Autor Thema: Auf was lassen sich Frauen, die auf den Hof kommen, ein.... ?  (Gelesen 119715 mal)

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Offline freilandrose

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Ich selbst bin in der Landwirtschaft gross geworden, die mein Bruder dann übernommen hat.
Habe auch geholfen. Zwar nicht morgens, weil ich ja in die Schule musste und später in die Lehre. Aber abends beim Ausmisten der Kühe.
Sonntags musste ich beim Heu rechen helfen. Und bei der Getreideernte stand ich oft auf dem Absackstand vom Massey-Harris-Mähdrescher.
Meine Mutter sagte oft zu mir....heirate nie einen Bauern..hmmmm.....Worte, die ich nie vergessen werde.
Und ich habe einen Mann geheiratet, der zuerst Nebenerwerbslandwirt war (weil er arbeiten ging) und dann, als er 50 wurde, abgefunden wurde und die Nebenerwerbslandwirtschaft zur Vollerwerbslandwirtschaft ausgebaut hat, dazu noch ein Lohnunternehmen existiert.

Hatte gottseidank nie das Vergnügen, dass SE oder E auf dem Hof wohnten. SE halfen etwas mit, bzw. SV. Aber alle Elternteile starben kurz hintereinander weg.

Nun bin ich alleine hier, alle 3 Kiddies erwachsen und aus dem Haus. Mein Mann ist viel unterwegs, weil noch ein Hof in Sachsen da ist, bzw. weil er Ware ausliefert. Manchmal ist es sehr viel Arbeit, was da anfällt.
Wir hatten ganz früher mal Mastschweine. Aber da diese Montagfrüh immer angeliefert werden mussten, mein Mann aber zur Arbeit musste, hörten wir mit diesem Betriebszweig auf.
Nun, Arbeit wird immer mehr, Bürokratie wird immer mehr. Man kommt kaum mehr rum. Muss zusehen, dass die nötige Kohle zusammenkommt, die man braucht, weil alles teurer wird. Euro nun gleich DM.

Ich beneide keine Frau, die auf einen Hof einheiratet. Ich habe nicht eingeheiratet. Wir haben damals zusammen alles aufgebaut. Aber es ist schwierig und wird immer schwieriger.
Mädels, überlegt es Euch, was Ihr Euch da aufbürdet. Liebe vergeht, HA besteht.
Die Liebe zum Mann und umgehrt ist das Allerwichtigste. Auch dass man zusammenhält. Wenn das nicht gegeben ist, hat es in der LW keinen Sinn.
Liebe Grüsse
Freilandrose

Offline ChristineN

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Hallo Nic,

verstehe. Da hast du natürlich widerum recht.  ;)
Mir ging´s übrigens genauso wie deiner Freundin. Das sind die Dinge, die für Landwirts-Familien teilweise absolut normal sind. Da wird einfach drüber weg gegangen. Und die Frau hat sich zu fügen wie schon die SM oder Mutter oder deren Mutter .......
Was bin ich froh, daß ich einen Mann erwischt habe, der die Situation seiner Mutter voll mitgekriegt hat und alles anders machen will, denn er sagt: was ist denn schon ein Hof und Bauer ohne die dazu gehörende Ehefrau?
Liebe Grüsse von Christine!

Online mary

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Hallo Michi,
hast du einen Hof oder wie bist du mit der Landwirtschaft verbunden, weil du so negativ in diese Richtung klingst?
Meine Schwester ist Bäuerin, ich ebenfalls, meine Freundinnen haben in Handwerks- oder Gewerbebetriebe eingeheiratet, andere sind nebenher berufstätig, überall gibts Vor - und Nachteile, Sonne und Schatten.
An dem Platz, an dem frau/mann steht sein Bestes tun und nicht ständig zu den anderen zu schielen, ist nach meinem Gefühl die bessere Lösung.
Herzl. Grüsse
maria


Offline fanni

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Kann man sich heute überhaupt noch auf einen Altenteiler Vertrag einlassen? Oder ist es wirklich keine schlechte Idee festzuschreiben, das die raus müssen und kein Mitspracherecht mehr haben? Das wird fast schon etwas Offtopic. Aber ist es bei euch schon mal vorgekommen, das erwartet wurde, das zum Beispiel die ST die Pflege der Altenteiler übernimmt? Was zunehmend ja auch ein wichtiger Aspekt wird? Anderswo hatten wir ja auch schon, wo die junge Dame bei Einzug auch finanziellen Pflichten unterworfen werden sollte. Ich denke wenn sowas auf einen zukommt, muss man auch mehr als genau überlegen ...

