Autor Thema: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....  (Gelesen 62782 mal)

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Offline renerl

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #45 am: 28.09.08, 10:51 »
Ich fürchte mich immer davor, das mein Göga ausfällt. Bei uns ist es so, dass Sohnemann nicht gern in der Stall geht, er übernimmt Futtermischen, ist ja schon mal gut. Ackerbau wäre bei ihm auch ganz gut aufgehoben. Den Stall machen größtenteils mein Mann und ich. Melken, Kälber, Herdenmanagement usw. liegt bei mir. Fütterung (Futterstation), Besamung, Brünstigkeit,Trächtigkeitskontrolle,  Kalbungen, Tierbehandlungen usw. liegen bei meinem Mann. Allein der Gedanke, mit Sohn längere Zeit die  Stallarbeit zu haben jagt mir Angstschauer über den Rücken. Kalbungen hätten wir dann wohl auch nicht mehr, weil ich mich darum nie kümmere. Aber ist das nicht auf den meisten Vollerwerbsbetriebn so, das jeder seinen Bereich hat? Keiner weiß doch über alles so genau Bescheid, das er den anderen richtig gut ersetzen kann. Das ist eigentlich unser Hauptproblem, das wir eigentlich nicht krank werden dürfen.

Offline Mucki

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #46 am: 28.09.08, 15:15 »
Hallo Reserl,
vileicht würdest du dich wundern was dein Junior im stall alles schaft wens sein muß,ich hab die erfahrung im haushalt gemacht ,meien Tochter tut sonst auch immer als ob sie nix wüste und könnte,aber als ich vor zwei jahren zur Kur war hab ich sie auf wunsch meien mannes mit dem haushalt allein gelaseen(sie war zur der zeiz in der haushaltungsschuel 1 jahr vertig)es waren sommerfreien und sie hat drei wochen haushalt geschmissen,sie war gestreßt,und oft sauer aber sie hat es geschaft und ist heute noch stolz drauf,aber wen sie mir helfen soll wen ich da bin kann sie nix.
Also du siehst sie wachsne mit ihren aufgaben.
Lieb grüßt Mucki
Am Ende des Tunnels ist immer Licht!

Offline Luise

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #47 am: 28.09.08, 17:38 »
Hallo,
vor ein paar Jahren wurden wir auch kalt erwischt. 2 Wochen vor der Hauptsaison wurde mein Mann mit Notarztwagen abgeholt. Er war dann zur Hauptarbeit wieder zu Hause, hat von hier aus alles geleitet. Das war schon viel Wert. Wir hatten auch viele Hilfsangebote und Helfer. Das war erfreulich. Ein treuer Helfer aus dieser Zeit ist geblieben, er kommt wann immer er kann und ist mit vielen Arbeiten vertraut.
Aber es war damals ein Warnschuss in alle Richtungen. Wir leben seit der Zeit bewußter und wissen egal was passiert es geht weiter.

     Luise

Offline ELLI47

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #48 am: 28.09.08, 20:17 »
Hallo
Also ich bilde mir ein,das ich den Betrieb schaffen würde,
nur Silo vom Haufen holen kann ich nicht.
Und es müsste diese Zeit sein.
Da die Kühe mit mit Nachwuchs und allem was da zugehört eh
meine Aufgabe ist.Göga füttert alle,was älter ist wie 16 Wochen.
Wir haben zwar Vollerwerb,aber sind über schaubar und nur Grünland.
Zum Gülle fahren ist der Sohn auf dem Hof.
Mein Männe hat auch schon ein paarmal den Hof allein gemacht,
wo ich im Krankenhaus war.Konnte man aber vorher planen,einmal
waren es 6 Monate mit Betriebshelferin (12 Wochen).
   LG Elli
Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
    
        Elli

Alt-Garfield

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #49 am: 19.10.08, 16:29 »
Ein Hallo an alle, die mehr oder weniger von der Problematik betroffen waren oder sind!

