Bäuerinnentreff

Was es sonst noch gibt => Religion und Glauben => Thema gestartet von: Dorotee am 26.09.12, 13:21

Titel: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Dorotee am 26.09.12, 13:21
Hallo zusammen,
Ich habe heute im Radio eine Diskussion über die Folgen eines Kirchenaustrittes gehört. Es war ja interssant, was da alles vorgebracht wurde.
Die Diskussion ist ja zur Zeit in den Medien sehr heiß, denn noch heute soll ein Urteil beim Bundesverwaltungsgericht gefällt werden. Damit wird eine neue Diskussion entfacht

Am allermeisten ärgerlich war, dass der Staat die Zwangssteuer einzieht, weil es mal vor einigen Jahrhunderten so beschlossen wurde, wegen der Folgen der Säkularisation in Deutschland. Die Kirche möchte damit auf ewige Zeiten entschädigt werden.
Natürlich kann jeder austreten wie er will. Man muß es allerdings auf dem Gemeindeamt machen und das ist in einer kleinen Kommune ziemlich fatal. Das Personal dort wird per Mundpropaganda dafür sorgen, dass es bald jeder weiß. Das ist zwar bestimmt verboten aber wen stört es. Man braucht nur ein Gerücht in die Welt setzen inform eines Briefes an die größte Klatschtante im Gemeindebereich und schon funktioniert es .......
Es wäre schon ein Fortschritt, wenn damit die Diskussion in Bewegung käme, dass die Pfarrkinder selbst sich erst mal als Christen eitragen lassen müssen, um dann auch abkassiert zu werden.
Auch würde bestimmt monatlich ein Pauschalbetrag reichen, um als Christ zu gelten.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: fanni am 26.09.12, 14:33
Hallo,

in den Medien wird das ja vor allem "katholisch" behandelt, weil jetzt das aktuelle Urteil da ist und die grade in Fulda tagen........naj............kein Kommentar ::)

Meine Frage: Ist das Prozedere bei den Evangelen genauso??  Zahlen Muslime auch Kirchensteuer und wie wird das in D gehandelt..........habe keine Ahnung 8)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 26.09.12, 15:37
ich weiss nur wie es in der schweiz gehandelt wird -
für die evangelischen, römischkatholischen und christ (alt)katholischen, ziet der staat bei uns die steuern ein, im auftrag der kirchen - hier im kt. schaffhausen zahlen wir evang. ca. 12% des einfachen steuerbetrages (das ist schwer zu erklären), die römischkatholischen einig % mehr und die christkatholiken nochmals etwas mehr -

all die andern - freikirchen, muslime, etc. müssen selbst schauen wie sie zum geld kommen, und da kann es für die mitglieder ins geld gehen - ich weiss nur bei der einen freikirche ist es der "zehnten", aber nicht 1/10 der steuern, sondern vom einkommen !!!

und wenn du austreten willst kannst du das beim pfarrer oder einem kirchenstandsmitglied melden - schriftlich muss es aber sein - von da wird es dann dem steueramt weitergemeldet -

ich denke kinder die nicht getauft sind, könnten sich auch als "konfessionslos" eintragen lassen - nur eben, da beginnt das dillema, was muss bezahlt werden bei der beerdigung, etc. (beerdigung ist bei uns in der kirchensteuer inbegriffen) - und der friedhof und kirche sind ja gemeindeangelegenheit, also musst du einfach evt. dem pfarrer etwas für die abdankung bezahlen -
da sind sich bei uns im kanton die gemeinden gar nicht einig -

die einen finden das unchristlich, wenn ausgetretene diese leistungen bezahlen müssen (so auch viele ausgetretene)
die andern sagen sich, von unseren steuern wird der pfarrer bezahlt, also wenn ich nichts bezahle bin ich auch bereit die leistungen extra abzugleichen - ich finde das auch - so christlich bin ich nicht  ::)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Tina am 26.09.12, 16:06
Hallo Maggie,
ich wußte nicht, das ihr in der Schweiz auch über das FA Kirchensteuern zahlt, ich dachte, das wär nur in Deutschland so, zumindest bei den Katholiken und den Evangelischen, bei Freikirchen ist das anders geregelt.
Austreten: da ´gehst Du bei uns zum Einwohnermeldeamt und meldest Dich ab, ich find da keine gute Lösung, wenn ich austrete, kann ich auch soviel Rückgrat beweisen und das im Pfarramt amachen.
Eintreten, geht wiederum nur beim Pastor (bei uns Evangelen)
Wnn Du ausgetreten bist, kannst Du kein Patenamt übernehmen, bist vom Abendmahl ausgeschlossen,  und eine christl. Beerdigung geht auch nicht, aber Du kannst auf einem kirchl. Friedhof beigesetzt werden. Wenn der Partner Kirchenmitglied ist, kann man sich kirchl. trauen lassen.
 Unser Friedhof gehört zur Kirche, aber es gibt auch kommunale Friedhöfe. Und alle Menschen, die in der Gemeinde oder dem Einzugsgebiet des Friedhofes sterben, müssen beigesetzt werden. Da entstehen dann Kosten für die Grabstelle und die Beerdigung, müssen aber alle zahlen, ob Kirchenmitglied oder nicht.
LG
Tina
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: amber am 26.09.12, 16:45
Hallo Dorotee,

danke dass du dieses Thema eröffnet hast.

Bin katholisch und kann mich schon einige Zeit nicht mehr mit der katholischen Kirche identifizieren.... ausgetreten bin ich bisher noch nicht.

Wenn ich diesen Schritt aber gehen würde, dann stünde ich drüber wenn es die Öffentlichkeit erfährt ... dazu stehe ich dann auch.

Jetzt werden von Seiten der kath. Kirche Überlegungen getroffen, ob nicht jeder zu einem Gespräch zum Pfarrer gebeten wird, der den Austritt vor hat... zur Abschreckung.

Meiner Meinung nach sollten sie lieber überlegen, warum soviele austreten und da mal versuchen entgegen zu wirken und nicht verzweifelt danach streben, die Mitglieder durch mehr oder weniger Erpressung und weichklopfen zu halten.

Das sind Drohgebärden, die typisch sind.

Lieben Gruss Gitte

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Biobauer am 26.09.12, 17:10
ich hab letzte wochen meinen steuerbescheid bekommen, da geht einen sowas schon durch den kopf.

also auf zum standesamt
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maria02 am 26.09.12, 20:44
Ich kenne nur ein Paar das ausgetreten ist
und nun wollen sie ihr Kleinkind doch taufen lassen ???
Laut aussage des Pfarrers sollte erst wieder ein Elternteil in die Kirche eintreten.
Dürfen Pfarrer  tatsächlich die Taufe verweigern?

lg Maria

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gina67 am 26.09.12, 21:07
Also ich weiß von meiner ehemaligen Kollegin, dass Kinder auch getauft werden dürfen, wenn beide Eltern ausgetreten sind. Jedenfalls haben die das schon vor 30 Jahren hingekriegt, allerdings evangelisch.
Weiß nicht ob das bei den Katholiken geht.

LG Gina
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: fanni am 26.09.12, 21:14
Also ich weiß von meiner ehemaligen Kollegin, dass Kinder auch getauft werden dürfen, wenn beide Eltern ausgetreten sind. Jedenfalls haben die das schon vor 30 Jahren hingekriegt, allerdings evangelisch.
Weiß nicht ob das bei den Katholiken geht.

LG Gina

Hallo ich hab mich da mal lange mit einem unterhalten, der es wissen muss, und der war immerhin im Rang eines Monsignore. (alledings sehr katholisch-liberal, oder besser gesagt menschlich)

Taufe verweigern ist grundsätzlich möglich, wenn gar nix kirchliches um das Kind rum ist............also Extremfall z.B. lauter bekenndende Atheisten und das Kind sollte getauft werden.........., bis man/das Kindes eben selber entscheiden kann. Allerdings wenn das Kind z.B. eine feste Bezugsperson hätte, z.B. Oma und Opa, die noch in der Kirche aktiv sind und der Pate sowieso, wäre es möglich zu taufen, auch wenn die Eltern ausgetreten sind, allerdings erschliesst sich mir hier der tiefere Sinn nicht, wenn ich zuerst austrete und dann die Taufe fordere.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: frankenpower41 am 26.09.12, 21:29
Hallo

Da geb ich Fanni vollkommen recht. Wenn man selber austritt (beide Elternteile) und dann Kind taufen lassen will, das ist doch dann auch verlogen, oder?

Hab ich das jetzt richtig verstanden bei Trauungen, wenn ein Partner ausgetreten ist, kann kirchlich geheiratet werden?  Find ich offen gesagt genauso falsch.  Darüber mach ich mir im Moment aus (vielleicht mal) gegebenen Anlass eh so meine Gedanken.

Marianne
Titel: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mouhkouh am 26.09.12, 21:37
Ich finde, verlogen oder falsch ist hierfür das völlig falsche Wort....warum sollte denn zum Beispiel eine kirchliche Trauung mit nur einem katholischen Partner falsch sein??? Was ist denn mit dem zweiten, der katholisch ist? Der zählt da nicht? Sollte man also seinen Partner doch lieber nach Konfession aussuchen? (Oder nach Konfektion? lach*)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: frankenpower41 am 26.09.12, 21:41
Hallo

Wenn der eine Partner sagt, er ist aus der Kirche ausgetreten, weil er nicht an Gott glaubt, dann ist es meiner Meinung nach schon verlogen, wenn man wie bei uns Evangelen sagt  "Ja, mit Gottes Hilfe"
Dann doch einfach nur standesamtlich heiraten.

marianne
Titel: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mouhkouh am 26.09.12, 21:43
Ja aber wenn der andere gerne kirchlich heiraten möchte...? Also doch den Partner nach Konfession aussuchen...*kopfschüttel*

Es gibt auch genügend Menschen, die aus anderen Gründen aus der Kirche austreten...
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 26.09.12, 22:33
Oh  Leute!
Das haben wir alles hier im BT noch gar nicht lange her in der Kirchen Box diskutiert.

Also wenn ich von der Kirche nichts halte - respektive, wenn ich mich vom Papst und seinem Fußvolk abwende, dann würde ich meine Kinder weder taufen lassen wollen, noch kirchlich heiraten noch sonst welche Dienste der Katholischen Kirche in Anspruch nehmen.

Wie soll jemand in unserem christlichen Abendland, besonders hier in Bayern sein Kind im katholischen Glauben erziehen wenn dieser Jemand selber gar nicht dahinter steht?!

Irgendwo kapiere ich die ganze Diskussion nicht! Nicht in der Presse (die Süddeutsche brachte da so einen Artikel) noch überhaupt.

Man hat 2012 so viele Möglichkeiten glauben zu können, seinen Glauben leben zu können ohne Kirchensteuer bezahlen zu müssen! Wenn mir die Dinge der Amtskirche zuwider sind, die da heißen Zölibat, wiederverheiratete Geschiedene, Kirchensteuer, Ablehnung der Laienarbeit und das Verhalten einiger Herren der Geistlichkeit, dann habe ich zwei Optionen: Ich bleibe in der Kirche und bringe mich ein, versuche was zu ändern - höhle den Stein - also konstruktiv. Oder ich trete aus und versuche in anderen Glaubensorganisationen Fuß zu fassen, mich einzubringen und soziales wie geistiges Leben aufzubauen.

Eine Möglichkeit wäre auch noch sich einer Freikirche zuzuwenden. Für Hochzeit gilt das selbe.
Und bevor die Leiche stinkt wird sie mit Sicherheit beerdigt. Ob da jetzt ein Pfarrer dabei ist, dessen Grundhaltung man ohnehin ablehnt oder nicht, das ist doch eigentlich unentscheidend.

