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Autor Thema: Wie gehts weiter mit dem Milchpreis?  (Gelesen 23611 mal)
fanni
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« Antwort #270 am: 15.11.08, 10:38 »


Stop: diese Bauernmilch wird nicht vom BDM vermarktet, sondern vom Bauernverband.


auch nicht richtig ====> MPO Miesbach ist der Vermarkter..........
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Herzliche Grüße von Fanni
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« Antwort #271 am: 15.11.08, 10:42 »


Stop: diese Bauernmilch wird nicht vom BDM vermarktet, sondern vom Bauernverband.


auch nicht richtig ====> MPO Miesbach ist der Vermarkter..........

...und hier kannst du es nachlesen: http://www.bayerische-bauernmilch.de/
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Elisabeth_F.
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« Antwort #272 am: 15.11.08, 10:58 »


auch nicht richtig ====> MPO Miesbach ist der Vermarkter..........
[/quote]

...und hier kannst du es nachlesen: http://www.bayerische-bauernmilch.de/
[/quote]
Sorry, dann hab ich mich halt falsch ausgedrückt, auf jeden Fall kommst vom Bauernverband.
Gruß Elisabeth
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Mirjam
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« Antwort #273 am: 15.11.08, 14:56 »

Hallo Paula und a.m.,

mein Steckenpferd ist die Integrierte Tierärztliche Bestandsbetreuung, deshalb weiß ich welchen Stellenwert der Kuhkomfort hat.
Aber so wie Paula auch schreibt hat die "Öffentlichkeit" nur wenig Einblick darin - daher war mein Gedankengang, daß man vielleicht mit einer solchen Werbung das Bewusstsein und Gewissen zumindest eines Teils der Verbraucher erreichen kann.

Für die Menschen, die es sich wirklich nicht leisten können, muß natürlich eine günstiger Alternative verfügbar sein.

Windelhersteller werben z.B. damit, daß pro gekaufter Packung Windeln ein Kind in Entwicklungsländern geimpft werden kann. Und auf der emotionalen Ebene kommen meiner Ansicht bei den meisten Menschen gleich nach den Kinder und schicksalsgebeutelten Mitmenschen die Tiere. Z.B. wollen seit den vielen mehr oder weniger unrealistischen Tierarztsendungen (ähnlich wie BsF  Wink) unheimlich viele Tiermedizin studieren. Die Milch ansich weckt sicher keine Emotionen, aber das was dahinter steht - nämlich die Tiere und Menschen (siehe Einschaltquoten BsF - das guckt bestimmt ein Teil wegen der "Volksverdummung", aber ein anderer Teil bestimmt auch wegen der "Bauernhof-Idylle").

Es gibt Fachleute in Marketing & Management - die gehören meiner Ansicht nach auch ganz dringend rein ins Boot, denn davon werden die meisten - ich eingeschlossen - nicht genügend Ahnung haben.

Hallo Marjellchen,

ich hole deinen Beitrag nun von ganz hinten her - den er hat mich nicht losgelassen und du hast vollkommen recht mit deinem Ansatz. Und das wir uns durchaus daran hängen, so wie die Windelwerbung (die ich erst noch abpassen musste) oder so wie Günter Jauch den Bierkasten mit einer Regenwald-Spende verkauft.

NUR - und das halte ich für gefährlich - würde ich keinesfalls die moralische Aussage wie in diesen beiden Werbungen an dritte-Welt-Länder hängen und mit der heimsichen Landwirtschaft verbinden, das ergebe nämlich so ein "Bedürftigkeitszugehörigkeit" mit einem "Harzt-4-Image" in der Landwirtschaft (habt Mitleid mit den armen Bauern) wo ich diese unmögliche Bezeichnung "Faire Milch" schon für halte und die sich nicht mit einem Landwirt als Manager und dem Fendt auf dem Hof verbinden lassen.

