Autor Thema: Schweizer Landwirtschaft in den Medien  (Gelesen 8772 mal)

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Offline Asta

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #15 am: 03.10.08, 18:45 »
Es sind nicht immer die Frauen, die alles wollen! Ich stellte mir immer vor, wenn ich mal Kinder habe, geh ich nicht mehr auswärts arbeiten ( auf meinem ersten Beruf).
Doch mein Mann fand ich solle wieder einsteigen, respektive nicht aufhören!
Für mich ist die Belastung teils sehr gross. Und der Haushaltkram hängt mehrheitlich an mir.

Offline Romy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #16 am: 04.10.08, 13:18 »
Hallo Asta
Das kann ich mir gut vorstellen. Deshalb habe ich die Dirkektvermarktung gewählt, weil ich so zu Hause arbeiten konnte. Wenn du den ganzen Haushalt machst, zusätzlich die Arbeit auf dem Betrieb (auch wenn das vielleicht nur ein paar Aufgaben sind) und dann noch der Nebenerwerb - das ist echt nicht zu schaffen. Ich glaube ob Nebenerwerb oder nicht, diese Entscheidung solltest ganz alleine du haben. Du weisst besser als jeder andere, was du bewältigen kannst und was nicht. Wenn dein Mann will, dass du auserhalb arbeites soll er wenigstens so fair sein und einen Teil am Haushalt übernehmen
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Romy

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Offline Asta

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #17 am: 02.11.08, 19:04 »
Hallo Schweinchen
Mein Sohn, 14, muss regelmässig mithelfen. Die Arbeiten im Stall mag er nicht besonders. Traktor fahren schon. Leider hat er die Prüfung immer noch nicht gemacht.
Zu dem sind wir im Hügelgebiet. Da ist es nicht ungefährlich.
Die Tochter ist 6. Da liegt noch nicht allzu viel drin. Doch sie kommt nicht darum herum ihren Anteil zu leisten. Ich hab eine ziemlich konservative Einstellung was das
Mithelfen der Kinder anbelangt.

Offline Romy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #18 am: 07.06.10, 12:55 »
Unser Heu ist unter Dach, wir mussten für die allerletzte Made den alten kleinen Ladewagen, der noch mit Holzrugel gefüllt war, aus der Remise nehmen. Beim anderen ist eine Kette gerissen. Ich glaub beim Abladen haben wir ziemlich Lärm gemacht, den es musste ja schnell gehen, man wusste nie wie lange dass Wetter hält.  ;D

Sowas passiert immer im blödesten Augenblick gäll!
Wir haben erst die Kühe ausgelassen. Auf die Alp werden wir wohl erst in einer Woche gehen.

Bei uns gibt es regelmässig Theater, weil die Kühe scheissen, wenn wir sie durchs Dorf auf die Weide treiben. Wir selber müssen eigentlich nie durchs Dorf, aber unsere Kollegen schon. Schlimm sind die grossen Schaufenster. Wenn die Kühe ihr Spiegelbild sehen, bleiben sie stehen und heben den Schwanz  :-\ Naja was willst du da machen. Einer wollte an der Gemeindeversammlung sogar Windeln für die Kühe verschreiben. Stellt euch vor, wenn wir von der Voralp nach Frazza treiben müssen, gehen um die vierzig Tiere durchs Dorf. Das gäbe ein komisches Bild mit Pampers am Füdli.
Anderseits bestehen sie dann im Herbst, dass wir die geschmückten Tiere durchs Dorf treiben, bevor sie nach Hause kommen. Ist für uns auch ein Umweg. Aber das gefällt den Touristen.
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Offline Romy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #19 am: 07.06.10, 13:28 »
Ja mit tutiquanti allem. Da sind nur noch drei Kälbchen zu Hause, die sind noch zu jung für die Alp
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Romy

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Offline Bergli

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« Letzte Änderung: 06.03.17, 15:10 von Bergli »

