Bäuerinnentreff

Betriebliches => Familie & Betrieb unter einem Hut => Thema gestartet von: renerl am 18.11.07, 15:30

Titel: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: renerl am 18.11.07, 15:30
Unser Sohn (20) hat seine Lehre zum Landwirt beendet und hat nun Rastzeit bis zur schulischen Weiterbildung. Mein Göga und ich haben uns sehr auf diese Zeit gefreut, das wir mit ihm zusammenarbeiten können und keinen Azubi mehr brauchen. Wir hielten uns immer für aufgeschlossen und modern, waren sicher, das wir uns niemals  so benehmen würden, wie unsere SEs. Seit er zuhause ist gibt es nur Schwierigkeiten, die Enttäuschung über viel Dinge ist unglaublich groß und es gibt auch Verletzungen die erst mal verheilen müssen. Er macht Stallaushilfe um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen (kriegt aber auch von uns was), und manchmal sind wir tatsächlich froh, wenn er zu einem Einsatz muss, und wir dadurch etwas Verschnaufpause bekommen. Seine Arbeitszeiten, die oft auch Wochenenden und Feiertage einschließen machen es natürlich schwierig, geregelte freie Wochenenden zu finden. Wir hätten ja auch ganz gern mal frei- Fehlanzeige! Der höfliche Umgang mit meinem Göga ist auch so ein Thema, da tut man sich auf fremdem Betrieben anscheinend leichter. Das ganze ist so schwierig, das wir das Gefühl haben in einer Sackgasse gelandet zu sein. Ich sitze zwischen allen Stühlen, weil ich immer da Gefühl habe, vermitteln zu müssen.Hat noch sonst jemand Problem dieser Art, und wenn ja, wie geht ihr damit um?  Ich habe gestöbert und nichts der gleichen  gefunden. Falls es bereits eine Box dieser Art gibt, habe ich sie übersehen.
LG Renerl
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: ansabe am 18.11.07, 16:23
Hallo Renerl,
das tut wirklich weh, wenn es so gar nicht klappt, wie man es sich vorgestellt hat.
Vielleicht kann jeder seine Vorstellungen, was er sich wünscht, mal zu Papier bringen, um diese dann auszutauschen.
Am besten die Vorstellungen des anderen zuerst lesen, dann Lösungen alleine suchen und sich dann wieder versuchen in Ruhe zusammenzusetzen. Aber ich weiß, das es schon schwierig ist, die Männer zum Aufschreiben zu bringen. Aber vielleicht schaffst du es ja, oder du schreibst es für dich auf und fragst sie einzeln. Ich weiß nicht, ob es eine Hilfe ist. Aber ein Versuch ist es doch wert.
Liebe Grüße und viel Geduld
ansabe
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: zoomi am 18.11.07, 17:58
schönen abend dir,

mit 20 ist man auf der suche nach seinen eigenem weg, seine eigenen erfahrungen, und sicherlich ist es nicht ganz einfach als eltern da still zu sein.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: zoomi am 18.11.07, 18:12
ups zu früh gesendet

du schreibst er arbeitet außerhalb um sich was dazu zu verdienen?
verdient er  zu wenig? oder aber er ist sehr fleißig und möchte einfach mehr geld haben.

meine söhne wohnen weit weg von mir( leider) da ich zu meinem mann auf den hof gezogen bin. am anfang bin ich alle freie minute zu den jungs gefahren und hab sie so, der reih nachbesucht, im gepäck eine menge dinge wie blumen fürs fenster oder sonst irgendwelche sachen, zusätzlich im gepäck dabei eine menge ratschläge, ;D

bis meine jungs mal sagten und dass in einem sehr unfreundlichen ton( aber anders konnte man mich nicht in meine schranken weisen) laß des bitte ,weil wir sind alt genug um zu wissen was wir tun ( damals 20, 23, 21)
die wortwahl war bei weitem schärfer.
wir haben dann lange diskutiert und arg gestritten (wir sind alle vom temprament eher so wie ich, schnell oben aber auch schnell wieder unten.) nun ja inzwischen kann ich damit leben und wenn sie mal einen rat brauchen rufen sie auch an oder kommen vorbei.

natürlich ist dass so nicht zu vergleichen.

aber manchmal habe ich den eindruck als würde den jungen leuten auf dem land, oft die möglichkeit genommen vieles selbst auszuprobieren, eigene erfahrungen zu machen, und ideen einzubringen.

in dem alter mit 20 ist man auf der suche wohin einen der weg führt.

ich weiß nicht wie euer verhältnis sonst ist, aber wenn es sonst immer in ordnung war dann kann man doch offen darüber sprechen, man kann auch mal sagen was einem weh tut. und man kann wenn die burschen total spinnen ihnen auch ruhig mal einen tritt in den hintern verpassen( sprichwörtlich gemeint)

lg zoomi
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Luetten am 18.11.07, 18:44
Mein SV war immer sehr tolerant und ich hoffe falls unser Sohn den Betrieb mal übernimmt das mein Mann genauso tolerant ist, bevor Ihr Euch auseinanderlebt setzt Euch doch wenigstens an einen Tisch und sagt Euch was Ihr von dem anderen erwartet bzw. verändern möchtet... und laßt den jungen auch Chancen selbst etwas auszuprobieren ;)
LG Petra
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: renerl am 19.11.07, 08:56
Das mit dem Melkeraushilfdienst war eine Art "Vorsichtsmaßnahme" von uns, weil wir die Probleme vorausgesehen haben. Die Mitarbeiter dort werden in ganz Bayern zur Urlaubsvertretung oder bei Krankheit eingesetzt. Man bleibt im Schnitt 10- 14 Tage am Betrieb, dann ist der Einsatz wieder beendet. Selbstverständlich ist der zusätzliche Verdienst auch für uns angenehm. In erster Linie ging es aber auch darum Erfahrungen zu sammeln und wie gesagt um den Abstand zueinander. Unser Jüngelchen ist so ein typischer Nesthocker, dem man manchmal anschubbsen muss. Was Mama an unangenhemen Dingen erledigen kann, muss man schon nicht selbst tun. Mama weiß das selbstverständlich und tut doch so vieles, um den lieben Frieden Willen. Bei meinen Älteren Schwestern habe ich früher oft gesagt: Das gibts bei mir mal nicht! Nun läufts oft genauso.
Anscheinend gibts der Resonanz nach in diesem Bereich woanders nicht so viele Probleme. Oder die Kinder sind noch kleiner und man hat so wie ich früher noch Idealvorstellungen. Trotzdem vielen  Dank für die Ratschläge, manche sind sicher hilfreich. Im Moment steht ein Einsatz an. Danach werden wir wohl mal handeln müssen!
LG Renerl
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Jan am 19.11.07, 09:35
Das mit dem Melkeraushilfdienst war eine Art "Vorsichtsmaßnahme" von uns, weil wir die Probleme vorausgesehen haben. Die Mitarbeiter dort werden in ganz Bayern zur Urlaubsvertretung oder bei Krankheit eingesetzt. Man bleibt im Schnitt 10- 14 Tage am Betrieb, dann ist der Einsatz wieder beendet. Selbstverständlich ist der zusätzliche Verdienst auch für uns angenehm. In erster Linie ging es aber auch darum Erfahrungen zu sammeln und wie gesagt um den Abstand zueinander. Unser Jüngelchen ist so ein typischer Nesthocker, dem man manchmal anschubbsen muss. Was Mama an unangenhemen Dingen erledigen kann, muss man schon nicht selbst tun. Mama weiß das selbstverständlich und tut doch so vieles, um den lieben Frieden Willen. Bei meinen Älteren Schwestern habe ich früher oft gesagt: Das gibts bei mir mal nicht! Nun läufts oft genauso.
Anscheinend gibts der Resonanz nach in diesem Bereich woanders nicht so viele Probleme. Oder die Kinder sind noch kleiner und man hat so wie ich früher noch Idealvorstellungen. Trotzdem vielen  Dank für die Ratschläge, manche sind sicher hilfreich. Im Moment steht ein Einsatz an. Danach werden wir wohl mal handeln müssen!
LG Renerl

Moin Renerl

Es gibt bei jedem Generationswechsel Probleme! Das erst mal vorweg. Aus deinem Post gehen allerdings nicht all zu viele Details hervor, damit man sich ein Bild davon machen kann, wie schlimm es wirklich ist.(Das ist aber auch gut so)
Wichtig ist in erster Linie, daß man bei Problemen miteinander weiterhin sachlich kommuniziert.
Euer Junge muß lernen eigenständig und eigenverantwortlich zu Arbeiten. Dabei muß er auch Fehler machen dürfen. Oftmals eignet sich als Maßnahme dafür, daß er einen Betriebszweig eigenständig und eigenverantwortlich übernimmt. Da muß er alleine entscheiden und wenn ihr da mal aushelfen müsst, dann müsst ihr das so machen, wie er das wünscht. Das ist nicht immer ganz einfach, aber nur so lernt er Verantwortung zu übernehmen und ist auch eher bereit, sich in den anderen Gebieten unterzuordnen.
Da dieses Problem, wenn ich das richtig verstehe, in erster Linie zwischen deinem Sohn und deinem Mann besteht, ist es enorm wichtig, daß du vermittelst. (Mach dir aber keine Illousionen: Beide werden der Meinung sein, du stehst nur zum anderen)
Wichtig ist, daß man weiterhin vernünftig miteinander redet. Jemand hat hier geschrieben, daß beide Seiten mal die Probleme zu Papier bringen sollten. Das halte ich für eine gute Idee.

Bei uns in S-H gibt es von der Kammer Seminare, mit den Themen Hofnachfolge, Kommunikation oder auch Medidation. Der Besuch solcher Seminare kann hilfreich sein.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Solli am 19.11.07, 09:38
Hallo Renerl,
jemand sagte einmal: "Wenn Kinder Probleme machen, dann haben sie auch eins!"

Ohne Euch und Eure Situation zu kennen und allein aus Deinem Posting heraus würde ich auch vermuten, da hilft nur: Miteinander (nicht gegeneinander) reden! ;)
Vielleicht ist Eurem Sohn während der Ausbildung klar geworden, das er was ganz anderes will und jetzt Angst hat, Euch zu enttäuschen? Oder Euer Erwartungsdruck ist zu hoch?
Wenn Ihr Euch an einen Tisch setzt und verbal nicht miteinande klarkommt, dann holt Euch eine dritte Person dazu, die so etwas wie "Moderator" macht? Oder, Du - wenn Du neutral genug bist - übernimmst die Rolle?