Wenn man z.B. deine Idee aufgreift und sagt: Mit jeder Packung Milch gehen 1 oder 2 Cent an "ein Herz für Kinder". Milch wieder als Grundnahrungsmittel in Erinnerung rufen, das unersetzbar und für Kinder wichtig ist - hat man 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das Thema Milch ist wichtig, Milch gehört dazu und mit Milch trinken tut man grundsätzlich was Gutes. Und dieser Cent je Packung - wenn man dafür das "Herz für Kinder" - Zeichen auf die Milchtüte kriegt, das wäre der Wahnsinn. Gibt deinen Kindern Milch - dann hast du ein Herz für Kinder Cool. Mal ganz kehrt weg vom "Genussmittel" das sich immer wieder geschmacklich toppen muss hin zum Grundnahrungsmittel.

In Zeiten, wo immer mehr Kinder in Armut in Deutschland leben, von Tagesküchen, weil die Eltern das selbst aus welchen Gründen nicht mehr hinkriegen und es so viele Fernsehberichte über Verwahrlosung gibt - das wäre die Chance für die ganze Milchproduktion, Molkereinenlandschaft ggf. 5 Cent je Liter mehr rauszuhole und davon 1 - 2 abzugeben? So wie dieser "red nose day". Und je Monat auf den Tetrapacks für welches Projekt mit welchen Kindern das Geld verwendet worden ist als "Feedback" für den Verbraucher und Anregung, dass dieses Geld dort ankommt wo es gebraucht worden ist.

Das ganze an feste Parameter des Tierschutzes hängen wie Haltung etc. - wie sollen die Molkereien diese Milch auseinander kriegen? Weide - Laufstall. Anbindehaltung - Laufstallhaltung. Ich würde das Feld "Weidemilch" wirklich Spezialisten im Marketingfeld "functional food" überlassen (schafft marketingtechnisch wieder mehr Auswahl), das bei Tierschutz macht unglaublich angreifbar und da warten die Tierschutzspezialisten nur drauf, dass irgendein Satz von "Milch aus artgerechter Tierhaltung" (Kuh-Komfort zu kommunizieren ist viel zu kompliziert) auf der Packung steht und die Tiere dann wieder 8 von 12 Monaten im Anbindestall stehen, damit verkauft man sich eine Achillesferse...

Jupp und ich bin der absoluten Meinung, es gehört die CMA entweder komplett umgekrempelt oder eine alternative Werbefirma her, die wieder ganz speziell für deutsche Milch werben darf, sich hier Profis drauf setzen, die mit den Molkereien zusammenarbeiten und die Molkereien in der Region richtiggehende Patenschaften haben und die milchlieferenden Bauern auf den Molkereigenossenschaftsversammlungen entscheiden, wohin dieses Geld für Kinder jeweils geht.

Gestern wieder im Mc-Donalds gewesen - die machen das vor mit dem Cent-Sammeln für die Mc-Donalds "Kinderhilfe"
http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Verantwortung&c=rmcc

Ist es etwa das gewesen, was du im Sinne hattest?

viele Grüsse

Mirjam

« Letzte Änderung: 15.11.08, 15:00 von Mirjam » Gespeichert

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« Antwort #274 am: 15.11.08, 15:21 »

Sorry, dann hab ich mich halt falsch ausgedrückt, auf jeden Fall kommst vom Bauernverband.
Gruß Elisabeth

Der BBV hat, sagen wir mal, die Patenschaft übernommen, nach der schwierigen Geburt. ein direkter Abkömmling vom BBV ist sie nicht. Sie wird nach wie vor für 89 Cent verkauft. Für Lidl ist sie ein Feigenblatt und so wird sie auch in den Filialen behandelt.

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Mucki
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« Antwort #275 am: 15.11.08, 16:12 »

Also wen du von der Milch mit ein herz für den Bauern redest,dann stimmt der Preis nicht ,die war bei uns letzens im abgebot für 79 cent.
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Mirjam
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« Antwort #276 am: 15.11.08, 16:19 »

Also wen du von der Milch mit ein herz für den Bauern redest,dann stimmt der Preis nicht ,die war bei uns letzens im abgebot für 79 cent.

Hallo Mucki,

Nie, NEVER würde ich von einem "Herz für Bauern" reden  Embarrassed Angry, das ist genau DAS was ich für einen absoluten Marketingfehler halte:

Deutsche, landwirtschaftliche Produkte mit "Fair", "Mitleid", "Unterstützung" oder ähnlichem in Verbindung bringen... hatte ich wohl nicht deutlich genug erklärt, dass ich es für eine Sackgasse halte (ergo mit den "Ergebnissen des Streiks" auch bewiesen ist), wenn man hier Landwirte als "Spendenbedürftige" deklariert...  Roll Eyes.

