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Autor Thema: Wie gehts weiter mit dem Milchpreis?  (Gelesen 23717 mal)
reserl
Niederbayern
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Beiträge: 7209



« am: 12.10.08, 07:26 »

So...

Das ist die neue Box für die Diskussion um den Milchpreis, über den Milchlieferboykott, den BDM
und alles was damit so zusammenhängt... Cool



Die älteren Diskussionsbeiträge findet ihr hier.
« Letzte Änderung: 12.10.08, 07:36 von reserl » Gespeichert

lieben Gruß
Reserl



Wer sich heute freuen kann, der soll nicht bis morgen warten.
reserl
Niederbayern
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 7209



« Antwort #1 am: 12.10.08, 07:29 »


Fährt jemand von euch zur angekündigten "Milchparade" am Donnerstag in Berlin?
Mir scheint, dass die Resonanz auf die Aufforderung des BDM zur Teilnahme dort eher dürftig ist. Roll Eyes

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lieben Gruß
Reserl



Wer sich heute freuen kann, der soll nicht bis morgen warten.
frankenpower41
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Ich liebe dieses Forum!


« Antwort #2 am: 12.10.08, 16:59 »

Hallo

Bei uns fährt ein Bus nach Berlin.  Mir ist das zu stressig und ich bin auch der Meinung, dass wir dort im Moment nicht viel Aufsehen errregen werden.   Dort herrschen z.Zt. anderere Sorgen.

Marianne
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marikat
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Lass mir die Träume, ich brauch sie zum Leben


« Antwort #3 am: 15.10.08, 09:59 »

Hallo,
ich glaube fast, dass das Thema erstmal durch ist. Am Freitag gehts mit neuen Impulsen weiter.
@Fanni
ich weiss nicht mehr genau ob es in deinem Beitrag zu lesen war. Aber wenn ihr wirklich 10 Mehrtagesaktionen hattet, ist es verständlich, dass irgendwann mal die Luft raus ist.
Meine Hochachtung für alle die es fertiggebracht haben sich so intensiv für eine Idee stark zu machen (ob mit   Wink oder ohne Auswandsentschädigung Kiss).
Nur durch Querdenker kommt man ins Grübeln.
Gruß
Marikat
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Steinbock
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« Antwort #4 am: 17.10.08, 16:47 »

Hallo aus Niederbayern

Also mein Mann war gestern in Berlin. Ich habe großen Respekt vor dieser Leistung
8 Stunden Hinfahrt - ein paar Stunden Milchparade - 8 Stunden Heimfahrt.
Getroffen habe ich ihn noch nicht wirklich, um zu erfahren, was/wie es dort war.

Herzlichen Gruß

Steinbock
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zensi
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« Antwort #5 am: 17.10.08, 22:26 »

http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=7103&Itemid=519



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Sissy007
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« Antwort #6 am: 22.10.08, 22:17 »

Ja, liebe Freundinnen,
wie gehtes weiter mit dem Milchpreis? Rückwärts - warum? Weil der MIV, der DBV und alle anderen Betonköpfe gegen höhere Milchpreise sind? Wie war das noch mal "Milch ist Macht",  stimmt natürlich, die Macht liegt gerde bei denen, die Milch einkaufen.
Was hat der Milchstreik  an Erkenntnis gebracht:

  • Der Handel läßt sich nicht erpressen (er kauft Milchprodukte von wem er will), 35 % mehr abgepackte, ausländische Milch im deutschen Kühlregal.
    Die privaten Molkereien lassen sich nicht erpressen ( sie kaufen den Rohstoff in Tschechien, Polen, Frankreich und Holland) 30 % mehr ausländische Rohmilch in Deutschland
    Genosenschaftsmolkereien kann man sehr wohl erpresen (zahlen mehr aus als sie erwirtschaften), geht auf Dauer leider nicht gut!
    Mengensteuerung ist ein rein deutsches Thema ( Holland, Polen, Frankreich , Ungarn liefern mehr) , insgesamt liegt die Eu-weite Milchproduktion 1,2 % über Vorjahr
    der deutsche Verbraucher verweigert sich ( Preiserhöhungen schlagen immer durch auf den Absatz), rund 5 % weniger Absatz quer durch alle Milchprodukte beim privaten Verbrauch - von der Lebensmittelindustrie wollen wir gar nicht erst sprechen!
Jetzt werden die Streikrechnungen ausgestellt. Der Handel und die privaten Molkereien haben ein gutes Gedächtnis - und eine offene Rechnung.
Wenn am 1. Januar 09 eine stattliche Anzahl deutscher MEGs und Einzellieferer keine Abnahmeverträge mehr haben und für den Spotmarkt liefern dürfen, wird mancher Kollege mit bitterer Erinnerung an den Streik zurück denken. Wir haben uns selbst in den Orbit gestreikt. Leider werden das nicht alle Molkereien überleben. Bezahlen werden wir den Scherbenhaufen hingegen alle zusammen! Wir werden viel Zeit und Geld mitbringen müssen, um Verbraucher und den Handel wieder an die deutschen Milchprodukte hinzuführen.
Danke, Romuald du bist ein wahrer Führer! Desaster ist tatsächlich die richtige Bezeichnung dafür, was der BDM in Deutschland angerichtet hat.
Gruß Sissy

