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Autor Thema: Wenn die Eltern älter werden  (Gelesen 24651 mal)
LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall


« Antwort #120 am: 07.05.08, 20:20 »

Mirjam,

das ist ja das Traurige, dass diese "Verstrickungen" oftmals zu Lebzeiten der Eltern nicht gelöst werden (können).

LH
Luna
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LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall


« Antwort #121 am: 07.05.08, 20:35 »

.. oder die Eltern versuchen, dass *verpasste* Leben durch ihre Kinder zu leben.
Oder die Kinder sollen das Leben der Eltern weiterleben, was noch schlimmer ist....



Die erste Variante hat meine SM versucht, indem sie unsere Kinder erziehen wollte, da sie ihre nicht selbst erzogen hat. Die zweite Variante habe ich erlebt, da es für meine Mutter selbstverstädlich war, dass für mich ebenso Haushalt und Garten der absolute Schwerpunkt in meinem Familienleben sein müssen wie für sie. Im Gegensatz zu ihr habe ich aber eine qualifizierte Berufsausbildung.

LG
Luna
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passivM
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« Antwort #122 am: 14.05.08, 15:54 »

Meine Mutter hat auch immer gedacht, meine Kinder seien ihre.
Und auch in meinem damaligen Ehemann sah sie immer den Sohn, den sie sich immer so gewünscht aber nie bekommen hatte. (Der gefiel sich auch in dieser Rolle... na ja...)

Besonders arg wurde es, als sie pünklich zur Entbindung meines 2. Kindes aufgehört hat, berufstätig zu sein. Sie sagte: "...dass ich mehr Zeit für meine Enkelchen habe...." Ich habe es damals nur mit einer Art Gewaltakt (ich bin ausgezogen - die Ehe war in die Brüche gegangen) geschafft, meine Mutterrolle gegen sie zu verteidigen.

Heute (zum zweiten mal verheiratet) meine ich, dass solche drastischen Lösungen - falls etwas anderes nicht hilft, zwar  notwendig werden können, dass sie aber seeehr gut durchdacht und vorbereitet sein müssen, damit es hinterher auch wirklich "besser" wird, nicht einfach nur "anders".

lieben Gruß
Anna
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Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern
streifenigel
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« Antwort #123 am: 07.07.08, 14:57 »

Oh ja das kenne ich alles sehr gut.
Habe mit 18 die Schule abgebrochen und eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, gaaaaanz weit weg von meinen Eltern, damit man sich ja nicht zu häufig sehen muß. Aber wie ihr auch schon alle gesagt habt, dadurch ist es nicht besser geworden sondern nur anders.
Durch meinen Mann bin ich wieder dichter ranzgezogen. Dadurch das er nicht alles mitgemacht hat und seine Eltern uns Rückenstärkung gegeben haben, wurde das Verhältnis immer schlimmer (man durfte ihnen auf keinen Fall widersprechen; wenn sie mit einer Person Streit hatten, mußte man mit ihnen auch Streit haben; ihre Enkelin wollten sie nicht sehen:"Wir haben dich endlich groß und los, da wollen wir uns nicht sowas ans Bein binden" auf die Frage, warum sie ihre Enkelin (damals 5 Monate) erst 4 mal gesehen haben).
Naja, schließlich ist es so eskaliert, daß wir keinen Kontakt mehr haben, und langsam werde ich "frei". Man  macht sich zwar Gedanken wieso, weshalb. Aber man muß keine Angst mehr haben, daß man sie enttäuscht und das man mal wieder in ihrer Missgunst ist.
Trotzdem wir man wohl immer etwas von ihrer Erziehung und ihrer Denkweise inne haben.

Lg Isi
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phil
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Love it or change it or leave it!


« Antwort #124 am: 07.07.08, 17:35 »

Es gibt doch einen Bibelspruch.

........und sie werden ein Fleisch sein....!

Den hab ich immer so aufgefasst,daß die Eltern sich nicht in die Beziehung der jungen mischen sollen und umgekehrt die Kinder die Ansichten der Eltern mit Vorsicht genießen sollen.

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Wahres Wort ist nicht schön-schönes Wort ist nicht wahr!(Konfuzius)
Rapptiger
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« Antwort #125 am: 07.07.08, 20:32 »

wurde das Verhältnis immer schlimmer (man durfte ihnen auf keinen Fall widersprechen; wenn sie mit einer Person Streit hatten, mußte man mit ihnen auch Streit haben; ihre Enkelin wollten sie nicht sehen

Das könnten meine Eltern sein .......... Embarrassed   Roll Eyes


[quote author=streifenigel link=topic=23577.msg251125#msg251125 date=1215435427
Naja, schließlich ist es so eskaliert, daß wir keinen Kontakt mehr haben, und langsam werde ich "frei". Man  macht sich zwar Gedanken wieso, weshalb. Aber man muß keine Angst mehr haben, daß man sie enttäuscht und das man mal wieder in ihrer Missgunst ist. [/quote]

Diesen Prozess mache ich auch gerade durch ....
Es tut gut auch von anderen ähnliches zu hören ......

