht alleine ein Landwirtproblem. Als ehemalige Krankenschwester kenne ich einige Ärzte und Pfleger, wo die Beziehung in die Brüche ging, weil der/die Parterner/in die Schichtarbeit und häufige Arbeiten nicht stand gehalten hat.
2. Schaffe ich es finanziell, wenn SE nicht mehr mitarbeiten können, eine FremdAK einzustellen? Schaffe ich es nur mit ihrem Lohn oder wirft der Betrieb auch so genügend ab?

Klar sind das keine Fragen, die man gleich beim ersten Date stellt, aber nach einiger Zeit sollte man doch darüber reden.

Mein Mann war vormir schon mal verheiratet. Waren 10 Jahre zusammen, davon 2/3 Jahre verheiratet. Sie hat immer gemeint, wenn SE älter werden, wird sie mehr mithelfen und nachher auch auf dem Betrieb mithelfen (sie selber war Landwirtstochter, wußte also auf was sie sich einläßt). Tatsächlich hat sie ganz selten mitgeholfen und war auch erst nach der Hochzeit auf den Hof gezogen. SE wurden älter, sie aber wollte nicht mithelfen. Ihr ist der Job zu wichtig. Der Hof konnte zu dem Zeitpunkt schwer eine FredmdAK aushalten und sie hat "zu wenig" verdient um damit eine FremdAK zu bezahlen. Naja, wegen paar andere Sachen ist es nachher in die Brüche gegangen.

Aber was ich damit sagen will, wer von Anfang nicht hin und wieder freiwillig mitanpackt, wird es später kaum tun. Und da ist es wirklich die Frage, ob das der Betrieb aushält.

Lg Isi

 


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