Hallo,
ich glaube nicht, dass man eine Erwartungshaltung einer "selbstständig-unaufgeforderten" Tätigkeit im Haushalt (oder sonst...) von einem 5jährigen Kind verlangen kann. Warst du mit 5 Jahren dazu schon in der Lage

Meine Mutter hat glaub ich mit 12 - 14 und noch oder wieder ermahnen müssen aufzuräumen und in der Schule ist JETZT mit der 3ten Klasse erst die Erwartungshaltung, dass die Kids nach dem Stundenplan schauen und die Sportsachen mitnehmen.
Beispiel: Bekannt aus der Haustierhaltung gibt es eine Regel, dass man normalerweise von erst etwa 12jährigen (!) erwarten kann, dass diese genug Verantwortungsgefühl und Konsequenz zur Pflege eines eigenen Haustieres haben und vorher! die Unterstützung der Eltern benötigen.
Es geht mir darum, dass sie lernt, einige Aufgaben im Haushalt zu übernehmen und selbständig zu erledigen, und zwar ohne Aufforderung (
mir sagt ja auch keiner, dass ich kochen/putzen/aufräumen/... muss

)
Danny, diese Satz ist heikel: Damit gehst du davon aus, dass du von einem KIND genauso viel Verantwortungsgefühl, Übersicht was "wichtig ist im Leben" - wie von einem Erwachsenen verlangen kannst - wie dir!?
Sicher - im Focus einer aufgehängten Belohnung wird das Kind gerne drauf einsteigen, aber ob es sein Versprechen dann erfüllen kann, übersteigt häufig seine Vorstellungskraft! Und dann - ist das Gegenteil einer Listenführung nämlich erreicht, Frustration ein "ich-schaff-es-nicht-durchzuhalten" ggf. mit einer Vorwurfshaltung von Elternseite wie ich sie schon häufig erlebt habe.
Deine Karotte ist hoch aufgehängt. Meinem Sohn sag ich zum einem gerne wenn er wieder mal protestiert, nölt aufgrund von Aufgaben:
Deswegen heißt es ja Erziehungsarbeit - und net Erziehungsfreude: Das macht keinen Spaß: Dir net und mir net - und jetzt marsch machst du das! 
.
Und ich denke es ist einfach Elternjob so nervig er auch ist, hier die Struktur, die Anweisung zu schaffen und es zu belohnen, wenn ein Kind das dann auch durchzieht. Da wird auch mit 10 noch so sein im Hobby wenn es mal keine Lust auf Training hat, das ist auch (bei uns) noch mit 14 so, wenn er Holz reinholen soll oder Wäsche aufhängen.
Um solch eine Struktur - siehe Hausaufgaben, Extraübungen etc. bei Grundschulkindern einzuführen: Halte ich solche Belohnungssysteme für sinnvoll; wichtig ist bei aller Loberei, dass man aufpassen muss, das hier keine Gewöhnung/"Abhängigkeit" von Lob/Belohnung eintritt (gibts ganze Studien drüber das es eine neue Amerikaner-Generation der ver-/belobten gibt, die dann im Berufsleben ohne das "super!" "wonderful!" nicht mehr auskommen)
Tischabräumen ist glaub ich einfach eine Sache der "es machen alle und du machst es auch"; bei uns haben die Kinder je nach Alter eben bestimmte Aufgaben (täglich 1 x Spülmaschine ausräumen) die mehr werden - und der große bekommt dann grundsätzlich mehr Taschengeld/Aufbleibezeit als der Kleine, also bestimmte Aufgaben und bestimmte Privilegien und nicht an "jedes Mal und eine Listenführung gebunden".
@ Nelly: Diese Systeme mit Stoppuhr hab ich als Tipps aus dem ADSH-Bereich von Beate Mahr bekommen, hat beim großen gut geklappt, beim Kleinen muss ich auf andere Schemata zurückgreifen

aber dafür haben wir Erwachsene ein Hirn

, das wir das mit verschiedenen Ansatzpunkten hinkriegen ohne jedesmal Druck/Zwang...

.
Ich finde einen Gedankengang gut:
Um eine Regel einzuführen, muss man Dinge min. 10 x in Serie wiederholen, abfordern - läßt man aber nur 1 x aus, steht die Regel wieder in Frage und man muss von neu! anfangen.
Viele Bekannte erwarten nach einer "Ankündigung" dass die Kinder es dann schaffen eine Verhaltensregel einzuhalten -
wo sie selbst nicht in der Lage sind zur Einführung das Kind 10 x konsquent auch dazu zu bringen, sich dran zu halten oder vergessen, wenn sie 1 x nachgeben: Von vorne bei Null anzufangen
oder
sie sich einfach über den Erfolg freuen, wenn eine Regel soweit akzeptiert wird, dass bei Abfordern oder einfach nur erinnern (Zimmer aufräumen)
es selbstverständlich wird, ohne Diskussion oder Generve ausgeführt wird (wie Zähneputzen).
Wäre das für dich Danny, nicht auch schon eine Erleichterung: Dass deine Tochter lernt, dass bestimmte kleine Aufgaben selbstverständlich (ohne Widerworte) werden, eine Regel, auch wenn du sie dran erinnern musst?
Bei uns zieht übrigens ein Belohnungssystem am meisten: Monster spielen. Wenn die Mutter abends kitzelnd über die Kinder herfällt (und die sich entsprechend wehren) - dafür machen meine Kinder (fast!) alles

Gruß Mirjam