Ich weiß, wie schwer es ist, miteinander zu reden. Ich mache es auch gerade aktuell mit. Bei uns wird es zwar - GOTTSEIDANK - nicht niveaulos, aber ich habe nur noch das Gefühl, ER und ich sprechen zwei verschiedene Sprachen. :(
Daher ist so eine dritte, außenstehende Person manchmal gar nicht verkehrt.

Ich wünsche Euch viel Glück! :)

Solli
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Biobauer am 19.11.07, 15:21
Hallo, sind den diese probs erst alle aufgetreten nachdem er mit der ausbildung zu ende war,sowas kommt doch nicht knall auf fall.
du schreibst ja ein bissl was zu deinen jungen ,aber was für ein typ ist den dein mann,kann er den auch mal loslassen oder muss alles nach seinen kopf gehn .
meine jungs werden ja auch alle grade flügge, zum teil reiben wir uns auch richtig heftig aneinander,aber sowas muss am nächsten tag spätestens vergessen sein udn man redet wieder miteinander. und wen er den wirklich hofnachfolger sein soll,dann muss man ihn auhc einbinden  bei entscheidungen ,vieleicht auch mal auf sein wort hören auch wenn man ganz anderer meinung ist.
ich selbst hatte ja nie das glück oder pech   ;)  richtige altenteiler am betrieb zu haben ,aber ich seh bei freunden wie heftig da es heute noch zur sache geht ,obwohjl de r junge schon auf die 40 zugeht. würd mich tierisch nerven.
man sollte auch immer wieder versuchen den jungen zu bestärken und auch mal zu loben,als ich nun zb wochenlang in russland war hat unserer grosser stalldienst gemacht,auch wenn die schweine vieleicht 10 gr weniger zugenommen haben als bei mir ( ich bin halt einfach de r beste  ;D ) ich hab ihn dafür ausgiebig gelobt auch vor fremden ,sowas erfüllt einen vate r doch auch mit stolz. und wenn eurer beim melkeraushilfsdienst tätig ist muss er schon arg fit sein,einfach is de r job nämlich nicht .
mehr kann ich dazu aUCH NICH SAGEN ;DAZU WARN ES EINFACH ZU WENIG INFOS:
servus
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 19.11.07, 23:27
iach glaube nicht, dass es auf andern höfen keine probleme gibt...

bei uns bin scheinbar ich es die die probleme macht -
göga akzeptiert (fast) alles vom junior (27) - anderseits muss ich sagen, er - junior - war schon immer sehr vernünftig -

was mich bei ihm sehr stört - und immer wieder zu "verstimmungen" meinerseits führt -
er arbeitet noch oft bei einem lu - frühling grassilage häckseln und im herbst mais - da war er fast wochenlang nie zu hause -
dann noch immer wieder mit dem lkw -
und oft erfahre ich am morgen früh - wenn er wegfährt - statt im stall zu sein, dass er auswärts arbeitet, und dann muss ich umstellen und mich auch im stall betätigen -

wenn ich "motze" ist seine antwort - ich habe vergessen es zu sagen - gestern abend....grrrrrrrr

oder dann sprechen sie sich die arbeit im stall ab - und wenn ich glück habe (normalerweise nur auf meine nachfrage hin - was habt ihr vor) - erfahre ich wo und was sie tun, bevor sie mich auch einspannen wollen...
da werde ich dann manchmal seeeehhhr laut - und das liebt göga (leider) nicht .....
junior kann das besser wegstecken -
mit ihm kann ich auch mal streiten was leider mit meinem herzalllerliebsten nicht möglich ist !!!    :o
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 20.11.07, 13:56
MAg schon sein Solli dass es bei andern einfacher ist zu raten. Aber dabei merkt man ja auch wieder was bei einem selber falsch läuft und klemmt sich dann wieder hinter die eigenen Fehler um sie auszumerzen.
Es gibt mehr Familien als man denkt in denen es nicht , sagen wir mal so, rund läuft.
Bei jedem wird es anders gelagert sein. Aber es gut hier zu lesen, dass es nicht überall heile Welt ist und das tröstet erstmal ganz schön.
Da kann man sich dann sicher leichter wieder ans Werk machen und mit den guten Ratschlägen  klappt es dann auch bei einem selber besser.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Jan am 20.11.07, 14:20
Moin, ich bins nochmal zu diesem Thema

Ich hab ja schon geschrieben, daß unsere Kammer in S-H Seminare anbietet, die einem beim Generationswechsel helfen. Wenn ihr aus anderen Bundesländern kommt, bieten eure Kammern vielleicht ja auch solche Seminare an oder ihr könnt durch eure Nachfragen dazu beitragen, daß solche Seminare angeboten werden. Speziell handelt es sich um folgende Seminare:

1. Hofübergabe richtig vorbereiten
2. Zwei Generationen im Team

Für weitere Infos (auch zu anderen Seminaren, teilweise gezielt für Frauen) gibt es den "Weiterbildungskalender 2007/08
Landwirtschaft" als pdf-datei ( http://www.lwk-sh.de/fileadmin/user_upload/Downloads/arbeitnehmer/Weiterbildungskalender_Landwirtschaft_2007_2006.pdf (http://www.lwk-sh.de/fileadmin/user_upload/Downloads/arbeitnehmer/Weiterbildungskalender_Landwirtschaft_2007_2006.pdf) )
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mathilde am 20.11.07, 18:03
Hallo Renerl.

ich Rate Dir gar nichts  ;)
Bei uns war das genau dasselbe nur dass wir noch FremdAk beschäftigen. Seit ich aber Junior genau den gleichen Lohn bezahle wie den FremdAk hat sich die Lage sehr gebessert was das Arbeiten betrifft. Wie Vater u. Sohn miteinander umgehen  :-X
Ich habe es aufgegeben mich da einzumischen. Im Sommer sogar ist mir mal der Kragen geplatzt da habe ich gesagt ich hätte selber zu tun und Sie sollen sich mal wie Erwachsene Männer benehmen und nicht wie Kinder.... >:(
Uiii das hat gesessen.
Die Streitigkeiten haben aber auch schon abgenommen unser Junior ist mittlerweile 24  8)

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Alice am 20.11.07, 20:46
Hallo,
ich denke die beste Lösung ist, wenn sich Junior mal länger wie ein paar Wochen außerhalb betrieblich betätigt, dann sieht er vieles aus einer anderen Blickrichtung:

- weniger betriebslind
- schätzt den Betrieb zuhause vielleicht mehr, weil da vieles anders organisiert ist
- hat vielleicht gute neue Ideen (Biogas oder so)
- oder ganzes Gegenteil: er sieht, dass man mit Biogas auch auf das falsche Pferd gesetzt hat...
- oder ganz was anderes: er stellt plötzlich fest, dass er nur, weil seine Eltern einen Nachfolger haben wollten, Bauer gelernt hat

Ich denke auch, dass man mit einer fremden Person besser zusammen arbeiten kann, da man nicht 24 Stunden am Tag zusammenhockt... Und zuhause ist es oft so, dass trotz Ausbildung des Juniors der Senior immer sagt so geht es und nicht anders....

Kannst Du nicht bei ihm einfordern, dass er am Tag xy den Stall macht, weil Du im Musical bist oder sonswo? Würde ich mal ankündigen und wenn er nicht da ist, ihn auch mal im Regen stehen lassen...

Grüße
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 21.11.07, 11:04
Hallo Maggie,
das ist doch aber auch keine Art, so mit Dir umzugehen? ???
Meiner hat auch öfters mal so die Angewohnheit, mit fünf Minuten vorher zu sagen: "Könntest Du nicht mal..."?
Nöö, kann ich nicht!
Mit zwei kleinen Kindern an der Backe ist man eben nicht so spontan und flexibel, aber das begreifen Männer wohl nicht so. Ergebnis davon, er fragt schon gar nicht mehr...

Machs doch auch mal so - anstatt laut zu werden? Wenn Dir fünf Minuten vorher angekündig wird, das Du im Stall mithelfen sollst, sagst Du: "Ach Schatz, das tut mir aber jetzt leid, jetzt habe ich gleich einen wichtigen Termin!" Hättest Du mir das gestern Abend gesagt...;D ;)
Meinst nicht, das könnte helfen? 8)

Irgendwie hab ich immer gut reden, dabei hab ich hier selbst zur Zeit an allen Fronten zu kämpfen. :P
Aber bei anderen ist das immer so viel einfacher - oder doch nicht?

 ;) ;)


hallo solli,
ich weiss - und darum habe ich zum glück noch einen job gefunden wo ich feste arbeitszeiten habe - die herren wissen es schon lange vorher -
aber man(n) ist überrascht - wenn ich sage - tut mir leid - muss jetzt weg in die bibliothek....

und wenn es geht - dann mache ich so das nötigste - damit ich nicht bis um halb 11 mit dem frühstück warten muss - und lasse göga allein...

Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 21.11.07, 11:07
Hallo Renerl.

ich Rate Dir gar nichts  ;)
Bei uns war das genau dasselbe nur dass wir noch FremdAk beschäftigen. Seit ich aber Junior genau den gleichen Lohn bezahle wie den FremdAk hat sich die Lage sehr gebessert was das Arbeiten betrifft. Wie Vater u. Sohn miteinander umgehen  :-X


LG Mathilde

nun - wir haben junior schon immer einen normalen arbeitslohn "gutgeschrieben" - er bezieht einfach was er braucht aus dem betrieb und der rest wird ihm verzinst - bis zur hofübernahme (in der schweiz wird der hof vom jungbauern "gekauft" - zu einem speziellen preis, der von gesetzes wegen festgelegt ist (gebäude und land)
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Nanne am 21.11.07, 14:38
Hallo Renerl,
hab deinen Eintrag erst jetzt gelesen. Dasselbe Problem gibts bei uns auch und ich bin froh, wenn Junior die Woche durch in der Schule ist.
Manchmal sind auch zu viele Generationen auf einem Hof und Göga und ich kommen uns immer vor wie zwischen 2 Mahlsteinen. Da gibt es noch die ältere Generation (SE), die auch immer noch ein Wörtchen mitreden wollen und dann kommt schon die nächste Generation nach, die auch was sagen wollen und dann bleibt die eigene Meinung oft auf der Strecke. Momentan wirklich sehr aufreibend das Ganze, ich hoffe, es wird mit der Zeit besser.

