Autor Thema: Vertraglich festgelegte Pachthöhe - erhöht ihr selbständig?  (Gelesen 4745 mal)

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Offline Enna

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Die Zeit der alten "Thekenverträge" scheint abgelaufen zu sein.  ::)

Bei uns in der Gegend "spinnen" jetzt auch alle rum. Wir haben direkt keine Biogasanlagen in der Nähe, aber der Druck der Landwirte zu wachsen wirkt sich hier deutlich auf die Pachtpreise aus.
Mein SV hat einen Schlag mit 7 ha abgegeben, weil der Verpächter eine deutliche Erhöhung von über 100 % haben wollte, inklusive der Flächenprämie. Wir haben noch etwas verhandelt, aber der Betrieb ist einfach zu klein um bei den Pachtpreisen eine miese Ernte abzufangen. Was hilft es, wenn man Arbeit mit dem Schlag hat und kommt im normalen Jahr mit einer schönen schwarzen Null vom Acker?!
Wir haben noch ein Wenig verhandelt, konnten uns allerdings nicht einigen und so wurde der Pachtvertrag gekündigt. Da mein SV 60 ist und wir im Nebenerwerb wirtschaften wollen, war das für uns ok.

Die Preise bei uns liegen mittlerweile bei über 1000€/ha. Bei dem Schlag den wir aufgegeben haben munkelt man von 1200€/ha und neulich hörte man bei einem Acker in der Nähe von 1500€/ha. Das halte ich zwar für ein Gerücht, allerdings sollen es zu einem Bieterduell gekommen sein.

Wenn ich mir den Weizenpreis anschaue frage ich mich, welcher Betrieb das auf Dauer erwirtschaften will.

Grünland ist bei uns noch erschwinglich, da es hauptsächlich im Süden des Kreises Milchvieh und ein paar Hühnerställe, im Norden Schweine und Hühner mit wenigen Biogasanlagen gibt.

Ich frage mich nur, wo soll das hinführen? Kommt es zu einem richtig miesen Erntejahr liegen einige Familienbetriebe, die Mut zum Wachstum hatten schnell auf dem Kreuz, wenn in den letzten Jahren viel dazu gepachtet wurde.
Mich macht das sehr nachdenklich, auch wie wir die Zukunft des Hofes gestalten. Da verlockt es ja schon fast später zu verpachten: Füße hoch und sicheres Geld dafür.   :-X

Zum eigentlichen Thema, bei SV sind keine automatischen Erhöhungen in den Verträgen vorgesehen. Die Verträge sind allerdings auch nicht gerade neu und nur noch für kleine direkt anliegende Flächen an das eigene Land. Die sind für andere Landwirte unattraktiv.

Grübelige Grüße

Enna


Offline AnniH

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Wir haben einen jungen Kreisobmann vom BBV der öffentlich bei Veranstaltungen vom Erhalt der Familienbetriebe redet,
selber aber zu Höchstpreisen, wo keiner mehr mithalten möchte, außer einen Biogasler vom Nachbar Landkreis, alles pachtet, egal ob Grünland, das er nicht braucht, weil Schweinebetrieb oder Ackerland.
Sowas ärgert mich mehr.....

Offline samy

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Hamster  Pachtverträge mit Privatpersonen sind Haustürgeschäfte und deshalb eben der Hinweis auf Widerspruch.
              Die Justiz ist doch so blöde. >:(
Samy

Offline Mathilde

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Die Preise bei uns liegen mittlerweile bei über 1000€/ha. Bei dem Schlag den wir aufgegeben haben munkelt man von 1200€/ha und neulich hörte man bei einem Acker in der Nähe von 1500€/ha. Das halte ich zwar für ein Gerücht, allerdings sollen es zu einem Bieterduell gekommen sein.

Hallo,

da würde ich sofort aufhören und in Rente gehen. Da könnten wir locker von leben und müssten noch den Höchststeuersatz bezahlen  :o
Nicht zu fassen was das für Blüten treibt. Ich wundere mich da auch immer wie das manche Betriebe machen. Denke dass wir vielleicht auch ein paar Pachtflächen verlieren werden aber wir sind in der glücklichen Lage auch ohne diese Flächen gut wirtschaften zu können und die beste Bonität gehört zu Hof  :D

Um aber auf das Thema zu kommen bei uns geht das ja nach € / Bodenpunkt und da haben wir die letzten Jahre auch schon kräftig erhöht - immer so wie die anderen auch, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt aber sind wir am Grenzpacht berechnen denn umsonst arbeiten das mach ich nicht es muss schon noch für BEIDE ein Gewinn sein.

LG Mathilde
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

 


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