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Eine Möwe bin ich von keinem Land.
Eifelfreund
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« Antwort #7 am: 22.10.08, 22:25 »

Genau so sehe ich das auch ,aber es gibt immer noch Bauern die dem BDM vertrauen
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Viele Grüße
Werner
eifelrosi
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« Antwort #8 am: 22.10.08, 23:33 »

Hallo Sissy,

traurig, erschreckend und wahr ist das, was du geschrieben hast.
Ich werde weiter in die Schulen gehen, um den Kindern zu erklären, wie wichtig ein gesundes Frühstück mit Milchprodukten ist.
Wir werden weiter versuchen, unseren Feriengästen das Wissen über das Leben und die Arbeit auf einem Bauernhof zu vermitteln, damit sie begreifen, was alles dahinter steckt.
Mit Jammern und Schreien bekommt man vielleicht Mitleid, aber wer von uns will das? Wir brauchen Anerkennung für das, was wir leisten.

Viele Grüße
Roswitha
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fanni
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« Antwort #9 am: 22.10.08, 23:44 »

Rosi, also ich hätt die Anerkennung schon gerne in Form von Geld Wink



Der Milchpreis wird fallen, also stellen wir uns drauf ein..........so seh ich das auch.

Schuld ist immer jeder und die anderen, da braucht man die Hand nicht umdrehen, und so sind wir jetzt vielleicht da, wo uns die grauhaarige Frau aus Brüssel schon vor so 2 Jahren hinhaben wollte, mit dem Spruch "Sucht euch einen Nebenjob"......das haben wir getan und somit melken wir noch ein bisserl weiter Undecided.
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Herzliche Grüße von Fanni
Mirjam
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« Antwort #10 am: 23.10.08, 08:25 »

Hallo Sissy,

ich bin letzte Woche schon vor diesem Fall gewarnt worden, wie woanders schon steht: Wer das Mobile ins Pendlen bringt braucht sich nicht wundern, wenn es zurückschlägt  Embarrassed Lips Sealed.

Ich hoffe von Herzen, dass diese Krise nicht so lange andauert wie im Ferkel/Schweinebereich; soweit zur "Solidarität" der Bauern in Europa  Tongue  Cry "wers-glaubt-wird-seelig".

@ Roswitha - nun die Arbeit, dass Milch "wertvoll ist" - aber im Bild der Verbraucher die Landwirte die die Milch in die Gülle kippten  Embarrassed

Gruß Mirjam
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eifelrosi
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« Antwort #11 am: 23.10.08, 09:30 »

Hallo Fanni,

sicher ist mir die Anerkennung in Geldform auch lieber, aber da müssen die deutschen Verbraucher noch einiges umsetzen und dafür müssen sie auf den richtigen Weg gebracht werden - also weg von der "Geiz ist geil"-Mentalität und das wird nicht von heut auf morgen gehen.
In Skandinavien soll der Pro-Kopf-Verbrauch an Milchprodukten wesentlich höher sein als in Deutschland, vielleicht sollten wir da mal was nachhören?

Es gibt viel zu tun - packen wirs an.

Roswitha

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Mirjam
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« Antwort #12 am: 23.10.08, 09:47 »

In Skandinavien soll der Pro-Kopf-Verbrauch an Milchprodukten wesentlich höher sein als in Deutschland, vielleicht sollten wir da mal was nachhören?
 