Gruß,
Nanne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Geranie am 21.11.07, 22:24
Hallo,
mhm und bei uns denke ich, vererbt sich dass Verhältnis zw SV und Göga schon  auf Göga und Sohn.
Da kommt echt Freude auf, wie waren die Sommerferien doch lang  ;)
Also manchmal sind sie ja ein Herz und eine Seele und dann wieder da meinst, du bist im Kindergarten.
Ich hab da keine große Lust zum Vermitteln, weil da ist man immer die Dumme.
Bei uns dauerts ja noch etliche Jahre bis Junior, (hoffentlich) ganz auf dem Hof bleibt, einerseits gut, andererseits ist´s auch schön, wenn er uns
vertreten kann. So hat alles 2 Seiten. Ich galube schon, dass es Familien geben kann wo´s harmonischer abgeht, vielleicht weils auch in der letzten Generationsfolge gut geklappt hat, bei uns fehlt da leider das positive Vorbild. Schade!

LG Geranie
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: freilandrose am 21.11.07, 22:35
bei uns fehlt da leider das positive Vorbild. Schade!

LG Geranie
Hallo Geranie, ich kann Dir nicht gut folgen. Wie meinst Du das mit dem Fehlen des positiven Vorbildes? Dein Mann ist doch da. Er versteht sich doch mit Euerem Sohn sehr gut. Er ist doch dann für Eueren Sohn ein sehr gutes Vorbild!
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: regi am 21.11.07, 22:45
Hallo Renerl

Unser Junior ist auch 20, ausgebildeter Landwirt. Für uns alle war klar, dass er nicht gleich nach der Lehre heimkommen wird. Gründe: Er soll noch andere Betriebe kennen lernen, daheim sein kann er noch lange. Auslandaufenthalte sind auch gute Erfahrungen. Die Meinung eines fremden Chefs wird besser akzeptiert als die des Vaters.

Wenn er daheim wäre, würde er bei schönem Wetter von diversen LU als Aushilfe angefragt, von andern Milchviehbetrieben auch als Wochend- oder Ferienaushilfe im Stall. Er wäre, wie das auch Renerl schreibt, garantiert nur teilweise daheim (sicher bei Regenwetter...). Das gäbe nur Reibereien.

Deshalb arbeiten wir vorläufig weiter mit einem Azubi, später schauen wir weiter.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 22.11.07, 09:04
Gute LÖsung so, aber es ist eben auf jedem Betrieb anders. MAnche Betrieb brauchen ihre Jungen LEute in Arbeitsspitzen, auch weil evtl. der Chef schon ein wenig lädiert ist und  Hilfe braucht. Wir haben auch Zeiten in denen unser Sohn anderen Leutenhilft und Zeiten in denen wir gar nicht auf ihn verzichten können. Mit fremden Arbeitskräften kaum zu machen , denn die wollen einen Ganz-JAhres -Job.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Geranie am 22.11.07, 15:40
Hallo Caro,
bei uns ist das Verhältnis zw. meinem SV und meinem Mann sehr spannungsgeladen,
es geht um Macht auf dem Betrieb, SV hätte immer noch gern "das Sagen" und lebt das entsprechend aus.
Für Ihn gibt es nur den Betrieb, er hat keine anderen Interessen und dementsprechend kann er auch mit 71 Jahren
überhaupt nicht loslassen.  Das meinte ich mit schlechtem Vorbild, diese gestörte Vater-Sohn-Beziehung.

LG Geranie
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 22.11.07, 17:11
  Das meinte ich mit schlechtem Vorbild, diese gestörte Vater-Sohn-Beziehung.

LG Geranie

liebe geranie,
das ist eben das glück bei uns - göga will nie so leben mit junior wie mit seinem vater - darum schweigt er auch zu oft...!! - und mutter kann das eben nicht - nicht so schlimm -  ;D
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mogli am 22.11.07, 21:06
 Hallo Geranie ! Das mit dieser " Erbschaft " kommt mir sehr bekannt vor.Mit dem Vermitteln gehts mir genau so. LG
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 23.11.07, 10:20
Oje - mein Thema  :D Unser Sohn arbeitet im Winter als Skilehrer, da seh ich ihn eigentlich ganz selten. Dann führt er auch seinen Haushalt, wie waschen, bügeln, kochen etc, alleine.
Aber im Sommer hat er drei bis vier Betriebe. Zwei im Aargau, einer im Welschen und bei uns. Jetzt müssen die anderen nur mit dem Finger schnippen und schon ist er bei ihnen. Die hören nicht auf ihn zu loben und er sei der beste Arbeiter den sie je hatten. Die Zeit in der die anderen ihn nicht brauchen arbeitet er bei uns. Da habe ich ja nichts dagegen, bei uns gibt es immer Arbeit. Aber wir wissen nie so recht: Wie lange ist er bei uns, was alles können wir einplanen.
Wir bezahlen ihm 130sFr. Tageslohn, genau gleichviel wie die anderen. Es ist gut so, wenn er dann einmal nicht arbeitet, müssen wir uns auch nicht aufregen, weil er an diesem Tag ja auch nichts bekommt.
Aber es ist schon so, dass er sich bei uns halt viel mehr hängen lässt. Bei den anderen arbeitet er fast bis zum Umfallen. Zu Hause hat er Mühe so richtig in Schuss zu kommen am Morgen. Da setzt er sich noch vor den TV, in der Mittagspause auch - das nervt mich, weil ich es nicht mag, wenn dieser Kasten andauernd läuft.
Er fängt auch sehr viel an, nimmt Maschinen auseinander und lässt es dann einfach liegen, weil er ins Aargau gehen muss und mein Mann kann dann wieder alles richten und versorgen. Er hat auch Mühe Göga als Chef zu akzeptieren. Er ist halt in erster Linie immer noch sein Vater und nicht sein Chef. Hier bei uns macht er eigentlich nur was im auch passt.
Andernseits ist er ein sehr lieber Kerl. Und ich freue mich immer, wenn er bei uns ist. Nächstes Jahr will er ins Ausland, mal schauen, ich glaube es erst, wenn er im Flieger sitzt.
Auf alle Fälle haben wir uns ein Stöckli gekauft ohne Sicht auf den Hof. Sollte er mal den Betrieb übernehmen ist es besser, wenn wir nichts sehen  ;D
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Jan am 23.11.07, 12:23
Moin, Moin!

Mal ne blöde Frage:
Betriebe die unbedingt auf die AK des frisch ausgelernten Sohnes angewiesen sind, haben die nicht doch auch selber schon vorher einen Planungsfehler gemacht?
Das klingt doch geanuso, wie bei Altenteilern, die argumentieren: wenn ihr nicht so entscheidet, dass es mir passt, dann helf ich euch nicht mehr.
Ist diese Zwangslage nicht geradezu prädestiniert, sich zu überlegen, wie es AK-Auslastungsmäßig anders zu machen ginge (Umstrukturierung, anderes Zeitmanagement oder gar ne Fremd-AK in Teil-/Vollzeit) ?

Da würde ich mich auch sträuben, mit diesem "Schuldigsprechen". Denn es läuft doch darauf hinaus, dass der Junge das so sieht: Ich bin unverzichtbar für den Betrieb, aber ob ich es so selber möchte fragt mich keiner.
Der psychische Druck, der durch solche Aussagen auf den Nachfolger ausgeübt wird, ist doch immens, geradezu dazu geeignet, dem Junior das Hofübernehmen abzugewöhnen, denn es wirkt wie ein Überstülpen.

Der Sohn/die Tochter bekommt doch gar nicht dir Freiheit zugesprochen, selber zu entscheiden, oder eine Entscheidung reifen zu lassen.
Denn diese hohe Erwartung ist ihm sicher schon während der Lehre immer wieder über die Füße gelaufen.

Mit so einem Druck kann es doch keinen Familienfrieden geben, oder?


Ein sehr guter Post (http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/k025.gif)

Als ich aus der Lehre kam, war mein Vater auf Milchkontrolle und meine Mutter krank. Das hat zwar auch seine Vorteile gehabt, weil ich so relativ früh recht viel Entscheidungsfreiheit hatte, aber später konnte ich auch nicht mehr weg, weil meine Eltern sonst all die Fortschritte, die ich erzielt habe, wieder zurückgeschraubt hätten. Ich hätte gerne noch mal was von der Welt gesehen, Praktikum in Kanada, Holland oder so. Aber es war ja schon so, daß der Betrieb nicht ordentlich lief, als ich beim Bund war. Es ist nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden, aber auf jeden Fall sollte man den Willen des Hofnachfolgers nicht ignorieren.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Luetten am 23.11.07, 14:43
Romy das mit dem Stöckli (bei uns Abnahme) finde ich sehr gut, man sollte dicht genug dran wohnen um zu helfen wenn was ist und weit genug weg um sich nicht sehen zu müssen ;)
LG Petra
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Solli am 23.11.07, 19:35
Zitat
Aber es ist schon so, dass er sich bei uns halt viel mehr hängen lässt. Bei den anderen arbeitet er fast bis zum Umfallen.
Ähm...wo soll er denn sonst mal alle fünfe grade sein lassen, wenn nicht zu HAUSE? ???
Er arbeitet doch sonst sehr fleissig...
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: regi am 23.11.07, 20:02
Ja, Solli, das hast du recht, aber ich unterstütze auch Romys Gedanken voll und ganz. Bei uns äwre das haargenau so. Am Morgen ein bisschen später, über Mittag auch, dazwischen schnell ein Spiel am PC oder eine Arbeit anreissen, die gut warten kann - Romys Worte könnten von mir sein!

Es kommt einfach drauf an, ob der junge Landwirt daheim angestellt ist oder ob er auswärts angestellt ist und daheim seine Freitage hat.

Wenn der Junior daheim als Landwirt angestellt ist, erwarten wir, dass er während der Arbeitszeit arbeitet und sich ganz normal einsetzt bei der üblichen Betriebsarbeit. Auch, wenn das nur tageweise ist. Wenn er aber während den Arbeitstagen daheim länger schläft als betriebsüblich, über Mittag noch seinen Film fertig guckt bis 13.30 Uhr (wenn die andern um 13.10 Uhr weiterfahren) usw., gibt das einfach eine miese Stimmung.