Hallo Michi,

Dein Satz mit der Pflege hat mich angesprochen. Wo wird denn nicht erwartet, dass die ST diesen Teil ganz selbstverständlich und selbstlos übernimmt?

Gut ich mach es auch, aber nicht gerne, es ist eine große Belastung, weil eben keine große Liebe dahintersteckt, aber ich habe da so ein Pflichtgefühl, denn ich hab da ja auch eingewiilligt und irgendwie kriegen wir es schon hin. Es geht, weil mein Mann und ich eine gute Partnerschaft leben. Sobald es ging mit den Kindern hat er auch "meinen" Teil der Arbeit übernommen, wenn ich mal fortwollte oder jetzt, wenn ich jobben gehe. Er kann supergut aufwärmen und räumt auch auf. Ich brauch also nicht meine Schwiegermutter zu fragen und das ist gut so. Nur mit der Pflege ist das so eine Sache, wo keine Liebe gesät wird, kann sie auch keine erwarten. (Auch mein Mann bekommt keine Liebe von ihr.....) Ich frage mich dann manchmal doch auch: Wissen die Schwiegereltern, worauf sie sich einlassen (sollten). Meine SM hat kürzlich einmal zu meiner Lieblingsschwägerin (und das ist sie wirklich!! :-*)gesagt: "Ich wundere mich ja, dass "Sie" (gemeint bin ich, Fanni, Namen hab ich manchmal auch keinen) so gut zu mir ist" Worauf meine Schwägerin sagte: "Und hast du ihr  (also mir) das schon mal gesagt?"  Darauf SM: "Nein, das tue ich nie!"

Eigentlich Schade -oder ???


Kurzer persönlicher Nachsatz noch zu Pflege:

Vor 5 Jahren lag ich mit einer mißglückten OP nach einer Eileiterschwangerschaft wochenlang zwischen Himmel und Erde. einziger Kommentar der Schwiegermutter: "Ja, das bringt das Eheleben halt so mit sich"  , Verziehen zwar, aber nicht vergessen, könnte doch auch manchmal sagen: tja, das bringt das Altwerden so mit sich!!!


Beide Teile, also Jung und Alt sollten sich doch beizeiten überlegen, wie sie in bestimmten Situationen behandelt werden möchten. Ich möchte nicht so behandelt werden, deshalb versuche ich auch den Kreis zu durchbrechen, manchmal gelingt es eben besser und manchmal nicht. Aber wie hat schon Sonnenblume vorher geschrieben. Einiges wird einem erst mit den Jahren klar - das ist halt so und hat auch mit der LW nichts zu tun, wenns ganz schlimm kommt, hilft mir immer folgende Geschichte:


Gebrüder Grimm
Der alte Großvater und sein Enkel

Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floß ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm naß. Einmal auch konnten seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus mußte er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. "Was machst du da ?" fragte der Vater. "Ich mache ein Tröglein", antwortete das Kind, "daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin." Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an Fingen endlich an zu weinen, holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Gitta

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wie ich hier so raus lese ist es für manche frau wichtig, dass die rechtlichen und finanzellen dinge möglichst von anfang an geregelt sind, z.b übergabeverträge.

nu zu meinen erfahrungen:

in dem jahr als wir heirateten wurde übergeben. der vertrag war mir auch besonders wichtig. im nachhinein mußte ich feststellen, dass der vertrag nicht mal das papier, auf dem er steht es wert ist.

es sind zwei grundlegende dinge was geschrieben wurde und was oder wie auf dem hof gelebt wird.

als dann auf unsere hochzeit eine tante meines göga zur schwiegermutter sagt, nun ändere sich einiges, da hörte ich wie sie antwortete, was solle sich den ändernt, es bleibt alles so wie es ist. damals klingelten bei mir die alarmglocken.

nun ist dies ein paar jahre schon her und in sachen landwirtschaft hat sich wirklich nichts geändert. die schwiegereltern arbeiten von früh bis spät und hätten gerne, dass sie sich um das ein oder andere nicht kümmern müßten, aber "es ändert sich ja nichts".