Hallo Roswitha,

kannst gleich anfangen: Stell deinem Mann ein Glas Milch zur Brotzeit hin ;-)).

http://www.tetrapak.de/fuer_experten/marktdaten/milch/

vielleicht liegst daran, dass hier mehr Bier etc. getrunken wird? ah guck: http://www.tagesschau.de/inland/meldung493920.html

die Skandinavier trinken so ziemlich die doppelte Menge an Kaffee aber gerundet fast nur ein Drittel unseres Bieres bzw. Gesamtalkohol


Gruß Mirjam
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mary
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« Antwort #13 am: 23.10.08, 10:14 »

Hallo Roswitha und fanni,
mir wär die Anerkennung in Form von Geld auch lieber, aber solange jedem eingeredet wird, dass die Lebensmittel noch immer billiger werden müssen, dass dort grosse Sparmöglichkeiten vorhanden sind-
haben wir schlechte Karten. Hab  gesteren bei einem Vortrag über das Sparen mit der Referentin  ziemlich massiv disktuiert.
Aber es nützt nichts, sich darüber aufzuregen. Es gibt einen Spruch: was nichts kostet, ist nichts wert- drum wird das Brot teurer, weil die Rohstoffpreise so gestiegen sind.
Der höhere Milch- und Getreidepreis hat sämtliche Gashebel in Bewegung gesetzt, hat eine Kostenlawine verursacht und jetzt müssen wir schauen, wie es weitergehen kann.
Die letzten 1o Jahre waren in dieser Hinsicht gute Lernjahre- man konnte und musste  in dieser Zeit sehr gut rechnen, um über die Runden zu kommen.
Es wird immer nur diskutiert, was die anderen machen müssen,
ich bin dafür, dass jeder selbst bei sich anfangen muss.
Was können wir selbst tun, um hochwertige Lebensmittel zu erzeugen und dies auch zu vermitteln?
Herzl. Grüsse
maria
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Mirjam
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« Antwort #14 am: 23.10.08, 10:49 »

Ich hab die Tage ein interessantes Buch angefangen zu lesen:

"Denken hilft - nützt aber nichts". Das was wie ein psycho-sozialer Wälzer daherkommt ist eine Musteranalyse des Menschen als "Kunde" im vor allem Kaufverhalten.

Warum wir auf "Gratis-Angebote" hereinfallen, warum "Köder-Lockangebote" so reizvoll sind, warum wir wie wo entscheiden wieviel uns ein Produkt "wert" ist.

Im Buch entdeckt man sich selbst, andere und vor allem ganz deutlich die Parallelen zur Werbe/Marketingbranche die das täglich life ob im Fernsehen oder in Postwurfsendungen, auf Internetseiten oder Verkaufsständen seit Jahren umsetzt.

Was sehr ernüchternd ist, dass jeder Mensch für die Entscheidung ob etwas "o.k." oder "nicht o.k." ist: Einen Anker braucht, einen Vergleich. Im Markt - einen Vergleichspreis. Und hier natürlich nur verglichen werden kann, was vergleichbar ist.

Milch, 3,5 % Fett - hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Es gibt kaum ein Produkt das (neben QM oder Herkunft) so austauschbar ist. Ergo seit Jahrzehnten im Hirn der Menschen derselbe Preisanker festhängt.

Deswegen bezahlen die Kroaten ohne zu zucken über 1 Euro für den Liter Milch: Weil Milch dort schon immer das gekostet hat was wir als "teuer" empfinden würden. Ebenso erlebte ich die Dänen wie verrückt auf Fehmarn Alkohol shoppen: Wo ich mir dachte, na für den Preis Chantre, soo günstig ist das doch gar nicht: Für die Dänen schon.

Selbst beim Brot - gibts immer wieder 1000&1 neue Brotsorten in denen sich wie beim Auto "Zusatznutzen" verstecken lässt, also der Preisanker dem Kunden "ausgeredet" wird; ebenso ist ja Nestle LC 1 nie-nicht-irgendein Joghurt sondern hat wie andere "Aktivia" Kulturen und setzt auf eine Wellness-Livestyle-Welle.

Jedes Jahr ist der Maß-Preis des Bieres am Oktoberfest Thema, auch das Schweineschnitzel per kg gehört zu denjenigen Preisen, die der Kunde/Frau fix im Kopf hat und emotional entscheidet ob es billig, preis-wert oder teuer ist: Aufgrund der Preisanker.

Mirjam
« Letzte Änderung: 23.10.08, 10:55 von Mirjam » Gespeichert

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