Mein Mann hat sich vor zwei Jahren im Juni das Leben genommen, nachdem er im Feb. schon einen Versuch unternommen hat und auch in der Nervenklinik in Behandlung war. Es würde zu weit führen, jede Einzeilheit zu schildern aber dennoch möchte ich von dem Berichten was war und heute noch ist. Zur gleichen Zeit musste auch mein SV ins Krankenhaus (das warein Segen) Nach dem Versuch stand ich mit dem Betriebshelfer (Mein Schwager) da und musste von heute auf morgen die Verantwortung übernehmen. Da sind die Kühe, der Ackerbau, die Familie, Buchführung und sonstiger Verwaltungskram. Teilweise hatte ich Einblick ind die Abläufe, aber der Großteil war für mich "Böhmische Dörfer". Die Kälber wurden zu der Zeit noch an der Kuh gelassen, bis sie 6 bzw 10 Wochen alt waren. Das habe ich als erstes umgestellt, weil ich mir sagte, wenn ich das in Zukunft übernehmen muss, setze ich mich dieser Gefahr nicht aus. Mein Schwager hat nur seine Stunden abgearbeitet und keinen Griff mehr gemacht. Meine Kinder damals 16/14/14/10 und ein Azubi haben die Einzelboxen gebaut.
Die Kinder waren und sind meit Glück und meine große Stütze. Auch von ehem. Azubi's und deren Eltern, meine Eltern, Nachbarn... boten mir ihre Hilfe an, oder halfen einfach wo es fehlte. Das Silieren oranisierten wir anders, konnten Maschinen ausleihen. ohne das es was gekostet hat.
Nach dem Tod meines Mannes stand ich vor einem riesen Berg Probleme und ich hatte eigentlich gar keine Zeit zu trauern.
Ich habe auch davor schon Jahrelang Tränen vergossen, weil mein SV ein so gemeiner Mensch war, der uns das Leben zur Hölle gemacht hat, ich glaube da war einfach nichts mehr da außer einer unendlichen gesamten Traurigkeit und inneren Leere. Es hat fast ein halbes Jahr gedauert bis die Hofnachfolge geklärt war. Ich möchte trotzdem soweit ausholen, weil durch meine Erfahrungen andere lernen können. Der Hof wurde erst 2005 an meinen Mann übergeben und im Vertrag stand die Klausel, wenn mein Mann vor seinem Vater verstirbt geht der Hof zurück an ihn, muss aber innerhalb 4 Wochen an ein Kind meines Mannes weitergegeben werden. Da die Kinder alles minderjährig waren hätte das Vormundschaftsgericht niemals zugestimmt, da ja auch Verbindlichkeiten da waren. Diese Rückübertragung hat mein Schwager für seinen Vater in die Wege geleitet. Was ja auch gut war, denn als Erbengemeinschaft mit den Kindern hätten wir den Hof nmicht weitermachen können, weil uns keine Bank einen Kredit gegeben hätte und es standen neue Investitionen an. Ich sagte dann zu meinem SW er könne den Hof machen und ich gehe mit den Kindern weg, das wollte er nicht, denn er ist ledig und hat das Wort Arbeit nicht gerade erfunden sein Vaater hatte zu dem Zeitpunkt nach seiner OP wegen Prostatakrebs eine Behandlung wegen eines Gehirntumors hinter sich. Ich sagte ihnen klipp und klar, dass ich nur weiter mache, wenn sie mir den Hof überschreiben und ich ihn zu gegebener Zeit an eines der Kinder weitergebe. DAs dauerte bis 1.Nov bis sie sich entschieden hatten und drei Wochenspäter ist SV gestorben. Da stand dann schon das nächste Problem an. SV hat kein Testament gemacht.  Jetzt sind die Kinder und der Schwager Erbengemeinschaft und der ist genauso doof wie sein Vater.
Nun ums kurz zu machen ich habe unseren ehemaligen Azubi festangestellt, zu einem Lohn der tragbar ist. er hat Familienanschluß, wohn hier und wird verköstigt (ist quasi mein 5.Kind). Im vergangenen Jahr haben wir eine Siloanlage gebaut(7-7-6m breit und 45m lang +10m Rangierfläche) silieren hauptsächlich überbetrieblich, aber mit meinen Kindern als Fahrer. Kraftfutterstation, Entmistung eingebaut, dazu noch ein paar einfache Bergehallen. Ich muss dazu sagen, dass ich nach dem Tod meines Mannes meinen Schwager als Betriebshelfer rausgeschmissen. Der, den ich danach hatte war ein Goldstück von dem ich sehr viel gelernt habe, was Herdenmanagement und Fütterung betrifft und auch den Bürokram. Hab meine Milchleistung innerhalb eines Jahres um 2000l gesteigert Wir haben auch einen Schwader in Gemeinschaft angeschafft und vor ein paar Wochen einen Schlepper gekauft. Also der Betrieb läuft rund ich bin super stolz auf das was ich seither geschafft habe. Ich hätte das aber nie gekonnt, wenn mich die Kinder nicht unterstützt hätten und mein Angestellter nicht so gut organisieren könnte. Ich war heuer5 Wo zur Kur im Frühjahr und anfang September eine Woche Urlaub auf Madeira.
Man schafft sehr viel, wenn man in eine Situation geworfen wird, Auch die Kinder wachsen daran, sotraurig wie die Umstände auch sind. Allerdings habe ich bis heute nicht alle Ordner durch und mit dem Ablagesystem meines Mannes bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Ich möchte jedem raten, sich frühzeitig mit dem Verwaltungskram auseinander zu setzen. Hofübergabe, Nachfolge zu klären, bzw. auch Testament von Schwiegereltern .... zur Sprache zu bringen, wenn schon mal grundlegende Sachen geklärt sind, gibt's schon ein paar Probleme weniger. Wegen der Erbgeschichte meines SV musste ich mit dem Schwager vor Gericht ziehen und solche Sachen können vermieden werden.
So nun qualmen aber meine Finger. Ich hoffe das mein Beitrag dem einen oder anderen hilfreich ist.
Liebe Grüße von Alt-Garfield Sonja vormals Garfield