Also wenn ich mich von meinem Schützenverein trenne in dem ich momentan schon auch ein "bisserl" (viel) mitarbeite und auch Mitspracherecht hab, dann kann ich nicht verlangen, dass mir mein Schützenmeister bei meinem Ableben eine Trauerrede hält.
Wenn er mir damit droht bei meinem Austritt, dass ich dann zu keinem ehrenvollen Schützenbegräbnis komme wenn ich die Leiche bin, dann ist das doch o.k. Ich will ja von denen nix mehr wissen. Wäre mir ja dann direkt peinlich wenn sie mich da noch beweihräuchern würden obwohl ich von denen im Prinzip nix mehr wissen wollte, also mich klar dagegen entschieden habe.  Ich denke man muss doch mit den Konsequenzen leben können die sich daraus ergeben wenn ich mich von einer Institution los sage. Wie mich dann der liebe Gott empfängt und der Petrus an der Himmelstür ist ja die andere Sache. Der wird dann schon registriert haben wie lange ich in der Vorstandschaft des Vereins tätig war... ;-) Möchte da mal einen weiteren Vergleich bringen:

Ich stelle mir mal vor, ich lebe seit 01.01. eines Jahres in einer WG. Man hat mich dort aufgenommen; ich beteilige mich anteilig an Miete und Nebenkosten und vielleicht trage ich auch sonst noch zum täglichen Haushalt bei.
Es ist Winter und wir leben da alle sehr gemütlich.

Dann fällt es mir im Juni wenn die Tage wärmer werden ein, ich könnte eigentlich die WG verlassen, wohne im Gartenhäuschen meiner Oma. Da lebt es sich genau so gut wie in einer WG. Spare mir damit die Miete und die Nebenkosten und auch sonst noch einiges drum herum. Ich brauch mich auch den anderen nicht anpassen. Bin ja dort alleine.

Das geht gut, bis die Nächte kälter werden. Anfangs kann ich noch mit dem kleinen Kanonenofen heizen. Aber irgendwann.....

Und just an dem Tag, an dem ich nur noch schwerlich das Türchen der Laube aufmachen kann weil der Schnee alles zugeweht hat und die Eiszapfen vom kleinen Dach hängen. Der Kanonenofen zwar glüht, aber die Kälte trotzdem die Wände hoch kraucht, da entschließe ich mich zu etwas anderem und stehe plötzlich mit Sack und Pack wieder vor der Tür meiner ehemaligen WG.

Jene Freunde die mich am 01.01. so freundlich aufgenommen haben, die werden sicher total erfreut sein und mich mit offenen Armen aufnehmen. Sie, die sie schlagartig anteilig seit 01.06. die Miete für mich mit übernommen haben....

Ähnlich ist es doch auch mit der Kirche.

Wenn man schon nicht aktiv mitarbeitet (ja, weil solche Leute soll es ja auch noch geben) und nur finanziell seinen Obulus abgibt und dies endlich durch seinen Austritt auch noch verhindert, finde ich, würde ich selber wenn ich der jenige wäre, der so als zuerst passives, dann ausgetretenes Mitglied fungiert schon aus Aufrichtigkeit zu mir selbst gar nimmer den Anspruch erheben wollen, ein kirchliches Begräbnis zu wollen.

Allerdings möchte ich jetzt nicht urteilen. Die Fälle sind sehr individuell. Ich kann mir auch vorstellen, dass er irgendwann einmal erkennt, einen Fehler gemacht zu haben. Dann spricht auch nichts dagegen.

Nur so aus Berechnung heraus einfach alles für Null und Nichtig erklären und hinterher wieder angekrochen kommen, das finde ich einfach schnöde.

Ich hab mir da in jüngster Zeit sehr viele Gedanken gemacht. Bin erst vor Kurzem wieder an einen Menschen geraten der mir offen und ehrlich gesagt hat, dass er aus der Kirche ausgetreten ist. Finanzielle Berechnung möchte ich demjenigen nicht unterstellen. Aber da kommen dann tausend Überlegungen und Vorwürfe was die Kirche alles falsch gemacht hat.

Sorry, kommt mir vor wie nach einer Ehescheidung wo man dem Partner alles mögliche vorwirft und dies als Vorwand für die Trennung nimmt. Wäre jeder ehrlich zu sich selbst, würde man in den meisten Fällen erkennen, dass man selber auch nicht ohne Schuld ist. Das ist oft wie ein Baukastensystem wo immer wieder Lücken entstehen und zum Schluss das Gebäude zum Einsturz kommt.
Jedes Wort, Geste oder ungesagte Worte und Handlungen, egal warum sie so entstanden sind, können eine Folgereaktion auslösen die den Partner immer weiter von einem selber abrücken lässt. Oder man rückt selber ab...

In die Kirche könnte man sich vielleicht auch mehr selber einbringen. Dann hätte man auch Mitspracherecht. Mit dem sich Einbringen wird man aber auch angreifbar und man beginnt die Institution zu verteidigen. Denn, wir alle sind Kirche... Und Kritik von Außen kann nicht sein! Dann soll man sich schon mit der Materie auseinandersetzen!

Ich habe erst jüngst innerhalb meiner Familie einen Kampf gekämpft. Unser Sohn meinte auch eine Vorstandschaft angreifen zu müssen. Es war schlicht beleidigend. Meine Meinung: Wenn man sich selber zu fein ist sich für so ein Amt zur Verfügung zu stellen hat man auch nicht unbedingt das Recht so wahnsinnig zu kritisieren. Gültig ist nur konstruktive Kritik. Also diese Vorstandschaft unterstützen, dass eine machbare Lösung gefunden wird.

Und so ist es auch in der Kirche.
Ergo: Man kann sich nicht einfach so verdrücken wenn man wirklich getauft ist soll uns auch die Kirche am Herzen liegen. - Egal ob katholisch oder evangelisch.

Und wenn ich das wirklich nicht will - dann bitte sich der Kritik enthalten und auch die Folgen bereit sein zu tragen.
Zu den Folgen gehören für mich verschiedene soziale Einrichtungen unterstützen die sonst von den Kirchen finanziert werden; sich in der Jugendarbeit einbringen; Kranke versorgen, Behinderten eine Perspektive geben, Schulen finanziell unterstützen und dgl. mehr.
Auch gilt es dann Baudenkmäler zu erhalten, welche bis dato die Kirche getragen hat.
Und letztendlich auch auf festliche Umrahmungen und Feiern, sowie kirchliche Begräbnisse verzichten. Das kann man dann auch ohne Kirche geregelt bekommen. Muss man nur nach den richtigen Eventmanagern gucken....

Warum bitte macht man bei den Austritten so eine Revolte? Warum will man das in der Presse so ausschlachten? Ich komm da irgendwie nicht klar! Heut wo man so viele Möglichkeiten hat muss man doch in den eingefahrenen Wegen verbleiben!

Also bei uns hier treten sogar Landwirte aus. Wenn mir das die Leute nicht selber sagen, würde ich das gar nicht mitbekommen. Wir sind von der Einwohnerzahl aber verschwindend. Ich erfahre das dann weil ich die Pfarrbriefe austeile. Und die Leute dann ehrlicher Weise mir mitteilen, dass ihnen der eigentlich gar nimmer zusteht. Wisst Ihr was, ich werf den trotzdem in den Briefkasten weil da auch andere Infos drin sind. Nicht nur Kirchen - bezogen. Auf die paar Gramm Papier kommt es mir auch nicht drauf an. Außer es kommt mir einer total doof und sagt ganz überheblich: "Den brauchen wir nicht mehr!" Hatte ich auch schon! Auf was lässt dies schließen 8)

Ich weiß jedoch, dass eben durch den letzten Austritt, dass der Pfarrer das nicht einfach hinnimmt und kommt und mit den Leuten spricht. Und wisst Ihr was; ich finde das sehr mutig! Er muss ja damit rechnen eins über gebraten zu bekommen (verbal) Kann mir da durchaus vorstellen, dass der Geistliche da einige abbekommt, bzw. sich anhören muss. Versetzt Euch mal in so einen Gemeindehirten, der eigentlich versucht seiner Herde ein guter Pfarrer zu sein!
Und wenn es ein Pfarrer ist, der einfach Probleme hat mit den Leuten und kein so gutes Charisma, dann ist es zwei mal blöd. Denn eins kann man den Herren wirklich nicht unterstellen: Jeder versucht sein Bestes.

Ich fände es schnöder, wenn die Kirche da gar nicht reagieren würde!

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 26.09.12, 22:33
Was die Ehe betrifft, so muss ich Euch mal zutexten: Wenn man z. B. die Unauflöslichkeit der Ehe als Beispiel nimmt, dann muss ich sagen, dass ich, bevor ich das Sakrament in Anspruch nehme schon mal aus katholischer Sicht überlegen müsste, (und zwar beide Parteien) ob man dahingehend eigentlich zusammen passt.
Laut Vorgabe von Seiten der katholischen Kirche setzt man damit eigentlich voraus, dass man sich prüft und das Sakrament praktisch der Start ist für eine christliche Familie.

Wenn man intensiv den Weg verfolgt und wirklich nach dem lebt was uns Jesus auch vorgelebt hat, dann denke ich (aber ich erzähle hier vom grünen Tisch weg - wie man dann lebt ist wieder die andere Sache) bleibt die Bindung gefestigt und die Erziehung der Kinder und alles Übrige geschieht in einem guten Zeichen.
Es sind dabei Probleme nicht ausgeschlossen. Aber aus der christlichen Grundlage heraus und im Vertrauen auf Gott vielleicht besser zu bewältigen. So!!!  Das war jetzt mal die Theorie, die voraussetzt, dass beide Partner dies als Grundlage ihrer Ehe sehen.

In der Realität entfaltet sich dann das Menschsein! Einer funktioniert nicht so wie der andere in seinen guten Absichten die Ehe eingegangen ist. Und schon bricht das Bauwerk auseinander. Man lebt sich auseinander, die Kinder werden zum Scheidungsspielball und vorher schon extrem belastet durch die Vorkommnisse der Zerrüttung. Also die Praxis sieht da dann schon schwer angeknackst aus. Beide Partner haben irgendwann die Möglichkeit plötzlich jemanden zu finden, den sie vielleicht, wenn ihr Leben anders verlaufen wäre gar nicht gefunden hätten. Und da klappt es plötzlich!
Und dann versucht man mit allen Mitteln das zu rechtfertigen was bisher gelaufen ist und der Kirche anzulasten, dass sie die momentane Lebensform theoretisch gar nicht akzeptiert!

Seid mir nicht böse, aber auch in der daraus sich entwickelnden Lebensform bleiben wieder welche auf der Strecke. Ich bastle mir daraus zusammen: Dass wenn beide Eheleute massiv in Gottesehrfurcht zueinander stehen, dass dies eher eine Basis wäre für eine glückliche Familie wie wenn man nicht bereit ist daran zu arbeiten. Aber in unserer Gesellschaft werden nur noch die Gleichnisse aus dem neuen Testament gefischt wo Jesus die Menschen verteidigt hat, die vor dem Gesetz in Ungnade gefallen sind. Diese Passagen stellt man in den Vordergrund und damit kann man sich auch leichter identifizieren. Ist nun mal so.

Alles andere verlangt ja gewisse Disziplin und bedarf auch der Kraft von beiden Seiten.  Einfacher ist es alles lockerer zu sehen und sich seine Welt zusammen zu basteln. Solche Predigten in der Kirche will man nimmer hören.  Ich weiß aus Erfahrung, dass Predigten besser ankommen wenn man eine gewisse Volksnähe darin spürt. Was heißt, ich will meine Schwachpunkte darin verstanden wissen. Ich will nicht gesagt bekommen was ich falsch mache oder wie es eigentlich richtig wäre....