@Bridda: Auch deine Gedanken finde ich sehr gut. Ich habe mich früher manchmal gefragt, ob wir unsern Jungs nicht zu viele Freiheiten lassen. Sie hatten ihre Aemter, aber waren doch nicht in die Tagesarbeit eingebunden, dass es ohne sie nicht gegangen wäre.
Wenn die Kinder während der Schulzeit als (Teilzeit-)Arbeitskraft dazu gehört, merkt man es ganz empfindlich, wenn sie nachher ausfliegen und eigene Wege gehen. Was dann?
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Alice am 23.11.07, 20:14
@Regi: Du hast geschrieben "Ich habe mich früher manchmal gefragt, ob wir unsern Jungs nicht zu viele Freiheiten lass" - ich denke darin liegt auch ein Knackpunkt, denn während der Schulzeit, Lehre, Bundeswehr ist man irgendwo nur Teilzeit-Mithelfender, und plötzlich hat man den ganzen Hof und merkt, da habe ich ein Problem mit Vater und/ oder mit der eingeschränkten Freiheit, denn Mutti und Vati haben oft abends den Stall gemacht, während man selbst in der Disco war...
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 23.11.07, 22:57
Ehrlich gesagt wäre mir lieber, er würde noch etwas herum reisen, sich die Welt ansehen. Solange er fort ist, kommen wir mit einem Lehrling gut zurecht. Aber wir müssen wissen was er will. Dann können wir uns richten. So malso, malso das geht nicht. Er kann ja auch sagen: He! heute mache ich frei. Das ist dann auch ok. Aber so halbpatzig, schliesslich bekommt er von uns gleich viel Lohn wie von dort wo er dann 10-12 Stunden arbeitet dafür. Er schiebt auch gerne Sachen die ihm nicht passen auf den Lehrling ab.
Was mir bei ihm besonders gefällt: Dass er so gerne in der Direktvermarkung arbeitet. Manchmal habe ich das Gefühl, er arbeitet hier sogar lieber als im Stall. Gerade jetzt beim Fleisch verpacken ist er mir eine grosse Hilfe. Ich muss halt nichts mehr erklähren - er weiss das halt einfach. Für mich ist es auch leichter als für meinen Mann. Er gibt sich wirklich Mühe, versucht alles mit ihm zu besprechen und will ihm auch immer wieder Verantwortung übergeben, aber irgendwie will er das einfach noch nicht.
Heute ist er abgereist. Er hat Instrukterprüfung in Davos. Danach kann er Skilehrer ausbilden, die Skischule Lenzerheide bezahlt ihm Kurs und Prüfung (es kostet über 2000sFr) dafür musste er sich verpflichten noch 2 Jahren in Lenzerheide Skischule zu geben. Er musste mit dem 6 Uhr Zug und hatte es vermutlich ziemlich eilig  ;D alles stand offen, sogar die Türe nach draussen, es war eine Schweinekälte im Flur.

Aber ich habe dies schon bei einigen Lehrlingen erlebt. Die waren sehr gut hier auf dem Betrieb. Auch in der Schule und überhaupt. Doch kaum zu Hause, hörte man von den Eltern dasselbe Lied wie jetzt von uns. Meistens trennen sich dann die Wege bis der Sohn entgültig nach Hause kommt und übernimmt. Wir hatten mal ein Mädchen aus der Nähe von Bülach. Kaum zu Hause, suchte sich der Vater einen anderen Job auf der Gemeinde. Das geht super, sie schmeisst den Betrieb und er arbeitet 100% auswärts.  ;D Rollentausch!

Wir setzen unseren Sohn überhaupt nicht unter Druck. Es kann ja auch sein, dass er bei der jetzigen Freundin bleibt und einmal ihren Elternhof im Unterland übernimmt. Es kann auch sein, dass er nach Amerika reist und sich dann dort etwas aufbaut. Es kann so vieles, wer weiss das schon vorher. Sicher ist es schön, wenn er einmal alles übernimmt, aber es gibt immer wieder Alternativen, für ihn wie für uns auch.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: landleben am 24.11.07, 09:50
Moin!

Ich bin gespannt, wie es sich bei uns entwickeln wird. Unser Junior (21) hatte im Juli die Lehre beendet und ist Ende August für 3 Monate nach Kanada gegangen. Am 3. Dezember kommt er wieder.

Ich muss sagen, ich freue mich das er wieder kommt. Nicht nur als Mutter. Auch sind doch so einige Arbeiten liegengeblieben, wo Göga froh wäre eine helfende Hand zu haben. Mit unserem Sohn arbeitet er, denke ich, ganz gerne zusammen.

Allerdings sind wir auch schon verhältnismäßig früh angefangen ihn an Entscheidungen teilhaben zu lassen. Beim Thema Bankenwechsel war er bei den Gesprächen mit dabei.

Dann sollte ein Futtermischwagen angeschafft werden, sowie es ausbildungstechnisch passte, war unser Sohn an den Gesprächen beteiligt.

Bei einigen Dingen hat er gebeten, auf Entscheidungen zu warten bis er wieder da wäre.

Auf Juniors Wunsch wurde der Unternehmer zum Spritzen und Dreschen gewechselt.

Eigentlich war die Zeit des Ausbildungsbeginns bis jetzt am schlimmsten. Zuerst war alles auf den Lehrbetrieben besser als zu Hause. Das hielt dann ungefähr 3-4 Monate an, dann kamen doch Sprüche wie, das gefällt mir hier aber doch besser als wie es dort gemacht wurde.

Natürlich sah Junior es gerne, wenn wir seine Ideen sofort umgesetzt hätten, da hat Göga nur gesagt, wenn ich das Arbeitstechnisch umsetzen kann, dann ja, sonst wenn du wieder hier bist.

Mit der Zeit wurde das dann so akzeptiert und es hieß dann von Junior aus: Wenn ich denn zu Hause bin, können wir ja mal dies und das machen. Er hatte begriffen, dass nicht alles auf einmal möglich ist.

Wie gesagt, ich denke es ist wichtig, den Nachfolger frühzeitig mit einzubinden. Es soll ja auch noch vorkommen, da wird der Hof übergeben und der Nachfolger weiß garnicht wie gut oder schlecht der Betrieb in Wirklichkeit dasteht. Weil der Vater sich nicht in die Karten schauen läßt.

Lg

britta, die allen ein gutes Zusammenleben mit aller Generationen wünscht.

Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 03.08.14, 16:44
schubs mal an

Bin zufällig auf diese Box  gestoßen.

Wie ist doch alles ähnlich.  Als hier eröffnet wurde, hatten wir diese Probleme noch nicht.
Jetzt hat es uns voll erwischt.  Da ich die Verhältnisse von Renerl  kenne sehe ich wieder etwas positiv in die Zukunft.
Da müssen wir jetzt wohl durch, sie haben es schon geschafft.


Marianne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Lexie am 03.08.14, 20:22
ich glaub "geschafft" hat man es mit einem Hofnachfolger nie, wir sind auch gerade mittendrin.
Unser Sohn ist 25 und ich glaub voll in der Pubertät...................er war bis vor 2 Jahren total zuverlässig aber jetzt.
Nur noch Hektik, heut da, morgen dort.
Helfer und gutes Personal sind sehr rar in der LW, da kann man unseren Sohn halt überall brauchen, die LU´s fahren auch
am Limit mit ihren Fahrer und er soll auch immer noch einspringen...............
Fakt ist, dass wir alle überlastet sind, und es sich so auf unseren Umgang miteinander auswirkt, dass wir manchmal uns
nur noch aus dem Weg gehen. Dabei war es vor Jahren echt schön mit ihm zu arbeiten.
Aber seit er seinen Meister hat nur noch groß, größer... ich sags Euch LW-Schule ist Gehirnwäsche pur.
Ich könnt noch ewig weiterschreiben, aber da muss jeder selber durch.
LG Lexie
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Tina am 03.08.14, 21:51
Ich mags ja ga rnicht schreiben, aber bei uns läufts in der Hinsicht gut. Wir haben aber auch schon seit einigen Jahren eine GbR mit unserm Sohn, um ihn einzubinden.
Ich finde da als mitarbeitender FamilienAK nicht so prall.
Es gab auch mal ne Zeit, wo ein Machtwort gesprochen wurde, als es um "seinen" Betriebszweig ging und ich das mehr oder weniger machen durfte, weil er beim LU noch ZR-Roder fahren wollte.
Aber im Großen und Ganzen klappt das ganz gut. ;)
LG
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: gina67 am 03.08.14, 21:59
Hallo
wir können uns auch nicht beschweren, haben seit 7 Jahren eine Vater-Sohn-GbR. Sicher gibt es mal Meinungsverschiedenheiten, aber meistens kriegen wir das geregelt. Unser Sohn ist auch ab und zu beim LU und hilft, das kriegen wir bis jetzt noch alles auf die Reihe.
Das die Jungs eigene Pläne und Vorstellungen haben ist doch ganz normal, hatten wir doch auch. Man muss die auch mal machen lassen und nicht meckern wenn es nach hinten los geht. Das musste vor allem mein Mann erst lernen.

LG Gina
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 11.08.14, 10:00
Genau so ist es. Ich denke die Jungen Bauern müssen auch zuerst ihren Weg finden. Und es ist nun mal so, dass sie jeden Fehler selber machen müssen, weil sie es uns nicht glauben.
Ich habe auch oft das Gefühl unser Sohn ist zu Überlastet. Die Arbeit im Gemeinderat, auf dem Hof, im Maschinenring etc. Dann kommt mir wieder in den Sinn: Als wir eine junge Familie waren, wollte ich von Göga ein grosses Poster machen lassen - damit die Kids noch wissen wie er aussieht. Aber ich denke es ist überall das selbe. Eine Kollegin (ihr Mann ist Fostwart) meinte einmal: Meine Kinder sagen "Vater, das ist der Mann der bei uns ab und zu zum duschen vorbei kommt"
Aber auch die jungen Bauern werden älter und ruhiger  ;)

Im Moment sind auch alle nervös, das Wetter setzt ihnen zu. Wir kommen nur schleppend vorwärts. Wenigstens ist das Heu, das noch einmal nachwachsen muss im Tenn. Und den Hafer haben wir auch, mit nur einem leichten Regenschauer, gut eingebracht. Und der Wetterbericht hat schon wieder die ganze Woche Regen.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mathilde am 11.08.14, 11:37
Hallo Romy,

dann hast Dein Mann aber Glück mit Seinem Sohn. Unserer hält da leider gar nicht mehr vor dem Berg und sagt Ihm schlichtweg dass er nie Zeit hatte für seine Kinder und sich nie (stimmt so nicht) für Sie interessiert hätte und alles was so eine Kinderseele im Lauf der Zeit so aufstaut das kommt jetzt raus.