Offline Marjellche

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #50 am: 19.10.08, 17:02 »
Hallo Alt-Garfield,

Du erhältst hiermit meine absolute Höchstachtung für Deine Kraft, Deinen Mut und Deine Weisheit!

Das Leben meiner "SM" ist damals vor 22 Jahren als ihr Mann starb eigentlich stehengeblieben. Und die Zukunft des landwirtschaftlichen Betriebes gleichzeitig auch. Es ist bis heute eine Erbengemeinschaft in der nahezu keine Investitionen getätigt werden/wurden.

Glaube, daß Du mit Deinem Tun und Denken nicht nur die Zukunft Eures Betriebes gesichert hast, sondern auch dafür sorgen wirst, daß Eure Familie eine sichere Basis für ihren Zusammenhalt hat. Klar geregelte Verhältnisse beugen im Vorhinein späteren Streiterein vor.

Bin mir sicher, Dein Mann wäre stolz auf Dich!  :D

Wünsche Dir und Deiner Familie weiterhin ganz viel Kraft und Erfolg!

Man muß immer einmal mehr aufstehen als man gefallen ist!
Lieben Gruß - Marjellche

Offline eifelrosi

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #51 am: 19.10.08, 22:42 »
Hallo Sonja,

auch von mir alle Hochachtung, ist toll, wenn man das unter den Bedingungen so durchzieht.

Ich kann auch nur raten, so früh wie möglich alles vertraglich zu regeln, hab am Amtsgericht schon einige Fälle erlebt unter Geschwistern, die nicht hätten sein müssen. Ich weiß auch, dass das nicht immer einfach ist, dass manche nicht abgeben wollen und das hinauszögern, bis es nicht mehr anders geht - oder zu spät ist.

Viele Grüße
Roswitha
Schön, dass es den BT gibt

Offline Daggl

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #52 am: 20.10.08, 09:23 »
Hallo Sonja,

da möchte ich mich den anderern anschließen, alle Hochachtung, du kannst echt stolz auf dich sein.

Diese Erbschaftsangelegenheit auch noch zusätzlich, die ist auch auch heftig.

Ich wünsch dir alles Gute, viel Erfolg und auch Zeit für dich und diene Kinder!
Viele Grüße, Dagmar

Jesus verspricht: Ich bin bei euch alle Tages eures Lebens bis ans Ende der Zeit (Mt 28,20)

Offline Garfield

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #53 am: 22.10.08, 07:21 »
Hallo
hab's wieder geschafft mich mit meinem alten Nick einzuloggen. Danke!
Ich bin wirklich stolz auf das was wir hier schaffen und das hat nichts mit "Eingebildet sein" zu tun. Wenn man wartet, dass man von anderen Anerkennung bekommt, wartet man manchmal ganz schön lang ;D
Wenn die Kinder noch jünger gewesen wären, dann hätte ich sicher nicht den Mut gehabt, weil man das noch gar nicht absehen kann was sie machen und wenn dann immer der Druck da ist, dass die Mutter Hilfe braucht, ich glaub das wäre für die Entwicklung der Kinder nicht gut.
Mein Großer wollte Landwirt werden und unser Betrieb ist zukunftsfähig, warum also nicht? Er ist jetzt im 3.Lehrjahr in der Nähe von Bayreuth. Ich wollte dass er zwei Jahre Fremdlehre macht, weil er da mehr lernt. Der Mittlere ist im 2. Jahr Land- und Forstmaschinenmechaniker und das nicht weil es günstig für unseren Betrieb ist, sondern weil er Lust dazu hatte. Die Tochter ist in Neuendettelsau /Berufsfachschule für Sozialpflege und der Kleine in der 7.Klasse.
Als nächstes werde ich mich darum kümmern müssen, ein Testament zu machen, es kann mir ja auch mal was passieren und da wäre es  blöd, wenn nichts geregelt wäre und die Idee mit dem Notfallbuch finde ich auch gut. Es tauchen immer wieder mal Probleme auf, wo ich denke "Mist, niemand mehr da, den du fragen kannst" z.B. wo der Kanal im Hof verlegt ist oder in der Milchkammer, ob das Wasser in die Güllegrube läuft oder in Kanal...
Auch eine saubere Ablage ist wichtig. Mein Mann wusste wo er etwas hatte aber seine Ordner waren nicht gut beschriftet,es stand was anderes drauf als das was drin war.
So nach und nach arbeite ich mich durch.
So nun muss ich aber raus. Ich wünsch euch einen schönen Tag. Liebe Grüße von Sonja
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Offline schnute