Die Kirche kann nur Grundlehren predigen. Was der Einzelne daraus macht, das bleibt ihm überlassen.

Ich für meine Person werde die Kirchensteuer weiterhin bezahlen.

Für mich persönlich zählen die Sakramente sehr viel. Ich bin jemand der auf die Mystik der katholischen Kirche vertraut, die jedoch auch in einen evangelischen Gottesdienst geht, wenn ich gerade in der Diaspora verweile.
Titel: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mouhkouh am 26.09.12, 23:05
Also, ich klinke mich hier mal aus.
Das ist für mich hier zuviel Predigt und Moralapostel...
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 26.09.12, 23:58
Hallo Gammi,
das wird immer schwierig und individuell bleiben!
Die christliche Ethik wird es auch Priestern immer wieder ermöglichen aus dem Bauch heraus zu entscheiden und in christlicher Nächstenliebe. Ich finde das auch in Ordnung!

Was die "Gesetzeslage" betrifft, da hat man ja auch heute sogar in den Nachrichten gehört, dass auf ein kirchliches Begräbnis zu hoffen ist, wenn der Verstorbene bewusst sich, und sei es in den letzten Tagen, für die Kirche entscheidet, trotz vorherigem Austritt.

Das was in manchen Augen dann ein sehr dehnbares Verhalten im Rahmen des Ermessens ist, sollte man vielleicht als Christentum einstufen.

Was ich nicht in Ordnung finde ist der eigentliche Grund, weshalb es heute überhaupt zu der Urteilsverkündung kam. Nämlich, dass ein Herr bewusst aus der Kirche ausgetreten ist und trotzdem in allen Gremien weiter mit arbeiten wollte.
Irgendwo, so finde ich, ist es schwierig da einen Weg zu finden, der für alle stimmig ist.
Erstens kenne ich den Mann nicht. Und selbst, wenn ich ihn im TV gesehen hätte, dann stünde mir kein Urteil zu.
Und zweitens weiß ich auch die wirklichen Beweggründe nicht, was ihn dazu veranlasst haben, dass er so ein Extrem da publiziert.

Irgendwo erwartet man von einem Christen neben Kompetenz schon auch so was wie Bescheidenheit. Und diese fehlt mir da gänzlich.

Da sind mir dann Leute wie Pater  Maximilian Kolbe lieber die in aller Bescheidenheit ihren Weg gegangen sind und doch was bewegt haben.
Und wenn ich dann so großartige Menschen anschaue die uns den Glauben vorgelebt haben, dann denke ich mir wieder warum man immer um alles so ein Aufsehen und ein Theater machen muss.
Eigentlich schade!
Da wird so viel kaputt geredet! Dabei ist es doch eigentlich viel schöner, sich im Miteinander zu begegnen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Antonia am 27.09.12, 06:03
Was ich nicht in Ordnung finde ist der eigentliche Grund, weshalb es heute überhaupt zu der Urteilsverkündung kam.
Nämlich, dass ein Herr bewusst aus der Kirche ausgetreten ist und trotzdem in allen Gremien weiter mit arbeiten wollte.
Irgendwo erwartet man von einem Christen neben Kompetenz schon auch so was wie Bescheidenheit. Und diese fehlt mir da gänzlich.
Der Meinung von Martina schließe ich mich an. Finde trifft genau den wunden Punkt. Habe kein Problem mit, wenn sich jemand gegen die Kirche entscheidet dann möchte er auch konsequent bleiben/handeln. Wie soll denn jemand objektiv arbeiten wenn er eigentlich nicht im groben Rahmen die Meinung od. Ansicht der Vereinigung/Firma od. wie immer man die "Kirche" in diesem Fall nun nennen will,teilt. Die Bescheidenheit ist vermutlich auch in kirchlichen Kreisen zu suchen wie die Nadel im Heuhaufen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 27.09.12, 10:06
Mal sehen ob ich die richtigen Wort finde.

Wir hatten die Diskussion mit dem Begräbnis wenn jemand ausgetreten ist einmal beim gemütichen Beisammensein nach einem Elternabend.
 
Da war auch ein junger Mann, der ausgetreten war weil er tatsächlich nix mit der Kirche zu tun haben wollte. Er begann dann Suizid. Nun war auch die Frage nach der Beerdigung. Seine Mutter war so enttäuscht, dass ihr Sohn keine "richtige" Beerdigung haben sollte. Bei uns gab es damals eine sehr engagierte Gemeindereferentin, die sich dann einfach über die Anordnung hinweggesetzt hatte und trotzdem eine kleine Trauerfeier abhilt.

Zum einen wurde dann auch der STandpunkt vertreten,dass das super war und  so die Mutter des Verstorbenen zufrieden war. Die einen argumentierten auch damit, dass die Trauerfeier ja eigentlich mehr für die Hinterbliebenen ist, damit sie sich vom Verstorbenen verabschieden können und ihn in guter Obhut wissen. Ist ja eigentlich auch der religiöse Sinn: man hofft, dass es dem Verstorbenen dort wo er hinkommt gut geht und man sich keine Sorgen zu machen braucht.

Der andere Standpunkt war eben auch, dass der Verstorbene doch aus der Kirche ausgetreten ist, weil er genau keine Beerdigung wollte. Dass man sich so über seinen (letzten) Willen hinweggesetzt hat.



es gibt auch personen die eine abdankung abhalten die nichts mit der "kirche" zu tun hat -
das war hier in der schweiz die grosse diskussion anfang 70er jahre, da gab es einen pfarrer der aus der kirche ausgetreten ist und der sich dann neben seinem neuen job (weiss nicht mehr was er machte) für "nicht christliche" abdankungen oder einfach trauerfeiern zur verfügung gestellt hat -
und ich denke man könnte überall jemanden finden der mir eine kleine trauerfeier gestaltet -
ich wäre dagegen "nur" den hinterbliebenen zuliebe einen pfarrer zu "engagieren" -
und da in der schweiz die friedhöfe ja der pol. gemeinde unterstehen, können alle dort begraben werden
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 27.09.12, 14:07
Und auf der anderen Seite werden ja inzwischen auch sehr viele Trauerfeiern nur noch im engsten Familienkreis abgehalten.
Mir geht es ja ähnlich. Als Bäuerin kann ich mir meine Zeit einteilen und an Trauerfeiern teilnehmen. Aber es sind ja viele berufstätig und können nur bei ganz nahen Familienangehörigen frei nehmen. Früher war ja meistens mindestens eine Person von jeder Familie anwesend.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Vronerl am 27.09.12, 15:53
Hallo zusammen,

unser Nachbar hat sein Abi an einer bekannten Klosterschule gemacht, ist unter seinem Agrarstudium in Weihenstephan dann aus der kath. Kirche ausgetreten, hat sich sehr viel Steuern gespart, weil er hernach einen lukrativen Job als Prokurist bei einer Saatzuchtfirma gearbeitet hat.
Als dann ...... etwa nach seinem 35. Geburtstag zwei Kinder kamen seine beiden Kinder an dieser besagten Schule von einem Pater taufen lassen ....... können. Wahrscheinlich war die Oma dann zufriedener.
Als dann die beiden Kinder in die Schule kamen wollte der Bub Ministrant werden. Sie sind dann endlich wieder in die Kirche eingetreten, auch auf den Hinblick einer höheren Schulausbildung an einer Klosterschule und auch der als nächstes anstehenden Erstkommunion.
Die Kinder sind inzwischen schon über 20 Jahre alt und sind auch schon fertig mit dem Studium.
Würde mich ehrlich interessieren, ob sie inzwischen wieder aus der kath. Kirche ausgetreten sind ......  :-X 
Soooo kann man es natürlich auch machen !!?

Grüße von V.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina am 27.09.12, 16:37
Vronerl,

mein Cousin war auch längere Zeit aus Kostengründen ausgetreten, ist aber vor der Hochzeit wieder eingetreten, weil er da ja dann eine "Dienstleistung" in Anspruch nehmen wollte. Ich meine, er ist jetzt auch drin geblieben, alles andere wäre extrem unglaubwürdig.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: amazone am 27.09.12, 18:58
Ich bin gläubige Christin.
Ich bin aus der evangelisch lutherischen Kirche ausgetreten!

Meine Kirchengeschichte:
ich bin auf einem Hof direkt an "unserer"  Kirche aufgewachsen.
Mein Vater war bis zu seinem zu frühen Tod 24 Jahre im Kirchenvorstand.
Ich wurde christlich erzogen, aber nicht so streng.  ;)
Der Pastor wurde ebenso wie seine Frau mit Titel angeredet, also Herr Pastor XXX und Frau Pastor XXX.
Seit ich laufen konnte bin ich zum Kindergottesdienst gegangen.
Manchmal saß ich dort auch ganz alleine und der Pastor hat trotzdem mit mir den Kindergottesdienst gefeiert.  :D
Ab meinem 7. Lebensjahr habe ich Orgelunterricht bekommen um den Traum von meinem Vater erfüllen zu können:
seine Tochter als Kirchenorganistin. Ebenso habe ich Flötenunterricht bekommen.
Viele Jahre habe ich an Heilig Abend einen Hirten gespielt, später dann mit der kirchl. Flötengruppe die Gottesdienste mitgestaltet.
An jedem Kirchenfest, und die fanden damals reichlich statt, haben meine Familie und ich tatkräftig mitgeholfen.
Im Alter von 16 Jahren habe ich den evangelischen Jugendgruppenleiterschein gemacht um später eine Jugendgruppe übernehmen zu können.
Und und und... meine Kindheit, meine Jugend war von Kirchenarbeit geprägt.
Mit 20 Jahren bin ich in eine andere Gemeinde im gleichen Kirchkreis gezogen.
In dieser Gemeinde gab es nur eine kleine Kapelle und der Pastor wohnte in einem anderen Ort.
Es war eine andere Kirchenarbeit, aber es gab eine.
Als mein Sohn geboren wurde habe ich mit anderen Müttern eine kirchl.  Krabbelgruppe initiiert, die noch heute aktiv ist.
Bei den kirchl. Gemeindefesten habe ich mitgewirkt, das Osterfrühstück unterstützt und ich war zufrieden mit „meiner“ Kirchengemeinde.
Ich krönte meine Kirchengemeinde mit der Tätigkeit als Pfarramtssekretärin.
Ich liebte diesen Job. Der Pastor, der Patron, der Kirchenvorstand und ich :
ein tolles Team, eine wunderschöne Arbeit.

Dann haben sich meine Lebensumstände geändert und ich bin weit weggezogen.
In ein anderes Bundesland, mit einer anderen Vorgeschichte, mit einer anderen Kirchenarbeit.
Als ich mich eingelebt hatte, wollte ich mich in die Kirchengemeinde einbringen.
Nur gab es da nichts.
Keine Kinder-, keine Jugend-, keine Seniorentreffen.
Keine Musikgruppe, kein Gemeindefrühstück.
Gut dachte ich, dann versuchst halt mal was in Gang zu bringen.
Es scheiterte an der Pastorin. Die hat mich total ausgebremst.
Sie sagte zu allem was ich vorschlug: hatten wir schon, kommt keiner oder wer soll das finanzieren?
Wer denn die Bibeltexte lesen sollte, doch wohl nicht SIE. Denn sie hätte schon genug zu tun.  >:(
In der Zwsichenzeit hatte ich weitere 3 Damen um mich, die ebenfalls für die Kinder und Jugendlichen etwas auf die Beine stellen wollten.
Also habe ich mich an den Kirchenkreis gewannt.
Ich bin dermaßen auf Granit gestoßen, dass ich resigniert das Handtuch geschmissen habe.

