Was es sonst noch gibt > Religion und Glauben

Postchristliche Gesellschaft?

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cara:
In einer gestern veröffentlichen Studie zu Lebens- und Glaubenswelten junger Erwachsener in Deutschland steht drin, dass nur noch 19% der Befragten an Gott glauben.
Die Umfrage wurde von der EKD in Auftrag gegeben, das Fazit lautet: „Es ist eine – vielleicht die erste – wirklich postchristliche Generation. Gott ist weitgehend verschwunden.“

Quelle

Ist das so? Glauben die Heranwachsenden tatsächlich nicht mehr? Gibt es Möglichkeiten, sie zum Glauben zurück zu bringen?
Was kann/muss/sollte sich ändern?

Oder leben wir einfach mit der Tatsache, das Gott verschwindet? Welchen Einfluss kann das auf unsere Gesellschaft haben?

Mucki:
Glauben kert meist zurück wen es uns Menschen schlecht geht , Krieg , Krankheit, und so weiter.
Überzeugen der Jungen Leuten wird wohl eher schwer.
LG Mucki

Wiese:
Ich denke, da muss sich auch in der Kirche was verändern, damit sie den Glauben an die Heranwachsenden
festigen.
Bei Kommunion, Firmung wird in der Schule noch der Glaube vermittelt.
Hinterher ist einige Zeit Stille bis zur Hochzeit und dann wenn Kinder kommen geht es weiter.
So ähnlich verläuft es bei unserer Jugend. Nicht bei allen, ein Teil bringt sich in verschiedenen kirchlichen Vereinen
Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Frauenbund usw. Es hängt auch viel vom Elternhaus, Freunden usw. ab wie sich die Jugendlichen einbringen und auch wie der Pfarrer auf die Jugendlichen zugeht.
Es wird immer schwerer Jugendliche zu irgendeinen Amt zu finden. Sind teils mit Familie und Arbeit gehen, eh voll ausgelastet
und dann noch Zeit für die Kirche zu erübrigen, ist nicht jedem gegeben.
Und Muckis Beitrag unterstreiche ich auch.

muellerin:
Ich habe in meinem Buch dieses Thema ja ein bisschen angerissen, aus ostdeutscher Sicht:

"Sie kehrte in die lärmende, nachkonzertliche Runde zurück, wo die Luft inzwischen zum Schneiden war und ihr Kopfschmerzen verursachte, außerdem griff die Müdigkeit jetzt unbarmherzig nach ihr. Die Männer hatten mittlerweile das Thema gewechselt und diskutierten, warum hier in der Gegend nur so wenige Menschen an Gott glaubten und ob das eine Ursache für die wachsende Verbreitung rechten Gedankengutes sei oder nicht. Die Landtagswahlen standen bevor, und die populistische Alternative Liste machte auch in Mecklenburg Furore.
Karen fühlte sich ein wenig in eine Verteidigungshaltung gedrängt, denn alle vier Gesprächspartner stammten aus den alten Bundesländern (Steven hatte zudem eine irische Mutter) und waren getauft, wie sich im Verlaufe der Diskussion herausgestellt hatte. Nun musste sie, als armes Heidenkind aus einem untergegangenen Staat, die Sachlage begründen, und sie verspürte an diesem späten Abend wenig Lust dazu.
Sie erklärte – wie man an ihrem Beispiel sehen könne –, dass eine Erziehung in der DDR durchaus eine humanistische Grundlage zu bieten hatte, dass letzten Endes, so wie überall, die handelnden Personen, also Eltern, Lehrer, Mitschüler den größten Einfluss auf die Entwicklung der Menschen ausgeübt hatten. Schon ihre Mutter, die vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Welt gekommen war, wurde zwar noch getauft, aber nicht mehr konfirmiert, teils aus Arbeitertradition, teils aus Auflehnung gegen eine katholische und streng konservative Schwiegermutter, teils aus sozialistischen, ideologischen Gründen. Aber es mochte schon so sein, dass vielen Menschen heute der Halt fehlte, der Glaube, und dass viele Menschen durch die Wende einen schweren Bruch in ihren Biografien erfahren mussten, der sie zutiefst verunsicherte. Wieviele solcher gravierender Umwälzungen ertrug ein Mensch in seinem Leben?"

Ich bin wie sehr viele meiner Altersgefährten atheistisch aufgewachsen. Schwer zu sagen, ob mir etwas fehlt...
Schwierig wird es sicher in komplizierten Lebenssituationen, bei Krankheit und Tod, wenn man nicht die Erwartung hat an ein Weiterleben der Seele nach dem Sterben.
An christliche Werte kann man sich trotzdem halten, auch an christliche Traditionen. Ich bin zum Beispiel kein Freund der Amerikanisierung und Verkitschung des Weihnachtsfestes, da mag ich es eher schlicht und ursprünglich. Aber ob es sich aufhalten lässt?

Lg
Müllerin

Daggl:
Ich seh den Grund darin, dass es in der Kirche leider oft nur im Erhaltung von äußeren Formen geht und den Sinn kaum noch jemand versteht, auch weil es nicht erklärt wird. Und auch dass es immer mehr um eher grün angehauchte Ideologie geht. Um eine politische Rede zu hören geh ICH nicht in die Kirche. Misereor ist für mich auch so ein Schreckensbeispiel. Und der Kern, die Verkündigung der Frohbotschaft und die Beziehung zu JESUS bleiben auf der Strecke. Ist ja auch so, dass viele (!) der Kirchgänger, Grad auf dem Dorf, deshalb gehen "weil man das halt so tut"

Bei uns im Dorf haben ist eine AG Verkündigung gegründet worden ( ich bin da auch dabei ) wo wir eben versuchen den Kern der Botschaft wieder aufzuzeigen.

Mir würde ohne Jesus was fehlen.. eigentlich alles.

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