mein göga und ich sind in der arbeit und nicht greifbar.

es wurde nicht gewollt, dass ich mich miteinbinden kann oder soll in die arbeit, also laß ich es.

privat bzw wohnliche sind wir auch bald getrennt, jeder hat ein eigenes haus und schwiegereltern müßen da auch alleine zu recht kommen.

dadurch, daß wir beide eine arbeitsstelle haben, sind wir nicht abhängig vom einkommen der lw und tun uns in sachen abhängigkeit etwas leichter, da wir unabängig sind.

tja meine erfahrungen hab ich schon ganz zu anfang der box geschrieben.
anfangs abwarten und schauen und dann deine rolle so ausloten, dass es für mich und meinen partner paßt.
muß ehrlich zugeben, die rolle der schwiegereltern ist mir weitaus weniger wichtig, als die unsere.
wir müßen noch 30 oder 40 jahre zusammen leben und wirtschaften.

wie so manche vor mir schon schrieben, egal welcher betreib, welcher familie, wichtig für die junge frau ist ein gutes selbstwertgefühl, ein gesundes rückgrat und manchmal ein dickes fell.

gitta
Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden.
Liebe Grüße
Gitta

Offline Maja

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Was mir in Gitta?S Bericht fehlt sind Kinder und Liebe. Ansonsten hört es sich teils ganz gut an
Junge Frau--dickes Fell,gesundes Rückgrat und Selbstwertgefühl. Aber zur Vollkommenheit fehlt da etwas........
Liegt etwas irgendwo...verloren...vergessen...noch nicht erkannt oder gefunden..??
Was ist es  das mir dieses Gefühl gibt

Offline Gitta

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hallo maja,

ich hab in meinem beitrag nur diese eine seite angesprochen, weil ich sonst von hinz zu kunz käme.

als zweites lese ich bei den vorausgehenden beiträgen die wichtigkeit der rechtlichen seite heraus und darum bin ich nur auf dieses thema eingegangen.

für mich oder für uns ist die L I E B E zueinander bestimmt auch (ich betone auch) wichtig.

sonst hätten wir uns nicht für einander entschieden und ich hätte nicht mein vorheriges leben aufgegeben um mit ihm gemeinsam ein neues anzufangen.

mein göga liebt mich und ich liebe ihn, das steht ausser Frage. :D

zum Thema Kinder folgende Anmerkung:

wir wünschen uns kinder; leider sind die umstände in denen wir noch leben nicht die, in der ich kinder aufziehen möchte.

das umfeld für eine junge familie ist meines erachtens auch wichtig, nicht nur der wunsch  und die biologische uhr.

als jahrelange dorfhelferin bekam ich oft den eindruck, wenn in der kindererziehung zuviel mitreden oder vieles einfach nicht paßt (Geldnot, Raumnot, inkompetenz, unfähgikeit sich durchzusetzen, gesprächslosigkeit, hohe Arbeitsbelastung, Zeitnot Lieblosigkeit  etc.etc ). sich dieses auf die Kinder auswirkt.

Bei der JHV 2006 jetzt wurde in einem Vortrag vermittelt, wie einfühlsreich die Wurzeln, also die Herkunftsfamilie, eines Partners auf die Beziehung sind.

und gerade diese Wurzeln geb ich meinem Kind und dazu sind Liebe und auch das (wenn möglich) richtige Umfeld wichtig.

Gitta :)

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Liebe Grüße
Gitta

Offline amazone

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boah gitta,
dein letzter beitrag ist super geschrieben ( aber auch der davor!).
hat mich mächtig nachdenklich gemacht.
danke !
zum thema möchte ich mich nicht äussern, die wunden sind einfach zu groß,
auch wenn ich dort nicht mehr bin  :-\
Beste Grüße von
Amazone