Dann kam ein Blick auf die Kirchensteuer die ich zahle und gleichzeitig die Frage: wo ist hier die Kirche?
Wo kann ich meinen Anspruch an Kirche ausleben? Wo wird hier die Glaubensgemeinschaft gelebt?
Nur alle 4-8 Wochen im Gottesdienst  ??? Ich war unzufrieden und ich fühlte mich nicht mehr aufgehoben.
Also bin ich mit allen Konsequenzen ausgetreten.
Ich liebte die Gottesdienste zum Erntedank, ich mochte den Weihnachtszauber, ich genoss die Ruhe am Silvesterabend,
ich vermisse die Familiengottesdienste, ich vermisse das kirchliche Leben in der Gemeinde.
Einen Gottesdienst „ohne Anlass“ habe ich seit meinem Austritt vor knapp 10 Jahren nie wieder besucht.

Seit meinem Austritt war ich nur zu Taufen, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigungen in der Kirche.
Mein Gewissen hat mich zu diesen Anlässen jedes Mal SCHEINE in die Kollekte werfen lassen.

Ein Austritt mit allen konsequenzen. Dafür braucht es kein Lob oder Anerkennung.
Ich bete, ich glaube OHNE Kirche.
Ich bin und bleibe eine gläubige Christin, aber eben ohne die weltliche Kirche.
Ich weiß, dass meine Beerdigung sehr wahrscheinlich ohne evangelischen Kirchenbeistand sein wird.
Das hat mich lange Zeit nachdenklich gemacht, ob es mir ausreicht von einem Laienprediger die letzten Worte zu empfangen.
Ja es reicht mir, denn ich bin mir sicher, dass mein Gott da keinen Unterschied machen wird
und die „Angst“, die die weltliche(n) Kirche(n) verbreiten, unbegründet ist.

Ich glaube an Gott und nicht an die weltliche Kirche.

Ich kann heute noch nicht sagen, ob es mich mal wieder in eine Gemeinde verschlägt in der die Kirche LEBT.
So wie ich so etwas vorfinde, werde ich wieder in die Kirche eintreten und mich und meinen Glauben in die Gemeinschaft einbringen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Zur Taufe von Kindern, deren Eltern nicht in der Kirche sind.
So einen Fall gab es während meiner Zeit als Pfarramtssekretärin. Der Pastor der Gemeinde konnte damals die Taufe
aus persönlichen Gründen oder persönlicher Überzeugung ablehnen, jedoch kann das die Kirche selbst nicht verweigern. 
So jedenfalls damals. Das kann heute schon anders sein. 
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Marina am 27.09.12, 19:42
@amazone: dein Bericht macht mich ganz betroffen.
Hoffentlich weiß die Pastorin und der Kirchenrat, was er mit so einer Haltung
in der Gemeinde anrichtet  >:(

In unserer Gemeinde "schläft" im Moment der Kindergottesdienst ein. Es kommen
einfach keine Kinder mehr. Die Kigo-Helferinnen können machen, was sie wollen
(meine Tochter war einige Jahre als Helferin dabei). Unser Pfarrer hält aber eisern am KiGo
fest, will ihn nicht aufgeben. Für die Helferinnen ist es frustrierend: sie bereiten
jeden Sonntag den KiGo vor, dann sitzen sie die Stunde aus und es kommt: NIEMAND.

Gruß
Marina
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: peka am 27.09.12, 21:30
Hallo,

mir geht es ähnlich wie amazone, allerdings bin ich nicht ausgetreten.
Nach vielen Jahren im Presbyterium / Kirchenvorstand habe ich aus beruflichen Gründen ( arbeite in einem Heuhotel und Gastgewerbe ist nun mal Wochenendarbeit) meine Mitarbeit dort beendet. Ich hatte zum Schluss Probleme mit dem "Bodenpersonal", unserer Pfarrerin. So etwas von unsensibel, dabei arbeitet sie auch als Notfall-Sellsorgerin. Auch fühlte ich mich sehr ausgenutzt, schließlich war meine Mitarbeit ehrenamtlich. Ihre Aufgaben verteilte sie immer mehr auf den Kirchenvorstand um selber Freizeit zu haben. Welchen Spagat mache machen mussten um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen interessierte sie überhaupt nicht. Ich habe ( als Einzige) die Konsequenzen gezogen und aus gesundheitlichen Gründen  ( laut meiner Ärztin war der Zusammenbruch nicht mehr weit) die Mitarbeit beendet. Im Gottesdienst verabschiedet hat mich der Kirchmeister, sie war unterwegs und hatte nicht mal Zeit eine Karte mit einem einfachen "Danke" zu schreiben.

Heute gehe ich an einem freien Sonntag oder auch sonst lieber alleine in die Natur. Da halte ich immer wie ich sage "meinen persönlichen Gottesdienst". Das bringt mir mehr als eine Predigt der ich nicht folgen kann, weil meine Gedanken abschweifen. Und " Gottes Schöpfung" habe ich gratis um mich herum. Egal welches Wetter, diese Zeit geniesse ich.

Unsere beiden Söhne ( 18 + 22 J. machen Jugendarbeit. Sie wissen von meinem Problem. Ich habe sie aber in keiner Weise beeinflusst. Mit der Pfarrerin haben sie selber nicht so viel zu tun, dafür ist der Leiter zuständig.

Mein Bruder ist vor Jahren ausgetreten und konnte deshalb nicht Pate von unserem Jüngeren werden. Ich fand es schade. Die Kinder sind auch nicht getauft. Sie sind trotzdem keine schlechtern Menschen. Ich akzeptiere es und damit gut.
Da ich trotz Allem glaube ist ein Austritt kein Thema für mich.

Liebe Grüße
peka
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 27.09.12, 21:42
in der evang. kirche der schweiz nennt man den kigo - sonntagschule -
die wird bei uns im dorf schon seit vielen jahren einmal im monat - am freien mittwoch nachm. durchgeführt - und sie haben jede menge zulauf -
wir dachten am anfang auch, wenn es nur noch sporadisch ist, wird sie einschlafen - aber die sonntagschule lebt -

wir hatten mitte dez. erntedank und da beteiligt sich die sonntagschule am gottesdienst - und es waren gegen 20 kinder bis ca. 3. klasse ( ab kiga) die dabei waren (von einem dorf mit 500 einw.) -
und unsere sonntagschulleiterinnen sind 2 evang., 1 katholikin und eine buddhistin ...!! - und die machen das phantastisch !!! -

und schon immer standen unsere "pfarrherren" voll dahinter - die katholikin ist schon seit vielen jahren dabei (sie hoffte immer einmal einen mann zu heiraten der evang. sei, und da trifft sie auf einen der wenigen katholischen in der region !!!
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Clara am 28.09.12, 13:59
Hallo @ all,

Kirchaustritt bedeutet... dass derjenige auf alle Sakramente verzichtet! Also nix Hochzeit in Kirche mit Traugottesdienst- maximal Gottesdienst zur Eheschliessung, keine kirchliche Beerdigung.

Wiedereintritte sind möglich über eine erneute Taufe.

Glauben ist für mich mehr als Kirchensteuer zahlen und weit mehr, als mich über diverse Kirchenvertreter uffzuregen. Vielleicht leben und  sehe ich als Christin mit DDR-Geschichte den Glauben "etwas" anders. Auf jeden Fall ist es ein Geschenk. Ich bin meiner Familie dankbar, dass sie mir und meinen Geschwistern dieses Geschenk mit ins Leben gaben. Glauben trägt, besonders dann, wenn nix mehr trägt. Glaube, Liebe und Hoffnung sind  Lebensgefühle und ich empfinde sie als ein sehr angenehm und großartig.

Der Herbst 1989 lehrte mich, dass Kerzenlicht eine enorme Kraft besitzt und Gebete Mauern erschüttern... und das alles OHNE einen Tropfen Blutvergiessen. Das ist für mich eine DER Leistungen der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Weltgeschichte.

Ach ja, Gott und ich..., da gab es auch schon mal einige Augenblicke, wo wir zweie ziemlich mit- und aneinander haderten...  Und doch bin ich froh, dass wir beide nicht das Handtuch warfen...   Weil die Spuren im Sand    waren es, die mir immer wieder aufhalfen und aufhelfen- das weiss ich inzwischen ziemlich sicher.


Beste Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Dorotee am 28.09.12, 15:45
Hallo zusammen,

Ich habe den Eindruck, dass die nächste Generation mit einem Kirchenaustritt nicht so lange fackelt, als wir es noch tun.

Lassen wir es auf uns zukommen ............
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: inga am 28.09.12, 15:49
Hej,
was mich sehr überrascht hat hier in Deutschland , hier konnte mir jeder erzählen, wie man aus der Kirche austritt, wie man aber der Kirche beitritt, da gab es fast jedesmal ein Schulterzucken.

**
Inga

P.S. Ich habe es aber trotzdem geschafft und darf nun Kirchensteuer bezahlen.  ;)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 28.09.12, 17:24
.
Die Beerdigung stelle ich mir dann schon schwieriger vor, gibt dann wohl kein gemeinsames Grab. ???

LG
Petra2

und warum nicht - sie werden doch auf dem selben friedhof begraben ?? -
ich denke nur das "drum und dran" bei der beerdigung ist wahrscheinlich verschieden
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Tina am 28.09.12, 17:27
Hallo Petra,
wieso keon gemeinsames Grab? ???
Bei uns gibt es einen kirchlichen Friedhof und da werden alle Menschen aus der Gemeinde (politische) bestattet, egal welche konfession.
LG
Tina
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 28.09.12, 19:46
Hallo,
ich kann mir nicht vorstellen, dass es da kein gemeinsames Grab gibt. Nur dann kommt bei uns bei nicht kirchlichen Bestattungen ein Redner von der Trauerhilfe.

Ich fand das mal oberwitzig. Hier bei uns wurde auch ein Mann beerdigt der aus der Kirche ausgetreten war. Meines Wissens war der Mann sogar Atheist; also nicht wegen der Kirchensteuer der Kirche fern. Ist aber schon einige Jahre her. Da kam dann wie oben erwähnt der Mann von der Trauerhilfe und hat eine Rede am Grab gehalten. Gottesdienst gab es auch keinen. Die Rede schloss er dann mit einem Vater Unser ab.
Titel: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mouhkouh am 28.09.12, 20:08
Tztztz Martina....Pass nur auf das gleich nicht unser Moralapostel kommt und mit dem Zeigefinger wedelt...man darf doch Beerdigungen nicht oberwitzig finden :-)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Lisa am 28.09.12, 21:17
Hallo Clara,ja die "Spuren im Sand" ,die tragen einem gläubigen durch das Leben.
Jeder kommt mal in eine Situation wo in der Glaube trägt.
Habe schon öfters eine Karte mit dem Spruch verschenkt,weil sie soviel Sinn ergibt.
Liebe Grüße von Lisa
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Benita2 am 28.09.12, 21:30
Hallo allerseits,

Es trägt euch nicht der Glaube, sondern die Autosuggestion.

Die Buddisten können das auch und die Moslems auch.
Die Freikirchen alle und auch die Syntologen.
Die Wooduu-anhänger und auch die Hindus.
Was ist denn hier der richtige Glaube.

Welcher Gott ist denn hier nun der richtige.

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 28.09.12, 22:20
Bei uns sind alle Friedhöfe kommunal....................das darf jeder hin, der seine Grabstelle bezahlt.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 28.09.12, 22:29
danke benita !!!
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Pierette am 28.09.12, 22:40
Hallo allerseits,

Es trägt euch nicht der Glaube, sondern die Autosuggestion.

