Autor Thema: rund um die Beerdigung  (Gelesen 52443 mal)

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Offline martina

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Re: Beerdigung
« Antwort #15 am: 04.07.08, 18:32 »
Ja eben Simo,

wenn jemand krank und das ende abzusehen ist, dann kann viele Dinge klären.
Dann kann man sich evtl. auch geistig auf das Kommende vorbereiten.

Was aber macht man bei einem Unfall? Wie schnell kann es geschehen? Und dann bleibt den Angehörigen keine Zeit, sich Gedanken zu machen, dann müssen sie handeln.
Und gerade dann wird es hilfreich sein, wenn man einige Dinge, die man sich selber für sich wünscht, zu Papier gebracht hat.

Natürlich sollten diese Gedanken dann auch so gelagert werden, dass man sie auch findet. Ich finde das Stammbuch ist dafür der richtig Ort, denn dort ist ja auch die entsprechende Urkunde vorgesehen.
Wie man es macht, ist es falsch. Macht man es gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig.

Offline Sternschnuppe

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Re: Beerdigung
« Antwort #16 am: 04.07.08, 22:00 »
Hi Martina,

das machten wir auch erst nachdem mein Vater mit knapp 55 über Nacht und ganz plötzlich gestorben ist.

Offline Helhof

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Re: Beerdigung
« Antwort #17 am: 04.07.08, 22:21 »
Hallo,
ich finde es auch richtig (wichtig) sich mit dem Gedanken an den Tod auseinanderzusetzen, und eventuell auch eigene Wünsche zu seiner Beerdigung aufzuschreiben oder jemandem mitzuteilen. Habe meinem Mann auch schon etwas gesagt, was ich mir da wünschen würde.
Viele Menschen finden es aber befremdlich.
Bei uns ist vor einiger Zeit ein junger Mann durch einen Unfall ums Leben gekommen, der (ich weiß nicht wie lange) vorher seinen Eltern oder seiner Freundin gesagt hatte, welche Musik er auf seiner Beerdigung haben wollte und in welchem Gasthaus sein Leichentrunk stattfinden sollte. Als er das gesagt hat, haben es wohl alle für einen Scherz (oder für etwas, das in ferner Zukunft stattfindet) gehalten.
Liebe Grüße,
Maria

Offline Irmgard3

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Re: Beerdigung
« Antwort #18 am: 04.06.09, 16:52 »
Es ist aber auch besonders schwer in diesem Fall.
Ich würde da versuchen, so ein bischen im "wir" zu denken und zu schreiben, dass es für sie und auch für euch ein tragisches Ereignis ist und sie den Sohn und ihr den treuen, hilfsbereiten, einzigartigen Menschen verloren habt. So, dass die Eltern sich nicht alleine fühlen und ihr euch auch mit dem Herzen mittragend zeigt.

Vielleicht bringt das dir ein paar sinnvolle Denkanstöße.
Lebe, wie  du wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
(Christian Fürchtegott Gellert)

Offline Christine

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Re: Beerdigung
« Antwort #19 am: 04.06.09, 16:54 »
Hallo ihr,

was schreibt man beim Tod des Mitarbeiters in die Trauerkarte an die Eltern?
Ein Spruch ist mir zu abgedroschen.
Aber andererseits fehlen mir die Worte, ich kann meine Gedanken eben nicht so richtig in Worte fassen.

LG
Petra2

Ja, das ist oft sehr schwer, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass den Hinterbliebenen ein paar persönliche Worte viel bedeuten. Man kann noch mal einige Stationen der Zusammenarbeit (wie in euren Fall) anklingen lassen u. einige wertschätzende Worte über den vestorbenen schreiben, die aussagen, dass dieser Mensch einem wichtig war. Das gibt Trost!  Und es muss net "geschraubt" klingen!

Gutes Gelingen.......

Herzlichen Gruß - Christine

Humor ist der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt.
Joachim Ringelnatz

Clara

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Re: Beerdigung
« Antwort #20 am: 04.06.09, 17:15 »
Hallo ihr,

was schreibt man beim Tod des Mitarbeiters in die Trauerkarte an die Eltern?
Ein Spruch ist mir zu abgedroschen.
Aber andererseits fehlen mir die Worte, ich kann meine Gedanken eben nicht so richtig in Worte fassen.

