Autor Thema: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?  (Gelesen 1105 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline gammi

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4534
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #15 am: 21.02.19, 10:38 »
Also ich finde Lebendtransporte über so weite Strecken in manchmal fragliche Länder auch nicht unbedingt gut. Müsste in meinen Augen tatsächlich nicht sein.

Ich weiß aber auch, dass die Berichte natürlich aufgebauscht sind und ich denke auch nicht, dass es wirklich Tierquälerei ist. Aber für mich müsste es nicht sein.

Der Meinung bin ich immer noch. Für mich müsste es nicht sein. Ich sehe es so wie Süderhof. Man kann ja Sperma exportieren, wenn es nur um die Zucht geht.

Und in den sauren Apfel, dass halt auch mal eine schwarze Färse nicht viel abwirft muss man halt auch beissen. Das gehört nun einmal dazu.

Enjoy the little things

Offline Tina

  • Lüneburger Heide
  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 2801
  • Geschlecht: Weiblich
  • Bäuerinnen - find ich gut!
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #16 am: 21.02.19, 10:51 »
Barbara,
auf eine Tierschau würden wir auch keine Tiere geben, das ist Stress hoch drei. Und dann die Gefahr, das die  noch wieder was mit heimbringen, reicht ja schon Durchfall oder so.
LG
Tina

Offline AnniH

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 361
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #17 am: 21.02.19, 13:52 »
Tierexporte sind ein Milliarden Geschäft, Gewinner sind nicht die Landwirte, Zuchtverbände die das organisieren haben ihre Vorgaben soll auch so sein ich kenn die genauen Vorgaben nicht mehr aktuell, gesund sollen sie sein , gute Abstammung und eben tragend , weil der Käufer fruchtbare Tiere will.

Diese Exportgeschäfte gibt es seit über vierzig Jahren , in dieser Zeit hätte man , wenn man es will schon längst eine eigene Zucht aufgebaut , weiter züchten kann man mit importierten Sperma..
Ende der sechziger Jahre hatte vor allen die Besamungsstation Grub bei München regen Kontakt zu Farmern in SÜD-WEST Afrika ,das heutige Namibia, Simmentaler ( Fleckvieh ) . Es gab da noch viele deutsche Farmer die das Wissen einer Zucht und das nötige Kleingeld hatten, die Euphorie hat sich jedoch etwas gelegt , als fest gestellt wurde , Fleckvieh als Nutztier für Fleisch und Milch klappt nicht , die Milch konnte in diesen Umfang nicht vermarktet werden, außerdem ist Namibia geprägt von Wüste und kargen Gebirgslandschaften, die Kniegelenke und Klauen machten enorme Probleme.
Es haben sich viele Freundschaften gebildet , der Export wurde jedoch eingestellt , einheimische Rassen wurden eingekreuzt, heute hat die Zucht kaum mehr eine Bedeutung , wegen Absatzmangel und Dürre.

Auch in die Türkei , Libanon, Iran gehen die Exporte schon seit über vierzig Jahren , kann sein , dass sie Tierschauen veranstalten und sich zeigen , das ist aber nicht der Bauer aus Anatolien , der kann es sich nicht leisten , bzw. er hat nicht das Eigentum um sich zu vergrößern. Es sind Staatsbetriebe die sehr moderne Ställe haben , die Haltung kann vielleicht tiergerecht sein , doch das Tier zählt nicht .
Es sind islamische Länder , da hört der Tierschutz den wir uns wünschen längst auf, das Argument ich hab nur einen Vorteil durch einen tierwürdigen Transport gibt es in diesen Ländern nicht, es ist Geld da für neue importierte Ware.

Ich hatte letztes Jahr Gelegenheit Aserbeidschan etwas kennen zu lernen , unter anderen einen Milchviehstall aus der Distanz anzuschauen , ich durfte nicht fotografieren , keine Fragen stellen , ich habe schreckliche Bilder vor mir, nicht die Haltung , Nein tolle Technik , sondern der Umgang mit den Tieren , TA ja , macht sich aber nicht dreckig, die Natur  ( oder Allah ) regelt das . Diese Tiere kamen über die Türkei aus Deutschland.

Wenn Exporte dazu da sind um den Markt zu regeln , wenn man meint Zuchtvieh wird gesondert behandelt , wir alle die noch Milchviehhaltung haben unsere Tiere so behandeln , dass es ihnen gut geht , wir dann auch die gewünschte Leistung haben , dann kann doch keiner mehr seine Nachzucht zum Export frei geben.
Eine kleine Anmerkung wir sind beim Zuchtverband, kennen unsere Einstellung, geben uns auch recht , Geschäft ist Geschäft

Offline gammi

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 4534
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #18 am: 21.02.19, 14:29 »
Tina, wenn eine Tierschau STress hoch drei ist? Was ist dann der tagelange Transport.

Und ich mich auch grad gefragt, wie sieht denn die Versogung aus? Was bekommen die Tiere denn zu fressen. So ein Siloballen auf dem Schiff muss doch ganz schön deftig riechen. Dazu dann noch die Ausscheidungen.................. 8)
Enjoy the little things

Offline Heidi.S

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 2823
  • Geschlecht: Weiblich
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #19 am: 21.02.19, 14:50 »
Ja, jede Tierschau ist Stress, sowohl für Mensch und Tier.... Aber wer hat schon einen stressfreien Job.
Tiere lernen, vom ersten wehrhaften zerren am Halfter bis zum gelassenen laufen sind es ein paar Übungsstunden.... aber das haben Hunde an der Leine auch.
Und mit Lärm und Menschenmenge umzugehen kann man auch lernen.
Andere Haustiere oder Sporttiere werden auch durch die Gegend transportiert, auch oft tagelang.
Wie Tiere in der großen weiten Welt behandelt werden, daran können wir herzlich wenig ändern, mir wäre schon lieber die Menschen könnten in Freiheit leben und hätten alle genug zu Essen.
Zumindest weiß ich das es Exportieren besser geht in den Ländern wo sie hin kommen, als die die sie wahrscheinlich vor Ort haben.
In den Export gehen auch meist Tiere die für die eigene Zucht nicht gut genug sind und fürs schlachten zu schade. Also haben sie im Ausland auch noch eine Chance auf ein langes Leben, aber Garantie hat keiner.
Liebe Grüße Heidi

Offline Tina

  • Lüneburger Heide
  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 2801
  • Geschlecht: Weiblich
  • Bäuerinnen - find ich gut!
Re: Exportstop für Rinder? Wie reagieren?
« Antwort #20 am: 21.02.19, 15:00 »
Ich meine jetzt nicht den Transport zur Tierschau, aber das ganze Handling drumherum. Melken nach der Uhr, damit sich das Euter entsprechend präsentiert.
Dann werden die Tiere ja schon, zumindest bei den größeren Schauen, vorher angeliefert, damit sie richt in Form kommen.
LG
Tina

 


zum Seitenbeginn