Offline hildy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #21 am: 12.03.17, 19:55 »
Ich sehe es hier in unserem Betrieb. Die junge Familie gibt sich redlich Mühe, über die Runden zu kommen, doch wenn unsere Produkte keinen Preis mehr haben, geht das nur mit noch mehr Arbeit! Die junge Frau hat ein 40% Pensum als Buchhalterin, sie verdient ungefähr gleich viel wie mein Sohn, mit 30 Milchkühen, und seinen Obstanlagen!
Das alles macht mich sehr traurig, denn ohne Lebensmittel kann niemand überleben! Sind die andern Leute wirklich schon so weit von ihrem Ursprung entfernt, dass sie das nicht mehr wissen?
Hildy
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Online frankenpower41

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #22 am: 12.03.17, 20:05 »
Ich sehe es hier in unserem Betrieb. Die junge Familie gibt sich redlich Mühe, über die Runden zu kommen, doch wenn unsere Produkte keinen Preis mehr haben, geht das nur mit noch mehr Arbeit! Die junge Frau hat ein 40% Pensum als Buchhalterin, sie verdient ungefähr gleich viel wie mein Sohn, mit 30 Milchkühen, und seinen Obstanlagen!
Das alles macht mich sehr traurig, denn ohne Lebensmittel kann niemand überleben! Sind die andern Leute wirklich schon so weit von ihrem Ursprung entfernt, dass sie das nicht mehr wissen?
Hildy

Wir sind zwar hier in Deutschland und wenn ich z.B. sehe was unser Sohn verdient im Vergleich zu dem was wir (mittlerweilen ist anderer Sohn mit im Betrieb) zu dritt so erwirtschaften bei einem viel mehr an Arbeitszeit, dann kann ich Dir nur zustimmen. Deinen letzten Satz kann ich leider auch nur bejahen. Wie sich das noch entwickelt, da mag ich mir langsam schon keine Gedanken mehr machen, Es ist ja nicht nur, dass ein Großteil der Bevölkerung vom Ursprung entfernt ist, sie wissen  (obwohl ohne Ahnung) auch noch alles besser.

Offline mary

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #23 am: 13.03.17, 07:21 »
Unser Steuerberater hat vor eine Weile auch geklagt, dass es so vielen Bauern und Bäuerinnen einfach zu viel wird.
Die immer mehr werdende Arbeit, der bürokratische Druck, die Unwägbarkeit und vieles mehr macht Bauern mürbe.
Hab neulich gehört, dass die Wirtschaft händeringend die nachgeborenen Bauernkinder mit Handkuss nimmt, sie sind gut ausgebildet, leistungsmotiviert und vor allem auch nicht so verhätschelt und verzogen, die wissen, dass das Leben kein Ponyhof ist.
Nur kann es doch nicht sein, dass diejenigen, die dafür sorgen, dass Lebensmittel in so reicher Menge vorhanden sind, die Arschkarte ziehen.
Unser Problem ist, dass uns die Gesellschaft vor unerfüllbare Aufgaben stellt und sehr, sehr vieles auf uns abwälzt, das wir so nicht erfüllen können.
@Hildy, in der Schweiz seid ihr schon weiter, da wird wenigstens noch ein wenig der Finger in die Wunde gelegt, bei uns ist das schon einige Schritte weiter.
Es interessiert niemanden mehr- Grund und Boden ist sehr knapp und man hat das Gefühl, dass der Strukturwandel noch nicht schnell genug gehen kann.
Wenn die Wirtschaft auf die Bauernhofkinder so scharf ist, dann muss sie nur erkennen, dass die Quelle von diesen hochwertigen Arbeitskräften mit der Zeit versiegt, weil es irgendwann keine mehr geben wird, wenn es keine Bauern mehr gibt.