Wir haben überhaupt keinen freundlichen und netten Umgang mehr. Manchmal denke ich mir besser gar kein Umgang wie so einer  :(

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 19.08.14, 09:56
Bei einer Kollegin (wirklich ein herzensgutern Mensch) war es auch so. Nach vielen Versuchen, die Betriebsberatung war des öfteren auf dem Hof, haben die Eltern ihre Zelte abgebrochen und sind ins Unterland gezogen. Sie haben heute keinen Kontakt mehr zueinander.
Ich finde dies furchtbar traurig. Aber ehrlich gesagt: Was ist das für ein Leben, wenn man so nicht mehr miteinander klar kommt und sich trotzdem tagtäglich sehen muss.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mathilde am 20.08.14, 11:55
Hallo,

Romy, ich finde das aber gar nicht mal so schlecht. Eigentlich sollte man gehen bevor man nicht mehr miteinander spricht. Ich denke oft so ein kleiner Resthof am Bodensee (das sind bestimmt 700km von hier weg) das wär nicht schlecht. Mit 4 Pferdeboxen und etwas Koppeln dazu.
So lange man in dem Alter ist wo man noch kann ist das doch perfekt und nachher gibt es dann wieder eine Lösung.
Ich denke man hat sich dann in dieser Zeit auch vom Hof so weit gelöst dass man auch wieder dort in der Nähe wohnen könnte  :-\

LG Mathilde (die öfters mal solche Gedanken spinnt)
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 21.08.14, 00:18
Mathilde ein bisschen träumen darf doch jeder.
Manche schaffen es auch  ganz leicht, die Umstellung von Betriebsinhaber zum Altenteiler. Dennoch bleibt es eine schwere Aufgabe!!
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Bärbel am 21.08.14, 07:27
Manche schaffen es auch  ganz leicht, die Umstellung von Betriebsinhaber zum Altenteiler. Dennoch bleibt es eine schwere Aufgabe!!

Ich denke das kommt auf die Einstellung des Altenteilers an. Wer sich schon als Betriebsleiter für Unabkömmlich hält, wird sich auch sehr schwer tun damit es an die Jungen abzugeben.
Von solchen Altenteiler kommt oft der Spruch. " Wenn ich an Eurer Stelle wäre würde ich das soundso machen." Und wenn man das dann nicht so macht, dann ist der Ärger schon vorprogrammiert.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 21.08.14, 09:14
Es ist halt schon noch schwer: Wenn ein Jungbauer nachkommt ist er gespickt mit neuen Ideen und möchte erst Mal alles anders machen. Bei uns war das so. Viele Sachen die er macht finde ich genial, bei anderen kratz ich mir am Kopf. Bei mir ist das nicht so schlimm aber Göga hatte schon zu beissen. Ein kleines Beispiel: Er war immer so stolz auf seinen Laufstall, er wurde 1993 gebaut und jeder der ihn sieht ist ganz erstaund, dass der Stall tatsächlich schon so alt ist. Göga hat damals beim planen und umstetzen sehr Zukunftsorientiert gedacht. Als unser Sohn übernahm hat er vieles am Stall geändert.

Ich bin einfach froh, haben wir uns auch räumlich getrennt ohne Sicht zum Hof. Die Hälfte bekommen wir also gar nicht mit und deshalb ist unser Verhältnis zu unseren Nachfolger so gut. Aber manchmal muss ich auch heute noch Göga unseren Start und unsere Probleme mit seinem Vater ins Gedächnis rufen.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 21.08.14, 10:31
Genauso wie Du schreibst, ist es bei uns momentan. Junior ist 19.
Ich habe auch öfters Schwierigkeiten mit seinen Ideen, vor allen wenn immer alles sofort und gleich sein soll. Dazu kommen normale Generationskonflikte die andere auch haben.
Manche der Ideen die er hat waren sehr gut, andere naja....
Bei uns kommt noch dazu, dass mein Mann eigentlich immer alles entscheiden konnte. Sein Vater war erstens kein Landwirt und berufsstätig und  er verunglückte war mein Mann grad mal 22 und hat seither die Verantwortung allein getragen. Da ist es nicht einfach, wenn man sich mit Ende 50 umstellen muss.
Hat halt alles seine 2 Seiten, einerseits froh, dass endlich Entlastung da ist, andererseits denkt Junior halt nicht so wie Vater, hat neue Ideen und will sie verwirklichen.

Marianne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 21.08.14, 12:14
Zitat
Wer sich schon als Betriebsleiter für Unabkömmlich hält, wird sich auch sehr schwer tun damit es an die Jungen abzugeben.

Glaube nicht dass das die einzige Ursache für Schwierigkeiten zwischen Jung und ALt ist.
Junge Leute haben meist schon auch gute Ideen, doch die scheidende Generation hat oft vergessen wie sie selbst angefangen haben.
Das ist wahrscheinlich der häufigste Grund für Schwierigkeiten .
Warum sonst müßte manb den Männern immer sagen: Denke mal wie es für dich damals war.
Ich habe es meinem Mann auch schon sagen müssen.
Dann hört man : Bei uns war das doch gaaaaanz anders.
Nö war es nicht ...ist nur schon ein paar Jahre her.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mathilde am 21.08.14, 12:30
Von solchen Altenteiler kommt oft der Spruch. " Wenn ich an Eurer Stelle wäre würde ich das soundso machen." Und wenn man das dann nicht so macht, dann ist der Ärger schon vorprogrammiert.

Hallo,

Bärbel, besser hättest Du es nicht formulieren können.

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: martina-s am 21.08.14, 13:58
Hallo,
na, bei uns läuft das anders.
Da ordnet Sohn an was gemacht wird und das tägliche Einerlei, dafür sind wir zuständig. Weil wir tun ja angeblich nix.
Weil so das Alltägliche gehört ja nicht zur Kategorie "Arbeit"
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Lexie am 21.08.14, 14:34
ich lass mir auch lieber manchmal die Arbeit schaffen.
meistens muss/darf ich dann die "niederqualifizierenden Arbeiten", die wären kehren, Iglu putzen, Stroh einstreuen usw., verrichten.
Mach ich aber auch ganz gerne.
Jetzt darf ich noch zum Zetten fahren, so 2 Std. bis ich wieder mit Melken dran bin.
LG Lexie
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: KATHRINA H: am 21.08.14, 14:59
Bei uns wars bis vor ein paar Jahren noch so, das Göga, bevor er eine Arbeit machte,
z.B. odeln, immer zu SV ging und Bericht erstattete. Ansonsten war SV beleidigt...
Bis ich sagte, aber nur zu Göga, es ist übergeben, Du mußt keine Rechenschaft ablegen...
Gestern auch, abends hat mein Mann noch gemulcht, da sagt SM: Ach, Opa-SV,
wollte das auch den ganzen Tag schon machen...
Er wartet oft bis wir ihm was anschaffen, bzw. Göga, ich halt mich da raus...
Ja, überall ists anders, Gruß Kathrin

Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: gina67 am 21.08.14, 15:12
Hallo
das ist auch nicht immer einfach. Machen die "Alten" irgendeine Arbeit eigenmächtig, dann mischen sie sich ein. Machen sie sie nicht, dann sind die "Jungen" beleidigt oder genervt, weil sie die Arbeit selber machen müssen.
Oft liegt es nur daran, dass weder die alten noch die jungen miteinander reden. Das bezieht sich jetzt nur auf die Männer, bei uns ist das oft so.
Und mit mir reden alle und denken, dass ich alles an jeden weitergeben muss.
LG Gina
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 21.08.14, 15:16
Inga das kenne ich auch...
Habe aber seit kurzem gesagt....wenn ihr was miteinander zu reden habt, dann tut es auch. Ich bin nicht für euch das Sprachrohr.
Ab und zu wird es nochmal probiert ob man Mama einschalten kann. Aber nein ich mag nicht!!!
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Linaria am 21.08.14, 15:52
[
Habe aber seit kurzem gesagt....wenn ihr was miteinander zu reden habt, dann tut es auch. Ich bin nicht für euch das Sprachrohr.
Ab und zu wird es nochmal probiert ob man Mama einschalten kann. Aber nein ich mag nicht!!!
Das kenn ich auch , erst vor ein paar Tagen kam Göga zu mir Tochter könnte doch auf leeren Acker gleich Gülle fahren,
ich bin danneinkaufen gefahren und hab nichts gesagt. Als ich heim kam sagte mein Göga, sie wäre einfach weggefahren, bei meiner nachfrage ob er es ihr überhaupt gesagt hatte kam nur ein nein. Selber schuld, Tochter wohnt am Hof im Austragshaus, gleicher Hofraum nur 10 Meter gegenüber unserer Haustüre. Hab im noch gesagt er soll es ihr selber sagen
 :o ::)
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Bärbel am 21.08.14, 21:53
Das kenn ich auch , erst vor ein paar Tagen kam Göga zu mir Tochter könnte doch auf leeren Acker gleich Gülle fahren,
ich bin danneinkaufen gefahren und hab nichts gesagt. Als ich heim kam sagte mein Göga, sie wäre einfach weggefahren, bei meiner nachfrage ob er es ihr überhaupt gesagt hatte kam nur ein nein. Selber schuld, Tochter wohnt am Hof im Austragshaus, gleicher Hofraum nur 10 Meter gegenüber unserer Haustüre. Hab im noch gesagt er soll es ihr selber sagen
 :o ::)

Das kenn ich auch so ähnlich. Bei uns fragt mich meine Mama: "Hat Papa dir schon gesagt das wir heute was vor haben, wir sind also zum Mittagessen nicht da."
Mein Vater ist aber bestimmt schon dreimal an mir vorbei gelaufen ohne was zu sagen.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Marina am 22.08.14, 07:20
Wir haben zwar keinen Hofnachfolger, weil wir ein auslaufender Betrieb sind (Töchter haben kein
Interesse). Aber der Freund einer Tochter fährt für sein Leben gerne Schlepper und hilft auch, wenn
er Zeit hat.
Diese Woche hat er Urlaub und möchte möglichst viel Zeit auf dem Schlepper verbringen.

Das geht dann so: mein Mann fragt mich, ob unsere Tochter gesagt hat, was ihr Freund heute vorhat
(also um drei Ecken). Ich frage Domi dann direkt, ob er schon Pläne hat. Irgendwann schleicht mein
Mann dann um ihn rum bis er sich ein Herz fasst und ihm Arbeit "anschafft"  :-\

Mein Mann tut sich generell schwer, irgendjemanden Arbeit anzuschaffen. Er wirft lieber mal in den
Raum: es müsste mal dies und oder jenes gemacht werden....