Die Buddisten können das auch und die Moslems auch.
Die Freikirchen alle und auch die Syntologen.
Die Wooduu-anhänger und auch die Hindus.
Was ist denn hier der richtige Glaube.

Welcher Gott ist denn hier nun der richtige.u


i
Tja, gute Frage. Ich hätte auch noch einen Gedanken: Wie wäre es wohl ohne die Religionen  und ihre Doktrinen  und Machtansprüche um den Weltkriegen bestellt?
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Pierette am 29.09.12, 06:22
Das glaube ich Dir sofort und das gilt  sicher für die meisten Leute. Aber leider ist die Realität eine andere.Und dass die Herren Bischöfe vor Gericht ziehen müssen, um dieses Problem zu lösen, ist für mich für die Machtbesessenheit des Wirtschaftsunternemens Kath.Kirche bezeichnend.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina am 29.09.12, 06:42
Welcher Gott ist denn hier nun der richtige.

Na gar keiner und jeder! Es sind nicht zig verschiedene Götter, sondern immer nur der eine, nur die Art und Weise, daran zu glauben, die ist unterschiedlich und da gibt es die vielen verschiedenen Arten.

Und dann sucht sich halt jeder seine - für ihn passende - Art und Weise, (s)einen Glauben zu leben. Oder auch nicht.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Wiese am 29.09.12, 08:29
"Hallo Clara,ja die "Spuren im Sand" ,die tragen einem gläubigen durch das Leben.
Jeder kommt mal in eine Situation wo in der Glaube trägt."

Bei meiner kürzlich verstorbenen Schulfreundin wurde auch in der Kirche " Spuren im Sand " als Lesung
vorgetragen.

Ich finde diesen Text auch sehr gut und beschreibt auch manchmal den Werdegang eines Verstorbenen.
vor allem auch bei jüngeren Menschen.

LG.Wiese
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Luxia am 29.09.12, 08:35
Hallo,

Ich habe mal eine grundlegende Frage zur Kirchensteuer, da es sowas in Luxemburg nicht gibt. Da werden die Kirchen und Pfarrer zum grössten Teil vom Staat bezahlt, von den allgemeinen Steuergeldern. Kirchenaustritte sind mir dort auch nicht bekannt, sondern nur Leute, die sagen, sie wären Atheisten und die Trennung von Staat und Kirche fordern.

Welche Rechte habe ich, wenn ich Kirchensteuer zahle? Wenn ich aus der Kirche austrete, keine Kirchensteuer zahle, darf ich dann keinen Gottesdienst besuchen oder bin ich nur von den Sakramenten ausgeschlossen?

Was wird mit der Kirchensteuer finanziert? Geht die direkt an die Kirche oder an den Staat, der es weiterleitet?  
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mary am 29.09.12, 08:59
Ich hab eine Unterscheidung, das eine ist Gott, an den ich glaube und das andere ist das Bodenpersonal.
Vermute, dass es auch in anderen Religeonen so läuft. Und da das Bodenpersonal aus Menschen besteht, werd ich damit leben müssen, dass es dort eben auch die menschlichen Schwächen gibt.
Ob es ohne Kirchen dann um soviel besser zugehen wird??????
Herzl. Grüsse
maria
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 29.09.12, 11:28
Das mit der Kirchensteuer ist ein ganz komplexes Thema.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Luetten am 29.09.12, 14:06
Maria, ich sehe es genauso wie du und wie heißt es so schön;
Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein.
LG Lütten
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina am 29.09.12, 15:22
Hallo,

Ich habe mal eine grundlegende Frage zur Kirchensteuer, da es sowas in Luxemburg nicht gibt. Da werden die Kirchen und Pfarrer zum grössten Teil vom Staat bezahlt, von den allgemeinen Steuergeldern. Kirchenaustritte sind mir dort auch nicht bekannt, sondern nur Leute, die sagen, sie wären Atheisten und die Trennung von Staat und Kirche fordern.

Welche Rechte habe ich, wenn ich Kirchensteuer zahle? Wenn ich aus der Kirche austrete, keine Kirchensteuer zahle, darf ich dann keinen Gottesdienst besuchen oder bin ich nur von den Sakramenten ausgeschlossen?

Was wird mit der Kirchensteuer finanziert? Geht die direkt an die Kirche oder an den Staat, der es weiterleitet? 


Grob gesagt:

Die Finanzämter ziehen die Kirchensteuer vom Steuerpflichtigen ein und reichen sie an die jeweiligen Kirchen weiter.
Davon werden Gehälter gezahlt und alle Kosten finanziert, die so anfallen.

Du darfst den Gottesdienst besuchen, Sakramente empfangen und Taufpate werden. Und nicht zuletzt hast Du Anspruch auf ein kirchliches Begräbnis, also auf die Anwesenheit eines Pfarrers bei Deiner Beerdigung.

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Clara am 29.09.12, 20:53
http://www.ekd.de/einsteiger/wiedereintritt.html

Da steht dann von verlässlicher Stelle, wie es von statten geht.

Beste Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Margret am 29.09.12, 21:14
Danke, Anja,

das finde ich sehr verständlich geschrieben und verlässlich.

Margret
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: doretchen am 03.10.12, 15:02
clara, die Taufe wird von den großen Kirchen gegenseitig anerkannt. Wer ev. getauft ist, kann in die kath. Kirche eintreten. Er gilt als getauft. Kann gut sein, dass die Kraft, die aus dem Glauben kommt, Autosuggestion ist, ist mir aber egal. Gott kann ich nicht beweisen.
Die Kirchensteuer wird an die jeweilige Landeskirche, oder das zuständige Bistum weiter gereicht. Die Menschen erwarten, dass wir die Menschen nach ordentlichem Tarif bezahlen, dazu dient die Kirchensteuer. Gottes Bodenpersonal besteht aus Menschen, die machen Fehler. Natürlich haben wir als ev. Kirche oder als kath. Kirche kein Abo auf den lieben Gott. Aber wir als ev. Kirche reichen doch die Tradition weiter, im Sinne von Luther und Calvin. Das ist in der kath. Kirche, die ja auf eine längere Geschichte zurück blickt, genauso.
Der Kindergottesdienst ist bei uns eingeschlafen. Es werden kaum mehr Baugebiete bei uns ausgewiesen. Es ist schlicht kein Platz mehr in den Dörfern, die einen hohen Anteil an Eigenheimen haben. Der Pfarrer schiebt bei uns keinen lauen Lenz. Wir haben mehr als 4000 Gemeindemitglieder verteilt auf 16 Dörfer, mit 2 Kirchen, wo jeden Sonntag Gottesdienst ist.
Keiner wird bei uns daran gehindert am Gottesdienst und am Abendmahl teilnehmen. Niemandem wird das verweigert. Eine kirchliche Beerdigung ist im allgemeinen ausgeschlossen. Da können aber Ausnahmen gemacht werden. Kinder werden dann getauft, wenn sie religionsmündig sind, also mit 14, oder bei Säuglingen, wenn evangelische Paten, oder Großeltern da sind. Zum Patenamt gehört die Mitgliedschaft in der jeweiligen Kirche.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 03.10.12, 15:12
Zum Kindergottesdienst wollte ich noch was schreiben.

Ich glaub hier wurde jede Woche Kindergottesdienst angeboten. Das wäre bei uns auch nicht gut besucht und für die die es vorbereiten auch sehr frustrierend.

Wir haben nur ein paar Kindergottesdienste im Jahr. Manchmal direkt als Familiengottesdienst. Machmal gehen die Kinder erst in ein Nebengebäude und kommen erst am Schluß mit dem was sie vorbereitet haben in den "richtigen" Gottesdienst.

Meist sind es schon bestimmte Tage. Natürlich die kirchlichen Hochfeste und Erntedank. Das andere wechselt. Mal Muttertag, mal Fasnet, mal einfach so  ;)

Dadurch, dass es nicht allzu oft ist sind sie auch immer sehr gut besucht.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 03.10.12, 15:14
Zur Kirchensteuer:
Es werden nicht nur die Gehälter und die laufenden Kosten bezahlt.

Z.B. fließt auch ein Teil der Kirchensteuer in die Caritas, Familienpflege und die Sozialstationen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 10:31
Hallo,

wer meint in Kirche sein/bleiben zu müssen wegen der Beerdigung, also feierlich mit Pfarrer, das wird sich auch für Kirchenmitglieder ändern. Nachzulesen unter Ohne Pfarrer zur letzten Ruhe (http://www.hildesheimer-allgemeine.de/news/article/ohne-pfarrer-zur-letzten-ruhe.html).

Zitat
Katholiken im Dekanat Hildesheim müssen vom kommenden Jahr an damit rechnen, dass sie nicht von ihrem Pfarrer beerdigt werden. Ab Januar ist ein siebenköpfiges Team von Laien im Dienst, darunter zwei Frauen. Die Kirchenmitarbeiter ohne Priesterweihe werden genau wie Pfarrer Beisetzungen selbstständig leiten.  ...

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Steinbock am 29.11.12, 11:46
@Luna

Das ist doch prima, wäre mir eh lieber.

Schade, dass solch gute Ideen erst eine Notsituation brauchen, um durchgeführt zu werden.

Elisabeth
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 13:03
Hallo Elisabeth,

mit meinen negativen Erfahrungen bezüglich Geistlichen bei Sterbefällen wäre mir ein Laie* auch lieber. Dennoch glaube ich, dass die Kirche sich selbst einen Bärendienst erweist. Ich kenne ganz viele Leute, für die es wichtig ist, dass der Pfarrer sie beerdigt. Mit einem "Laien" wäre das nichts richtiges für sie. Erstaunlich ist, dass das sogar Frauen dürfen.

LG
Luna

*gibt es davon auch eine weibliche Form ???
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: doretchen am 29.11.12, 17:28
Wundert mich, dass das so in Hildesheim angeboten wird. Bei uns gibt es keinen kirchlichen Rahmen, egal auf kath. oder evangelischer Seite. Wir finden, man kann nicht Kirchensteuer sparen und dann den selben Service zum Nulltarif haben. Wenn ich das richtig weiß, ist eine Beerdigung auch in der kath. Kirche kein Sakrament. Nur geweihte Priester dürfen Sakramente spenden. Also könnten auch Gemeindereferentinnen Beerdigungen durchführen. Ich möchte mal vermuten, dass diese Laien für ihre Dienste, wie ein freier Redner bezahlt werden müssen. Ins Kirchenbuch werden diese Beerdigungen sicher nicht eingetragen. Es scheint, dass die Kirchengemeinde sich hier eine Einnahmequelle erschlossen hat.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 18:52
Hallo doretchen,

das ist nicht für Leute gedacht, die aus der Kirche ausgetreten sind, sondern für Kirchenmitglieder. Die werden sicher ins Kirchenbuch eingetragen. Die Laien sollen die Beerdigung durchführen, wenn der Pfarrer keine Zeit hat, was wohl öfter vorkommt.
Ausgetretene werden hier auch nicht kirchlich beerdigt, obwohl auch das schon mal ausnahmsweise vorgekommen ist.

Wenn ich hier die alten Leute so höre, finden die meisten es schrecklich, wenn jemand ohne Geistlichen beerdigt wird. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Laienbeerdigung erst mal nur in der Stadt. Vielleicht lässt es sich da eher durchsetzten.

LG
Luna

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 29.11.12, 22:26
Ich möchte mal vermuten, dass diese Laien für ihre Dienste, wie ein freier Redner bezahlt werden müssen. Ins Kirchenbuch werden diese Beerdigungen sicher nicht eingetragen. Es scheint, dass die Kirchengemeinde sich hier eine Einnahmequelle erschlossen hat.