Offline hildy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #24 am: 17.03.17, 18:26 »
So ist es Mary, es sind so viele Branchen, die unser Land haben möchten. Zum Strassen bauen, um Wohnungen aufzustellen, zum Geld verdienen! Die Schweiz ist nicht gross, und recht viel Land ist für Landwirtschaft ungeeignet. Es wäre daher dringend, das Landwirtschaftsland zu schützen, denn in einem Notfall (und das kann nur ein Unterbruch der Treibstofflieferungen sein) können wir die Bevölkerung nicht aus eigener Kraft ernähren! Der Bauernverband hat einen Vorstoss im Parlament eingereicht zur Ernährungssicherheit. Ich sehe aber schon kommen, dass er nicht durch kommt. Immer mehr Leute strömen in unser Land, der Wirtschaft kann es recht sein, die brauchen Arbeitskräfte und wenn genug da sind, kann man den Lohn drücken. Die Baubranche baut Wohnungen auf Teufel komm raus, die vielen Leute müssen doch wo wohnen! Und die grossen Detailhändler haben auch keinen Grund, etwas ändern zu wollen; jeder der hier lebt, muss essen, Kleider haben, Möbel anschaffen, konsumieren! Und mit den Bauern haben sie erst recht kein Mitleid, wenn man alles importieren kann, muss man die "teure" Landwirtschaft ja nicht erhalten!
Sogar Parlament und Bundesrat sind blind, wir haben zwar eine gut ausgerüstete Armee, aber wenn in einem Krisenfall die Lebensmittel fehlen, hilft uns auch diese nicht weiter und wir müssen kapitulieren!
Ihr wisst, ich bin eigentlich eine Optimistin, aber ich weiss nicht, was wir tun sollen! Habt Ihr Ideen?
Hildy
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Offline Romy

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #25 am: 17.03.17, 19:49 »
Das sieht man schon an den Leserbriefe in unserer Tageszeitung. Da gehen die Wolfgegner und Wolfbefürworter wie "d Gügel" aufeinander los.
Es ist egal wenn der Wolf sogar in Ställe einbricht und dort ein Masaker anrichtet. Dann kommen oft die Aussagen: Die Bauern haben nichts zu jammern, schliesslich nehmen sie nicht einmal mehr eine Sense in die Hand und auf den Höfen stehen Autos die sich ein normaler Arbeiter gar nicht leisten kann.
Ich frage mich wirklich was Landwirtschaftsmaschinen damit zu tun haben, dass wir uns nicht gegen den Wolf wehren dürfen.
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Romy

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Offline ayla

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #26 am: 21.03.17, 09:14 »
https://www.srf.ch/sendungen/rundschau/sektenguru-sasek-bauernsuizide-markus-ritter-brexit

Den Artikel über "Bauernsuizide" macht mich sehr nachdenklich.

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/landwirten-wachsen-die-probleme-ueber-den-kopf-bauernsterben-id5887818.html

Ich habe mir das kürzlich angesehen, das macht einen schon sehr betroffen.
Ich dachte mir jeweils, wenn ein Bauer ein gutes Umfeld, Familie und Kinder hat, ist er vielleicht weniger von Suizidgedanken betroffen. Aber da bin ich wohl sehr blauäugig. Der portraitierte Landwirt in der Rundschau dachte trotz Partnerin/Kinder an Suizid, aber vielleicht hat ihn dann doch den Gedanken an seine Familie von diesem letzten Schritt abgehalten...wenn man dann überhaupt noch rationell denken kann...doch vermutlich geht das in dem Moment gar nicht mehr.