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #54 am: 22.10.08, 09:01 »

Hallo Sonja,

du kannst mehr als stolz auf das sein, das ihr geschafft habt!!!
Du hast einen Riesenbrocken von der Stelle bewegt, das bekommt so mancher nicht auf den Weg gebracht, der jahrelange Erfahrung besitzt.

Die gröbsten Ecken und Kanten hast du abgeschliffen, es wird runder und alles durch deinen Einsatz......du hast meine größte Hochachtung und meinen Respekt dafür!

Für dich, deine Kinder und euren Betrieb wünsche ich ein gutes Fortkommen und, dass dich immer Menschen begleiten, die auch mal für dich die Steine aus dem Weg räumen!

Ganz liebe Grüße
schnute
Der Weg ist das Ziel

Offline Garfield

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #55 am: 27.10.08, 16:14 »
Hallo,
die Erbengemeinschaftssache ist noch nicht geklärt und momentan wieder aktuell. Leider fällt mir dazu keine Lösung ein und ich schiebe das Problem vor mir her.(ist aber auch keine Lösung)
Mein Schwager strebt eine Erbauseinandersetzung an. Bei minderjährigen Kindern muss dazu ein Ersatzpfleger bestellt werden, der für sie entscheidet. Das ist alles sehr kompliziert. SW hat z.B. das Auto seines Vaters nicht abgemeldet und will, das die Kinder nun die Vers. und KFZ-Steuer anteilig bezahlen. Ich seh das nicht ein, weil er wusste dass die mind. Kids nicht mit dem PKW fahren können. Ich forderte ihn auch auf über das Konto seines Vaters Auskunft zu erteilen - hat er auch nicht gemacht. Woher soll ich denn nun wissen was er davon alles bezahlt hat und ob er nicht was zur Seite geschafft hat. Wieder mit Rechtsanwalt anfangen hab ich keine Lust.
Dann hat SV ein Waldgrundstück dort wo er herkommt. In meinem ÜV steht die Formulierung: das auch solche Grundstücke mitübergeben sind, die nicht, oder nicht richtig eingetragen sind. Auf Nachfrage beim Notar teilte dieser mit dass dieses Grundstück mir gehört, wenn es denn dem landwirtschaftlichen Betrieb zuzuordnen wäre, er könne das aber nicht sagen. Ja - wer denn dann?? SW sagt es würde zur Erbengemeinschaft gehören und er würde es haben wollen. Aber einfach so nachgeben will ich nicht. Da ist guter Rat teuer! ???

Letzte Woche haben die Kinder Verrechnungsschecks vom Finanzamt bekommen über die Summe, die an KFZ-St. zuviel bezahlt wurde. Wenn der Schwager das aber bezahlt hat, würde es ja ihm zustehen- und so kommen halt immer wieder mal Sachen, die einen irgendwie belasten. Nützt aber alles nichts, irgendwie muss ich es geregelt kriegen.

Grüße aus Franken von Sonja
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Offline Garfield

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #56 am: 27.10.08, 16:49 »
Hallo,
vor dem Ergänzungspfleger habe ich keine Angst und auch nicht vor der Auseinandersetzung, nur weil die Kinder evtl. vom Schwager übervorteilt werden könnten. SW ist ein merkwürdiger Mensch, mit dem man nicht reden kann.
Ich hab ihn 2007 mal angerufen um was klar zustellen, da hat er mit einer Trillerpfeife in den Hörer geblasen und aufgelegt.