Beerdigungen sind von Kirchenseite "kostenlos". Man bekommt keine Rechnung und muss auch nix bezahlen. Egal ob der Pfarrer oder die Gemeinderefentin kommt. Das gehört zu den normalen Aufgaben, die über das Gehalt eingeschlossen sind. Und somit auch über die Kirchensteuer finanziert werden.
Gegen Spenden hat sich aber noch niemand gewehrt.  ;)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 22:33
Gammi, die Rechnungen kommen dann für diverse Einzelposten (macht bei uns der Bestatter), wie Taschengeld für die Meßdiener, Organist, Obulus für die Frauen, die am Vorabend der Beerdigung den Rosenkranz vorbeten. Weiß nicht, was es noch war.

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 29.11.12, 22:45
Hallo,
hier in unseren Regionen ist es schon länger so, dass man auch mal auf einen hauptamtlichen Diakon treffen kann der dann beerdigt. Ich finde das auch unentscheidend wer einem unter die Erde bringt. Meine Tante um deren Bestattung ich mich kümmern musste weil sie keine Kinder hatte, die hat auch ein Diakon beerdigt. Und das ist jetzt inzwischen 11 Jahre her.
Taufen darf auch der Diakon. Unsere Anna vor 26 Jahren wurde schon vom Diakon getauft.

Was das Bodenpersonal betrifft, so finde ich, dass wir immer etwas übersehen, dass wir alle selber Kirche sind. Egal ob katholisch oder jetzt bei den ev. Mitchristen.
Wenn ich dabei bin, dann hab ich auch die Möglichkeit den Wagen in meine Richtung zu lenken. Werfe ich das Ruder weg, dann kann ich auch nicht motzen. Sorry, - meine Meinung!
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 23:04
Zitat
Wenn ich dabei bin, dann hab ich auch die Möglichkeit den Wagen in meine Richtung zu lenken.

Hallo Martina,

funktioniert das bei euch? Hier bewegt sich schon lange nichts mehr. In den 70ern hatten wir hier viel Aktivität und Veränderung, sehr zum Positiven. Ich fand das damals alles sehr lebendig. Vielleicht waren wir als junge Leute aktiver als diejenigen heute. Ich will diese Stagnation aber hier bei uns nicht nur auf die Jugendlichen schieben.

Zur Zeit haben wir einen Pfarrer mit hoher Agressionsbereitschaft. Wenn es da nicht nach seinen Wünschen geht wird er mächtig zornig und haut mit der Faust auf den Tisch, mit hochrotem Kopf und hoher Lautstärke. Die Ehrenamtlichen lässt er möglichst außen vor. Beerdigungen werden so gelegt, dass die Meßdiener es mit dem Schulbus nicht schaffen können. Er meint, er braucht keine dabei haben. Hier bewegt keiner etwas, auch wenn er dabei ist. Entweder er passt sich an oder er wird einfach nicht mehr informiert.

Martina, ich war zeitweise sehr nah mit dabei, viel zu nah. Hat mir nicht gut getan.

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: fanni am 29.11.12, 23:13


Beerdigungen sind von Kirchenseite "kostenlos". Man bekommt keine Rechnung und muss auch nix bezahlen. Egal ob der Pfarrer oder die Gemeinderefentin kommt. Das gehört zu den normalen Aufgaben, die über das Gehalt eingeschlossen sind. Und somit auch über die Kirchensteuer finanziert werden.
Gegen Spenden hat sich aber noch niemand gewehrt.  ;)

also da widersprech ich ganz vehement nix umsonst, zahlst du alles, wenn du eine Beerdigung hast, hast du eine Riesenrechnung von der Pfarrei (unser Friedhof ist nun mal noch kirchlich, deswegen werden Leute die nicht mehr in der Kirche sind, hier genauso beerdigt, die bringen sich aber ihren eigenen Zeremonienmeister mit, oder wer immer das leitet, benutzen auch die Leichenhalle, die Mesnerin hilft mit und unsere Kirche als Andachtsraum, also kriegen die die gleiche Rechnung wie wir alle, je nachdem welche Dienste sie abrufen..........sogar die Kerzen in der Laichenhalle werden einzeln aufgelistet und das Totenglöcklein, die Mesnerin, der Organist.

In der Nachbargemeinde ist der Friedhof gemeindlich, da kommt dann die Rechnung für die Beerdigung von der Gemeinde und für alles was in der Kirche gelaufen ist eben von der Kirchenstiftung.

Aber ihr redet alle aneinander vorbei, denn wenn jemand gestorben ist muss er nun mal bestattet werden, egal ob mit und ohne Pfarrer im Friedwald, auf See oder Asche verstreuen.

War neulich auf einer Friedwaldbestattung mit freiem Prediger kostet 500 Euro, hab ich extra gefragt, dazu kommt der Prediger und alles was noch vorher zu bezahlen ist.

Und wenn jetzt jemand aus der Kirche ausgetreten ist ist es für mich ein Unding in kirchlich zu bestatten, auch wenn älteren Leuten das vielleicht weh tut. Es war sein freier Wille.

Man sollte dann halt beizeiten regeln, wie man es dann haben möchte und es nicht dann den Angehörigen überlassen, die vielleicht erst bei einem Todesfall vom Kirchenaustritt erfahren und mit der Situation überfordert sind und zum Pfarrer rennen und den in eine blöde Lage bringen. Der Pfarrer kannn sich doch auch nicht über den Willen des Verstorbenen hinwegsetzen. Auf der einen Seite wird er als hartherzig beschimpft, wenn er der Familie erklärt, dass sie natürlich die Kirche benutzen können, er aber für den Ablauf nicht mehr zuständig ist........aber wenn er es täte............hm ich möchte nicht wissen was dann los ist.


@Martina-S

Bei uns kommt jetzt auch  meistens "nur" noch der Diakon, weil der PFarrer einfach keine Zeit mehr hat, ausser er ist in dieser Woche mit Beerdigungsdienst dran, das ist aber auch nicht schlimm, ist halt keine Eucharistiefeier, aber die kann man ja dann mal an einem Sonntag für den Verstorbenen nachholen, wem das wichtig ist. die Beerdigungen bei uns sind sehr würdevoll und feierlich, egal ob mit Diakon oder unserm PFarrer.
Die teilen sich das lange vorher ein, ist ein strenges Raster, aber wenn du nur 3-4 Tage Zeit hast für die Beerdigung hat bei uns jeder die Gewissheit, dass er es so machen kann, eben zeitnah, denn Todesfälle kann man halt nicht einplanen die kommen halt einfach, aber es muss gut durchgemanagt werden und da müssen eben einige auch auf die Eucharisitefeier an diesem Tag verzichten, es geht sonst nicht, oder eben eine Urnenbestattung wählen, da ist der PFarrer dann wieder freier mit seinen Terminen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 29.11.12, 23:16
Hm...
weißt Du, ich denke man sollte sich auf das Wesentliche besinnen. Und wer bitte sagt denn dass ich nicht mit noch ein paar anderen beten kann. Braucht es immer einen Oberhirten?
Ich denke es macht keinen Sinn sich nur zu orientieren was der Pfarrer meint und sagt. Der ist selber Mensch. Hat auch vielleicht seine Fehler.
Aber trotzdem kann man glauben und beten.
Deshalb funktionieren Freikirchen ja so gut. Eben weil sie auch in der kleinen Truppe was mit sich und den anderen anzufangen wissen.

Und auf Deine Frage zurück zu kommen... Ja, bei uns funktioniert es schon. Aber mir ist das fast zu offen. Bin eher konservativ. Aber auch da kann man was finden, dass es passt.

ich muss eben versuchen die Ansprüche etwas tiefer anzusetzen. Ich kann nicht immer auf meinen Glaubensbrüdern und Schwestern rumhacken und suchen wo es bei denen krankt. Ansetzen muss ich bei mir selbst.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 29.11.12, 23:28
@fanni.

Dann sag ich es so: für die Dienstleistung der Gestaltung einer Trauerfeier durch den Pfarrer muss man bei uns nix bezahlen. Das ist in seinem Gehalt inbegriffen. Die meisten geben zwar was, aber das ist freiwillig.

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 29.11.12, 23:44
Zitat
Und wenn jetzt jemand aus der Kirche ausgetreten ist ist es für mich ein Unding in kirchlich zu bestatten, auch wenn älteren Leuten das vielleicht weh tut. Es war sein freier Wille.

Man sollte dann halt beizeiten regeln, wie man es dann haben möchte und es nicht dann den Angehörigen überlassen, die vielleicht erst bei einem Todesfall vom Kirchenaustritt erfahren und mit der Situation überfordert sind und zum Pfarrer rennen und den in eine blöde Lage bringen.

Fanni, grundsätzlich sehe ich es auch so, aber in dem Fall war es Gnade aus meiner Sicht. Der Verstorbene war ein junger Mann von Anfang 20. Der hatte keine Zeit mehr etwas zu regeln und für die Eltern war es so schon furchtbar.  :'(

@Martina:

Zitat
Ich kann nicht immer auf meinen Glaubensbrüdern und Schwestern rumhacken und suchen wo es bei denen krankt. Ansetzen muss ich bei mir selbst.

Ich glaube nicht, dass ich auf meinen Glaubensbrüdern rum hacke. Es gibt eine Menge Erfahrungen, die ich hier nicht im öffentlichen Teil schreiben werde, einige nicht einmal im internen. Trotzdem habe ich lange Jahre in der Gemeinde ehrenamtlich gearbeitet und auch eine Reihe von Jahren hauptberuflich im kirchnahen Bereich.
Wir sind hier übrigens eher konservativ und stellen keine überhöhten Ansprüche an Offenheit und Modernität. Heute bin ich nicht mehr aktiv weder ehrenamtlich, noch beruflich, aber mein Freundes- und Bekanntenkreis ist dort überwiegend angesiedelt.  Es macht mich traurig, wie  immer nur Ärger und Unzufriedenheit hoch kommt.

Ich kann nur darüber reden, wie ich es hier erlebe. Bei dir kann es durchaus genau umgekehrt sein. Dann ist es doch schön, wenn man etwas bewegen kann und mit Freuden mit anderen zusammenarbeiten kann.

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: doretchen am 01.12.12, 16:34
Bei uns kommt in der kath. Gemeinde ein geweihter Priester auf 8000 Schäfchen. Ohne Unterstützung vom Kloster könnte der die Dienste, die ein geweihter Priester tun muss, nicht zurecht kommen. Den örtlichen Pfarrer gibt es durch die Großgemeinden nicht mehr. In den einzelnen Orten gibt es Gemeinderefentinnen, Diakone und Kapläne. Das wissen aber die Gemeindemitglieder.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Luetten am 01.12.12, 19:55
Ich habe meinen Vater vor 2Jahren beerdigt und habe keinen Pfennig bezahlt!
Liebe Grüsse
Lütten
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 01.12.12, 20:08
Ich habe meinen Vater vor 2Jahren beerdigt und habe keinen Pfennig bezahlt!
Liebe Grüsse
Lütten

Hast du alles direkt an den Bestatter bezahlt? Der "verteilt" das dann entsprechend. Ich habe es auch nicht mehr genau in Erinnerung, was das alles für Einzelposten waren. Glaube nicht, dass extra was bei war wie "Dienste des Pfarrers", aber schon so einiges, an das wir ohne Bestatter nicht gedacht hätten. Andererseits ist es doch auch wieder normal, alles kostet eben. Mich hat nur irritiert, dass das Rosenkranz vorbeten auch was kostet. 20 € sind dann aber  bei den Gesamtkosten einer Beerdigung auch nicht die Welt.