Mathilde

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Hallo,

ich bin grad so ein "Sandwich" und mache mir schon so meine Gedanken zu dem was ich hier gelesen habe. Einerseits ST und andererseits schon wieder an Hofübergabe denken  :o
Was mir spontan so auffällt: Warum schaffen es manche ST den "Mund zu halten, zu schlucken, und nichts zu sagen" und das sind dann in der Regel die gleichen die nachher als SM auch wieder "............."
Bis jetzt ist das bei uns noch nicht so brisant weil a) noch nicht übergeben wird und b) Sohn auch noch niemanden in Betracht hat.
Reinziehen muss zu mir gar niemand aber man kann auch nicht erwarten dass ich auch noch ein Wohnhaus hinstelle das können die Jungen dann schon selbst machen  ::) Wir könnten auch wegziehen aber wenn man sich das mal genau überlegt dann könnte man das auch als GBR führen eine Zeitlang und Beide Parteien könnten Ihre Vorteile haben wie absolut freie WE oder 14 Tage Urlaub am Stück .......es muss einfach auch Zwischenmenschlich funktionieren und warum funktionierts bei den Einen und bei den Anderen nicht  ::)

LG Mathilde

Offline Maja

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Gitta zu den Wurzeln zählen dann aber auch die Großeltern und wenn dann das Miteinander nicht stimmt ,fehlt doch auch was an Wurzeln. Ja  es ist gut wenn man alles nach Plan hinkriegt und wie du ja schreibst ,dass du als ehemalige Dorfhelferin viel erlebt hast und sicherlich auch ein Stück weit mitgetragen und aufgefangen hast, was nicht so nach Plan gelaufen ist.
Ich kann deine Einstellung schon verstehen .
Aber meine Meinung ist schon so dass es von beiden Seiten kommen muss. Wenn es stimmen soll im MIteinander.

MAthilde bei mir ist es nicht so wie du schreibst" Schlucken und nichts sagen".
Ich habe als junge Frau schon meine Meinung gesagt und auch viel geschluckt. Jetzt kommt die Situation schon wieder auf mich zu nur eben mit den Nachfolgern. Jetzt allerdings sehe ich manches das ich in jungen JAhren als schlimm empfunden habe nicht mehr als so wichtig und sage nichts. Weil es einfach sich zeigt dass sich manches auch von alleine regelt.
Vieles lässt sich im Gespräch klären. Aber als wichtig sehe ich doch dass die grundsätzlichen Besitzverhältnisse und Tätigkeitsfelder genau abgesteckt sind. So kann es sich auch gut ergeben dass Alt und JUng zusammen leben.
Wenn das zu Beginn gelingt ist es gut.
Ein altes Sprichwort sagt:" Beim ersten LAib Brot muss man es richten"

Offline Sonnenblume2

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Was mir spontan so auffällt: Warum schaffen es manche ST den "Mund zu halten, zu schlucken, und nichts zu sagen" und das sind dann in der Regel die gleichen die nachher als SM auch wieder "............."

hallo Mathilde,
ich habe auch am Anfang (oder auch länger) nichts gesagt oder immer alles getan, was mir gesagt und angeschafft wurde. Immer meinen Frust geschluckt und nichts gesagt, wenn mir etwas nicht gepasst hat. Mit der Zeit "geht das Heferl über" und man sagt dann die EIGENE Meinung und was ist, bei der ganzen Schwiegerfamilie (bei fast der ganzen) bin ich die "Unerträgliche, Gierige, Unzufriedene, usw...". Die (also ich), der nichts gehört aber zu arbeiten hat , sagt wie es nicht mehr zu sein hat oder was weichende Erben (bereits lange gewichen) nicht mehr tun sollen.  :o :o :o  .... wie kann sie sich (also ich) das blos erlauben

Ich akzeptiere teilweise die Meinung, Einstellungen und Arbeitspraktiken von SM und SV, da sie ja auch mitarbeiten und am Hof leben, ABER ich LEBE NUN auch hier und ARBEITE auch mit und somit halte ich nicht mehr immer meinen Mund und schlucke auch nicht mehr alles ...
... das ganze geht aber nicht von heute auf morgen, das entwickelt sich mit der Zeit und auch die anderen müssen es halt auch mal kapieren, dass sie a) nicht mehr hier zuhause sind b) und eine andere Frau (also ich) eingezogen ist und hier event. mit eigener Familie leben will.
« Letzte Änderung: 07.11.06, 15:42 von Sonnenblume2 »

Offline regi

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Als ich hierher kam, war es SM wichtig, dass wir unsere Habseligkeiten trennen: im Keller ist dies dein Vorratsschrank, dies meiner; im Nassraum hast du da Platz, ich da; diese Rabatte besorgst du, die andere ich usw. - natürlcih hat sie mir nicht Platz zugewiesen, sondern wir haben das zusammen diskutiert.
Ich fand das etwas übertrieben: man stellt doch die Stiefel hin, wo Platz ist, man erkennt das das eigene schon

Aber im Nachhinein find ich das genial: Man gibt einander Patz und Raum und muss dann nicht immer fragen oder mitreden.