Hat die Mitleidstour Appell in der Öffentlichkeit im Milchstreik nachhaltig gewirkt? Nein. Warum machen wir dann damit weiter  Huh.

Gruß Mirjam
« Letzte Änderung: 15.11.08, 18:34 von Mirjam » Gespeichert

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« Antwort #277 am: 15.11.08, 17:28 »

Hallo,

ich muss nochmal eins nachsetzen, weils mich grad so aufregt und ja immer der Bezug zwischen Mengenbegrenzung und der Autoindustrie kommt.

Ja, wie reagiert denn die Autoindustrie auf den Absatzrückgang? Interne Quereln mit Haberfeldtreiben gegen Einzelpersonen  Huh Schuldzuweisungen? Oder Demonstrationen? Oder schaut sie gar noch, dass sie arme, kurzarbeitende oder gekündigte Mitarbeiter auf Mitleidstour ins Fernsehen kriegt?

Nämlich das was wir in der Landwirschaft treiben? NEIN!

Ich hör nur den ganzen Tag im Radio WERBUNG - grad WEGEN der günstigen Preise für die "Jungen Sterne" bei Mercedes also derzeit extra günstige Jahreswagen, bei BMW gibts nun "extra einen Satz Winterreifen" dazu und Audi hab ich wohl bisher verpasst  wie die versuchen ihren Absatz anzukurbeln Grin.

Klar kann das INTERNE Ziel der Milchpolitik "faire Preise" oder "Gewinne" sein wie in der Autoindustrie, doch geht damit die Autobranche in die Medien oder diskutiert das in der Öffentlichkeit? Nein, sie trennt das und geht ganz anders in die Medien, nämlich indem sie NICHT jammert, sondern IMMER den Vorteil des Kunden bewirbt wenn er ihr Produkt kauft.

Wie geht es euch, wenn ihr in der Stadt an Bettlern, Obdachlosen oder ähnlichen die um eine Spende bitten vorbeitgeht? Ist das ein gutes Gefühl? Habt ihr Lust diese Leute kennenzulernen, zu fragen wie es ihnen geht? Oder ist der Grundton doch eher ein Ignorieren, Ausblenden, Unwohlfühlen, dass man zwar helfen, spenden sollte, aber das nicht zu den Highlights des Tages gehört...

Ähnlich denke ich ist es superriskant ständig aus der Landwirtschaft eins auf Jammern, Zukunftsängst, Sorgen, Anklagen, Proteste etc. mit Medienberichten zu machen... um "Verständnis" zu bekommen (man kann auch im Mitleid ertrinken), aber damit die Leute dt. Milch KAUFEN: Braucht es andere Wege.

Grad jetzt bei so niedrigen Milchpreisen müsste der Tenor heißen: Kauf Leute kauft! (...damit die Mengen wieder vom Markt kommen...)

Mirjam
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mary
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« Antwort #278 am: 15.11.08, 19:06 »

Hallo Mirjam,
wer kein neues Auto braucht, wird sich nur rein wegen Autokrise auich kein Auto kaufen und so wird es mit den Milchprodukten auch sein.
Dass die Milchprodukte bzw. auch andere Lebensmittel wie z.B. Fleisch so billig verramscht werden empfinde ich als ein Armutszeugnis.
Aber solange sie gekauft werden, wird der Druck nach immer billiger weitergehen. Und so wird die Preisspirale immer weiter nach unten gehen.
Ich wundere mich mit jeden Tag mehr oder eigentlich weniger.
Seit ich weiß, was Fütterung in der Milch und im Fleisch bewirkt, kaufe ich sehr bewusst Milchprodukte und Fleischprodukte ein- und so schlagen wir 2 Fliegen mit einer Klappe- wir haben Milchprodukte mit einem höheren Omega 3 Fettsäuregehalt und das hat den angenehmen Nebeneffekt von sehr gutem Geschmack zur Folge. Auch bei Rind- und Schweinefleisch ist der Unterschied zu schmecken.