Grüße rapptigershetty
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Grüße vom Rapptiger
Hopfi
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Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.


« Antwort #126 am: 14.10.11, 15:57 »

Wenn die Eltern älter werden, oder man sich mit dem Tod auseinandersetzen muß, kann sich z.B. sehr gut mit dem Film "Die Heiligtümer des Todes
Teil 1" sehr gut eine eigene Meinung bilden.
Klassisch sind oft auch Bilder der katholischen Kirche, wie zum Beispiel "Jakob auf der Himmelsleiter".
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Hallo und auf ein Wiederschreiben
gammi
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« Antwort #127 am: 14.10.11, 17:07 »

Das Augsgangsthema beschäftigt mich derzeit auch ziemlich. Bisher war meine Mutter immer noch so jugendlich und voller Elan.Irgenwie war mir gar nie richtig bewusst wie alt sie eigentlich ist. Für mich ist sie irgendwo bei zwischen zwar nicht mehr jung, aber auch nicht alt stehen geblieben. Mein Vater ist  dagegen - es ist schwer in Worte zu fassen - ist eigentlich schon lange ein alter mann. Obwohl er schon noch so fit ist, dass er noch vieles machen kann. Aber durch seine vielen Schicksalsschlägee und Krankheiten wirkt er einfach schon lange alt. Meine Mutter ist jetzt77, mein Vater 83.

Noch ist meine Mutter ja schon noch recht fit. Aber mir macht es doch Sorgen, dass sie in letzter Zeit sehr häufig stürzt. Nie was schlimmes, aber eben doch nicht mehr so wie früher. Damit dass sie irgendwann sterben habe ich wenig Probleme. Der Tod gehört im Alter für mich als Erlösung zum Leben. Aber davor, dass sie gebrechlich werden, das beschäftigt mich. Und bei meiner Mutter fällt es mir soo schwer zu realisieren, dass sie älter wird.
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mara51
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Unsere Lara


« Antwort #128 am: 14.10.11, 18:18 »

Hallo,

es ist gar nicht soooo leicht als Eltern älter zu werden.
Auf einmal merkt man, daß die Arbeit nicht mehr so flott von der Hand geht, die Zipperlein nehmen zu usw. Man rebelliert dagegen und will es auch gar nicht einsehen warum das so ist. Und wenn dann keine räumliche Trennung zu den Kindern da ist, stelle ich mir das noch problematischer vor.
Wenn ich so die Berichte durchlese, hoffe ich, daß meine Kinder nicht auch mal so von mir denken. (Meine Mama war auch sehr dominant und hat mich über 40 Jahre "unter ihrer Fuchtel" gehabt. Irgendwann bin ich dann explodiert und hab ihr meinen ganzen Frust darüber gesagt. Danach haben wir uns auf wundersame Weise viel besser verstanden. Leider ist sie so ca. 1 Jahr später schon verstorben.)
Ich denke, unsere Kinder haben sich rechtzeitig abgenabelt von uns, das abnabeln von ihnen hat bei mir einiges länger gedauert. Ich habe einige Kämpfe im Innern mit mir ausgefochten um mein "Gluckenverhalten" abzulegen. (Kommt manchmal trotzdem noch vor, aber meine Kinder holen mich dann gleich auf den Boden der Tatsachen zurück)  Grin Grin

Wenn sie uns heute brauchen, helfen wir soweit es uns möglich ist.
Bei unserer Tochter bin ich sehr oft, aber zu 90% auf ihren Wunsch oder sie besucht uns. Aber ich denke, wenn die 2 Mädle net da wären, würden wir uns auch nicht so oft sehen. Unsere Buben melden sich in schöner Regelmäßigkeit telefonisch bei uns und so alle 4-6 Wochen ist die ganze Rasselbande bei uns zum Sonntagsbraten da.

Mein Fazit: Die meisten Eltern wollten ja auch bei ihren Kindern immer alles besser machen, als ihre Eltern bei ihnen. Leider gelingt uns Eltern das nicht immer so.