LG
Petra2


Hallo Petra,

auf jeden Fall schreibt man eine Beleidskarte. Ich fand es sehr  wohltuend, als meine Kollegen mir eine Trauerkarte schrieben.

Ein Trauerfall ist die Zeit, da bleibt für die Hinterbliebenen die Welt stehn, obwohl sie sich weiterdreht.

Zum Text... schreib einfach deine Gedanken und Gefühle nieder, die dir durch den Kopf gingen, als du von dem Tod Nachricht erhieltst. Ich schreibe meine Gedanken  immer erst mal lose auf ein "Schmierpapier", lasse es einen oder mehrere Tage liegen und dann schreibe ich die entgültige Fassung noch mal sauber ab und dann in die Karte. Was und wie  ich mein Beileid bekunde, hängt immer von meinem Verhältnis zur Trauerfamilie ab. Wichtig ist, einige private Worte zu finden.

Anregungen wie und was man schreiben kann... - Anselm Grün und Kristiane Wybranietz.... da kann man sich Anregungen holen. Schau mal bspw. hier...
http://www.aphorismen.de/display_aphorismen.php?search=9&sav=137&hash=3988c7f88ebcb58c6ce932b957b6f332&page=2

Auch Hans Kruppa hat für Abschiede sehr  mitfühlende Zeilen notiert.

Ich weiss, es gibt angenehmere Anlässe, dennoch ist eine Trauerkarte ganz wichtig- für dich und die Hinterbliebenen.

Gutes Gelingen

Anja

Offline frankenpower41

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Re: Beerdigung
« Antwort #21 am: 26.09.12, 21:39 »
Wir waren heute auf der Beerdigung meiner mir sehr nahe stehenden Tante.
Die Pfarrerin hat eine wirklich sehr schöne Predigt gehalten, in der die Verstorbene beschrieben wurde, wie sie zeitlebens war.  Auch wenn das jetzt vielleicht blöd klingt "eine schöne Leichd" wie man bei uns so sagt.

Was mir aufgefallen ist, es gab sehr, sehr viele Blumen  (sehr große Familie, viele Nachbarn und Freunde).
Es gab aber keinen einzigen Kranz. In letzter Zeit ist mir das auf Beerdigungen schon öfters aufgefallen, dass das immer weniger wird.  Ich hab damit auch kein Problem  (Tante hätte auch keines gehabt), sie war auch immer so eingestellt, dass man von Blumenschale einfach mehr hat und Kranz halt oft schon nach 3 Tagen unansehlich ist.
Vor 10 Jahren wäre sowas hier unvorstellbar gewesen.

Ist diese Entwicklung anderswo auch so?

Marianne

Offline mogli

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Re: Beerdigung
« Antwort #22 am: 26.09.12, 21:46 »
Ich habe das ausdrücklich gewünscht, weil nach ein paar Tagen die Kränze "entflochten" werden müßen. Geteilt in Verrottbares, Drähte und Restmüll. Das ist ziemlich aufwändig.
Die Schalen auf dem Grab meiner SM stehen immer noch. Die überwinterbaren Pflanzen muß ich die nächsten Tage reinholen- der Rest kommt in den Kompost. Die Beerdigung war Ende Mai.
Das wird in unserem Dorf jetzt häufig so gehandhabt. LG helga
Liebe Grüße Helga

Offline Tina

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Re: Beerdigung
« Antwort #23 am: 26.09.12, 22:15 »
Also bei uns gibt es in der Regel wenig Blumen und Kränze, meistens wird für einen guten Zweck gesammelt (kriegsgraberfürsorge, hospiz, selbsthilfegruppen, kirche..).
Ich kannte das schon so aus meiner Zeit im Schwarzwald, auch dort wurde Geld gegeben, meistens für Beerdigung oder Grabpflege.
Was mir dieses Jahr aufgefallen ist, wir waren auf einer Beisetzung in der Nähe von Passau, was da für große Kränze waren, es tat mir leid ums Geld. Gerade im Winter sind die doch schnell hin.
Bei uns haben eigentlich nur die nächsten Angehörigen einen Kranz und Vereine.
LG
Tina
LG
Tina

Offline gammi

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Re: Beerdigung
« Antwort #24 am: 26.09.12, 22:30 »
Bei uns ist es auch so, dass oft nur noch ein Kranz gemacht wird. Und dafür mehr Schalen. Nur war ich bei der letzen Beerdingung fast gschockt was der Gärtner für eine ganz einfach Schale genommen hat.
Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch

Offline martina

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Re: Beerdigung
« Antwort #25 am: 27.09.12, 06:42 »
Nun ja, wenn ich sehe, was ein Kranz kostet  :o da bleibt mir auch manchmal das Herz stehen.