Heute Abend um 22.20 Uhr wird auf SRF 1 im Club diskutiert zu diesem Thema:

"Bauern in Not - Zwischen Suizid und Subvention"


So ist es Mary, es sind so viele Branchen, die unser Land haben möchten. Zum Strassen bauen, um Wohnungen aufzustellen, zum Geld verdienen! Die Schweiz ist nicht gross, und recht viel Land ist für Landwirtschaft ungeeignet. Es wäre daher dringend, das Landwirtschaftsland zu schützen, denn in einem Notfall (und das kann nur ein Unterbruch der Treibstofflieferungen sein) können wir die Bevölkerung nicht aus eigener Kraft ernähren! Der Bauernverband hat einen Vorstoss im Parlament eingereicht zur Ernährungssicherheit. Ich sehe aber schon kommen, dass er nicht durch kommt. Immer mehr Leute strömen in unser Land, der Wirtschaft kann es recht sein, die brauchen Arbeitskräfte und wenn genug da sind, kann man den Lohn drücken. Die Baubranche baut Wohnungen auf Teufel komm raus, die vielen Leute müssen doch wo wohnen! Und die grossen Detailhändler haben auch keinen Grund, etwas ändern zu wollen; jeder der hier lebt, muss essen, Kleider haben, Möbel anschaffen, konsumieren! Und mit den Bauern haben sie erst recht kein Mitleid, wenn man alles importieren kann, muss man die "teure" Landwirtschaft ja nicht erhalten!
Sogar Parlament und Bundesrat sind blind, wir haben zwar eine gut ausgerüstete Armee, aber wenn in einem Krisenfall die Lebensmittel fehlen, hilft uns auch diese nicht weiter und wir müssen kapitulieren!
Ihr wisst, ich bin eigentlich eine Optimistin, aber ich weiss nicht, was wir tun sollen! Habt Ihr Ideen?
Hildy


So ist es leider, hildy. Ideen? Es tönt brutal, aber wir sagen hin und wieder, es müssten schon eine Hungersnot geben, die Lebensmittel knapp werden und die Regale in den Geschäften leer bleiben, bis bei der Bevölkerung ein Umdenken stattfinden würde.
Letzte Woche beim Einkaufen, da gab's in der Früchteabteilung Erdbeeren/Himbeeren/Heidelbeeren etc. Und die Leute kaufen! Wissen überhaupt nicht mehr, wann die Früchte/das Gemüse Saison hat! Im Laden gibt es ja immer alles zu kaufen...
Ich bin auch Optimistin, trotzdem, das alles gibt mir auch sehr zu denken!
ayla


Offline maggie

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #27 am: 21.03.17, 09:33 »
,Letzte Woche beim Einkaufen, da gab's in der Früchteabteilung Erdbeeren/Himbeeren/Heidelbeeren etc. Und die Leute kaufen! Wissen überhaupt nicht mehr, wann die Früchte/das Gemüse Saison hat! Im Laden gibt es ja immer alles zu kaufen...
Ich bin auch Optimistin, trotzdem, das alles gibt mir auch sehr zu denken!
ayla

auch bei uns gibt es schon seit mind. 2 Wochen Erdbeeren und Spargeln ...

und es wird gekauft - ich war etwas entsetzt als ich sah, wer da diese Produkte kauft -
aber eben, sie sind günstiger als dann die inländischen Produkte ....
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline maggie

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #28 am: 21.03.17, 18:38 »
https://www.bauernzeitung.ch/sda-archiv/2017/direktzahlungen-nur-fuer-pestizidfreie-bauernbetriebe/

hier habe ich noch was...

direktzahlungen sollen nur noch an Bauern die "pestizidrei" produzieren ausbezahlt werden und sozusagen antibiotikafrei ....
habe es heute in den Nachrichten gehört und jetzt in der bauernzeitung gelesen ..... ::)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline züsi

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Re: Schweizer Landwirtschaft in den Medien
« Antwort #29 am: 28.03.17, 21:29 »
das habe ich auch gelesen und es hat mir die haare aufgestellt. am schlimmsten finde ich dass da noch ein rebbauer das grosse wort fuehrt, wenn einem sozusagen die eignen leute in den ruecken fallen ist es noch schlimmer. die bauern sollen nichts mehr spritzen, die importierte ware kann dann kommen woher sie will, da sieht es ja keiner.

ich muss sagen, es verleidet einem je laenger je mehr!

gruss s.

 


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