Autor Thema: Auf was lassen sich Frauen, die auf den Hof kommen, ein.... ? II  (Gelesen 37558 mal)

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Offline Gräfi

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Guten Morgen maggie,

natürlich fehlt ihr einiges an Wissen. Mein Freund hat seinen Meisterbrief und sie einen Bürojob.
Mein Freund wäre mit einer gleichberechtigten Partnerschaft (50/50) nicht einverstanden. Zum einen hat er die entsprechende Ausbildung zur Leitung des Betriebs, zum anderen kann seine Schwester, zumal mit Kleinkind und bald Baby, gar nicht die gleiche Leistung bringen, wie er. Das verlangt er auch nicht von ihr.
Meine SE sind beide Mitte/Ende Fünfzig. Oma und Opa leben beide noch ;) Das Büro macht zum großen Teil meine SM. Mein Freund und SV haben da aber auch noch zu tun.
Mein Freund erwartet/wünscht sich, dass ich später das Büro übernehme. Ich habe ihm zugesichert, dass ich ihm helfe, aber meine Arbeit behalten möchte (hat ja auch Vorteile: Sozialversicherungen bezahlt, sicheres Einkommen etc.). Ich bin natürlich auch gewillt, ihm draußen zu helfen, sofern mir möglich, aber eben eher als Aushilfe, da ich ohnehin genug zu tun habe. Wie sich das nun entwickelt, wird sich zeigen.
In nächster Zeit werde ich das Thema nicht ansprechen. Wir hatten erst eine größere Besprechung mit seinen Eltern, bei der bereits geschriebenes herausgekommen ist. Letztlich wird das ganze sowieso nochmal aufgelegt, wenn es ans tatsächliche „Übergeben“ geht. Der SV gibt den Hof erst ab, wenn er das Rentenalter erreicht hat.
Die Schwester könnte nur die Kühe weiterführen. Ackerbau usw. lässt sich ohne entsprechende Führerscheine nicht umsetzen.


@Mathilde: Da kann ich dir nur zustimmen. Meine SM hat damals ihr Hobby, das Singen, aufgegeben. So sind im Laufe der Zeit die Hühner und die Kühe zu ihrem „Hobby“ geworden. Ich hoffe nicht, dass sie von mir erwartet, dass ich ihre „Hobbys“ übernehme und meine womöglich nach und nach aufgebe.

Offline maggie

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Maggie, sehr viele in der Landwirtschaft tätige Frauen, zumindest in Familienbetrieben, sind Quereinsteigerinnen. Die meisten von ihnen, weil sie einen Bauern geheiratet haben. Ich würde ihnen nicht die Kompetenz absprechen. Ein großer Teil kümmert sich um die Finanzen , eine sehr wichtige Aufgabe. Gerade auf Milchviehbetrieben sind sie oft für das "Herdenmanagement" zuständig und tragen ausschlaggebend zum Betriebserfolg bei.

anneli,
das annerkenne ich auch - und ich sage oft, ich habe hier die ersten 2 jahre mehr gelernt über Milchvieh als vorher die fast 30 jahre von meinem mann - gut ich habe ihn wahrscheinlich auch nicht so viel gefragt ...
aber - mir geht die frage durch den kopf ob eine quereinsteigerin ohne Ausbildung die zahlungen vom Staat bekommt - bei uns geht das nicht !
und zudem finde ich es eigentlich eine Frechheit von den Eltern, dem sohn m. Ausbildung die schwester mit weniger Fachwissen gleichberechtigt zur seite zu stellen ... -
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline apis

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Bei einer Hofübergabe an zwei Geschwister sollten beide in Ausbildung, Arbeitsleistung und Interesse möglichst gleich sein. Ansonsten ist ständiger Ärger, der letzten Endes den Betrieb in Frage stellt, vorprogrammiert. Ich kenne da zwei Beispiele, es ist noch viel schlimmer als Generationenstreit.

Hier gibt es einen alten Spruch: Zu jedem Hof gehört ein Misthaufen und auf jedem ordentlichen Misthaufen kann nur ein Hahn krähen. Hat sich scheinbar seit Generationen bewährt.   ;D ;D


Offline Gräfi

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@apis: Was ist in diesen beiden Fällen passiert, wenn ich fragen darf?

Offline apis

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In einem Betrieb hat einer der Brüder ohne Rücksprache sehr hohe Investitionen getätigt, obwohl der andere Bruder damit nicht einverstanden war. Beide hatten ja auch die finanzielle Vollmacht. Dann fiel der Milchpreis auf sein niedrigstes Niveau, Maschinen und Gebäude konnten nicht mehr abgezahlt werden. Die Insolvenz drohte, man verfeindete sich total und der Betrieb wurde zwecks Teilung verkauft.

Im zweiten Fall waren Bruder und Schwester gleichberechtigte Eigentümer. Die Schwester wollte ihren langjährigen Freund heiraten. Ihr Bruder ängstigte sich um den Hof und seine Wohnung. Schließlich beendete er sein Leben.

In beiden Fällen hatten die Geschwister eine gute, bzw sehr gute ldw. Ausbildung.

Offline Rohana

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Ich finde es schade dass Rohanna da abgeblockt wird mit neuen Ideen, denn neue Ideen können nur gut tun -auch Misserfolge.
Teils ist es durchaus begründet - ist ja nicht immer alles umsetzbar, klar. Aber der (gefühlt!) kleine Horizont meiner neuen Familie in mancher Hinsicht, das ist schon Kulturschock. Ist ja in Ordnung, aber leicht isses nicht...  ich weiss halt nicht wo die Grenze ist, wieviel ich mich wirklich zurücknehmen *muss*. Und damit fühle ich mich ziemlich allein gelassen. Vielleicht hab ich zu hohe Erwartungen, man kann ja nicht alles haben.

Offline geli.G

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und zudem finde ich es eigentlich eine Frechheit von den Eltern, dem sohn m. Ausbildung die schwester mit weniger Fachwissen gleichberechtigt zur seite zu stellen ... -

Hat Gräfi das geschrieben, dass die beiden Geschwister gleichberechtigt den Hof weiterführen sollen?

Ich finde, dass in solche doch sehr persönlichen Familiengeschichten oft recht viel hineininterpretiert wird, das man als nur hier Lesender niemals wissen kann.
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline cara

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Hat Gräfi das geschrieben, dass die beiden Geschwister gleichberechtigt den Hof weiterführen sollen?


hat sie, vier oder fünf Beiträge vor diesem hier.

Gräfi,
wie sieht es denn die Schwester deines Lebensgefährten? Will sie denn auch mit in den Hof rein oder ist das mehr der Wunsch der Eltern?
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy. Let's go exploring!

Offline FlottelotteTopic starter

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@Rohana:
Das kenn ich auch! Irgendwann weißt du wo deine Grenze ist. Das ist nicht leicht, ich hab auch schon viele Tränen deswegen vergossen. Da kann einem manchmal echt die Lust auf Landwirtschaft vergehen!  ::)
Aber es wird besser...  :)

Offline apis

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@Rohana, u. Flottelotte, schade das es heute noch solche Situationen gibt. Mir ging es vor fast 40 Jahren auch so. Als sich die Situation auf dem Hof dann grundlegend geändert hatte war es für manche Entwicklung einfach zu spät.
Last euch nicht kleinreden, habt den Mut euch auch mal durchzusetzen.
« Letzte Änderung: 08.02.18, 20:08 von apis »

Offline Gräfi

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@cara: Sie will helfen, ob nun als Angestellte oder als Partner. So habe ich das verstanden.

 


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