Gruß
Marina
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 23.08.14, 09:38
Hallo
das ist auch nicht immer einfach. Machen die "Alten" irgendeine Arbeit eigenmächtig, dann mischen sie sich ein. Machen sie sie nicht, dann sind die "Jungen" beleidigt oder genervt, weil sie die Arbeit selber machen müssen.
Oft liegt es nur daran, dass weder die alten noch die jungen miteinander reden. Das bezieht sich jetzt nur auf die Männer, bei uns ist das oft so.
Und mit mir reden alle und denken, dass ich alles an jeden weitergeben muss.
LG Gina

Das kenne ich auch so. Göga redet sehr viel und will immer alles besprechen und Sohn ist total das Gegenteil man muss ihm alles aus der Nase ziehen. Das nervt, weil wir so oft kurzfristig alles über den Haufen werfen müssen.
Am liebsten hat unser Sohn, wenn wir einfach selber sehen was anfällt! Zum Glück sind wir Frauen da anders.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 23.08.14, 10:21

Das kenne ich auch so. Göga redet sehr viel und will immer alles besprechen und Sohn ist total das Gegenteil man muss ihm alles aus der Nase ziehen. Das nervt, weil wir so oft kurzfristig alles über den Haufen werfen müssen.
Am liebsten hat unser Sohn, wenn wir einfach selber sehen was anfällt! Zum Glück sind wir Frauen da anders.

bei uns das Gegenteil - am nächsten samstag sind sohn und schwiegertochter an einer hochzeit, göga "möchte" auf turnfahrt - ich habe angeboten die hähnchen "zu hüten" und ihnen "gute nacht zu sagen", nur würde ich die nötigen Daten nicht in den pc eintragen (damit beschäftige ich mich nicht), ich notiere was nötig ist auf papier
dann hat es einfach mal einen tag ein loch und am nächsten tag sieht es dann eben ein bisschen "falsch" aus (angaben von 2 tagen, da bis mitternacht die Eintragungen gemacht werden müssen !!)
heute habe ich das zu Junior gesagt, da hat er gemeint, natürlich geht das, wahrscheinlich seien sie ja vor mitternacht zu hause (mit Säugling) -
grrrr - immer erst auf mehrmaliges ansprechen bespricht göga was mit Junior - ausser (direkt) betriebliches - da sagt er dann eher, dann bleib ich eben hier .....
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 23.08.14, 11:09
Hallo grüble grad sehr nach, wir hebn ja keien nachvolger drum hab ich mir schon überlegt ob ich meien Senf hir überhaust dazugebne soll.

Will hir ned kritiesieren oder angreifen, aber meien Gedanken niederschreiben .

Mußte an eien ander Box denken SE mischen sich überallein his es da,viel ST beschweren sich im Bt weil sie nicht machen dürfen was und wie siees wollen ,lest doch mal in den Boxen nach wos um des Thema geht, dann lest noch mal hir, wo ihr als Eltern über euren Hofnachvolger schreibt.

Dankt mal nach ,sätze wie diese?

Immer neue Inden !
Alles soll schneller gehen!
Er will es anders als wir!
Die Jungen wollen bestimmen!

Könnten dies Sätze nicht von euren SV und SM sein  ??? haben die nicht auch auf eure Neuerungen so reagiert.
Wollt ihr den das es den Jungen auch so mit euch ergeht ?

Ihr habt eure Jungs doch erzogen, gelehrt Landwirt zu sein von klein auf. Dann habt doch etwas vertauen in die Jugend, in eure Erziehung,
in die Lehre, und last die Jugend den umbruchen machen, auch wen ihr euch vielcht nicht getraut habt.

Wann sollen eure Jungen Leute den anfangen mit dem Umplanen, wen ihr Übergeben habt, dürfen sie dann wie sie wollen oder erst nachdem  ihr nicht mehr seit  ???

Ihr seit doch stolz drauf das eure Jungen Landwirtschaft amchen möchtet, dann last sie ,unterstütz nach Möglichkeiten, damit sie ihren Lebenstraum Landwirt auch leben Können.

Wir hören si viel wie unterdrückt wir (unsre Generation ) von den Alten wurde,wie bestimmen sie waren und immer noch sind, hir sind ganze Boxen voll von leid,traurigen jungen die nie durften wie sie wollten, von Problemen mit SE und soweiter.

Bitte versucht doch anders zu sein toleranter, aufgeschlossener den jungen gegenüber, vielcht ist es zeit für eien umbruch, seit offen und habt mut zu neuem, seit anders als die letzte Generation .

Gebt den Jungen Hoffnung und Unterstützung auch auf neuen wegen, legt keien steine in ihren weg, sie müßen ihre Erfahrungen machen, ihre fehler, und ihr leben leben.

Die ist keien Kritik an euch mur ein Denkanstoß und ich weis wies meinen Mann gin mit seien Iden auf dem Hof, letztendlich nach lanegn hin und her machte er wie er dachte und er hatte ervolg damit.


Es sind eure Söhen, eure Erziehung ,eure Lehre, habt vertrauen zu ihnen.

lg Mucki
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mathilde am 23.08.14, 13:06
Hallo,

Mucki Du hast in gewisser Weise schon recht aber die Umbruchphase ist betrieblich eine ganz schwere.
Ich weiss von jemandem in Österreich: der hatte einen gut gehenden Bio Betrieb mit nagelneuem Schweinestall der die Schweinchen schon automatisch nach Gewicht sortierte.

Er hat übergeben und die erste Amtshandlung war die Umstellung auf konventionell und die zweite die Stillegung des Schweinestalles.

Ich finde das Übergeben fängt eigentlich schon viel früher an und da beginnen die Fehler.
Mein "Vogel" waren immer die Milchkühe aber der Kuhstall wäre demnächst mal abbezahlt und somit kann ja der Nachfolger damit machen was er will oder? (mir wäre es egal gewesen)

Jetzt kommt aber der Betriebsleiter (Mein Mann  :-* ) auf die glorreiche Idee "um den Betrieb rund zumachen"  bau ich ein Biogasanlage auf Güllebasis
Mucki das sind nicht eben mal 50 ct die dann stillgelegt werden.

Hier geht es schlicht und ergreifend darum dass manche eben NICHT mit ihren Hofnachfolgern darüber entscheiden wollen sondern den Betrieb so übergeben wollen wie Sie Ihn haben wollten ..............aber dazu hatte man doch selbst ganz lange Zeit :-\

Das war jetzt aber sehr privat und ich hab mir tatsächlich überlegt ob ich das hier posten soll

LG Mathilde
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 23.08.14, 14:05
Das Thema SM, SV gibt es x-mal in diesem Forum. Und oft wird ganz böse über uns SM geschimpft.
Wir möchten hier eigentlich einfach schreiben, dass es auch für die Übergebende nicht soooo einfach ist. Da kann man vorher noch so schön reden, ist es dann soweit ist halt vieles anders.
Wir kommen mit unserem Sohn und unserer ST ganz super klar. Ich hätte keine bessere ST bekommen können.
Trotzdem gibt es immer wieder Reibungspunkte besonder zwischen Göga und unserem Sohn. Aber meistens geht es sehr gut. Trotzdem bin ich froh, leben wir nicht im selben Haus und in der selben Strasse. Göga hat jetzt auch einen anderen Job und geht nur noch auf Abruf helfen. Ich glaube nicht, dass die beiden harten Schädel friedlich nebeneinander hausen könnten  ;D
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Heidi.S am 23.08.14, 14:39
Hallo,
unser Sohn ist zwar noch in Ausbildung,  aber Gedanken mach ich mir auch schon zu dem Thema.
Bin ja auch etwas vorbelastet mit dem Thema Generationen,  aber in unserer Gegend sehe ich auch Betrieb bei den ich mich frage ob denn das so richtig ist, den Hofnachfolger immer seinen Willen zu tun.
Die jungen Burschen kommen frisch von der Schule und meinen sie wüßten alles besser und jetzt muss alles umgeändert werden.
Es werden große Ställe gebaut, Flächen sonstwo gepachtet und die Alten sollen die ganze Arbeit Zuhause machen.
Nur trauen die sich nicht zu widersprechen,  da sie ja dem Hofnachfolger jicht vor den Kopf stoßen wollen. Also arbeiten die bis an ihre Grenzen und drüber, damit der Betrieb ja weiter geht. Nix mit ruhigerem Leben im Alter.
Theorie und Praxis um Betrieb wird sehr oft unterschiedlich wahrgenommen. Ich finde es schon wichtig dss die Generationen unterschiedliche Meinungen haben dürfen.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Lisa am 23.08.14, 19:41
Ich habe mir das loslassen auch leichter vorgestellt obwohl Gatte und Sohn sehr gut mit einander können.
Es ist ein neuer Lebensabschnitt eine Umstellung mit der man erst fertig werden muss.
Wir werden noch gebraucht und uns werden auch betriebliche Entscheidungen Maschinenkauf ..... mitgeteilt
mit Gatten abgesprochen (Mama versteht das nicht mehr) ist mir auch egal.
Aber der Stall,die Kühe,die Nachzucht das war meine Welt das dauert Jahre bis man ein gewünschtes Ergebnis hat.
Jetzt dürft ihr laut lachen,Sohn wollte Zuchtkälber zum Markt bringen,bei zweien konnte ich mich wirklich nicht still
halten.Nach längerem diskutieren erklärte ich ihm, ich fahre auch gleich los und werde mir bestimmt ein Kalb ersteigern.
Eines durfte dann im Stall bleiben aber wehe das wird keine Superkuh.Das sind bei uns so Differenzen bezüglich Stall.
Mit ST. kann ich besser reden ,die Abstammung erklären,weshalb und und ....
Eines möchte ich allen noch ans Herz legen,schaut das ihr nicht zu knapp bei Kasse seid,geben ist immer leichter als fordern.
Da kann ich mir den Spass erlauben und für "mein Kalb" Futtergeld bezahlen es darf nicht in Streit aus gehen,lieber lachen wir
darüber.Wichtig ist ,das man zum Betrieb hält das Gespür haben die Jungen gleich was Sache ist.
Bin froh das es keine grossen Probleme gibt,ganz glatt läuft es anscheinend nirgends. LG. Lisa
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Maja am 23.08.14, 23:46
Zitat
Eines möchte ich allen noch ans Herz legen,schaut das ihr nicht zu knapp bei Kasse seid,geben ist immer leichter als fordern.
Da kann ich mir den Spass erlauben und für "mein Kalb" Futtergeld bezahlen es darf nicht in Streit aus gehen,lieber lachen wir
darüber.Wichtig ist ,das man zum Betrieb hält das Gespür haben die Jungen gleich was Sache ist.
Bin froh das es keine grossen Probleme gibt,ganz glatt läuft es anscheinend nirgends. LG. Lisa
Da sagts du ein wahres Wort
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 24.08.14, 08:37
Hallo

Weil grad das Thema Rente im Raum steht.
Wir hatten gestern mit SM  Diskussion wegen landw. Rente.
hat jemand Ahnung was man da bekommt, Mann oder Frau, wenn man nur am Hof war und keine Zusatzversicherung hat.
SM lebt da wohl noch in den 50 er Jahren, aber ohne private Absicherung ist es ja zum Leben zu wenig.
Gibt's da einen Link?  Mein Mann hat die Zahl je eingezahlten Monat 1 Euro im Hinterkopf und wenn ich da im Alter, wenn ich hoffentlich gesund bin und noch was vom Leben haben kann, große Sprünge machen kann bezweifle ich sehr.
Wir haben privat vorgesorgt, aber es gibt ja immer noch welche, die das verdrängen.