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Luetten am 01.12.12, 20:26
Hallo Luna,
nein, Bestatter und Kirche sind bei uns 2 verschiedene Posten, auch bei unserer Hochzeit haben wir
keinen Pfennig gezahlt. Und wenn euer Bestatter auf seiner Re. etwas von der Kirche hat, ist das Amtsanmassung und er macht sich strafbar!
LG Lütten
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: LunaR am 01.12.12, 20:42
Hallo Luetten,

ich will es jetzt nicht behaupten, ist schon ein paar Jahre her, aber hier ist es - glaub ich zumindest mich zu erinnern - dass der Bestatter alles zusammenfasst und dann auch alle anderen Stellen auszahlt. Ist eigentlich ganz angenehm, wenn sich jemand um alles kümmert.

Die letzten Jahre hat zumindest unser ehemalige Pfarrer immer gleichzeitig mit der Pfarrsekretärin im Sommer 3 Wochen Urlaub gemacht. Bei Sterbefällen wurde dann dieser Bestatter angerufen, da Pfarrbüro ja unbesetzt war. Lt. unserer Pfarrsekretärin wusste der Bescheid, was alles gemacht werden musste. 

LG
Luna
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Luetten am 01.12.12, 21:37
Hallo Luna,
bei uns macht der Pastor aus der Nachbargemeinde Vertretung und auch um die Grabverkäufe
kümmert sich der Pastor und wenn dieser in Urlaub ist macht es einer vom Friedhofsausschuss.
Liebe Grüsse
Lütten
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: annelie am 08.11.13, 15:42
Ich war heute auf einer Verabschiedung, der Verstorbene war aus der Kiche ausgetreten.

Die Verabschiedung fand in unserer katholischen Dorfkirche statt. Es gab einen Redner und es wurde Orgel (Barockmusik) gespielt. Anschließend gingen wir zum Grab, auf unserem kath. Kirchenfriedhof (wir haben im Nachbarort auch einen Gemeindefriedhof). Es gab auch Weihwasser am Grab und eine kleine Besetzung der Blaskapelle spielte "Näher, mein Gott zu Dir"

Ich empfand es als sehr würdig.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: SiegiKam am 02.11.14, 11:23
Während wir die Kirchenaustritte diskutieren ist vielleicht ein anderes Problem noch viel drängender, nämlich die fehlenden Eintritte. Meine Tanten waren gestern am Grab meiner Oma und danach haben wir uns zum Kaffee und ratschen getroffen. All ihre Kinder leben in München und Umgebung. Keines dieser Kinder hat seine eigenen taufen lassen, also sind sie gar nicht eingetreten in die Kirche. Als ich das hörte, wurde mir erst bewusst, wie rosarot wir am Land die Zukunft der Kirche sehen im Vergleich zur zukünftigen Realität. Ich sehe eine Zukunft mit geschlossenen Kirchen voraus, daneben vielleicht eine Moschee  ::). und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ganz wohl ist mir dabei nicht.

Siegi
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: SiegiKam am 07.08.16, 18:29
Ich war heute auf einer Verabschiedung, der Verstorbene war aus der Kiche ausgetreten.

Die Verabschiedung fand in unserer katholischen Dorfkirche statt. Es gab einen Redner und es wurde Orgel (Barockmusik) gespielt. Anschließend gingen wir zum Grab, auf unserem kath. Kirchenfriedhof (wir haben im Nachbarort auch einen Gemeindefriedhof). Es gab auch Weihwasser am Grab und eine kleine Besetzung der Blaskapelle spielte "Näher, mein Gott zu Dir"

Ich empfand es als sehr würdig.

So wird es bei mir hoffentlich auch, ich habe mich von der Institution Kirche offiziell verabschiedet.

Siegi, konfessionslos
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: AnniH am 07.08.16, 18:40
Siegi,

ohne jetzt persönlich zu werden , welche Gründe können einen bewegen , diesen Schritt zu wagen ... und wie gehts einen dabei.

Ich habe ein Familienmitglied, dessen Gründe waren tatsächlich die Kirchensteuer und vor allen unser Kardinal in München .....und die Vorgänge im Vatikan.

Grüße Anni
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Anemarie am 07.08.16, 19:16
ich denke mal, daß es bei den meisten die Kirchensteuer ist, die zum Austritt bewegt, gerade jetzt nachdem die Bank neben Abgeltungssteuer, Soli auch noch Kirchensteuer abführt.

Kirchensteuer ist übrigens nicht überall fällig, z.b. gibt es in Polen oder Italien keine Kirchensteuer und alle werden dort auch kirchlich beerdigt. Der Kircheneintritt ist mit der Taufe und später mit Erstkommunion und Firmung, das sind Sakramente und  die kann man nicht einfach rückgäng machen (wie meine Tochter mal meinte "abweihen").

Darum denke ich, daß es nicht unbedingt fehlender Glaube ist, der zum Kirchenaustritt bewegt, sondern z.B. steuerpflichtige größere Beträge die erwartet werden wie eine betriebliche Abfindung, Erbschaft, Schenkung, Hofverkauf oder ähnliches.

Annemarie
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Tilly am 07.08.16, 19:28
Eine Bekannte ist auch aus der Kirche ausgetreten. Sie ist Erzieherin
und hat sich beworben bei einem katholischen Kindergarten.

Vorraussetzung war natürlich, dass sie der Kirche angehört.

Des Jobs wegen ist sie dann wieder eingetreten.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mamaimdienst am 07.08.16, 19:50
Ich bin vor einigen Monaten auch aus der katholischen Kirche ausgetreten. Die Kirchensteuer war definitiv kein Grund!
Ganz ehrlich..... ich bin sowas von befreit aus der Standesamt raus, als ich die Unterlagen unterschrieben habe. Ein paar
Wochen später bin ich beim evangelischen Pfarrer vorstellig geworden und seitdem geht es mir so richtig gut!
Meine genauen Gründe werde ich hier jetzt nicht genauer erläutern, ich wollte nur sagen, es gibt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit
nicht nur "Kirchensteuer" als Grund auszutreten!
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Mattea am 07.08.16, 22:18
Ich wurde von der Kirche, als ich Hilfe brauchte im Stich gelassen - mehrfach.

Über Jahre engagiert und hilfsbereit der Gemeinde gegenüber, doch wenn man selbst am Boden liegt,..... naja mehr will ich dazu nicht mehr schreiben.

Es geht definitiv ohne Kirche, ja es war wie eine Befreiung, meinen Glauben habe ich nicht verloren, der kann jetzt sogar richtig aufblühen. Anders eben, an nichts mehr gebunden, an keine Kirchenrechte, Vorschriften und Dogmen. 

Die Institution Kirche ist leider sehr verstaubt (egal ob kath. oder ev.), rückständig und kann sich nicht anpassen.  Wenn sogar an der Basis nicht die Not ihrer Mitglieder gesehen wird,..... wozu brauche ich dann noch die Kirche,.... um Sonntags im Gottesdienst zu erscheinen, kräftig etwas im Klingelbeutel zu lassen,... in den versch. Bereichen helfen,.. für kostenlosen Blumenschmuck und Erntedankgaben zur Verfügung zu stehen,... für Kirchensteuer zu bezahlen,... Caritastüten zu füllen,... bei den Sammlungen vor Weihnachen einen offen Geldbeutel zu haben usw.... 
alles schön und gut, gerne,.... doch wenn man in seelischer Not alleine gelassen wird,.... sehe ich keinen Grund, das noch fortzusetzen. 

ich gebe allerdings zu, ich hab lange gebraucht um mich da durch zuringen zu dieser Entscheidung, jetzt sehe ich es war richtig.

Wie gut das ich keine Flächen von der Kirche gepachtet habe,....... die wären ganz schnell weg.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Clara am 07.08.16, 23:33
Hallo mal eben,

wie kann sich was ändern, wenn alle, die was ändern können, das Handtuch werfen und gehen?


Fragende Grüße,

Anja
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Mattea am 07.08.16, 23:45


Wenn man versucht hat etwas zu verändern, aber ohne Erfolg.

Alles starr bleibt und sich nichts tut.

Da kann man sich nur selbst ändern und eine Entscheidung treffen, die hilft und gut, für einem Selbst.

Vielleicht ändert sich etwas, weil wenn sich nichts tut, tut sich irgendwann etwas.

Wenn genug gegangen sind, weggelaufen sind, ändert sich automatisch etwas.  Manchmal muss man gehen, da gibt es keine andere Option. Das Leben ist nun mal Knallhart und kein Ponyhof. 

Ich bereue nichts und ich vermisse nichts.  Das hätte ich schon früher tun sollen, als falsche Hoffnungen zu haben.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: pauline971 am 08.08.16, 09:09
Mein Mann und ich sind schon einige Jahre her aus der Kirche ausgetreten. Fehlen tut uns überhaupt nichts. Und glauben kann ich auch so.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 08.08.16, 09:39
Das was Clara geschrieben hat, das möchte ich so voll unterstreichen.
Kirchenspaltungen hat es zu allen Zeiten schon immer wieder mal gegeben. Ob es immer richtig ist, wenn man seine Ansichten durchdrücken muss?
Ich möchte behaupten, es wird nicht besser wenn jeder für sich sein eigenes Süppchen kocht!
Und wenn sich die Suppenköche alle zusammen schlössen, dann behaupte ich, wären sie in einigen Jahrzehnten auch an dem Punkt wo z. B. die ev. Kirche jetzt auch wieder steht.

Wollte eigentlich in dieser Box nichts schreiben. Aber wenn ich es so betrachte, dann möchte ich mich von der kath. Kirche nicht abwenden. Schon alleine der Sakramente wegen. Mir würde die Mystik fehlen. Diese bestimmt meinen Glauben und lehrt mich auch an meiner Kirche mich fest zu halten und macht es mir auch möglich, mich einzubringen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: gammi am 08.08.16, 14:24


Wollte eigentlich in dieser Box nichts schreiben. Aber wenn ich es so betrachte, dann möchte ich mich von der kath. Kirche nicht abwenden. Schon alleine der Sakramente wegen. Mir würde die Mystik fehlen. Diese bestimmt meinen Glauben und lehrt mich auch an meiner Kirche mich fest zu halten und macht es mir auch möglich, mich einzubringen.

So geht es mir auch.

Aber nach einigen Jahren im Kirchengemeinderat reut mich die Kirchensteuer, die wir bezahlen müssen doch schon sehr. Es hat mich schon oft gestört wie auf der einen Seite für echt unnötige Dinge das Geld mit vollen Händen im wahrsten Sinne des Wortes rausgeschmissen wird.
An anderer Stelle, an der es echt sinnvoll wäre wird aber gegeizt ohne Ende.