Was nützt uns unser Wissen, wenn wir das was wir lebensnotwendig brauchen- nicht mehr bekommen.
Hauptsache immer billiger.
nur noch wundernd
maria

 
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Marjellche
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« Antwort #279 am: 15.11.08, 19:22 »

Hallo Mirjam,

hab deine Beiträge nur schnell überflogen, weil ich ganz dringend weg muß. Hoffe, ich hab in der Eile nix falsch verstanden oder überlesen. Lese sie morgen nochmal in Ruhe.

Nur ganz kurz:

McD wirbt doch auch mit ihren Qualitätsscouts, die sich von der "artgerechten" Tierhaltung ihrer fleischliefernden Bauern überzeugen. Man kann sich bei denen in der TV-Werbung sogar als Qualitätsscout bewerben und sich selbst ein Bild davon machen.

Wo jammert denn die Autoindustrie nicht? Bei mir steht seit 3 Tagen in jeder Tageszeitung, daß Opel alle Bundesländer in denen sie Werke haben um Hilfe bittet. Die Länder sollen für Opel bürgen. Und wenn es in die Hose geht (was bei Opel meiner Meinung nach auch ohne Finanzkrise nicht so ausgeschlossen wäre), dann darf der Steuerzahler dafür blechen.
Und eben kam ein Bericht im Radio, daß die Bundesländer wahrscheinlich diese Bitte um Hilfe nicht ablehnen werden, weil der Staat kann ja nicht den großen Banken helfen und den Autofirmen, die ja viele "kleine Menschen" beschäftigen nicht. Das war aber keine Stellungsnahme der Regierung sondern die Vermutung von jemanden den das Radio dazu befragt hat - hab den Bericht leider nicht von Anfang an gehört.

Für mich ist das sowieso ein Rätsel wie ein Land, das 1,5 Billionen € Schulden hat für die Banken mit 5000 Milliarden € bürgen kann. Das übersteigt irgendwie meine Vorstellungskraft. Aber das ist ein anderes Thema...
« Letzte Änderung: 15.11.08, 19:25 von Marjellche » Gespeichert

Man muß immer einmal mehr aufstehen als man gefallen ist!
Lieben Gruß - Marjellche
fanni
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« Antwort #280 am: 15.11.08, 20:28 »

Hallo,

ich muss nochmal eins nachsetzen, weils mich grad so aufregt und ja immer der Bezug zwischen Mengenbegrenzung und der Autoindustrie kommt.

Ja, wie reagiert denn die Autoindustrie auf den Absatzrückgang? Interne Quereln mit Haberfeldtreiben gegen Einzelpersonen  Huh Schuldzuweisungen? Oder Demonstrationen? Oder schaut sie gar noch, dass sie arme, kurzarbeitende oder gekündigte Mitarbeiter auf Mitleidstour ins Fernsehen kriegt?

Nämlich das was wir in der Landwirschaft treiben? NEIN!

Nein??


Öhm


Opel will nur Staatshilfe..........bei BMw wart ich ehrlich gesagt auch auf die Meldung......das zu den freien Märkten und spare in der Zeit und so hast du in der Not.........das wäre auch hier angebracht gewesen, und dann frag mal in München bei der Kämmerei nach was BMW in den fetten Jahren an Gewerbesteuer gezahlt hat.........Die Steuereinnahmen kamen nämlich zum großen Teil von den Arbeitern und deren Einkommen aber von den Firmen selber Huh

Nein du hast recht Autoindustrie und Landwirtschaft ist nicht zu vergleichen.........wir zahlen unsere Steuern nämlich hier und nirghendwo sonst.
« Letzte Änderung: 15.11.08, 20:31 von fanni » Gespeichert

Herzliche Grüße von Fanni
Mädchenfüralles
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« Antwort #281 am: 16.11.08, 09:30 »