Wir haben schon bepflanzbare Kränze bekommen und auch verschenkt. Also Pflanzgefäße in Kranzform aus Weide geflochten und dann bepflanzt. Sah toll aus und läßt sich auch gut wiederverwenden.

Wie man es macht, ist es falsch. Macht man es gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig.

Offline Marina

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Re: Beerdigung
« Antwort #26 am: 27.09.12, 07:35 »
Wie mogli schon geschrieben hat, muss auch bei uns alles aufgedröselt werden.
Bei meinem SV musste ich 10 Kränze!! entsorgen.
Ich sag immer: wenn ich jemanden ärgern will, gebe ich zur Beerdigung einen Kranz.

Kränze werden hier nur noch von den engsten Angehörigen gegeben, ansonsten Schalen
oder Geld für späteren Grabschmuck.

Gruß
Marina

Offline Muhkuh

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Re: Beerdigung
« Antwort #27 am: 27.09.12, 07:41 »
Nun ja, wenn ich sehe, was ein Kranz kostet  :o da bleibt mir auch manchmal das Herz stehen.


da ist viel Arbeitzeit drin und  Blumen     um Autos zu reparien wird mehr Geld ausgeben. ???
bin Floristin
überall nur Geld Geld Geld .
ich möchte mal mit viel Blumen aber ohne Schleifen in die Erde kommen.

Also Pflanzgefäße in Kranzform aus Weide geflochten und dann bepflanzt.
Sah toll aus und läßt sich auch gut wiederverwenden.
von einer Beerdigung was wieder zu verwenden finde ich  ??????

guten Morgen
Muhkuh


[/quote]

Offline Erika

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Re: Beerdigung
« Antwort #28 am: 27.09.12, 07:57 »
Kränze werden hier bei uns auch immer weniger. Wenn man bedenkt, dass so ein Kranz schnell um die 80 Euro kostet und bei gutem Sommerwetter nach ein paar Tagen vergammelt ist....

Ich finde es gut, dass die Leute endlich zum Nachdenken kommen.

Schenkt Blumen während des Lebens, auf den Gräbern sind sie vergebens..... das ist ein längerer Spruch, den Rest müsste ich nachsehen

Hauptsächlich sieht man bepflanzte Schalen zu den Beerdigungen und diese Schalen *weiterverwenden* zu können, da sehe ich nichts verwerfliches dran. Egal ob sie aus Weide, Keramik oder Ton sind.

Eine Grabbepflanzung läuft meist über 30 Jahre und da kommt einiges an Kosten zusammen. Beerdigungen und Gräber haben früher auch schon Geld gekostet aber seit dem Euro ist das alles einfach unverschämt explodiert.

Beerdigung - ein letztes Ereignis im Leben eines Menschen, an dem möglichst viele dran verdienen wollen  ::)

Offline frankenpower41

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Re: Beerdigung
« Antwort #29 am: 27.09.12, 09:23 »
Hallo

Den Spruch kenn ich auch.  Er stammt glaub ich von Pestalozzi.
Beginnt mit  "Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit
                    etwas mehr Güte und weniger Neid.
                    Viel mehr Blumen während des Lebens
                    denn auf den Gräbern sind sie vergebens.

Ich hab Tante wenn ich sie während ihrer Krankheit besucht hab immer Blumen (aus dem Garten, die hatte sie viel lieber als gekaufte) mitgebracht.

Kürzlich war hier die Beerdigung eines Mannes, der hatte verfügt überhaupt keine Blumen.  Da war wirklich nichts am Grab. Da gabs nur Spenden, ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber warum nicht.

Marianne

« Letzte Änderung: 27.09.12, 09:33 von frankenpower41 »

 


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