Auch hat mir in den aktiven Jahren die wirkliche Seelsorge gefehlt. Klar ist mir bewusst, dass die Pfarren heute oft meherer Pfarreien zu betreuen haben und wahnsinnig viel Verwaltung an dem Job hängt. Aber die eigentliche Seelsorger bleibt dabei doch in den meisten Fällen sehr aussen vor.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maggie am 08.08.16, 20:07
, dann möchte ich mich von der kath. Kirche nicht abwenden. Schon alleine der Sakramente wegen. Mir würde die Mystik fehlen. Diese bestimmt meinen Glauben und lehrt mich auch an meiner Kirche mich fest zu halten und macht es mir auch möglich, mich einzubringen.

das ist genau das was mich stört an der kath. kirche - aber eben, ich bein Zwinglianerin - und die sind noch weiter von der kath.  kirche weg als die Lutheraner  - doch ich brauche in der kirche kein "Brimborium", wenn ich mal hingehe -
bitte verzeiht, es ist meine sicht, aber nicht abwertend für alle die das lieben oder damit leben wollen
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina-s am 08.08.16, 23:27
Nein, Maggie,
wir haben uns ja schon einige Male darüber ausgetauscht. Ich muss mich da nicht durchsetzen. Für mich ist es aber die Mitte meiner Religion! Eben für mich!
Und warum das so ist, das kann ich Dir nicht erklären. Weil ich es selber nicht weiß. Normal bin ich eher nüchtern...
Hat allerdings mit Brimborium direkt nix zu tun. Ich glaube an das was man nicht erklären kann.
Ich könnte Dir schon was dazu mitteilen. Aber das möchte ich hier nicht schreiben. Vielleicht sehen wir uns mal wieder. Dann frage mich, warum ich an etwas glaube was nicht mit normalen Worten zu erklären ist.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maria02 am 10.08.16, 19:16
Wir haben hier einen Priester der auch die Kinder tauft deren Eltern aus der katholischen Kirche ausgetreten sind !!
Gut in der kirchlichen Hierarchie wird er sicher nicht mehr befördert und er ist anscheinend als kleiner Dorfpfarrer auch sehr zufrieden.
Seine aussage dem Bischof gegenüber er kann es mit seien Gewissen nicht vereinbaren ein Kind nicht zu taufen, wenn die Eltern die Taufe
für diese Kind erbitten und auch an Gott glauben.
Er lehnt sich mit seiner Einstellung schon sehr  weit aus dem Fenster aber bei aktuellen Priestermangel der überall herrscht können sie ihm wohl nicht
vom Dienst suspendieren.
In einer Pfarrei wurde von den Eltern verlangt für 5 Jahre Kirchensteuer nachzuzahlen und wieder einzutreten dann würden sie die Taufe vornehmen.
Eingetreten wären die Eltern damals sogar aber nachzahlen wollten sie dann doch nicht, jetzt ist übrigens schon das 2 Kind von denen katholisch  getauft

Liebe Grüße
Maria

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: martina am 10.08.16, 19:52
Wenn mir jemand so käme, dass ich erst nachzahlen soll, damit mein Kind getauft wird, würde ich mit der Taufe warten, bis das Kind 14 ist und somit religionsmündig. Dann entscheidet das Kind, ob Taufe oder nicht und keine Kirche der Welt kann dann den Eltern kommen und Steuernachzahlung verlangen.
Im christlichen Sinne erziehen kann ich mein Kind ja dann auch und es dahin lenken, dass es die Taufe selber will.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: SiegiKam am 10.08.16, 19:56
Meine Beweggründe ist nicht die Kirchensteuer, da die bei meinem schmalen Gehalt nicht stark ins Gewicht fällt. Eher ist es ein sich langsam aufgebautes Unbehagen mit vielem was "Kirche" ist.

Mich stört
- das Brimborium;
- dass mir alte alleinstehende Männer vorschreiben wollen, wie ich meine Ehe zu leben habe. Soll ich mir hier wie so viele meine eigenen Regeln machen (verbotene Verhütung, Sex nur zum Kinder zeugen, unkeusche Gedanken...)?
- die Scheinheiligkeit vieler Priester, die Kirchgehen als Zeichen von Frömmigkeit und Glauben sehen sich sonst aber die Regeln biegen, wie sie selbst sie am besten brauchen können, auch was die Wahrhaftigkeit angeht;
-die vielen Parallelen zu anderen Religionen (unbefleckte Empfängnis, Himmel und Hölle...), wie kann da mein Glaube einzigartig sein? Wenn er es nicht ist, ist es dann nicht egal, ob ich glaube oder nicht?
- die Engstirnigkeit, die ich bei vielen "gläubigen" Menschen erfahren habe.

Ich bin ein erwachsener Mensch und denke, dass ich auch ohne zehn Gebote anständig zu meinen Mitmenschen sein kann. Und ob ich am Freitag Fleisch esse oder nicht, ich glaube das ist im Universum sowas von unbedeutend.

Ich fühle mich seit meinem Kirchenaustritt sehr sehr viel freier und ein kleines bißchen heimatlos, aber ich glaube das legt sich. Schließlich habe ich die Regeln der katholischen Kirche von Kindesbeinen an eingetrichtert bekommen.

Siegi


Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: maria02 am 10.08.16, 20:34
Uns wurde schon vor 30 Jahren im "christlichen Eheseminar" , war damals Pflicht wenn man kirchlich geheiratet hat,
folgendes erklärt :  Man muss es mit seinen Gewissen vereinbaren können was man tut oder nicht tut !!!

So streng, das einen wirklich alles vorgeschrieben wird ist es nun auch nicht auch das Freitags kein  Fleisch essen ist wohl kaum mehr
ein Dogma.
Sinnvoll aber allemal das man nicht jeden Tag Fleisch in sich hinein stopft und sich Gedanken macht was man überhaupt ist
und auch mal eine Gewisse Zeit auf lieb gewonnenen Gewohnheiten verzichtet.
Die unbefleckte Empfängnis ist auch so ein Ding, ich grins mir eins, das sind alte Überlieferungen und für meinen Glauben nicht wirklich nicht relevant !!!
Während die 10 Gebote durchaus, für ein  gutes Zusammenleben der Menschheit untereinander,  keine schlechte Voraussetzungen sind.

Lieber die 10 Gebote als die Scharia  :o

Ich glaube die Zeit der Kirchensteuer wird auch irgendwann einmal vorbei sein wenn dann so eine art Kulturbeitrag kommt
dann würde ich auch lieber an  mein Geld für die Kirche als ans Theater verwenden lassen .

Es ist übrigens niemand fehlerlos weder gläubiger , ungläubiger oder Kirchlicher Würdenträger
vor Gott sind alle gleich!

Liebe Grüße
Maria





 
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Daggl am 13.08.16, 20:14
Ich finde es nicht so wichtig, ob jemand katholisch (ich bin aus Überzeugung katholisch), evangelisch oder in einer Freikirche ist. Die gemeinsame Grundlage ist die Bibel und der Mittelpunkt Jesus Christus. Die  Unterschiede bestehen hauptsächlich in verschiednen Auslegungen der Bibel-  da könnte man sich stundenlang drüber streiten, nur sehe ich da keinen Sinn dahinter, Jesus sagt ja auch: "Heute gebe ich euch ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben.  An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Freunde seid."
ich fände es für mich etwas schwierig "alleine zu glauben". Ich mag die Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern im Glauben (auch wenn auch das manchmal schwierig sein kann).

Ich bin so dankbar dafür, dass ich an Gott glauben kann und darf. In keiner anderen Religion gibt es einen Gott, der ein liebevoller Vater ist. Gott, der auch meine Schuld für sich auf sich genommen hat,  damit der Himmel ein Geschenk ist , das ich nicht erarbeiten muss, wie in anderen Religionen, in denen ich dafür was leiten muss, sondern dieses wunderbare Geschenk nur annehmen brauche.  Gott, mit dem eine liebevolle Beziehung möglich ist, der mir versprochen hat immer an meine Seite zu sein und mich nie alleine zu lassen, egal wie schwer das Leben gerade ist.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Mattea am 13.08.16, 20:31

ich fände es für mich etwas schwierig "alleine zu glauben". Ich mag die Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern im Glauben (auch wenn auch das manchmal schwierig sein kann).


Das sah ich früher auch mal so, doch nach den Erfahrungen "mit dieser Glaubensgemeinschaft" und so wie mich das Leben in den letzten Jahren gebeutelt hat, da vergeht die Lust auf Gemeinschaft. 
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Mattea am 13.08.16, 20:47
Leicht ist es mir nicht gefallen, 1,5 Jahren habe ich abgewogen und nochmals versucht, dass die Gräben überwunden werden können. Wenn die Geistlichen kein Interesse von Ihrer Seite haben, sich der Sache nochmals anzunehmen, nur der Meinung sie haben Recht,....und schweigen,..... ja bitte, was soll ich dann noch da.   Mehr wie auf die Leute zugehen und Gespräche suchen kann ich nicht.

Soviel zu liebt einander.   >:(   Die Geistlichen predigen oft etwas, was sie selbst nicht leben  können.  Verzeihen fällt denen sehr schwer, das erwarten sie nur von anderen, ich vermute, das liegt aber auch an Ihrer Stellung, die viel Aufmerksamkeit geschenkt bekommt,.... die haben es nicht nötig.

Ja ich hab mit dieser Entscheidung gekämpft, da ich sehr eng mit der Kirche und Glaubensgemeinschaft verbunden war.  Damit aufgewachsen, das Ganze gelebt, war da, wenn ich gebraucht wurde, meistens für kleine Arbeiten im Hintergund, die aber auch wichtig sind,.......... es war ein Stück Identität. 

Doch jetzt merke ich auch einen anderen freieren Glauben, keine schlechte Erfahrung.

Negative Folgen habe ich bis jetzt noch nicht erlebt.



 
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Helhof am 13.08.16, 20:55
Dagmar, mir geht´s wie dir. Ich bin gern katholisch, betrachte aber andere Religionen als gleichwertig.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Steinbock am 22.08.16, 12:52
Allen einen herzlichen Dank, die hier so offen geschrieben haben.

Ich bin auch wieder schwer am überlegen. Ein trauriger Vorfall macht es mir
noch schwerer, das Handtuch (noch) nicht zu werfen.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mamaimdienst am 02.08.17, 20:31
Allen einen herzlichen Dank, die hier so offen geschrieben haben.

Ich bin auch wieder schwer am überlegen. Ein trauriger Vorfall macht es mir
noch schwerer, das Handtuch (noch) nicht zu werfen.

Hallo Steinbock,
das ist nun fast ein Jahr her, wie geht es dir mittlerweile?

Ich bin vor ein paar Tagen zufällig über den Brief des kath. Pfarrers gestoßen, der mich nach meinem Kirchenaustritt
erreicht hat. War wieder aufs Neue "entsetzt" wie man als Pfarrer einen so herzlosen/drohenden Brief schreiben kann.
Es stand wirklich nichts drin, was mich im entferntesten dazu bewegen könnte in der kath. Kirchen zu bleiben.....

und mir geht's immer noch gut  :D
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: Steinbock am 07.08.17, 09:20
Danke der Nachfrage. Verschiebe eine Entscheidung immer vor mir her.
Bin derzeit ziemlich passives Mitglied. (So wie viele andere auch.)
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mary am 07.08.17, 09:47
@Elisabeth,
ich war eigentlich ein sehr aktives Gemeindemitglied in diesem Verein, aber ein Hirtenbrief in einer sehr schweren
Zeit für die Landwirtschaft hat mir damals das Kraut so augeschüttet, dass ich meinem Mann gegenüber äusserte, dass ich in diesem Verein nicht mehr bleiben werde.
Er war entsetzt und hat lange auf mich eingeredet.
Ich glaube nach wie vor an Gott, aber  das Bodenpersonal  hat es sich mit mir ziemlich verscherzt.
Mit der Zeit habe ich begriffen, dass es wohl immer so war, egal  was die Menschen noch so positiv machten, das Bodenpersonal hat immer gezeigt, dass es nicht gut genug war- ( nur wenn ich so schaue- naja, reden kann jeder leicht)

Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: pauline971 am 07.08.17, 09:58
Ich vermisse kein Ding, seit ich aus der Kirche ausgetreten bin.
Titel: Re: Welche Folgen hat ein Kirchenaustritt?
Beitrag von: mary am 07.08.17, 10:05
Ich bin in der Kirche geblieben, vielleicht meinem Mann zuliebe.
Es ging mir nie um die Einsparung der Kirchensteuer- aber als ich neulich von einem Vortrag las, warum ich in der Kirche bleibe, da wäre ich gerne hingefahren, war nur leider so weit weg von uns.
Meine klare Unterscheidung-
Gott, an den ich mit allem meinem Dasein glaube,
und das Bodenpersonal, naja, da bin ich inzwischen etwas abgebrüht.