Marianne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: mary am 24.08.14, 08:50
Hallo Marianne,
nur bei der Vorsorge, stellt sich für mich oft die Frage nach der richtigen Vorsorge- es ist gar nicht so einfach. Lebensversicherungen?????, zu vermieten ( Glück mit Mietern) und selbst bei vielen anderen Möglichkeiten greift auch der Staat oft ganz schön "ordnend" ein.
Selbst die vielen, die sich etwas erspart haben- schauen manchmal ganz schön zappig in die Röhre, wenn ich an den ganzen Bereich der erneuerbaren Energien denke, wieviel Geld dabei inzwischen schon auf der Strecke geblieben ist-
Ein Teil der Finanzkrise hängt auch damit zusammen, dass Renditen erwirtschaftet werden müssen, die nur unter abenteuerlichen Bedingungen zusammenkommen.
Wie muss es den Menschen im vergangenen Jahrhundert ergangen sein, 2 mal das ersparte zu verlieren, dazu die 2 unseligen Kriege mit ihren Folgen- da hatten wir bis jetzt noch echtes Glück.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Ingrid2 am 24.08.14, 08:57
@Marianne - mein Mann hätte lt. Auskunft der LSV gut 500 EUR Rente aus der landw. Alterssicherung bekommen, aber nur, wenn er die Beiträge bis zum Schluß komplett bezahlt hätte.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 24.08.14, 09:13
Also meien SM bekommt 400 euro Rente, also ohne gute altersvorsorge oder Unterstützung der Jungen keien Changs zu leben.

Früher lebenten die SE ja alle mit im haus ,da hatte man essen,strohm,wasser ,da langte Taschengeld von 400 euro aus,
wie ist des heute SE haben eim haus oder Wohnung weher zahlt das Heizung,stohm,wasser? wie ist des bei euch ?

Wir zahlen alles für SM bis auf Auto, Tel. ,Zeitung, und dann beckommt sie von uns noch Taschengeld auch 400 euro. Und sie hat noch erstpartes.

Sie sagt sie lebt ned schlecht.Wie ist des bei euch mit SE und wie stellt ihr euch des vor ?

lg Mucki

lg Mucki
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Ossi22 am 24.08.14, 09:37

Nur trauen die sich nicht zu widersprechen,  da sie ja dem Hofnachfolger jicht vor den Kopf stoßen wollen. Also arbeiten die bis an ihre Grenzen und drüber, damit der Betrieb ja weiter geht. Nix mit ruhigerem Leben im Alter.

Ich stimme da Heidis Posting zu , ich manövriere gerade auch auf gleiche Arbeitsfalle zu . Sohn ebenfalls in Ausbildung , Senioren sind auch nur noch begrenzt einsatzfähig . Was macht man aber , weiterschuften . Es ist ja was anderes als zB  eine Stelle als Arbeitnehmer zu kündigen oder auch Selbstständige in der Wirtschaft , die ggfls den Laden  schließen könnten . Bei der Landwirtschaft hängt Kapital und Tradition dahinter , den Hof weiter zu betrieben , zusätzlich kommt der Wachstumsdruck dazu , also heißt es besonders in kleineren , mit wenig Arbeitskräften ausgestattete Haupterwerbsbetriebe , rödeln , bis das der Arzt kommt . Und es ist nicht einfach , das , was Andere von außen zur"Lösung" vorschlagen , umzusetzen .
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 24.08.14, 10:12
Hallo  Ossi

Du sprichst mir aus der Seele und mein Mann hat erst dieser Tage betont, er hat nicht gewollt, dass Sohn den Hof weiter macht, schon aus seinen Erfahrungen heraus. Er ist jetzt mit 58 einfach aufgearbeitet und auch psychisch mürbe.  Mit 22 nach dem Tod seines Vaters Hof übernommen. Dann 2 mal Stall gebaut, andere Baustellen wie Hallen, Silo´s usw. sowieso.
Immer anwesend sein, nie weg. Im Vergleich zu seinen Geschwistern, Beamte bzw. Beamtengattin die nie gearbeitet hat, sind wir schon die Deppen. Dann haben wir noch die Generationskonflikte mit SM auszuhalten und von der zu erwartenden Rente im Vergleich zu denen will ich gar nicht reden.
Es war einer vom Landwirtschaftsamt hier. Sohn hat sich (wegen Wartejahr und damit er schneller fertig wird, will evtl. ja auch noch auf HLS) im Nachbarlandkreis zur Landwirtschaftsschule angemeldet und die in unserem Kreis wollen auch die Schüler.
Der Mann meinte nur, wenn der Junior will, dann soll man ihn machen lassen.  Ist sicherlich auch richtig so, aber wir sind schon so realistisch, dass wir wissen, was das für uns bedeutet. Er kann unseren Standpunkt schon verstehen, aber was hilft uns das.
Nichts, wir müssen weitermachen und was passiert wenn jemand ausfällt oder nicht mehr so kann, das haben wir ja im Winter erleben müssen.
In den Schulen lernen die Jungen sicher Wichtiges, bekommen Denkanstöße, aber vieles ist halt für den Einzelnen nicht immer umsetzbar. Der Mann meinte, wir haben hier ja ideale Bedingungen was Erweiterung angeht. Genügende Fläche zu  erweitern am Hof, aber wenn ich dran denke, was vor allen Dingen ich schon für Diskussionen mit Junior hatte jedesmal wenn er von der Schule heimkam. Da ist der Satz der hier öfters kam "die Jungen muss man lassen, die haben es ja gelernt" auch leichter gesagt als getan. Da kommt es dann auch noch drauf an wie alt sie sind.  Sicher muss man einen 30 jährigen ranlassen, aber mit 19 oder 20 hat er einfach noch nicht die Lebenserfahrung. Mir kommt dann immer in den Sinn dass man oft hört, nach dem Abi muss man sich erst selbst finden, muss sich klar werden was man will und man kann doch nicht erwarten, dass die plötzlich arbeiten und ihren Weg schon wissen.  Bei den Landwirten wird das aber oft erwartet und bei denen geht es nicht nur um sie selber, sondern auch um Eltern, evtl. noch Großeltern denen ihr Leben das ja auch mal war.

LG
Marianne

Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 24.08.14, 10:23
Hallo Marianne,
dein Mann war 22 Jahre alt als er den Hof übernahm, und er hat es geschaft, dein Junge ist in 2-3 jahren auch so alt ,warum sollte er es dann nicht schaffen??
Du mußt vertrauen zu ihm haben. Und wen jemand ausfällt ist es ned leicht das versteh ich ja, aber es geht weiter.

lg Mucki
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 24.08.14, 10:25
genau marianne,
die jungen sollten zuerst etwas älter sein, evt. Erfahrung auswärts holen -
aber wenn der betrieb für die Eltern die grosse Belastung ist, fragt frau sich schon, ist das nötig -
wir haben das erlebt als Junior mit 22 nach Australien ging - er flog ende sept. ab, da wir einen so "wunderschönen, nassen" sept. hatten, konnte göga erst mit der herbstsaat beginnen (bei uns ist alles Getreide Wintersaat !) - schon "nur" ca. 25 ha, damals, aber alles kleinere äcker, Hanglage, etc.....
dann hatten wir im stall jede ecke voll - jede menge Kalbungen, und und -
ich glaube es war dann anfang jahr hatten wir beide die grippe erwischt -wie noch nie - wir glaubten es fast nicht, die zeit zu schaffen bis ende mai - wir konnten ja nach dem halben jahr arbeit auch nicht verlangen dass er sofort zurückkommt, ohne das land noch etwas anzuschauen -
ich drängte schon im herbst auf einen Praktikanten oder so - aber göga hatte einfach angst wegen der Finanzen !!! - grrrrr

anschliessend war Junior noch einige jahre beim lu tätig - natürlich meistens in der strengsten zeit ..., aber dazwischen hatten wir dann doch wieder etwas luft -
aber heute geniesse ich es, dass wir ein bisschen lockerer dran gehen können

ich wünsche das allen "altbauern" ebenso .. - es ist einfach toll, nicht mehr nur für die arbeit zu leben  :D
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 24.08.14, 10:36
@Mucki.  es geht nicht drum ob er es nicht schaffen kann, sondern darum, dass meinem Mann viele Erfahrungen, die er in der Jugend hätte machen können éinfach verwehrt waren und er das seinem Sohn ersparen will. Wir hoffen ja sehr, dass er nicht in diese Situation kommt. Wenn von heute auf morgen niemand mehr da ist, der einem hilft, seine Mutter war damals schon stark gehbehindert und konnte vieles nicht, dann sind das Erfahrungen, die einfach prägen.
  Unsere anderen Kinder genießen momentan ihr Leben in vollen Zügen, zumindest der Ältere. Finanziell geht es ihm blendend und er macht eine Reise nach der anderen. Mit Hof kann man das einfach nicht und es ist ja gut möglich, dass der Jüngere eines Tages sagt, er hat nicht gekonnt. Da wäre er nicht der Erste.

Dann waren die Rahmenbedingungen vor 35 Jahren schon um einiges anders als in der heutigen Zeit.
Es geht ja nicht drum, dass wir ihn nicht unterstützen wollen, wir sind nur Realist genug zu sehen, dass wir auch an unsere Grenzen stoßen. 

marianne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Heidi.S am 24.08.14, 10:45
Hallo Marianne,
dein Mann war 22 Jahre alt als er den Hof übernahm, und er hat es geschaft, dein Junge ist in 2-3 jahren auch so alt ,warum sollte er es dann nicht schaffen??
Du mußt vertrauen zu ihm haben. Und wen jemand ausfällt ist es ned leicht das versteh ich ja, aber es geht weiter.

lg Mucki
Ich seh das Alter von 22 Jahren da schon etwas begrenzt. Sicher früher war man da schon öfters verheiratet und hatte für Familie zu sorgen, aber heutzutage sind die jungen doch noch mehr auf dem Tripp der Selbstverwirklichung und des austesten der Fähigkeiten und Grenzen.
Sicher kann man sich im eigenen Betrieb auch selber verwirklichen,  aber man ist schon angehängter wie wo anders.
Nach der Ausbildung erst mal Praxis sammeln mit der Erfahrungen die man auf der Schulbank nicht macht, find ich schon wichtig. Außerdem steht ja in dem Alter auch noch die Partnersuche meist an und da wollen die jungen auch noch ihre Ungebundenheit genießen.
Wenn sie einen festen Partner oder Familie haben, sieht dss ganze schon anders aus.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: gina67 am 24.08.14, 17:21
Hallo
nochmal zum Thema Rente. In den alten Bundesländern gibt es z.Zt. € 13,21 je eingezahltes Jahr. Bei 40 Jahren sind das 528,40€/monatlich brutto, da gehen die Abzüge für Krankenkasse und Pflegeversicherung noch runter.
Wir haben privat vorgesorgt und werden nicht auf unseren Hofnachfolger angewiesen sein.