LG Marion
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Jeder der sich die Fähigkeit erhält,
schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
F. Kafka
Nelly
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« Antwort #129 am: 15.10.11, 09:32 »

Ich erlebe/erlebte es dreifach:
Meine Oma konnte irgendwann gar nicht mehr, war auch ein schleichender Prozess, aber wir haben es erst spät wahrgenommen. Sie sah die Spinngewebe nicht mehr, ließ irgendwann ihre Haare zauseln und machte ihre Hochsteckfrisur nicht mehr, kochte sich irgendwas zurecht (Kartoffelpuffer in Bratensoße etc.) und vernachlässigte sich. Sie wollte sich nicht helfen lassen, wurde aggressiv und dann "löste" sich das Problem von allein, da sie viel und sich einen Bruch zuzog und dan bettlägerig wurde. Das war schon sehr seltsam, diese sonst so herrische Frau, die immer sehr eigensinnig war, nun auf fremde Hilfe angewiesen.

Meine Schwiegereltern am Hof können einfach körperlich nicht mehr so. Herz, Knie, Gelenke allgemein und das Laufen. Es wird täglich schlimmer. Aber Arbeit abgeben wollen sie nicht, kommt nicht in die Tüte. Und bestimmen wollen sie auch noch zu 100 Prozent, obwohl sie manchmal gar nicht so auf dem Laufenden sind, was die landwirtschaftlichen Prozesse angeht. Ich bin froh, dass sie noch Auto fahren und sich selbst versorgen. Wie das wohl endet?


Nell
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Hopfi
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« Antwort #130 am: 15.10.11, 10:08 »

Hallo Nelly,
irgentwann geht der Mensch nach innen. Er oder Sie hat sein Leben gelebt. Eigentlich ein normales Verhalten , wenn der Körper alt ist.
Alte Frauen dieser Generation sind oft herrisch und dominant gewesen, weil sie die "starken Frauen" der Gleichberechtigung waren, die es leider
erst seit ca. 55 Jahren gibt.(Einführung Wahlrecht, getrennte Rente usw.). Wird leider zu gern vergessen.

Wer am schwersten und am ausdauersten arbeiten konnte, war ehemals klar im Vorteil, da die Technisierung kein wirkliches Thema dieser Nach-
kriegsgeneration war.(z.B. Forstwirtschaft). Es wurde erst im Laufe der Zeit "Thema", was die Bauern-Gesellschaft klugen Köpfen zu verdanken hat.
                                   "Übergeben" heißt für viele Schwiegereltern am Hof "nicht mehr Leben".
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Hallo und auf ein Wiederschreiben
frankenpower41
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« Antwort #131 am: 06.02.12, 12:57 »

Hallo

Wir mussten heute morgen schmunzeln.
Ich les aus der Zeitung vor. "Fuchsberger gibt Führerschein ab". Darauf unser Sohn "wer ist das?"
Oma "ein alter Mann".  Göga und ich sehen uns an. Grin Grin SM wird demnächst 83 und für sie wäre es unvorstellbar ihren Führerschein abzugeben.(Blacky ist nur 1 Jahr älter)  Bei einem selber sieht man wohl das Alter nicht.

Marianne
« Letzte Änderung: 06.02.12, 20:39 von frankenpower41 » Gespeichert
Gartenfee
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« Antwort #132 am: 06.02.12, 15:00 »

Das kenn ich nur zu gut,
älter werden nur die anderen.
Nach dem SV Bremse und Gas verwechselte und
die Böschung hinabdüste,haben wir mit allen Mitteln
versucht,ihm endlich das Fahren auszureden,er ist 81.
Aber Das ist ja kein Alter er fühlt sich total fit.
Was will man da machen,- einfach abwarten.
Manche Probleme lösen sich von allein. Roll Eyes Roll Eyes Roll Eyes

Liebe Grüße Gartenfee
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frankenpower41
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« Antwort #133 am: 16.01.13, 10:34 »

Hallo

Dieser Tage sah ich Weltbild-Katalog Buch  "Mutter wann stirbst Du endlich?"
 Es geht um die Pflege der demenzkranken Mutter und  gibt  Einblick, was das alles bedeutet. ("meine Mutter war  nicht mehr sie selber und eigentlich schon lange tot").
Sehr provozierender Titel. Vorhin war die Autorin in "Volle Kanne". Morgenmagazin im ZDF.
 Mich würde das Buch schon interessieren, aber ich glaub da muss man schon sehr den Kopf frei haben. Mich würde es wohl sehr aufwühlen.
Im weiteren familieären Umfeld bekomm ich momentan öfters mit, was es bedeutet alt und pflegebedürftig zu sein und was das für die Angehörigen bedeutet.
Wohl ein Thema, das man gerne verdrängt.

marianne
« Letzte Änderung: 16.01.13, 20:22 von frankenpower41 » Gespeichert
gammi
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« Antwort #134 am: 16.01.13, 11:48 »

Die Überschrift klingt je nach Betonung provokant. Sage ich es mit Ausrufezeichen oder Fragezeichen.

Ich kenn die Situation grad in der Hinsicht: Wann darfst du endlich sterben. Wann wirst Du endlich erlöst.
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Auch Laufstall-Kühe geben gute Milch
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