Für das Grundstück ist tatsächlich SV noch als Eigentümer eingetragen. Das hab ich beim Grundbuchamt jetzt nachgefragt und das Grundbuchamt ist hergegangen und hat diese Fläche der Berufsgenossenschaft gemeldet, sodaß ich jetzt den Beitrag dafür zahle. Ich muss da morgen mal anrufen und fragen wie das angehen kann.
Das Stück ist im Übergabevertrag nicht aufgeführt nur diese Klausel, die ich oben geschrieben habe

Mal sehen, was ich da morgen erreiche, auch mit Finanzamt.
LG Sonja
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Offline strop

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #57 am: 28.10.08, 10:30 »
Hallo Garfield,
zunächst einmal meine höchste Anerkennung und Hochachtung vor Deiner Leistung!
Vor genau 7 Jahren ging es mir ähnlich, mein Mann starb plötzlich, die Kinder (3 Mädchen, damals 15, 13 und 11 Jahre alt) minderjährig. Die Erbsachen-Regelungen dauerten fast zweieinhalb Jahre - wertvolle Zeit, in der ich oft nicht ein noch aus wusste. Es standen Umschuldungen an, die Bank wollte nicht, da kein Eigentümer/Sicherheit, ich selber besaß ja (noch) nichts. Testament war da, aber der Richter hat es anders ausgelegt. Zeugen mussten diesbezüglich befragt werden. Die Kinder bekamen jeder einen Ergänzungspfleger (sollten aus der Familie meines Mannes sein).
Ich habe den Betrieb arbeitsmäßig verändert, so dass ich die Arbeit, die wir damals schon zu zweit gar nicht schaffen konnten, nun doch allein bewältigen kann, wenn man von Arbeitsspitzen absieht (Spargelsaison, Weihnachtsbaumsaison).
Dir wünsche ich weiterhin so viel Kraft, wie Du sie schon bis jetzt bewiesen hast, ich bin sicher, Du wirst es schaffen.
LG, strop

Offline Margret

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #58 am: 23.05.09, 09:22 »
Hallo,

ich will unbedingt dieses für mich ungemein wichtige Thema wiederbeleben.

Erstens arbeiten wir gerade mit großer Motivation daran weiter (gestern wurde ich in die höheren Weihen der versch. möglichen Alarme im Lüftungsbereich und ihre Behebung  ;D  eingewiesen),  da wir den  "großen Plan" haben,  dass mein Mann mit den Kindern "in Urlaub" fährt,  zunächst natürlich in ganz ganz bescheidenem Umfang.

Zweitens kommt  auf Seite 36 im aktuellen Juni-Heft von  "tog agrar"  ein interessanter Bericht  über die Thematik
"Ein Kompass für den Notfall".
Wer das Heft hat,  dem ermpfehle ich es dringend zur Lektüre...

Also,  ran an die Aufzeichnungen !

Ich kann das einfach nur gut und beruhigend finden .  Alles andere halt ich für naiv und realitätsfern,  zumindest wenn nicht andere kompetente Leute da sind im Notfall oder gar normalerweise.

Margret
« Letzte Änderung: 23.05.09, 09:26 von Margret »

Offline mary

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Re: Wenn der Betriebsleiter ausfällt....
« Antwort #59 am: 23.05.09, 09:41 »
Hallo margret,
ich finds auch sehr wichtig und vor allem auch beruhigend, so einen Notfallkompass zu haben.
Hab es heuer erlebt, dass mein Mann von einem Tag auf den anderen ins Krankenhaus musste und eine ganze Weile unter der absoluten Hauptarbeitsspitze ausgefallen ist.
Zum Glück bin ich im Betrieb einigermaßen fit.
Aber eines ist mir aufgefallen- auch der beste Kompass, das ganze Wissen, Betriebshelfer usw. - es geht doch ganz gehörig an die eigene Substanz.
Und hier wird oft vergessen, da gut für sich selbst zu sorgen. Vor lauter Sorge um den Partner und den Betrieb-
Punkt 1 des Notfallpasses- sich noch genügend Ruhepausen zu gönnen,
besonders auf eine gute Versorgung mit diversen Nährstoffen zu achten, vor allem B Vitamine, Magnesium- damit der Stress nicht zum Räuber wird.
Eine gute Nachbarschaft und ein ebenso guter Freundeskreis-
das gehört ebenfalls zum Notfallkompass hinzu.
Der Betrieb geht irgendwie weiter- aber als Frau dem Betrieb, dem Haushalt, das ganze Management usw.auf die Reihe zu bringen und vor allem auch für den kranken Partner noch genügend Zeit und Energie widmen zu können-
das sehe ich als sehr wichtig an.
Und das funktioniert nur, wenn frau selbst nicht aus dem letzten Loch pfeifft.
Herzliche Grüsse
maria



 


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