Unsere Milch muss wieder mehr an Wert gewinnen. Der Verbraucher sieht nur den Preis, aber wo die Milch herkommt und wie sie produziert wurde, das interressiert nicht. Ähnlich wie mit dem Fleisch. Fragt ihr im Restaurant woher das Fleisch kommt? Meistens bekommt man die Antwort, dass es natürlich Argentinisches Rindfleisch sei. Tja, dort wird nicht auf BSE getestet, also gilt das Land als frei, aber was wir da wirklich auf dem Teller liegen haben, das weiss man nicht. Die deutsche Qualität muss im vordergrund stehen. In Frankreich z.B. hat Ernährung noch einen großen Stellenwert, die sind auch bereit mehr dafür auszugeben, dort wird die gute deutsche Ware gekauft. Hier bei uns muss es nur günstig sein.
Ich gucke auch ob der joghurt, Käse o.ä. aus unserer Region kommt oder nicht. Bei Plaza und Co. gibt es die Marke "Ja".
Man kann nur noch aus dem Stempel lesen, wo es eigentlich produziert wurde, sonst steht keine Adresse mehr drauf.
Da muss man schon ganz genau gucken, woher das eigentlich stammt. Das ist aus meiner Sicht für uns nicht gerade von Vorteil.
Welcher Verbraucher schaut auf den kleinen Stempel??
Die deutschen sind einfach nicht bereit für ihre Ernährung viel auszugeben, das ist unser Problem. Die Ernährung steht im Hintergrund.
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Mirjam
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« Antwort #282 am: 16.11.08, 10:38 »

Hallo

nochmal - egal was für NACHRICHTEN über Opel laufen: Auf der Homepage von Opel steht DAS hier: http://www.opel.de  als WERBUNG. Egal welche Berichte im Fernsehen laufen - das würde ja nicht daran hindern anders in der Werbung aufzutreten? Das meine ich - wir in der Landwirtschaft halten "Berichterstattung" über uns für "Werbung", während sich "draussen" ein Image der Bauern ggf. so zwischen heinrischem Schäfersong aus BsF, nackten Tatsachen im Jungbauernkalender und ewiger Jammerei verfestigt  Angry.

Können wir ja noch froh sein, dass da "industrielle Ernährungskonzerne" wie Mc-Donalds mit modernen Videos da "für" uns gegenhalten siehe nachfolgenden Link.

Übrigens sind die "phösen" Discounter Kaufland und  Lidl   Hauptsponsoren für http://www.naturparke.de/partner1.php mit riesigen Plakaten hier in der Gegen für regionale Produke aus Naturparken ergo "Genussregionen"... ich halte es für eine Illusionsblase hier ständig über "Berichte" den Verbraucher glauben machen zu wollen, die Discounter wären ein Feindbild.

@ Marjellchen, ja Qualitätsscouts. http://qualitaet.mcdonalds.de/, nur WO findest du den Hinweis auf "artgerechte" Tierhaltung? Warum meine Bedenken? Artgerechte Haltung bedingt nicht nur artgerechte Fütterung - sondern eben auch Bewegung. Das kriegt man nirgends mit Anbindehaltung unter einen Hut, das kriegt man nicht hingebogen.

Ich komme aus dem Fleischbereich und in das Mc-Donalds-Rindfleisch kommt zum großen Teil Schlachtkuhfleisch aus Bayern.

Wie will man dem Verbraucher verkaufen - egal welche Laufstallbilder dort gefilmt sind auf der Homepage - das hier auch Fleisch von Kühen aus ganzjähriger Anbindehaltung dabei ist/sind und das ganze noch artgerecht nennen? Grad in Bayern mit noch dem größten Anbindehaltungsanteil...

Edeka baut derzeit ein Qualitätsschlachtbullenprogramm auf ähnlich wie beim Schwein. Mit 4 D-Garantie (geboren, aufgezogen, geschlachtet etc. in Deutschland) UND eben dieser Prämisse: Keine Anbindehaltung der Mastbullen, sondern Laufboxen.  Das ist auch am Schlachthof nicht so schwer - da kommen eben alle für das Gutfleischprogramm erschlachteten Hälften auf eine Schiene im Kühlhaus raussortiert und dort aus als Partie gen Verarbeitung/Zerlegung.

Wie will man das bei der Milch hinkriegen? Extra Tankwagen die auf der Tour zwischen Anbindeställen und Laufställen unterscheiden? Vor-/Erfassungskosten ähnlich Biomilch?

Beim Geflügel ist das weniger schwierig, Wiesenhof fährt sowieso die GVO-freie Soja-Futterschiene, Gruppenhaltung und die Tiere können laufen, im Einstreu scharren. Und Schwein hat McDonalds nicht...