Frauen, die auf den Hof kommen, lassen sich auf ein Gemeinschaftswerk ein, aber sie haben Anspruch auf ihre Privatsphäre und ihren Platz - räumlich wie seelisch.

Was die weichenden Erben betrifft: vielleicht liegts auch an den Eltern, den Jungen mal zu sagen, dass sich die Lage auf dem Betrieb geändert hat.
Tschüss zäme
regi

Offline Susanna

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Als ich auf den Hof kam, hatte ich nicht das Gefühl, kein gleichwertiges Mitglied der Familie und des Betriebes zu sein. Im Gegenteil, ich habe einfach nicht soweit gedacht (war ich zu naiv?), dass es anders sein könnte und immer nur gut gesehen.
Und das war es dann auch (bis auf ein paar Ausnahmen). Bei uns war aber die Hofnachfolge schon super-sauber geregelt, so dass ich auch nicht nur einen Gedanken daran verschwenden musste!

Letzthin überraschte mich mein Mann nach 20 Jahren Ehe mit einem Ehevertrag, das ist dann die nächste saubere Regelung  :).
Momentan wird der Vertrag vom Notar nach unseren Wünschen ausgearbeitet und wird wohl noch in diesem Monat unterzeichnet werden.

Zum Thema. Ich wusste nicht, worauf ich mich einließ, als ich auf den Hof kam. Ich war erstens schwer verliebt (etwas umnebelt vor lauter Liebe, zugegebenermaßen) und zweitens woher soll frau als Nichtbäuerin wissen, wie das Leben auf dem Hof ist!?
Viele Grüße
Susanna

Offline Maja

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regi dein Beitrag freut mich weil es zeigt wie gut es laufen kann. Hut ab vor deiner SM.

Ja die Ältere Generation, die meist auch schon den Kampf hatte ,hat es in der Hand dieses " Machtgehabe" zu durchbrechen und kann den weichenden Erben  sagen wie`S lang geht und dass sie sich nicht mehr einzumischen haben in den Hofalltag und Betriebsablauf.

JA Sonnenblume du must noch kämpfen und deinen PLatz erstreiten,dabei wäre es so viel schöner und du könntest deine Kraft ganz woanders verbrauchen als bei dem Kleinkram jeden Tag.Wünsche Dir dass auch bei deinen Leuten mal die Einsicht kommt, dass es besser ist zusammen zu arbeiten als die junge NAchfolgerin zu bekriegen.
Wenn dein MAnn zu dir hält ist es ja gut,vielleicht sollte er mal seinen Geschwistern gegenüber deine Position stärken.

Raute

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Hm das ist ja interressant. Ich als nicht aus der landwirtschaft stammende habe einen Landwirt geheiratet.
Ich habe lange in der Stadt gearbietet, bin aber auf dem Land gross geworden.
Hatte mir das Landleben sehr idyllisch vorgestellt und auch gemütlich, das man eben zusammen hält.
Fakt war aber das mir meine Schwiegereltern Hausverbot erteilt haben, sie sich mit aller Gewlt gegen mich gestellt haben. Einzelheiten erspare ich euch jetzt.Kann heute noch machen was ich will, es ist immer verkehrt.

Lange war ich mir sicher, das meine Liebe zu meinem Mann das Wichtigste ist, das wir beide das durch stehen.
Als der Stress aber grösser wurde ( Kinder und Stallbau) mein Mann auch gereizter und die ersten Streitigkeiten kamen, wir auch nicht mehr die Zeit für einander hatten, merkte ich plötlich wie alleine ich eigentlich bin, wie hoffnungslos eingemauert in diesen Betrieb.
Nicht falsch verstehen, ich liebe mein Arbeit und meinen Mann, hasse aber die Zeitrechnung über den Tag.

Das man nicht mal ein Wochenende weg fahren kann, nicht mal sagen kann, dieser Abend gehört uns, weil da die Kinder, die nachbarn oder schwiegereltern sind.
Es ist eben nicht leicht und idyllisch schon gar nicht, das sind meine Erfahrungen.

Gruss Raute

 


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