LG Gina
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 24.08.14, 18:53
@Mucki.  es geht nicht drum ob er es nicht schaffen kann, sondern darum, dass meinem Mann viele Erfahrungen, die er in der Jugend hätte machen können éinfach verwehrt waren und er das seinem Sohn ersparen will. Wir hoffen ja sehr, dass er nicht in diese Situation kommt. Wenn von heute auf morgen niemand mehr da ist, der einem hilft, seine Mutter war damals schon stark gehbehindert und konnte vieles nicht, dann sind das Erfahrungen, die einfach prägen.
  Unsere anderen Kinder genießen momentan ihr Leben in vollen Zügen, zumindest der Ältere. Finanziell geht es ihm blendend und er macht eine Reise nach der anderen. Mit Hof kann man das einfach nicht und es ist ja gut möglich, dass der Jüngere eines Tages sagt, er hat nicht gekonnt. Da wäre er nicht der Erste.

Dann waren die Rahmenbedingungen vor 35 Jahren schon um einiges anders als in der heutigen Zeit.
Es geht ja nicht drum, dass wir ihn nicht unterstützen wollen, wir sind nur Realist genug zu sehen, dass wir auch an unsere Grenzen stoßen. 

marianne


Hallo Marianne
nun dein Sohn sieht ja nun schon was seien Geschwister für leben führen,vielcht will er es ja garned so haben, das mn in er Landwirtschaft angebunden ist dürfte er ja auch seit klein auf gesehen haben, und die arbeit auf der Landwirtschaft wird doch eher leicht als vor 35 jahren
Mischwagen , Große ballen pressen, Silieren i gemeinschften wo eienr dem andern hilft, Melkroboter Kälbertränkeautomat. Ja die betriebe sind gewchsen aber uch modrnisert worden, so das e durchaus möglich ist allein zu arbeiten oder zu zeit. Bei uns sin viel Höfe die ,die jungen allein stemmen ohne frau und Eltern ist eine frage der Technik.
Die jungen Bauen meist Kuhställe mit 100 oder mehr Kühe mit Melroboter und automatische kälbertränkung, sogar ein elektirsche futtrmischung aus dem Sielo hab ich Heuer scho gesehen, war echt toll.

lar waren die Höfe früher kleienr aber auch die Technik weniger und viel handarbeit, nun läst man viel machen von Lohnunternehmen , Rundballen, Dreschen, Sieleiren, und so weiter. Holzarbeietn erledigt der Prozessor, des gabs vo 35Jhren alles ned so , da machte jeder alles selber drum brauchte man viele leute.

Wen ich denke bei uns am Betrieb haben früher 4 leute gerbeitet und nun macht mein mann des allein, Laustall mit Fischgräten Melkstand, Futermischwagen, das hilft ihm beim Füttern.

Sielieren mit großen Ladewagen( Lohnunternehmer)  Dreschen Macht auch Lohnunternhemer , sieeiern von Mais Häksler Lohnunterehmenr unddann noch zwei freunde von uns oder unsre Söhne alles an 2 Tagen geschehen.

Holzarbeit macht er auch allein. Mein Mann ist heute 54 Jahre geworden ,ich denke was er kann können die jungen auch.

Ausenarbeiten macht er nun seit 12 Jahren allein und Füttern seit 5 Jahren. Natürlich arbeite wirseit de Stallbeuen auf ds ziehl hin das es mal allein machen kann da wir des Problem das er es mal allein machen muß schon vor 17 Jahren erkannt haben.

Sol keien Kritik sein nur ein mutmachen ,wen er es von sich aus will dannschaft er es.

lg Mucki
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 25.08.14, 21:26
Es kommt auch ein bisschen auf den Typ an. Aber ich finde 20 sehr jung um einen ganzen Hof zu führen - nicht nur das - mit 20 sollten sie noch etwas fremde Luft schnuppern, anderes kennen lernen und den Horizont erweitern.
Wenn du den Betrieb übernimmst dann kannst du (besonders am Anfang) noch keine grossen Sprünge machen. Die Landwirtschaft packt dich gleich ohne wenn und aber.
Deshalb sollen sich die Jungbauern zuerst umsehen und die Nase über den Berg recken.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Kleopatra am 26.08.14, 06:32
Mein kleiner Bruder war knapp etwas über 20 als er übernehmen durfte/musste. Solche Konstellationen ergeben sich schnell wen der Vater schon etwas älter ist wen er Vater wird.

Die Zeit wird es zeigen.


Mein Mann hingegen hat mit 38, rückwirkend auf 2 Jahre, also fast eine Generation später den Hof offiziell übernommen und hat die Zeit vorher auch nicht genutzt. Den er war trotzdem nur 1 Jahr (Lehre) weg von Zuhause ;)
Gut faktisch hat er den Hof schon länger vorher geführt, weil Vater früh starb und der grosse Bruder, der potentielle Hofnachfolger dann als er ca 30 war den Hof verlassen hatte, aber eben nicht als Besitzer.


Bei uns wird sich das Problem dann auch mal stellen. Sohn ist nun 25, Tochter 12. Beides pot Nachfolger. Wen Göga oder ich 65 sind wird Sohn 36/40 sein, Tochter wird 23/27 sein.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 26.08.14, 06:53
Mein Mann ist nun 54 Jahre alt, er war nie auf einem anderen betrieb oder auch später , sein Vater wurde Krank und er übernahm den Hof,er hatte keien zeit seien meister zu machen, sich vortzbilden ,sich zu entwikeln.

Trotzdem konnte er den Hof führen, und wie ich finde macht er es gut sonst wäre er nicht so weit gekommen.

Heute heißt es immer die Jugend muß sich entwikeln, entfalten, hatten wir des dann? Und sind wir nun ........ weil wir des alles ned hatten.

Klar es kommt immer auf den Menschen an, im Dorf ist ein Mann 40 jahre ist er nun schon ,er mußte mit 17 jahren den Hof schmeisen da der Vater verunglückte , er hatte immer den Schönsten Hopfen in der gegend, macht gutes Geld ,trotzdem das er miten in der Lehre war,er wurde von den Alten Bauern respektiert wegen seiner Leistungen, er besitz mitlerweile Baugrundstücke ,Mehr Feld als vorher kauft immer wieder dazu, der war noch nie weg von daheim auser mal mit Kupels Urlaub machen . das einzige was fehlt ist eine Frau, worans scheitert keien Ahnung ,am weggehn mit sicherheid ned den er ist auf vielen festen auch heute noch , sein Vater war allerdings 45 als er heiratete  ;)

Ich denke ja immer Bauer ist kein Beruf, das ist einen Berufung.

lg Mucki
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Romy am 26.08.14, 08:53

Ich denke ja immer Bauer ist kein Beruf, das ist einen Berufung.

lg Mucki

Da hast du Recht, es ist genau so. Und deshalb kann man wohl die Landwirtschaft auch nicht mit irgendeinem anderen Beruf vergleichen. Oft geht es halt nicht anders und niemand sagt, dass ein junger Bauer nicht ebenso einen Hof gut führen kann wie ein älterer.
Aber darum geht es auch nicht, ich finde einfach so ein bisschen Jugend sollte man jedem gönnen wenn es irgendwie möglich ist. Damit sie auch sehen, dass sich nicht alles um Landwirtschaft dreht.
Für mich ist es wichtig den richtigen Zeitpunkt zum übernehmen dem Jungbauern selber zu überlassen.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: frankenpower41 am 26.08.14, 09:02
genau Romy, und eben weil mein Mann das nicht hatte, ist das auch unsere Ansicht.

Marianne
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: maggie am 26.08.14, 10:16
genau Romy, und eben weil mein Mann das nicht hatte, ist das auch unsere Ansicht.

Marianne

auch bei uns war es so - hans war gut 1,5 jahre weg (er kam mit seinem vater nicht mehr klar und hat sich dann entschieden, wir kannten uns da schon !!) - kam dann nach langem klöhnen von sv wieder zurück - leider keine Änderung,
wir wollten wieder weg - hans hatte sich bereits umgesehen und "fast" fündig geworden, da übergab uns sv den betrieb (er war 62 - bekam eine rente wegen Asthma und ... - weiss nicht was er denen noch alles angegeben hatte ...) und hans war 25 -
für den meister etc. hatte er auch keine zeit -
1 jahr Betriebsleiterkurs hat er noch gemacht - z.g., aber ich habe druck gemacht !!!

doch um für den meister zu lernen - das wäre unmöglich gewesen -

und darum haben wir auch oft "stress, etc." auf uns genommen damit Junior noch etwas weg konnte - und wenn es nur beim lu war ...

natürlich ist es etwas anderes wenn es von der konstelation her nicht geht, aber ich finde, wenn möglich sollte heute ein  jungbauer einige zeit "fremdes Brot" essen...
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Heti am 30.08.14, 08:35
Ich glaube in manchen Fällen hat der Senior einen Betriebszweig so für sich "gepachtet" , dass der Junior automatisch (unbewusst) einen anderen Betriebszweig favourisiert, um selbst tätig werden zu können. Wenn er dann Betriebsleiter wird, ist doch klar, dass er diesen dann ausbauen möchte, was zu Unverständnis beim Vater kommt, weil dieser ja schon alles in seinem Bereich investiert hat, den er auch weitergeführt sehen möchte.

Während also der Vater auf Schweine baut, interessiert sich der Sohn für den Nebenzweig Kühe. Wie unverständlich für den Vater, dass auf mal ein Laufstall gebaut werden soll, wo er die Kühe doch eigentlich auf Dauer auslaufen lassen wollte und lieber einen Maststall bauen wollte. Sprengstoff !!!

Die Kuhleidenschaft des Sohnes hat sich seit der Kindheit entwickelt, da er lieber mit der "ruhigen" Mutter melken ging, als mit dem schon mal aufbrausenden Vater zusammen zu arbeiten.
Titel: Re: Umgang mit Hofnachfolger
Beitrag von: Mucki am 30.08.14, 09:21
schön geschrieben und so war Heti ,das unterschreib ich sofort.

lg Mucki