Andersheru gehört zu der Unternehmensgruppe Edeka mit dem Ambitionen für regionale Spezialitäten wiederum der Discounter Netto...

@ Maria66 - die Autoindustrie hatte aber auch große Exporte nach USA, ich hatte das Beispiel schon mal genannt mit 15.000 BMW´s monatlich... und na klar die können die Produktion auch zurückfahren, ich müsste aber mal googeln ob das die Japaner auch tun die v.a. Autos in einer anderen Preislage verkaufen...?

Das ist doch das Problem: Warum sollen alle Bauern in Deutschland die Produktions freiwillig zurückfahren, wenn bei dem einen der Gleichgewichtspreis zu dem er bereit ist zu produzieren vielleicht bei 27 Cent liegt (haben wir hier ja im Forum schon angesprochen) - beim anderen bei 37 Cent? Natürlich wird derjenige, der mit z.B. dann 28 Cent Milchpreis noch im Plus ist seine Produktions ausweiten.  Oder eben WIR unsere Produktion beschränken, während dann die Niederlande/Dänen zu niedrigeren Preisen produzieren und hineinliefern - wie sie´s schon im Ferkelbereich tun?

@ Mädchenfüralles: Ich bin ehrlich, ich bin in letzter Zeit derart oft mit Rindersteaks aus dt. Qualtiätserzeugung auf die Nase gefallen in Restaurants, dass ich nix dagegen haben, wenn wie kürzlich das Steak aus Südamerika ist. Dt. Rindersteaks - gerne, aber nur noch wenn ich selbst einkaufte und zubereite.

Ernährung steht denke ich bei Deutschen nicht im Hintergrund. Die Frage ist, wie´s verkauft wird. Siehe Nestle LC1, Vittel-Wasser..., die bewerben das ganz anders...Und es gibt viele Deutsche, die können es sich nicht leisten, viel für Ernährung auszugeben, aber das ist ein anders Thema um das Dilemma von Alleinerziehenden, Kinderbetreuung etc.

Aber du hast Recht - dieser kleine Stempel ist ein Problem, deswegen bräuchten wir ja ein großes "Wiedererkennungslogo" auf den Milchpackungen.

@ Fanni: Beispiel Opel, nachdem ich in den Jahresberichten nicht schlau geworden bin muss ich auf Wikipedia zurückgreifen. Immerhin ist Opel unter GM ein Arbeitgeber, der ~ direkt 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland aufgebaut hat und hier Familieneinkommen und Steuereinnahmen dran hängen.

Ja die Steuern zahlen meinetwegen hauptsächlich die Mitarbeiter, aber auch deren Gehälter kommen ja wohl vom Arbeitgeber, oder? Mal von den Arbeitsplätzen drumherum ganz zu schweigen.

Mich würd eher mal interessieren, wieviel Steuern jährlich aus Finanzspekulationen etc. in die dt. Kasse und in unseren Wirtschaftsboom geflossen sind. Wir hatten das ja schon mal, dass die dt. Landwirtschaft mit einem ~ beeindruckenden ~ 1 % zum Bruttosozialprodukt Deutschland beiträgt.

Was die Gelder betrifft, so http://www.n-tv.de/851149.html mal kucken: Der Bereich "Ernährung, Landwirschaft und Verbraucherschutz" nimmt fast soviel Geld vom Bundeshaushalt 2009 wie der ganze Ressort Familien, kriegen wir nicht einen nicht unerheblichen Teil des Kuchens in Milliarden im Vergleich zu den anderen Ministerien ab?

Gruß Mirjam




« Letzte Änderung: 16.11.08, 10:49 von Mirjam » Gespeichert

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fanni
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« Antwort #283 am: 16.11.08, 11:05 »

Halo mirjam,

mir gings jetzt nicht um die Geldflüsse.............da hab ich keinen Durchblick und auch keine Zeit das zu recherchieren...und an der Landwirtschaft hängen noch genügend Einkommen und Familien, dass sie politisch gesehen ein Wirtschaftsfaktor sind, der beachtensert ist, was sich zu meinem Erstaunen auch in ministerien niederschlägt, das wird aber nimmer so bleibenin Zukunft


mir ging es darum,  dass all und über all der freie Markt propagiert wird und wenns eng wird wird nach dem Staat gerufen Huh, Wer ist der Staat, na nicht zuletzt wir und ich seh es nicht ein, dass sich Unternehmen in guten Zeiten aus ihrer Verantwortung entziehen indem sie (sogar rechtlich abgesichert) ihr Geld woanders hinbunkern und in schlechten Zeiten soll die letzte Aldiverkäuferin in Köln, die Lohnsteuer zahlt die Lücken schließen.

Bin jetzt auch dagegen, dass der Staat dafür einspringt um Milchübermengen rauszukaufen........genau da wollten wir ja nimmer hin
« Letzte Änderung: 16.11.08, 11:08 von fanni » Gespeichert

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« Antwort #284 am: 16.11.08, 11:49 »


@ Marjellchen, ja Qualitätsscouts. http://qualitaet.mcdonalds.de/, nur WO findest du den Hinweis auf "artgerechte" Tierhaltung? Warum meine Bedenken? Artgerechte Haltung bedingt nicht nur artgerechte Fütterung - sondern eben auch Bewegung. Das kriegt man nirgends mit Anbindehaltung unter einen Hut, das kriegt man nicht hingebogen.

Ich komme aus dem Fleischbereich und in das Mc-Donalds-Rindfleisch kommt zum großen Teil Schlachtkuhfleisch aus Bayern.

Wie will man dem Verbraucher verkaufen - egal welche Laufstallbilder dort gefilmt sind auf der Homepage - das hier auch Fleisch von Kühen aus ganzjähriger Anbindehaltung dabei ist/sind und das ganze noch artgerecht nennen? Grad in Bayern mit noch dem größten Anbindehaltungsanteil...


Hi Mirjam,

ich sehe jetzt auf der Homepage nur einen Hof in den Bergen und höre Vogelgezwitscher   Huh Mein Bezug galt der Fernsehwerbung, in der der Qualitätsscout mit dem Bauern durch den schönen Laufstall marschiert. Und ich meine, daß in dem Spot auch das Wort "artgerecht" fällt. Momentan wird aber glaube ich ein Werbespot ausgestrahlt, in dem der Qualitätsscout an der gesunden Erde riecht, in der die Kartoffeln wachsen. Abgesehen davon kann man ziemlich viel unter "artgerecht" verkaufen, weil dieser Begriff nicht genau definiert ist - und das für keine Tierart. Deswegen setze ich ihn auch immer in Anführungszeichen.

Mein Gedankenansatz war aber eigentlich andersherum. Nicht eine etwas teurere Milch, weil sie aus "artgerechter Tierhaltung" kommt, sondern eine etwas teurere Milch, bei der der Verbraucher ganz bewußt weiß, daß durch den Kauf dieser Milch ein paar Cent mehr beim Erzeuger ankommen und der Verbraucher das Bewusstsein hat, daß er mit dem Kauf dieser Milch auch Investitionen im Bereich Kuhkomfort unterstützen kann. Aber dieses Bewusstsein muß schon durch die Verpackung und die Werbung angesprochen werden. Der Verbraucher muß sich mit dem Produkt identifizieren können und nicht das Gefühl haben, wenn er ein paar Cent mehr dafür ausgibt, verdienen eh nur wieder die Zwischenhändler daran und nicht die Erzeuger.

Deine Idee mit der "Ein Herz für Kinder"-Milch finde ich übrigens auch sehr gut.
Und die Kinderarmut wäre auch noch ein weiterer Punkt für "staatliche Unterstützung" - statt dem Essensgeld für die Kinder was die Eltern jeden Monat bekommen und dann vielleicht verrauchen, und die Kinder trotzdem keine warmes Mittagessen bekommen, könnte flächendeckend in Schulen ein Mittagstisch angeboten werden, bei dem die Milch und die Produkte daraus auch mit eingebunden werden können.

@Mucki: Du hattest doch gefragt, wo wir so einkaufen?
Leider habe ich hierum kaum noch eine andere Wahl als in Discountern einzukaufen. Früher konnte man Milch und die Produkte daraus noch direkt bei uns in der Molkerei kaufen, aber das wurde vor ein paar Jahren eingestellt. Angeblich weil der LEH sich deswegen beschwert hat und dem ein Riegel vorgeschoben hat. Wo ist da der freie Markt?



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